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  • Bürgermeisterwahl 2026: Vier Herausforderer für den Haarer Überraschungssieger

    Bürgermeisterwahl 2026: Vier Herausforderer für den Haarer Überraschungssieger

    Ist Haar das Armenhaus im Landkreis München? Oder rechnet die CSU die jüngste Stadt Bayerns einfach nur arm, um ihre Ziele durchzusetzen? Um die politische Deutungshoheit wird in der aufstrebenden Kommune im Münchner Osten traditionell hart gerungen. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn die Gemeinde im Januar 2025 zur Stadt aufgestiegen ist. Gerade geht es um die finanzielle Lage und darum, was aus dieser zu folgern ist. Die CSU unter Bürgermeister Andreas Bukowski wiederholt gebetsmühlenartig, dass die Stadt mehr Einnahmen und also dringend ein neues Gewerbegebiet für produzierende Firmen brauche. Die Grünen halten die damit einhergehenden Sparappelle für Schwarzmalerei. Und die SPD fordert – Finanzen hin, Finanzen her – eine maßvolle Entwicklung, bei der städtebauliche Kriterien nicht unter den Tisch fallen. Fünf ausschließlich männliche Bürgermeisterkandidaten treten an, darunter erstmals auch einer der AfD.

    Amtsinhaber Andreas Bukowski, CSU

    Der heute 46-jährige Andreas Bukowski hat vor sechs Jahren die Träume der CSU in Haar wahr werden lassen. Er hat die Jahrzehnte dominierende SPD in die Schranken gewiesen. Dabei half ihm womöglich, dass er als Quereinsteiger und recht frisch Zugezogener ein unbeschriebenes Blatt war. Seine Unerfahrenheit bekam er von der SPD oft vorgehalten. Doch er schwamm sich in der auch auf sein Betreiben hin zur Stadt aufgestiegenen Kommune mehr und mehr frei.

    Bürgermeister Andreas Bukowski will eine zweite Amtszeit dranhängen.
    Bürgermeister Andreas Bukowski will eine zweite Amtszeit dranhängen. (Foto: Stephan Goerlich)

    Bukowski wuchs in München-Schwabing und in Miesbach auf, schloss an der LMU in München ein Studium in Deutscher Literatur und Psychologie 2009 mit dem Doktorgrad ab. Er jobbte bei einer Online-Börsenzeitung, gründete einen Verlag und war in leitender Funktion bei einem Hersteller für Naturkosmetik tätig. In der Jugend war er schon mal in der JU aktiv, er trat 2016 in die CSU ein und besiegte 2020 die amtierende Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) in der Stichwahl. Politisch fordert Bukowski Gewerbeflächen auf der Finckwiese, um wachsende Aufgaben zu stemmen. Dazu gehören der Ausbau von Kitas und Schulen, ein neuer Busbahnhof und der Umbau der zentralen Leibstraße. Sein Steckenpferd: die Kreislaufwirtschaft, also der Umstieg auf ein umfassendes Verständnis von Ökologie.

    Peter Schießl, SPD

    Bei Peter Schießl werden sich manche wundern, dass er erst seit 2020 dem Gemeinderat und jetzigen Stadtrat angehört. Der 66-Jährige wirbt mit dem Slogan „Echt. Engagiert. Einer von uns“. Und viele am Ort dürften ihn als einen Haarer durch und durch kennen. Generationen von Schülern erlebten ihn als Lehrer an der Mittelschule, er ist mit der früheren Bürgermeisterin Gabriele Müller verheiratet und hat sich in den vergangenen sechs Jahren im Stadtrat mehr und mehr die Rolle eines führenden Kontrahenten des Bürgermeisters erarbeitet.

    Peter Schießl spricht von einer „Richtungswahl“ für Haar.
    Peter Schießl spricht von einer „Richtungswahl“ für Haar. (Foto: Sascha Ewering)

    In seiner Rede zum Neujahrsempfang warnte Schießl vor dem Trugbild einer nach vorne gerichteten alternativlosen Politik: „Die konservative Mehrheit im Haarer Stadtrat und Teile der Grünen sind eher dabei, unseren Ort zu verunstalten und die Zukunft zu verbauen.“ Mit der Umwandlung des MSD-Bürokomplexes in einen Schulstandort gingen wertvolle Gewerbeflächen verloren, auf der Finckwiese würden ohne Not Werkshallen mit weitreichenden Auswirkungen für das Ortsbild angestrebt. Grünflächen innerorts würden leichtfertig überplant, wie am Wieselweg und an der Blumenstraße. Haar steht für Schießl schlicht vor einer „Richtungswahl“.

    Ulrich Leiner, Grüne

    Ulrich Leiner hat in sechs Jahren im Stadtrat als zweiter Bürgermeister mit 67 Jahren Lust auf mehr bekommen. Bereits 2020 ist er als Bürgermeisterkandidat angetreten und jetzt will er Andreas Bukowski überflügeln, mit dem ihn zum Leidwesen vieler in der SPD als Stellvertreter ein nach außen hin jedenfalls durchaus enges Arbeitsverhältnis verbindet. Leiner ist Grüner der ersten Stunde. Er gehörte zu den 1004 Delegierten, die 1980 in der Karlsruher Stadthalle die Bundespartei aus der Taufe hoben, er engagierte sich schon in Augsburg politisch, trat 1986 als Landtagskandidat an und lebt seit 1994 in Haar, wo er von 1999 bis 2002 schon mal Mitglied des Gemeinderats war.

    Ulrich Leiner wirft der CSU vor, die Stadt systematisch armzurechnen.
    Ulrich Leiner wirft der CSU vor, die Stadt systematisch armzurechnen. (Foto: Claus Schunk)

    Politisch verortet sich Leiner als Pragmatiker. Er arbeitete zuletzt als promovierter Forschungskoordinator am Fraunhofer-Institut im Bereich künstliche Intelligenz. Der CSU wirft Leiner vor, mit ihrer Sparpolitik der Stadt sinnvolle Investitionen zu versagen. Für eine Gewerbeentwicklung auf der Finckwiese brauche es angesichts der Dimension ein Gesamtkonzept. In zehn Punkten für Haar fordert Leiner unter anderem günstigen Wohnraum, ein Biotopnetzwerk sowie die Entwicklung eines Stadtquartiers auf der Gutswiese gegenüber dem Isar-Amper-Klinikum.

    Peter Siemsen, FDP

    Der FDP-Bürgermeisterkandidat Peter Siemsen gehört zu den fleißigsten politischen Kommunikatoren im Landkreis München. Er nutzt offensiv die digitalen Medien und war schon vor seinem erstmaligen Einzug in den Gemeinderat in Haar im Jahr 2020 mit seinem „Freisinnigen Politikforum“ gefühlt permanent online. Mit 55 Jahren tritt er nach 2020 erneut als Bürgermeisterkandidat an. Siemsen wurde in Braunschweig geboren, lebte in Eching, war Kreisvorsitzender der FDP im Landkreis Freising und dort Kreisrat, bevor er 2011 nach Haar zog.

    Peter Siemsen ist BMW-Manager und zitiert gerne den Stoiker Marc Aurel.
    Peter Siemsen ist BMW-Manager und zitiert gerne den Stoiker Marc Aurel. (Foto: Claus Schunk)

    Er ist Manager beim Autobauer BMW und ein Homo politicus durch und durch. Gerne zitiert er im Gemeinde- und Stadtrat den Stoiker Marc Aurel und betont, mit seiner politischen Arbeit Menschen zusammenführen zu wollen und das Gemeinwohl zu vertreten. Politisch pocht der promovierte Naturwissenschaftler Siemsen, ohne soziale Schärfe, gerne auf die Chancen, die mutige politische Entscheidungen mit sich brächten. Er plädiert angesichts von Stadtfinanzen, die ihn an „schmelzende Alpengletscher“ erinnern für die Ansiedlung von „zukunftsfähigem Gewerbe“ mit Plan und Ziel, wie er sagt.

    Christoph Rätscher, AfD

    Die AfD hat in Haar noch kein Mandat und die Partei ist erst seit Ende 2024 wieder mit einem Ortsverband präsent. Doch der 38-jährige Ortsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Christoph Rätscher hat in der Stadt mit scharfen Kommentaren zum überraschenden Abriss der Brücke der B304 über die Autobahn und die damit einhergehende Rodung von Wald bereits Duftmarken gesetzt. Rätscher ist ein offensiv agierender AfD-Funktionär. Er kommt aus Berlin, war dort Mitglied der vom Bundesverfassungsschutz als gesichert extremistische Bestrebung eingestuften Jungen Alternative. Rätscher trifft sich mit dem für seine Remigrations-Thesen bekannten Identitären Martin Sellner und zeigt sich mit Vertretern der extremen Rechten in der AfD.

    Christoph Rätscher war in Berlin Vorstandsmitglied der Jungen Alternative.
    Christoph Rätscher war in Berlin Vorstandsmitglied der Jungen Alternative. (Foto: privat/Facebook)

    Rätscher hat in München bereits für den Bundestag und den Landtag kandidaiert und arbeitet als Referent der AfD-Landtagsfraktion. In Haar verantwortete Rätscher für den Bauträger des Bezirks Oberbayern federführend die Entwicklung des Wohngebiets Jugendstilpark, dessen Umsetzung im Zeit- und Kostenplan er sich ans Revers heftet.  Im Netz kündigte der AfD-Mann an, den angeblich grüne Thesen verbreitenden CSU-Bürgermeister Bukowski im Rathaus abzulösen. Sein Anliegen sei bezahlbarer Wohnraum, „unsinnigen, klimaideologischen Windkraftanlagen“ sage er den Kampf an, wie auch der Freiflächen-PV-Anlage am Höglweg. Der Umbau der Leibstraße sei Steuergeldverschwendung.

  • München-Maler als Chronist des Wandels: „Was mich anfangs überrascht hat, ist verloren gegangen“

    München-Maler als Chronist des Wandels: „Was mich anfangs überrascht hat, ist verloren gegangen“

    Ein atemberaubendes Foto zieht den Blick in Enno Kleinerts Wohnzimmer auf sich. In der Ferne zeichnen sich die schneebedeckten Alpengipfel ab, davor die Silhouette der Stadt mit Dom, Theatinerkirche und unzähligen Dächern. Erst auf den zweiten Blick zeigt sich: Es ist kein Foto, sondern ein Gemälde, von Kleinert mit Ölfarben auf Leinwand festgehalten.

    Jede Wand in seinem Wohnzimmer im elften Stock eines Hochhauses ist mit ähnlich großflächigen Bildern der Stadt behängt: die Spitze des Olympiaturms in goldenem Licht, das Stadtpanorama bei Nacht oder am frühen Morgen. Auf dem Tisch stapeln sich in schwarzes und graues Leinen gebundene Skizzenbücher. Seit Kleinert vor fast 60 Jahren nach München zog, zeichnet er das Leben in der Stadt auf – wie ein Chronist mit Bildern statt Worten. Damals, wenige Jahre vor den Olympischen Spielen 1972, war die Innenstadt für den Bau der U-Bahn aufgerissen. Eigentlich kein schönes Bild, doch Kleinert störte sich nicht daran, sagt er. München im Umbruch, eine lebendige Stadt, das begeisterte ihn sofort. Doch vieles, was seine neue Heimat anfangs so besonders für ihn machte, hat sich mittlerweile zum Negativen gewandelt, sagt der 84-Jährige.

    Aufgewachsen ist Kleinert am anderen Ende des Landes, in Cuxhaven. Eine Kindheit an der Küste, das müsse doch ein Traum gewesen sein, habe er oft gehört. „Aber ich fand es gar nicht so toll.“ Schuld war die Schule, „ich wollte nicht Mathe lernen, ich wollte nur malen“. Diesen Wunsch hat er von seinem Vater, auch wenn er ihn nie bewusst kennengelernt hat, sagt Kleinert. Der war früh in den Krieg gezogen und dort gefallen, hatte aber seine Skizzenbücher nach Hause geschickt, in denen er die Landschaft in Russland in Aquarellen festgehalten hatte.

    Der Sohn wollte dem Vater wohl nacheifern, vermutet Kleinert, anders kann er sich die Anziehung nicht erklären, die Stift und Papier damals schon auf ihn hatten. Er habe noch ein altes Schulheft aus der dritten Klasse, erzählt er, in dem er schon kleine Bilder an den Rand gemalt hatte: die Elbe etwa oder ein Leuchtturm, den die Klasse bei einem Ausflug besucht hatte. Sein späterer Kunstlehrer habe sein Talent dann erkannt, sagt Kleinert, „ich hatte immer automatisch eine Eins im Zeugnis“. Für ihn stand also nie infrage, womit er sich beruflich beschäftigen will, auch wenn seine Mutter es ihm ausreden wollte. Mit der Kunst könne man nichts verdienen, meinte sie.

    Kleinert studierte Grafik in Hamburg, nahm dann einen Job in einer Werbeagentur an. Als die 1968 nach München zog, war er zunächst unschlüssig. Doch Hamburg gefiel ihm ohnehin nicht, „die Stadt war damals langweilig“: Es habe kaum Kneipen gegeben, als junger Mensch habe man wenig unternehmen können. Auf die Reeperbahn durfte er nicht. Er war nicht alt genug, damals war man erst mit 21 volljährig. Kleinert entschied sich also für den Umzug und war von Anfang an begeistert von München. Gleich an einem seiner ersten Abende ging er in einen Biergarten, „so etwas hatte ich davor noch nie gesehen“. Vor allem die Menschen machten die Stadt für Kleinert besonders – und ihre Offenheit. In jeder Kneipe habe man schnell Anschluss gefunden, indem man sich zu anderen Gästen an den Tisch setzte. „Ich habe nach einem Jahr in München mehr Leute gekannt als in sechs oder sieben Jahren in Hamburg.“ Auch seine Frau lernte Kleinert in seiner neuen Heimat kennen, „die Stadt wurde mir immer sympathischer“.

    Als die Werbeagentur schloss, machte Kleinert sich als Illustrator selbständig, entwarf unter anderem eine Münze für den Inselstaat Palau oder Briefmarken für die Post. Schon immer zeichnete er nebenbei auch privat, sagt er. Das war ihm lieber als Fotografieren: Ein Künstler könne schließlich Dinge an der Szenerie verändern, etwa eine vollständige Pusteblume zeichnen, selbst wenn in der Realität nur noch ein Stängel übrig sei.

    Mit dem Fahrrad fuhr Kleinert durch die Stadt, immer auf der Suche nach den besonderen Szenen und ausgestattet mit einem Skizzenbuch. Bewusst wählte er keine schweren Motive, malte zum Beispiel keine Obdachlosen. Ihre Notsituation wollte Kleinert nicht auch noch auf Bildern verewigen. Lieber waren ihm die schönen Seiten des Stadtlebens, die Leichtigkeit und die Orte, an denen Menschen Freude hatten – etwa Kneipen oder Parks.

    Anfangs waren seine Zeichentouren eine Möglichkeit, die Stadt zu erkunden, sich mit ihrer Architektur zu beschäftigen und seine neue Heimat kennenzulernen, sagt Kleinert. „Irgendwann kannte ich alles.“ Weitergezeichnet hat er trotzdem, jahrzehntelang – einerseits aus Gewohnheit, andererseits, um beschäftigt zu bleiben, als er in Rente ging. Denn das Zeichnen hielt ihn auch fit: Er war draußen in Bewegung, der Geist war gefordert. Oft fertigte er direkt unterwegs schnelle Skizzen an, im Biergarten, auf der Auer Dult oder in Kneipen. Manche arbeitete er später zu Hause mit Farben aus. Verkauft hat er die kleinen Kunstwerke nie, dafür habe es keine Interessenten gegeben, sagt er. Stattdessen mietete er ein Lagerabteil an, um die vielen Bücher aufzubewahren. Sie sind für ihn auch eine Erinnerung an die Zeit damals.

    Ein Teil davon liegt auch in Kleinerts Wohnung. Wer die Bücher durchblättert, bekommt ein Gespür dafür, wo der Künstler sich besonders wohlfühlt. Der Englische Garten gehört dazu oder die Gegend rund um die Türkenstraße. Es seien Orte, an denen einerseits das Leben pulsiere, man andererseits aber auch Entspannung finden könne. Solche Kontraste habe er schon immer geliebt. Ruhig und lebendig zugleich, das ist er auch selbst: Mal erzählt er lange fast regungslos. Dann springt er mehrmals auf, um ein weiteres Skizzenbuch aus einem anderen Raum zu holen und dem Besucher noch mehr seiner Kunst zu zeigen.

    Diese Orte, an denen er sowohl Trubel als auch innere Ruhe fand, gab es auch in Kleinerts norddeutscher Heimat. Dort beobachtete er gern, wie im Hafen die Ladung der Schiffe gelöscht wurde, erzählt er. Auch in München fühlte Kleinert sich schnell zu Gewässern hingezogen. Die örtlichen Flüsse seien zwar ganz anders als die raue See, und doch kommen in manchen Momenten Erinnerungen auf – etwa, wenn die Isar bei Hochwasser am Müller’schen Volksbad eine Brandung entwickelt.

    Die wirbelnde Welle und der Trubel um die Surfer faszinierten den Künstler sofort.
    Die wirbelnde Welle und der Trubel um die Surfer faszinierten den Künstler sofort. (Foto: Enno Kleinert)

    Oder an der Eisbachwelle: Wann er zum ersten Mal dort war, weiß Kleinert eigenen Worten zufolge nicht mehr, irgendwann in den 2000er-Jahren müsse es gewesen sein. Doch zu beobachten, wie die Welle in dem sonst ruhigen Gewässer wirbelt, habe ihn gleich fasziniert. Dass man in einem Binnengewässer etwas anderes machen könne, als nur zu paddeln, das habe ihn überrascht, sagt Kleinert. Und die Atmosphäre habe es ihm ebenfalls angetan: Die sei ganz besonders, „an einem warmen Sommertag die herrlich kühle Luft dort unter den hohen Bäumen, das Rauschen des Wassers, die lockere Stimmung“. Das habe Besucher aus aller Welt angezogen, die so etwas noch nie zuvor gesehen haben, vermutet Kleinert. Eine Surfwelle mitten in der Großstadt sei schließlich einzigartig.

    Dabei habe anfangs nur eine Handvoll Zuschauer die Surfer beobachtet, von Jahr zu Jahr seien es mehr geworden – erst Einheimische, dann auch Touristen, viele junge Leute, aber auch Ältere und Familien mit Kindern, die lachten, wenn ein Surfer ins Wasser fiel. Irgendwann, so Kleinert, sei der Andrang so groß gewesen, dass er kaum noch Platz gefunden habe. Trotz des Trubels könne man an der Welle gut entspannen: Eine Weile stehenzubleiben und den Surfern zuzuschauen, könne entschleunigend wirken – vielleicht hat es etwas Beruhigendes zu sehen, wie ruhig und souverän sich die Sportler im rasanten Wasser bewegen.

    Menschen seien nicht leicht zu zeichnen, sagt Kleinert, sie seien ständig in Bewegung. Deswegen habe er auch noch nie versucht, die Wiesn zu malen – zu viel Hektik. An der Eisbachwelle sei das anders: Dort stehen die Menschen oft gebannt und ruhig.

    An kaum einem anderen Ort halten die Menschen so still wie an der Eisbachwelle.
    An kaum einem anderen Ort halten die Menschen so still wie an der Eisbachwelle. (Foto: Enno Kleinert)

    Kleinert zeichnet sie meist nur von hinten, das erspart ihm einigen Ärger. Viele seien scheu, sagt er, diese Erfahrung hat er immer wieder gemacht. Einmal habe er die Boule-Spieler im Hofgarten gezeichnet. „Da hat mich gleich eine Frau angemotzt“, erzählt er lachend. Er könne doch nicht einfach die Leute zeichnen, meinte sie. „Ich habe mir gedacht: Dann gehe ich halt wieder zu den Surfern.“ Dort sei die Atmosphäre entspannter gewesen, immer wieder sei er mit Zuschauern ins Gespräch gekommen. Wie eine Manie sei das Skizzieren irgendwann geworden: Er machte Fortschritte im anatomischen Zeichnen, die Erfolgserlebnisse wirkten wie eine Sucht.

    Nachgehen kann er ihr momentan allerdings nicht, seit einiger Zeit funktioniert die Welle ja nicht. Kleinert bedauert das, aus seiner Sicht sind die Surfer für München genauso wichtig wie das Oktoberfest. Dass die Stadt es bisher nicht geschafft hat, die Attraktion wieder herzustellen, hält er für einen großen Fehler.

    Nicht nur die Eisbachwelle ist verschwunden, auch sonst hat München sich verändert, seit Kleinert in die Stadt kam. „Was mich anfangs angenehm überrascht hat, ist verloren gegangen.“ Die Offenheit, mit der die Münchner ihn damals begrüßten, sei jetzt nicht mehr so leicht zu finden. Alles sei hektischer, die Menschen seien unhöflicher und rücksichtsloser. Früher, so Kleinert, habe man Stunden in einer Kneipe verbringen können, ohne etwas konsumieren zu müssen. Heute werde man ständig gefragt, ob man nicht doch noch etwas bestellen wolle. Der Künstler vermutet, dass viele heute mehr am eigenen Gewinn interessiert seien, statt an einer guten Gemeinschaft. Viele würden nur noch auf sich achten, weil sie Angst um ihren eigenen Platz in der Stadt hätten.

    Kleinert ist trotzdem noch gern in der Stadt unterwegs, sagt er. Doch gezeichnet hat er seit einiger Zeit nicht mehr. Als seine Frau krank wurde, kümmerte er sich um sie. Auf seine Kunst konnte er sich nicht mehr konzentrieren, zu viel anderes war in seinem Kopf. Auch nach ihrem Tod vor einigen Monaten fehlte dem 84-Jährigen der Antrieb. Den Wunsch, die Stadt wieder mit Stift und Skizzenbuch zu erkunden, hat dennoch weiterhin. „Es gibt noch viel zu gucken hier“, sagt er. Vor allem die lebendigen Momente würde er gern wieder festhalten, sagt er – vielleicht auch eines Tages wieder an der Eisbachwelle.

  • Aktuelles Lexikon: Pilotenbrille

    Aktuelles Lexikon: Pilotenbrille

    Die Pilotenbrille ist zwar ursprünglich keine Erfindung zur Anwendung in Konferenzräumen, aber überall, wo das Licht grell ist, leistet sie ihre Dienste. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schützte sich damit in Davos wegen einer Augenentzündung. Die Brille geht zurück auf ein Patent von 1937. In der frühen Luftfahrt klagten Piloten oft über Kopfschmerz und Übelkeit, beides wurde zurückgeführt auf das Blau des Himmels und die Sonnenstrahlung. Der amerikanische Medizintechnik-Hersteller Bausch & Lomb gründete daraufhin eine Tochterfirma, deren Name auf Deutsch „Strahlenschutz“ bedeutet: Ray-Ban. Tropfenförmige, grün getönte Gläser, gehalten von einem Metallgestell – das war das Ursprungsdesign. Piloten blieben nicht lange die Einzigen, die Pilotenbrillen trugen: Gesellschaftlich waren sie in den 1940er-Jahren die Stars, mit Pilotenbrille konnte (und kann) jeder ein bisschen einer von ihnen sein. Das Fachblatt Bunte empfiehlt sie vor allem für Menschen mit eckigen Gesichtern, aber nicht für solche mit herzförmigen: „da diese den optischen Unterschied zwischen Unterkiefer und oberer Gesichtshälfte noch verstärkt“. Ist im Fall einer Augenentzündung aber natürlich egal.

  • Der Spielwarenhändler Rofu Kinderland ist insolvent. Das Unternehmen hat einen Antrag auf

    Der Spielwarenhändler Rofu Kinderland ist insolvent. Das Unternehmen hat einen Antrag auf


    Der Spielwarenhändler Rofu Kinderland ist insolvent. Das Unternehmen hat einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Welche Gründe der Händler für die drohende Zahlungsunfähigkeit nennt und wie es nun mit der Filiale in Kleve weitergeht.
  • Handelsabkommen: EU-Parlament stimmt für EuGH-Prüfung des Mercosur-Deals

    Handelsabkommen: EU-Parlament stimmt für EuGH-Prüfung des Mercosur-Deals

    Das Europäische Parlament hat beschlossen, das EU-Freihandelsabkommen mit Ländern des südamerikanischen Mercosur-Staatenbunds vom Europäischen Gerichtshofs (EuGH) überprüfen zu lassen. Eine knappe Mehrheit der Abgeordneten stimmte in Straßburg für einen Antrag, ein Gutachten des EuGH einzuholen, ob das Abkommen mit EU-Recht vereinbar ist.

    Das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten war am Wochenende in Paraguay nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen unterzeichnet worden. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden. Mercosur ist ein südamerikanischer Staatenbund, zu dem Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay gehören. Bolivien ist seit 2024 formell Mitglied, befindet sich jedoch noch im Prozess der Umsetzung der Mercosur-Normen und ist nicht Vertragspartei des Abkommens mit der EU.

    Das Abkommen muss noch vom Europäischen Parlament gebilligt werden. Die Entscheidung, den EuGH einzubeziehen, könnte den Ratifizierungsprozess um Jahre verzögern und das Inkrafttreten womöglich noch verhindern. Denn das Parlament kann dem Abkommen erst nach Abschluss der Prüfung durch den Gerichtshof zustimmen. Theoretisch könnte es allerdings schon zuvor vorläufig angewandt werden, wenn die EU-Kommission eine entsprechende Entscheidung trifft.

    Der Antrag, den EuGH anzurufen, war hauptsächlich von Parlamentarierinnen und Parlamentariern der Linken und Grünen eingereicht worden. Sie kritisieren darin die Aufspaltung des Abkommens in zwei Teile: Der Deal besteht einerseits aus einem Partnerschaftsabkommen, das als umfassender politischer Teil auch in den Mitgliedsstaaten der EU ratifiziert werden muss, und andererseits aus einem Handelsteil, der nur noch der Zustimmung des EU-Parlaments bedarf. Das sei eine Umgehung nationaler Parlamente, heißt es.

    Bauernprotste gegen das Mercosur-Abkommen in Straßburg.
    Bauernprotste gegen das Mercosur-Abkommen in Straßburg. (Foto: Yves Herman/REUTERS)

    Außerdem sehen die Kritikerinnen und Kritiker ein Problem in einem Mechanismus, durch den Mercosur-Staaten Ausgleichsmaßnahmen und Entschädigungen verlangen können. Befürchtet wird zudem, dass EU-Standards bei Verbraucherschutz, Umwelt, Tierwohl beeinträchtigt werden könnten.

    Am Dienstag und Mittwoch protestierten in Straßburg Tausende Landwirte gegen das Freihandelsabkommen. Sie fürchten unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika.

  • Kommunalwahl in Dorfen: Vereint gegen Bürgermeister Grundner

    Kommunalwahl in Dorfen: Vereint gegen Bürgermeister Grundner

    Seit 18 Jahren ist Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) im Amt und bei den Kommunalwahlen 2026 kandidiert er erneut. Es gibt einen Herausforderer und eine Herausforderin: Claudius Siebert, Rechtsanwalt und bisher noch nicht im Stadtrat, ist gemeinsamer Kandidat von SPD, ÜWG, Grünen und der Liste Dorfen West. Die AfD hat Manuela Schulz nominiert, die Rechtsfachwirtin und Bezirksrätin trat im Wahlkampf aber bislang nicht in Erscheinung. In der öffentlichen Wahrnehmung spitzt sich die Auseinandersetzung daher auf Siebert gegen Grundner zu.

    Grundner bietet Angriffsfläche: Seine Gegner werfen ihm vor, er habe sich für den Lärmschutz beim geplanten Bahnausbau zu wenig eingesetzt, das Sportflächenkonzept sei gescheitert und das geplante Wohngebiet Obere Mooswiesen eine Fehlplanung, weil der Untergrund sumpfig und nicht geeignet sei. Zudem verschleppe Grundner Anträge und beantworte Anfragen nicht.

    Ebenso herrscht schlechte Stimmung im Stadtrat, für die Grundner ebenfalls verantwortlich gemacht wird: Der Bürgermeister wirkt häufig gereizt, Sachkritik oder Verbesserungsvorschläge wagen viele Stadträte nur, indem sie verbale Unterwürfigkeitsfloskeln bei Wortmeldungen vorausschicken: „Ich bin ja kein Fachmann“ oder „ich kenn mich da ja nicht aus, aber“ sind Beispiele dafür. Gestandene Stadträte und Stadträtinnen machen sich klein, bevor sie ihre Ideen einbringen. Und dennoch fasst Grundner das oft als persönliche Kritik auf und reagiert schroff.

    Bei der vergangenen Kommunalwahl haben SPD und ÜWG jeweils eigene Kandidaten ins Rennen geschickt, aber diesmal bündeln sie zusammen mit Grünen und Liste West ihre Kräfte, um im Rathaus eine neue Ära einzuleiten. Ihr gemeinsamer Kandidat Siebert hat sich in der Vergangenheit für den Lärmschutz engagiert, zuerst an der A94, dann beim Bahnausbau. Weiterhin setzt er sich für die Schulwegsicherheit ein und steht selbst als Schülerlotse regelmäßig an der B15. Zudem ist er stellvertretender Elternbeiratsvorsitzender am Gymnasium Dorfen und Mitglied im Vorstand des Förderkreises Dorfen.

    Claudius Siebert ist der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von ÜWG, SPD, Grünen und der Liste West.
    Claudius Siebert ist der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von ÜWG, SPD, Grünen und der Liste West. (Foto: Renate Schmidt)

    Siebert ist gebürtiger Münchner hat nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann Jura studiert und sich als Wirtschaftsanwalt auf Bank-, Insolvenz und Sanierungsrecht spezialisiert. Seit 2015 hat er eine eigene Kanzlei in Dorfen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Als politische Ziele nennt der 49-Jährige unter anderem die Mitwirkung beim Bahnausbau, beim Bau der geplanten Sportstätten sowie beim Hochwasserschutz.

    Dorfen ist mit annähernd 100 Quadratkilometern die viertgrößte Flächengemeinde in Bayern. Die politische Landschaft ist durch einen Stadt-Land-Unterschied geprägt. Je weiter weg von der Kernstadt und der Autobahn, umso höher fällt der Zuspruch für die CSU und Amtsinhaber Grundner aus. Ohne die dörflichen Teile der Stadt kann man keine Wahlen gewinnen. Bisher mussten sich daher Kandidaten auf die Ochsentour begeben: eine Versammlung beim jeweiligen Wirt einberufen und dort dann die eigenen politischen Ziele vorstellen. Eine undankbare Aufgabe, meist kamen nur jene, die einen ohnehin wählen würden.

    Das ist dieses Mal anders, Siebert erzielt Reichweite über die sozialen Medien, insbesondere über die Facebook-Gruppe Dorfen. Diese Gruppe zählt mittlerweile über 16 000 Mitglieder, mehr als die Stadt Dorfen Einwohner hat. Siebert postet dort regelmäßig kurze Videos, mal nimmt er die Zusehenden dabei auf Spaziergänge durch Dorfen mit, bei denen er seine politischen Ideen erläutert, mal berichtet er im Anschluss an eine Stadtratssitzung über deren Verlauf und Ergebnis. Und er kommt damit an. Allein das Video, in dem er Probleme beim geplanten Bahnausbau erläutert, wurde bislang mehr als 4000-mal geklickt.

    Von der AfD-Kandidatin hört man nicht viel

    Die AfD-Bürgermeisterkandidatin Manuela Schulz lebt seit 2011 in Dorfen und ist Rechtsfachwirtin. Seit 2023 sitzt sie im Bezirkstag, dort ist sie unter anderem Mitglied in der Kommission für Kinder- und Jugendarbeit. Was man in früheren Wahlkämpfen von ihr hörte, betraf vorrangig bundes- und landespolitische Themen. Sie beklagte beispielsweise eine „Bildungsmisere“, ein großer Teil des Unterrichts werde ihrer Ansicht nach für „Gender-Propaganda, Klimahysterie und parteiische politische Agitation verschwendet“. Ihre kommunalpolitischen Vorstellungen sind unklar, sie war bisher nicht im Stadtrat und seit der Aufstellungsversammlung hat sie mit dem Wahlkampf noch nicht begonnen. Auch auf Social-Media-Plattformen sucht man sie vergeblich.

    Die AfD hat Manuela Schulz als Bürgermeisterkandidatin in Dorfen aufgestellt. Seit der Aufstellungsversammlung hat sie mit dem Wahlkampf noch nicht begonnen.
    Die AfD hat Manuela Schulz als Bürgermeisterkandidatin in Dorfen aufgestellt. Seit der Aufstellungsversammlung hat sie mit dem Wahlkampf noch nicht begonnen. (Foto: Renate Schmidt)

    Wie die Chancen stehen, ist bei dieser Wahl schwierig einzuschätzen. Grundner hat im Umland Bastionen wie Grüntegernbach, wo er bei der vergangenen Kommunalwahl mehr als 80 Prozent der Stimmen holte. Interessant wird es hingegen sein, inwieweit Siebert Klickzahlen im Internet tatsächlich in Wählerstimmen ummünzen kann, weil man damit im Dorfener Wahlkampf noch wenig Erfahrung hat. Aber dass Manuela Schulz aus aktueller Sicht als Außenseiterin antreten wird, zeichnet sich bereits ab.

  • +++ Weltwirtschaftsforum +++ Trump in der Schweiz gelandet – Treffen mit Merz

    +++ Weltwirtschaftsforum +++ Trump in der Schweiz gelandet – Treffen mit Merz

    +++ Weltwirtschaftsforum +++

    Trump in der Schweiz gelandet – Treffen mit Merz fällt wohl aus

    Streit wegen Zöllen, Streit wegen Grönland: Vor Donald Trumps Rede beim Weltwirtschaftsforum ist die Stimmung äußerst angespannt. Teilt der US-Präsident weiter aus? Die Entwicklungen in der Live-Analyse.

    David Böcking,

    Stefan Kaiser,

    Alexander Preker,

    Florian Pütz,

    Benjamin Schulz,

    Jana Mucke und

    Philipp Kollenbroich

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    Foto: Arnd Wiegmann / AP

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    Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version stand in der Überschrift zu diesem Blog, Trump sei in Davos gelandet. Zu dem Zeitpunkt war er erst in Zürich gelandet und auf dem Weg zum Tagungsort. Wir haben dies korrigiert.

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  • Beliebte Nagelsets Neonail ruft Beauty-Zubehör wegen Stromschlaggefahr zurück Die Nagelsetmarke Neonail rät

    Beliebte Nagelsets Neonail ruft Beauty-Zubehör wegen Stromschlaggefahr zurück Die Nagelsetmarke Neonail rät

    Beliebte Nagelsets

    Neonail ruft Beauty-Zubehör wegen Stromschlaggefahr zurück

    Die Nagelsetmarke Neonail rät Verbraucherinnen, bestimmte Netzteile für LED-Lampen »zu ihrer eigenen Sicherheit« nicht mehr zu verwenden. Betroffene Teile sollen kostenlos ausgetauscht werden.

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    Neonail-Lampe: »Kann nicht ausgeschlossen werden, dass es bei der Benutzung des Netzteils zu einem Stromschlag kommt«

    Foto: NÉONAIL

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    Neonail ruft Netzteile für seine LED-Lampen zurück, die zwischen dem 1. September 2023 und dem 2. Januar 2026 verkauft wurden. Die beliebte Nagelsetmarke hat laut einer Mitteilung 

    bei einer routinemäßigen Kontrolle gleich mehrere Produktionsfehler festgestellt. Demnach sei die vorgeschriebene Isolierung des im Gehäuse verbauten Transformators »unzureichend« und es fehle ein sogenannter Y-Kondensator, der das Produkt vor einem elektrischen Durchschlag schützen solle. »Hierdurch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es bei der Benutzung des Netzteils zu einem Stromschlag kommt«, so das Unternehmen.

    Außerdem seien auch Durchmesser und Abstand der Stecker des Netzteils fehlerhaft. So könne es schwierig sein, den Stecker in die Steckdose einzuführen.Von dem Produktrückruf sind laut dem Unternehmen nur die Netzteile betroffen, die mit den Neonail LED/UV-Lampen 12W/36W geliefert wurden. Speziell geht es um die Netzteile der Lampen mit der EAN 5903657800977 und den Chargennummern von C3K001000AU bis C3K022599AU, diese sind auf der Rückseite der Lampe zu finden.

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    Soll ausgetauscht werden: Netzteil von LED-Lampe

    Foto: NÉONAIL

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    Produktsicherheitsrückruf: Netzteil von der Seite

    Foto: NÉONAIL

    Folgende Produkte hatten das Netzteil laut dem Drogeriehändler dm  enthalten:Neonail LED Lampe Eco 3NNeonail Nagellack Set 21 Tage BasicNeonail Starter Set 21 DaysNeonail Starter Set 21 Days Basic, 1 StNeonail Starter Set 21 Days, 1 StNeonail Starter Set First ChoiceNeonail ruft Kundinnen dazu auf, die betroffenen Netzteile als Elektroschrott zu entsorgen und erklärte, dass es betroffene Netzteile kostenlos austausche.

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  • Eine amtliche Unwetterwarnung über Griechenland änderte kurzfristig die Reisepläne der Werkself. Schon

    Eine amtliche Unwetterwarnung über Griechenland änderte kurzfristig die Reisepläne der Werkself. Schon

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    Eine amtliche Unwetterwarnung über Griechenland änderte kurzfristig die Reisepläne der Werkself. Schon um 9.15 Uhr, 45 Minuten eher als geplant, hob Sonderflug KK7904 von Athen ab. Die Turbulenzen auf dem dreistündigen Flug nach Köln passten zur Stimmungslage nach dem 0:2 in Piräus.

    Die dritte Pleite im Jahr 2026 versaute Simon Rolfes den Geburtstag. Der Sport-Boss wurde am Mittwoch 44 Jahre alt. Die Botschaft, die er an seine Spieler sendete, war deutlich: Rolfes zählt die Bayer-Stars an!

    „Es war ein Spiel, in dem wir nicht gut angefangen haben, wieder mal. Und dann läufst du hinterher“, spielte Rolfes aufs frühe 0:1 der Griechen an. Es war das dritte Gegentor in der Anfangsphase im dritten Spiel seit dem Jahreswechsel.

    „Danach gab es eine Phase, in der wir es deutlich besser gemacht und auch die Chancen herausgespielt haben“, sagte Rolfes, „aber diese letzte Konsequenz, der Killerinstinkt vorm Tor oder in den einzelnen Duellen, hat uns gefehlt. In der Phase müssen wir den Ausgleich machen und auch das Spiel damit mehr in den Griff bekommen. Aus einer Situation, in der wir eine gute Chance haben, kriegen dann wir einen Konter.“ Die Folge war das 0:2 kurz vor der Pause. 

    „Wir haben das Zentrum manchmal nicht mutig genug bespielt. In den Duellen um die zweiten Bälle waren wir nicht bissig genug“, meinte Ibrahim Mama (20), der sich vehement gegen die Pleite stemmte, selbstkritisch bei DAZN.

    Leverkusens Sport-Boss Simon Rolfes wurde am Mittwoch 44 Jahre alt

    Leverkusens Sport-Boss Simon Rolfes wurde am Mittwoch 44 Jahre alt

    Leverkusens Ziele sind in Gefahr

    Der Pleiten-Hattrick gefährdet Leverkusens Saisonziele: Gegen Bremen in der Bundesliga (Samstag, 15.30 Uhr) und Villarreal (28.1.) in der Champions League sind Siege Pflicht. „Es muss auch von der Mannschaft kommen. Es gibt Phasen, in denen du unter Druck stehst. Dass wir jetzt ein Endspiel gegen Villarreal haben, ist Teil unseres Wettbewerbs“, erklärt Rolfes.

    Er nimmt die Spieler, von denen einige während der Partie immer wieder Wortgefechte austrugen, in die Pflicht: „Wir müssen insgesamt bissiger werden und mit mehr Entschlossenheit in den Aktionen spielen. Für unsere Überlegenheit in der zweiten Halbzeit hatten wir zu wenig Chancen.“

    Der Ton wird schärfer in Leverkusen. Das ist deutlich zu hören – und zu spüren. Rolfes: „Das ist eine Chance für jeden einzelnen Spieler, das Trainerteam und auch den Verein, daran zu wachsen. Das ist ganz klar die Marschrichtung und die Maßgabe.“

    Leverkusen-Trainer Kasper Hjulmand (53) verlor mit seinem Team alle drei Spiele im Jahr 2026

    Leverkusen-Trainer Kasper Hjulmand (53) verlor mit seinem Team alle drei Spiele im Jahr 2026

    Der Manager will jetzt „von der ersten bis zur letzten Sekunde alle Bereitschaft, Leidenschaft und Aufmerksamkeit“ sehen: „Wir müssen die Dinge richtig angehen, gut verteidigen und auch vorne Entschlossenheit zeigen. Das ist wichtig, die Sachen müssen auf allerhöchstem Niveau passieren. Dann werden wir uns auch Chancen erspielen.“

    Worte sind das eine. Aber muss Leverkusen nicht auch auf dem Transfermarkt nachlegen? Da bleibt Rolfes bei seiner Linie: „Wir entscheiden nicht aufgrund eines Spiels oder Ergebnisses über unsere grundsätzliche Planung. Wir haben deutlich mehr Potenzial und Möglichkeiten in diesen Spielern und in dieser Mannschaft – es ist nicht immer damit gelöst, wenn du einen neuen Spieler holst. Sondern – die Spieler müssen und können eine größere Qualität auf den Platz bringen, als sie es zu Anfang dieses Jahres gemacht haben.“ 

    Ausgeschlossen sind laut Rolfes Zugänge nicht, aber nur, wenn die Qualität stimmt: „Dass wir im Winter und während eines Transferfensters schauen, ob es Möglichkeiten gibt, die uns kurz- und auch langfristig voranbringen, ist normal. Manchmal gibt es eine kurzfristige Lösung, aber langfristig ist es nie ganz so einfach. Das ist im Winter eine spezielle Situation.“