Die Pilotenbrille ist zwar ursprünglich keine Erfindung zur Anwendung in Konferenzräumen, aber überall, wo das Licht grell ist, leistet sie ihre Dienste. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schützte sich damit in Davos wegen einer Augenentzündung. Die Brille geht zurück auf ein Patent von 1937. In der frühen Luftfahrt klagten Piloten oft über Kopfschmerz und Übelkeit, beides wurde zurückgeführt auf das Blau des Himmels und die Sonnenstrahlung. Der amerikanische Medizintechnik-Hersteller Bausch & Lomb gründete daraufhin eine Tochterfirma, deren Name auf Deutsch „Strahlenschutz“ bedeutet: Ray-Ban. Tropfenförmige, grün getönte Gläser, gehalten von einem Metallgestell – das war das Ursprungsdesign. Piloten blieben nicht lange die Einzigen, die Pilotenbrillen trugen: Gesellschaftlich waren sie in den 1940er-Jahren die Stars, mit Pilotenbrille konnte (und kann) jeder ein bisschen einer von ihnen sein. Das Fachblatt Bunte empfiehlt sie vor allem für Menschen mit eckigen Gesichtern, aber nicht für solche mit herzförmigen: „da diese den optischen Unterschied zwischen Unterkiefer und oberer Gesichtshälfte noch verstärkt“. Ist im Fall einer Augenentzündung aber natürlich egal.

