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Eine amtliche Unwetterwarnung über Griechenland änderte kurzfristig die Reisepläne der Werkself. Schon um 9.15 Uhr, 45 Minuten eher als geplant, hob Sonderflug KK7904 von Athen ab. Die Turbulenzen auf dem dreistündigen Flug nach Köln passten zur Stimmungslage nach dem 0:2 in Piräus.
Die dritte Pleite im Jahr 2026 versaute Simon Rolfes den Geburtstag. Der Sport-Boss wurde am Mittwoch 44 Jahre alt. Die Botschaft, die er an seine Spieler sendete, war deutlich: Rolfes zählt die Bayer-Stars an!
„Es war ein Spiel, in dem wir nicht gut angefangen haben, wieder mal. Und dann läufst du hinterher“, spielte Rolfes aufs frühe 0:1 der Griechen an. Es war das dritte Gegentor in der Anfangsphase im dritten Spiel seit dem Jahreswechsel.
„Danach gab es eine Phase, in der wir es deutlich besser gemacht und auch die Chancen herausgespielt haben“, sagte Rolfes, „aber diese letzte Konsequenz, der Killerinstinkt vorm Tor oder in den einzelnen Duellen, hat uns gefehlt. In der Phase müssen wir den Ausgleich machen und auch das Spiel damit mehr in den Griff bekommen. Aus einer Situation, in der wir eine gute Chance haben, kriegen dann wir einen Konter.“ Die Folge war das 0:2 kurz vor der Pause.
„Wir haben das Zentrum manchmal nicht mutig genug bespielt. In den Duellen um die zweiten Bälle waren wir nicht bissig genug“, meinte Ibrahim Mama (20), der sich vehement gegen die Pleite stemmte, selbstkritisch bei DAZN.
Leverkusens Sport-Boss Simon Rolfes wurde am Mittwoch 44 Jahre alt
Leverkusens Ziele sind in Gefahr
Der Pleiten-Hattrick gefährdet Leverkusens Saisonziele: Gegen Bremen in der Bundesliga (Samstag, 15.30 Uhr) und Villarreal (28.1.) in der Champions League sind Siege Pflicht. „Es muss auch von der Mannschaft kommen. Es gibt Phasen, in denen du unter Druck stehst. Dass wir jetzt ein Endspiel gegen Villarreal haben, ist Teil unseres Wettbewerbs“, erklärt Rolfes.
Er nimmt die Spieler, von denen einige während der Partie immer wieder Wortgefechte austrugen, in die Pflicht: „Wir müssen insgesamt bissiger werden und mit mehr Entschlossenheit in den Aktionen spielen. Für unsere Überlegenheit in der zweiten Halbzeit hatten wir zu wenig Chancen.“
Der Ton wird schärfer in Leverkusen. Das ist deutlich zu hören – und zu spüren. Rolfes: „Das ist eine Chance für jeden einzelnen Spieler, das Trainerteam und auch den Verein, daran zu wachsen. Das ist ganz klar die Marschrichtung und die Maßgabe.“
Leverkusen-Trainer Kasper Hjulmand (53) verlor mit seinem Team alle drei Spiele im Jahr 2026
Der Manager will jetzt „von der ersten bis zur letzten Sekunde alle Bereitschaft, Leidenschaft und Aufmerksamkeit“ sehen: „Wir müssen die Dinge richtig angehen, gut verteidigen und auch vorne Entschlossenheit zeigen. Das ist wichtig, die Sachen müssen auf allerhöchstem Niveau passieren. Dann werden wir uns auch Chancen erspielen.“
Worte sind das eine. Aber muss Leverkusen nicht auch auf dem Transfermarkt nachlegen? Da bleibt Rolfes bei seiner Linie: „Wir entscheiden nicht aufgrund eines Spiels oder Ergebnisses über unsere grundsätzliche Planung. Wir haben deutlich mehr Potenzial und Möglichkeiten in diesen Spielern und in dieser Mannschaft – es ist nicht immer damit gelöst, wenn du einen neuen Spieler holst. Sondern – die Spieler müssen und können eine größere Qualität auf den Platz bringen, als sie es zu Anfang dieses Jahres gemacht haben.“
Ausgeschlossen sind laut Rolfes Zugänge nicht, aber nur, wenn die Qualität stimmt: „Dass wir im Winter und während eines Transferfensters schauen, ob es Möglichkeiten gibt, die uns kurz- und auch langfristig voranbringen, ist normal. Manchmal gibt es eine kurzfristige Lösung, aber langfristig ist es nie ganz so einfach. Das ist im Winter eine spezielle Situation.“

