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  • Drohungen im Kommunalwahlkampf: Bürgermeister im Fadenkreuz

    Drohungen im Kommunalwahlkampf: Bürgermeister im Fadenkreuz

    Im Briefkasten der Gemeinde Herrsching ist ein Wahlkampf-Flyer von Christian Schiller gelandet, auf dem sein Kopf mit einer roten Zielscheibe beschmiert wurde. Der Rathauschef hat Strafanzeige wegen Verdachts auf eine politisch motivierte Bedrohung erstattet.

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    Was läuft im Jazz in München?: Konzerte für Entdecker

    Nach dem Star-Aufgebot im November und Dezember ist das Münchner Jazz-Angebot im restlichen Januar eher etwas für Entdecker und Kenner. Was ja fast immer für die Jazzkonzerte in der Seidlvilla zutrifft, von denen es in diesem Monat ausnahmsweise gleich zwei gibt. Erst präsentiert Schlagzeuger Severin Rauch sein Münchner Quartett mit Matthieu Bordenave am Saxophon, Sam Hylton am Klavier und Ludwig Klöckner am Bass (17. Januar). Drei Tage später spielt dann in der Jazz+ Reihe der italienische Bassist Ferdinando Romano mit seinem Quartett seine gerade als Album veröffentlichte sechsteilige Suite „The Legends of Otranto“ (20. Januar).

    Außerhalb des engeren Jazzzirkels auch noch ein Geheimtipp ist die Sängerin Karoline Weidt. Auch wenn ihre Stimme wie ihr Programm äußerst zugänglich und genussvoll sind, wohl auch am 16. Januar in der Unterfahrt, wenn sie erstmals live Stücke aus dem kommenden neuen Album vorstellt. In der deutschen, aber auch internationalen Jazz-Landschaft – seine Band Odd Wisdom gibt es mit heimischer und internationaler Besetzung – zugange ist der aus Uruguay stammende Diego Piñera. Auch an ihm sieht man, wie schwer es heutzutage ist, sich über das Genre hinaus einen Namen zu machen. Ganz besonders als Schlagzeuger (Unterfahrt, 17. Januar).

    In der Unterfahrt sind aber auch die altgedienten Größen begehrt, selbst wenn sie es aus oft unerfindlichen Gründen nicht in den allgemeinen Prominentenstatus geschafft haben. Der finnische Pianist Kari Ikonen (21. Januar) etwa, der swingboppende US-Saxofonist Jesse Davis (22. Januar, ausverkauft), und sein britischer Kollege Andy Sheppard (27. Januar). Die wohl erfolgreichste österreichische Jazz-Band, Lukas Kranzelbinders Shake Stew, ist an den drei Tagen ihres traditionellen Unterfahrt-Gastspiels so gut wie ausverkauft. Nur für das unbestuhlte letzte Konzert gibt es noch Karten (29. bis 31. Januar). Auch für Tasten-Mastermind Bugge Wesseltoft am 26. Januar nebenan in der Pianistenreihe im Einstein gibt es keine Karten mehr. Ein skandinavischer Ausweichtermin an diesem Tag wäre die tolle schwedische Pianistin und Sängerin Ida Sand mit ihrem Trio im Saal X des Gasteig HP8.

    Joe Haider war Hauspianist des Domicile. Am 19. Januar spielt er in der Unterfahrt.
    Joe Haider war Hauspianist des Domicile. Am 19. Januar spielt er in der Unterfahrt. (Foto: Oliver Hochkeppel)

    In München und Bern ist Joe Haider eine Legende. Am 3. Januar hat der einstige Haus-Pianist des „Domicile“, der mit seiner Münchner „Jazz School“ und dann an der Swiss Jazz School auch die Jazz-Pädagogik mitbegründet hat, seinen 90. gefeiert. Noch kein Grund für ihn, aufzuhören. Nach dem Auftritt mit Streichern im vergangenen Jahr kommt er auf seiner Geburtstagstour gleich mit seinem kompletten Jazz Orchestra in die Unterfahrt (19. Januar).

    Yvonne Moriel wird eine steile Karriere prophezeit. Sie kommt am 5. Februar nach München.
    Yvonne Moriel wird eine steile Karriere prophezeit. Sie kommt am 5. Februar nach München. (Foto: Oliver Hochkeppel)

    Eine steile Karriere wird der jungen spanischen, in New York lebenden Trompeterin Milena Casado prophezeit (20. Januar), genau wie – um schon mal in den frühen Februar vorauszuschauen – der österreichischen Saxofonistin Yvonne Moriel (5. Februar). Und vielleicht klappt das ja auch noch international beim Münchner Saxofonisten Moritz Stahl. Der Saxofonist unter anderem der Jazzrausch Bigband und von Ark Noir hat sich für sein neues Projekt Transient Bodies jedenfalls eine junge internationale All-Star-Band zusammengestellt, die jetzt auf großer Tour und „langfristig angelegt ist“, wie Stahl versichert. Was auf echtes gemeinsames Verständnis und Interesse schließen lässt, finden hier doch die Pianistin Marie Krüttli aus der Schweiz, Bassist Etienne Renard aus Frankreich und die südkoreanische Schlagzeugerin Sun-Mi Hong aus den Niederlanden zusammen (24. Januar).

    Welcher Schlüsselreiz bekannte Namen sind, kann man an dem Konzert sehen, das am 18. in der Muffathalle stattfindet: Bei „Buena Vista“ denkt jeder nur halbwegs an Musik Interessierte sicher nicht zuerst an eine schöne Aussicht, sondern – unter pawlowschem Hinzufügen von „Social Club“ – an kubanische Musik. Das vor 30 Jahren von Ry Cooder und Wim Wenders losgetretene Revival des klassischen kubanischen Son läuft und läuft unter diesem Etikett. Siehe jetzt den Auftritt der 14-köpfigen Truppe Estrellas Buena Vista.

  • Luxus-Anlage in Seeshaupt: Seniorenresidenz am Starnberger See unter neuer Leitung

    Luxus-Anlage in Seeshaupt: Seniorenresidenz am Starnberger See unter neuer Leitung

    Die tolle Lage am Südufer des Starnberger Sees und ein Service mit Drei-Gänge-Menü im Restaurant, eigenem Badesteg, Kulturveranstaltungen sowie Pool, Sauna und Dampfbad im Haus haben ihren Preis. Die Miete für eine Zwei-Zimmer-Dachgeschoss-Wohnung mit Balkon beläuft sich auf 3500 Euro; und das ist noch das günstigste Angebot in der Seeresidenz Alte Post in Seeshaupt. Die „Premium-Seniorenresidenz“, so die Eigenwerbung, bekommt nun einen neuen Betreiber: Das Kuratorium Wohnen im Alter (KWA) mit Hauptsitz in Unterhaching übernimmt im April den Betrieb.

    Die Gemengelage ist etwas kompliziert in der Seeresidenz. Da gibt es zwei Gebäudeteile, eine Wohnungseigentümergemeinschaft und Tochtergesellschaften der Karg’schen Familienstiftung mit Sitz in Frankfurt mischen mit, die 1953 von den damaligen Besitzern der Kaufhaus-Kette Hertie gegründet worden war. Der Wechsel scheint nicht ganz einfach vonstatten zu gehen. In seiner Mitteilung berichtet das KWA von „intensiven Vertragsverhandlungen“, die sich über fast zwei Jahre hinzogen, bis die Mietverträge abgeschlossen werden konnten. Der bisherige Leiter Stefan Müller wird abgelöst, Bianca Jendrzej übernimmt seine Aufgaben. Die 51‑jährige Pflegewissenschaftlerin ist seit vielen Jahren im KWA.

    Müller war seit der Eröffnung der Seeresidenz im Jahr 2001 Geschäftsführer und damit zuständig für den gesamten operativen Bereich. Er freue sich über die gesicherte Zukunft für die Bewohner und Mitarbeitenden der Seeresidenz, sagte er am Telefon. Das Haus habe für die Gemeinde eine große Bedeutung. Es sei „seit langer Zeit bestens ausgelastet“, es gebe sogar eine Warteliste, sagt Müller. Der 66-Jährige ist seit zwölf Jahren für die Parteifreien Bürger (PfB) im Seeshaupter Gemeinderat.

    Wie der Münchner Rechtsanwalt Michael H. Böcker mitteilt, war der Grund für den Wechsel, dass der bisherige Betreiber die Miete um eine halbe Million Euro auf 900 000 Euro reduzieren wollte; damit seien aber die Eigentümer nicht einverstanden gewesen. Er vertritt als Geschäftsführender Gesellschafter die Seeresidenz Seeshaupt Vermietungs GbR und hat den Eindruck, dass die Karg-Leute die Verhandlungen absichtlich verzögerten.

    In dem Anwesen am Starnberger See befinden sich 120 Wohnungen. Um die 145 Bewohnerinnen und Bewohner kümmern sich 70 Mitarbeiter. In einem ersten Gespräch im vergangenen November seien die Senioren über den bevorstehenden Wechsel informiert worden. Mit einer Mischung aus Neugierde und Sorge blickten die Bewohner der Übergabe entgegen, erinnert sich KWA-Sprecherin Anna Stielner, die aber versichert, es seien zunächst keine gravierenden Änderungen geplant: „Es besteht kein Grund zur Sorge. Wir werden das in erster Linie so übernehmen, wie es ist.“

    Erst nach langen Verhandlungen kann der Vertrag unterzeichnet werden: KWA-Vorstand Johannes Rückert (links) mit der künftigen Stiftsdirektorin Bianca Jendrzej und Michael Böcker, dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Seeresidenz Seeshaupt Vermietungs GbR.
    Erst nach langen Verhandlungen kann der Vertrag unterzeichnet werden: KWA-Vorstand Johannes Rückert (links) mit der künftigen Stiftsdirektorin Bianca Jendrzej und Michael Böcker, dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Seeresidenz Seeshaupt Vermietungs GbR. (Foto: Foto: KWA)

    „Der Standort am Starnberger See ist eine außergewöhnliche Bereicherung für KWA“, erklärt Vorstand Johannes Rückert. Er hatte im September 2023 die Konzernleitung übernommen und war zuvor als Mitglied der Geschäftsführung bei der Augustinum-Gruppe für den Bereich „Seniorenresidenzen“ zuständig. Das gemeinnützige Sozialunternehmen betreibt nach eigenen Angaben 14 Seniorenresidenzen und zwei Pflegestifte; dazu zählen Standorte in Unterhaching und Ottobrunn sowie am Georg-Brauchle-Ring und das Luise-Kiesselbach-Haus in München. Auch an der Marianne-Strauß-Klinik in Kempfenhausen, einer Spezialklinik für Multiple Sklerose ist das KWA beteiligt.

    Das Kursanatorium Wiedemann in Ambach ist längst abgerissen. Dort wollte das Kuratorium Wohnen im Alter ein Seniorenstift bauen, doch daraus wurde nichts.
    Das Kursanatorium Wiedemann in Ambach ist längst abgerissen. Dort wollte das Kuratorium Wohnen im Alter ein Seniorenstift bauen, doch daraus wurde nichts. (Foto: Harry Wolfsbauer)

    Der neue Standort am Starnberger See passt ganz offensichtlich gut ins Konzept, denn alle KWA-Wohnstifte sind laut Eigenwerbung „gehobene, einzigartige Wohnanlagen“. Eine Rezeption wie in einem Hotel und ein Café-Restaurant gehören üblicherweise dazu. „Ein KWA-Wohnstift ist weder Altenheim noch Pflegeheim“, heißt es ausdrücklich. Und die Sprecherin Stielner meint zur Seeresidenz auch, „dass es perfekt zu uns passt.“

    Ambitionierte Pläne an einem anderen Standort am Starnberger See haben nicht ins Konzept des Kuratoriums gepasst. Jahrelang wurde geplant und diskutiert, bis im Herbst 2024 schließlich verkündet wurde, dass aus einem Seniorenwohnstift in Ambach in der Gemeinde Münsing aus wirtschaftlichen Gründen nichts mehr wird. „Wir halten das Risiko, mit diesem Projekt zu scheitern, für zu groß, um es tragen zu können“, sagte Vorstandsvorsitzender Rückert. Das KWA hat den Großteil des Areals des früheren Wiedemann-Kursanatoriums vor acht Jahren gekauft. Die Gebäude standen seit 2008 leer und wurden abgebrochen. Was nun mit dem Hanggrundstück oberhalb des Ostufers des Starnberger Sees geschehen soll, ist offen.

  • Mutmaßlich illegale Einfuhr: Deutscher muss 4500 Euro zahlen, weil er Auto seiner Schweizer Freundin fährt

    Mutmaßlich illegale Einfuhr: Deutscher muss 4500 Euro zahlen, weil er Auto seiner Schweizer Freundin fährt

    Eine Fahrt mit dem Auto seiner in der Schweiz wohnenden Freundin kommt einen 49-Jährigen teuer zu stehen. Als Zollbeamte den Wagen am Münchner Flughafen kontrollierten, gab der Fahrer an, damit kürzlich aus der Schweiz eingereist zu sein. Da die Fahrzeughalterin bei der Kontrolle nicht mit im Wagen saß, gingen die Beamten von einer illegalen Einfuhr des Pkw aus.

    „Gegen den Mann wurde ein Steuerstrafverfahren eingeleitet und die fälligen Abgabe in Höhe von rund 4500 Euro erhoben“, erklärte Thomas Meister, Pressesprecher des Hauptzollamts München. Er wies darauf hin, dass Fahrzeuge, die außerhalb der Europäischen Union (EU) zugelassen sind, nur in Ausnahmefällen von Personen gefahren werden dürfen, die innerhalb der EU wohnen. Da die Schweiz kein EU-Mitglied ist, hätte der 49-jährige Deutsche den Wagen also erst beim Zoll anmelden müssen.

  • Das BR-Symphonieorchester im Konzert: Bruckner, gediegen umgesetzt

    Das BR-Symphonieorchester im Konzert: Bruckner, gediegen umgesetzt

    Die Satzbezeichnungen von Bruckners Vierter Symphonie sind Worte des Unentschiedenen. „Bewegt, nicht zu schnell“. „Andante quasi Allegretto“. Das Scherzo „nicht zu schnell“, aber „keineswegs schleppend“, das Finale wieder „bewegt, doch nicht zu schnell“. Kleiner Scherz, aber nicht zu scherzhaft: Dazu passt die Interpretation des BR-Symphonieorchesters unter der Leitung von Paavo Järvi in der Isarphilharmonie ziemlich gut.

  • Opern-Bauboom: Höher, größer, teurer

    Opern-Bauboom: Höher, größer, teurer

    Am vergangenen Sonntag war die Kölner Oper schon Thema im „Tatort“. Nebenher ging es um einen Mord, eigentlich aber um das Rätsel, warum die Sanierung des Opernhauses so kriminell lange dauert. Statt der veranschlagten zwei Jahre mittlerweile mehr als 13. Und warum das so kriminell viel kostet. Statt 250 Millionen Euro inzwischen fast eine Milliarde, alle Nebenkosten eingerechnet, sogar rund eineinhalb. Der Fall scheint ein bisschen zu komplex zu sein, um von TV-Kommissaren über einer Currywurst gelöst werden zu können. Dabei ist er keineswegs ungewöhnlich.

  • Luftfahrt: „Jedes Flugzeug entspricht einem mittelständischen Betrieb“

    Luftfahrt: „Jedes Flugzeug entspricht einem mittelständischen Betrieb“

    Ach, wie schön war das alles noch im Jahr 2019. Damals, im Jahr vor der Corona-Pandemie, wähnte sich die deutsche Luftfahrt-Branche im regelrechten Aufwind. Zwar belasteten schon damals vergleichsweise hohe Standortkosten die Branche. Im Großen und Ganzen aber waren Flugzeug-Bauer, Airlines und Flughafenbetreiber sich sicher: Die Zwanzigerjahre dürften ein gutes Jahrzehnt werden.

  • Australian Open: Einmal Federer die Hand schütteln? Macht 20 000 Dollar, bitte!

    Australian Open: Einmal Federer die Hand schütteln? Macht 20 000 Dollar, bitte!

    Kaum gelandet, erschien er, der die ihn bestürmenden Massen teilt wie Moses das Meer, auf der Anlage im Melbourne Park. Aus dem Grüßen kam er gar nicht mehr heraus, einmal verlor Lynette, seine Mutter, im Trubel den Anschluss und musste einen Spurt einlegen, um ihren Sohn einzuholen. Ein Video zeigte diese nette Szene. Es dauerte nicht lange, da hingen die Reporter an seinen Lippen. Aber auch Normalsterbliche, solche, die keine Sonderakkreditierungen besitzen und einmal nur auf Tuchfühlung mit dem berühmten Tennisrentner gehen wollen, haben die Chance dazu. An diesem Samstag bei der Eröffnungsfeier der Australian Open können Interessierte dem leibhaftigen Roger Federer in der Spielergarderobe die Hand schütteln. Und danach gilt: nie mehr waschen!

  • Besuch in Berlin Merz trifft Syriens Präsidenten Ahmed al-Sharaa Kommende Woche soll

    Besuch in Berlin Merz trifft Syriens Präsidenten Ahmed al-Sharaa Kommende Woche soll

    Besuch in Berlin

    Merz trifft Syriens Präsidenten Ahmed al-Sharaa

    Kommende Woche soll es in Berlin zu einem Treffen zwischen dem Bundeskanzler und dem syrischen Übergangspräsidenten kommen. Es dürfte auch um sogenannte Rückführungen gehen.

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    Ahmed al-Sharaa im Dezember 2025 in Damaskus

    Foto: Syrian Presidency / Anadolu / picture alliance

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    Er galt als Terrorist, nun soll er in Deutschland empfangen werden: Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa soll in der kommenden Woche Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin treffen, teilte ein Regierungssprecher mit. Sharaa soll zudem an einem Treffen mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Unternehmern teilnehmen.

    CDU-Chef Merz hatte Sharaa bereits im vergangenen Dezember zu einem Gespräch über Abschiebungen eingeladen. »Der Bürgerkrieg in Syrien ist beendet. Es gibt jetzt keinerlei Gründe mehr für Asyl in Deutschland, und deswegen können wir auch mit Rückführungen beginnen«, sagte Merz damals. Außenminister Wadephul hingegen hatte bei einem Besuch in Syrien bezweifelt, dass angesichts der massiven Zerstörung durch den jahrelangen Bürgerkrieg kurzfristig eine große Zahl syrischer Geflüchteter freiwillig dorthin zurückkehren werde.

    Kritik an dem Besuch von Sharaa kommt von den kurdischen und alawitischen Gemeinden in Deutschland. Sie werfen der syrischen Regierung vor, sie unterdrücke gewaltsam ethnische und religiöse Minderheiten. »Vor diesem Hintergrund ist es für uns unverständlich sowie rechtlich wie moralisch nicht hinnehmbar, dass die Bundesregierung wissentlich einen mutmaßlich Verantwortlichen für diese Taten im Bundeskanzleramt empfangen will«, heißt es in einem Appell an Bundestag und Bundesregierung.

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    Von Mohannad Alkhalil Alnajjar, Asia Haidar und Dunja Ramadan, Aleppo, Hamburg und Kairo

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    Syrien ein Jahr nach dem Assad-Sturz: Das Enigma von Damaskus

    Aus Damaskus berichtet Christoph Reuter

    In Syrien wurde Ende 2024 der langjährige Machthaber Baschar al-Assad durch die Islamistenmiliz HTS gestürzt, angeführt von Sharaa. Dieser wurde im Januar vergangenen Jahres zum Übergangspräsidenten ernannt und steuert das Land seitdem hin zu einer Öffnung und Annäherung an den Westen.Seit dem Umbruch ist es bereits mehrfach zu Gewaltwellen gegen Minderheiten gekommen. Dabei wurden Hunderte Menschen getötet. Zuletzt ließen Gefechte in Syriens zweitgrößter Stadt Aleppo neue Eskalationen befürchten. Regierungstruppen kämpften dabei gegen kurdische Kräfte. Zuvor kam es bereits zu Gefechten mit anderen Minderheiten wie den Drusen im Süden oder den Alawiten an der Küste.

    Gut ein Jahr nach dem Sturz des Diktators Assad ringt das Land um Einheit. Lesen Sie hier, warum sich in Aleppo die Risse des neuen Syriens zeigen 

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  • Ladenschlussgesetz in Bayern Kirchengruppen und Gewerkschaften klagen gegen Sonntagsöffnungen In Bayern läuft

    Ladenschlussgesetz in Bayern Kirchengruppen und Gewerkschaften klagen gegen Sonntagsöffnungen In Bayern läuft

    Ladenschlussgesetz in Bayern

    Kirchengruppen und Gewerkschaften klagen gegen Sonntagsöffnungen

    In Bayern läuft so manches anders als im Rest der Republik. Weil einige Supermärkte jetzt sonntags häufiger öffnen dürfen, muss der Verfassungsgerichtshof das Ladenschlussgesetz überprüfen.

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    Ein Kassierer scannt in einem Supermarkt an der Kasse die Produkte

    Foto: Sven Hoppe / dpa

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    Die moderaten Lockerungen im bayerischen Ladenschlussgesetz müssen vom Bayerischen Verfassungsgerichtshof überprüft werden. Sieben Klägerinnen und Kläger, unter anderem die Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), von Ver.di und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), haben nach eigenen Angaben Popularklage gegen die Regelungen eingereicht. Das Gericht bestätigte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa den Eingang der Klage.

    Die Popularklage richtet sich laut Mitteilung insbesondere gegen die sogenannten digitalen Kleinstsupermärkte ohne Personal, die nun durchgängig öffnen dürfen, auch sonntags. Aber auch gegen die erlaubten Ladenöffnungen in Hunderten Tourismusorten an bis zu 40 Sonn- und Feiertagen. Das neue bayerische Ladenschlussgesetz ist seit Sommer 2025 in Kraft.Die Ausnahmen im Ladenschlussgesetz seien ein Angriff auf wesentliche Grundrechte der Bayerischen Verfassung: das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, Religionsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, Gleichberechtigung von Männern und Frauen, Schutz von Ehe und Familie sowie die Koalitionsfreiheit, hieß es in der Mitteilung der sieben Kläger.

    »Ausgerechnet eine christliche Regierungspartei«»Wer den Sonntag aufweicht, greift direkt in das Leben der Beschäftigten ein. Das neue Ladenschlussgesetz fördert eine Ausweitung von Sonntagsarbeit, schwächt bewährte Schutzmechanismen und verschärft soziale Ungleichheiten – insbesondere für Frauen, Teilzeitkräfte und Menschen mit familiären Verpflichtungen«, sagte der DGB-Landesvorsitzende Bernhard Stiedl.

    Ver.di-Landesbezirksleiterin Luise Klemens sagte, die »dramatische Deregulierung des Ladenschlussgesetzes« verschlechtere die ohnehin schon schwierigen Arbeitsbedingungen im Einzelhandel massiv. Und KAB-Landespräses Michael Wagner kritisierte: »Ausgerechnet eine christliche Regierungspartei greift im neuen Ladenschlussgesetz in einem bisher nicht dagewesenen Ausmaß die verfassungsrechtlich geschützte Sonn- und Feiertagsruhe in Bayern an.«

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    Grundsätzlich ist Bayern als einziges Bundesland neben dem Saarland bei seinen strikten Ladenöffnungszeiten bis maximal 20 Uhr geblieben. Verkaufsoffene Sonn- und Feiertage werden wie bisher maximal viermal pro Jahr zugelassen – aber nur anlassbezogen, also etwa anlässlich eines Marktes, einer Messe oder einer ähnlichen Veranstaltung. Hier gab es keine Änderungen.

    Ausnahme für KleinstsupermärkteEs gibt aber eine Ausnahme für digitale Kleinstsupermärkte: In derartigen Mini-Märkten, mit maximal 150 Quadratmetern Verkaufsfläche und ohne Personal, müssen sich Kunden ihre Waren selbst entnehmen und zum Beispiel an Selbst-Scanner-Kassen bezahlen. Grundsätzlich kann dort das volle Sortiment angeboten werden. Neu ist, dass diese Kleinstsupermärkte künftig generell durchgängig – also auch sonntags – geöffnet haben dürfen, rund um die Uhr. Den konkreten zeitlichen Rahmen für die Sonntagsöffnungen sollen die jeweiligen Gemeinden festlegen. Es sollen aber mindestens acht Stunden sein.

    Etwa 500 von gut 2000 bayerischen Gemeinden sind zudem in einer Liste als Ausflugs-, Kur- oder Wallfahrtsorte genannt. Dort ist an 40 Sonn- und Feiertagen der Verkauf eines vorgegebenen Warensortiments möglich, worunter »touristisch relevante Warengruppen und Lebensmittel, die zum sofortigen Verzehr geeignet sind«, fallen. Beim Sortiment gab es eine Lockerung: Es braucht künftig nicht einen Bezug zum Ort, sondern zur Region.Bis Sommer 2025 galt in Bayern ein Bundesgesetz über den Ladenschluss aus dem Jahr 1956. Die kleinen Lockerungen, die CSU und Freie Wähler ermöglichen wollten, machten aber ein eigenes bayerisches Gesetz notwendig.

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