Eine Geschichte der Zukunft soll hier erzählt werden, una storia di futuro, versprechen Plakate vor dem Kulturzentrum in Roms ehemaligem Schlachthof. Italiens zweitmeistgelesene Tageszeitung La Repubblica wird in dieser Woche 50 Jahre alt und feiert sich selbst. Staatspräsident Sergio Mattarella ist gekommen, er schüttelt drinnen viele Hände, auch die von John Elkann, dem Eigentümer der Zeitung.…
Als Jahrhundertprojekt war es angekündigt, das Dachauer Museumsforum. In den denkmalgeschützten Hallen der ehemaligen MD-Papierfabrik am Fuße der Altstadt sollten Gemäldegalerie, Neue Galerie und Bezirksmuseum mit einem in Oberbayern einzigartigen Industriemuseum kombiniert werden. Doch mit dem Rückzug des Bezirks Oberbayern ist die Finanzierung des Projekts im vergangenen Jahr zusammengebrochen. Die Stadt stand vor einem Scherbenhaufen.…
Clairton ist eine Stadt, in der man nicht tief einatmet. Die Luft riecht wie nach einem Feuerwerk. Sie kratzt wegen der Rauchschwaden, die die Kokerei alle paar Minuten in den Himmel pustet, hundert Meter hoch, bevor der Wind sie über den Monongahela-Fluss weht.
Es gibt Momente, die erzählen weit mehr über den Lauf der Geschichte als die Reden, die auf sie folgen. Als sie am Donnerstagnachmittag gerade die letzten Sätze sprechen beim Treffen der zyprischen Regierung mit der EU-Kommission im umgebauten Fährterminal im Hafen von Limassol, bebt die Erde. Zu leicht, um offiziell registriert zu werden, aber die…
An die Grüne Woche in Berlin vor zwei Jahren wird Klaus Josef Lutz keine guten Erinnerungen haben. Denn damals fand dort kurzfristig eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung der Baywa statt, am Ende war Lutz sein Amt als Chef-Aufseher los. „Das Ergebnis der Sitzung war, dass ich 16 Jahre Baywa mit einer sechzigsekündigen Erklärung beendet habe“, erzählte er…
Beim VfR Warbeyen verändert sich derzeit einiges: Mehrere Abgänge, viele Testspiele, ein Hallenturnier in Dülken und neue Impulse prägen den Start ins Jahr. Wie will Sandro Scuderi all das managen? Der Coach des Fußball-Zweitligisten gibt Antworten.
Das Verfahren gegen Axel Fischer vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG) neigt sich dem Ende zu. Die Beweisaufnahme wird vermutlich am Montag abgeschlossen, dann folgen die Schlussvorträge, für Ende der Woche rechnet ein Gerichtssprecher mit dem Urteil. Je nach Ausgang könnte es rechtshistorisch bedeutsam sein. Ein Schuldspruch für den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten aus Karlsruhe wäre ein Novum:…
Das Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace aus Ottobrunn steht kurz vor dem zweiten Start seiner „Spectrum“-Rakete. Der Flug soll möglichst bereits am Mittwoch, 21. Januar, 21 Uhr, vom firmeneigenen Startgelände auf dem Weltraumbahnhof Andøya Space in Norwegen erfolgen – sofern die Wetterbedingungen passen sowie die Sicherheits- und Startplatzfreigabe erteilt wird. „Dieser Qualifikationsflug ist der nächste Schritt zu…
Die Stimmung am Ende des Jahres war prächtig. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte gerade eine nüchterne Regierungserklärung im Landtag abgegeben, als in den Fraktionen von CSU und Freien Wählern plötzlich munter gekichert wurde. Der Grund? Söder hatte seinen Platz auf der Regierungsbank verlassen, um es sich auf dem Sitz des FW-Fraktionschefs gemütlich zu machen, der…
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Eine Geschichte der Zukunft soll hier erzählt werden, una storia di futuro, versprechen Plakate vor dem Kulturzentrum in Roms ehemaligem Schlachthof. Italiens zweitmeistgelesene Tageszeitung La Repubblicawird in dieser Woche 50 Jahre alt und feiert sich selbst. Staatspräsident Sergio Mattarella ist gekommen, er schüttelt drinnen viele Hände, auch die von John Elkann, dem Eigentümer der Zeitung. Draußen protestieren einige derer, die diese Zeitung jeden Tag machen. Gegen den Eigentümer, der sie verkaufen will. Wie ein Stück Vieh, sagen manche. Die Journalistinnen und Journalisten haben Banner dabei, „Elkann, es ist nicht dein Fest“, und „Repubblica, das sind wir“.
Als Jahrhundertprojekt war es angekündigt, das Dachauer Museumsforum. In den denkmalgeschützten Hallen der ehemaligen MD-Papierfabrik am Fuße der Altstadt sollten Gemäldegalerie, Neue Galerie und Bezirksmuseum mit einem in Oberbayern einzigartigen Industriemuseum kombiniert werden. Doch mit dem Rückzug des Bezirks Oberbayern ist die Finanzierung des Projekts im vergangenen Jahr zusammengebrochen. Die Stadt stand vor einem Scherbenhaufen.
Nun präsentiert die Rathausverwaltung ein alternatives Großprojekt: eine „Ideenfabrik“. Sie soll eine Vielzahl von Nutzungen miteinander verbinden, von Jugend über Bildung und Kultur bis hin zu Gastronomie. „Das ist eine Chance, die man nutzen sollte“, warb Oberbürgermeister Florian Hartmann, SPD, bei einer gemeinsamen Sitzung von Sozial-, Kultur- und Bauausschuss.
Herzstück der „Ideenfabrik“ soll die Stadtbücherei werden. Derzeit ist sie in einem Gebäude am Max-Mannheimer-Platz untergebracht. Nutzerbefragungen belegen die hohe Wertschätzung der Dachauer für ihre Stadtbücherei. Bemängelt wird aber immer wieder, dass auf den knapp 1000 Quadratmetern Leseecken und Rückzugsräume fehlen, wie sie in modernen Bibliotheken mittlerweile Standard sind. Hinzu kommt: Der Bau ist sanierungsbedürftig – eine Notinstandsetzung würde drei bis fünf Millionen Euro verschlingen.
Für Oberbürgermeister Hartmann kommt die „Ideenfabrik“ da wie gerufen: In den alten Fabrikhallen stehen mehr als 3000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung, fast 1800 davon könnte künftig die Bücherei belegen. Und statt das marode aktuelle Gebäude teuer instand zu setzen, könnte die Stadt es verkaufen und das Geld gleich in eine moderne, erweiterte Stadtbücherei investieren.
Die Bücherei als städtisches Wohnzimmer im Viertel
Den denkmalgeschützten Gebäuderiegel an der Thoma-Straße sich selbst zu überlassen, ist keine Option. „Aus städtebaulicher Sicht ist dieser Standort entscheidend“, erklärte Hartmann. Denn er verbindet die Altstadt mit dem geplanten Mühlbachviertel. Dies war auch ein zentraler Grund, warum die Stadt hier ursprünglich das Dachauer Museumsforum ansiedeln wollte: „Dieser Ort soll lebendig sein.“
Mit ihren 100 000 Besuchern pro Jahr – künftig vielleicht sogar bis zu 150 000, würde die Stadtbücherei diese Aufgabe erfüllen. Einige Bereiche der Bibliothek könnten sogar rund um die Uhr zugänglich gemacht werden, „Open Library“ nennt sich dieses Konzept. Geplant sind zudem eine Lesecafé, Kreativräume und medienpädagogische Werkstätten.
Für das Jugendkulturzentrum kämpfen sie seit 20 Jahren
Auch die bereits seit mehr als 20 Jahren bestehende Forderung nach einem Dachauer Jugendkulturzentrum könnte sich im Rahmen der Ideenwerkstatt nun erfüllen. Geplant sind Räume für Kunstprojekte, Bandübungsräume, ein Tonstudio, in dem man auch Podcasts aufnehmen kann und – ganz wichtig – ein Veranstaltungssaal mittlerer Größe. Den fordern Kreative und Kulturvereine in der Stadt schon lange.
Ausgelegt ist der Saal nach dem vorläufigen Entwurf für etwa 200 Besucher. Das stößt bei dem ehemaligen Vorstand der Initiative Jugendkulturzentrum Markus Erhorn von den Freien Wählern auf Kritik. „Eine Kernforderung war immer eine Multifunktionshalle, die größer ist als das Ludwig-Thoma-Haus“ mit seinen knapp 400 Sitzplätzen, sagte er. Benötigt werde ein Saal für 500 Personen. Diese Forderung hat auch der Kreisjugendring in einem Schreiben an die Stadt noch einmal untermauert.
Der OB hält diese Dimensionen allerdings für viel zu groß: Mit Funktions- und Nebenräumen würde das Jugendkulturzentrum das komplette Erdgeschoss in Anspruch nehmen. Nach Einschätzung von Kulturamtsleiter Tobias Schneider wäre ein Veranstaltungssaal dieser Größe auch nicht wirtschaftlich: „Sie können das bespielen, wie Sie wollen, am Ende wird es immer defizitär bleiben.“
Der Stadtbücherei am Max-Mannheimer Platz fehlt Platz. Und nun müsste das moderne Betongebäude auch noch saniert werden. (Foto: Niels P. Jørgensen)
Eine Simulation des Innenbereichs um den freigelegten Mühlbach. Die graue Fläche umreist eine mögliches Areal für einen Neubau der Gemäldegalerie. (Foto: Stadt Dachau (Simulation))
Von den alten Plänen für ein Dachauer Museumsforum ist im neuen Konzept wenig geblieben. Lediglich die Option auf einen separaten Neubau findet sich darin, den die Gemäldegalerie beziehen könnte. Das Bezirksmuseum bliebe in der Altstadt, von der Neuen Galerie ist in der Beschlussvorlage gar nicht mehr die Rede. Der Zweckverband Dachauer Galerien hatte den Betrieb seiner Einrichtung für zeitgenössische Kunst aus Geldmangel vor einem halben Jahr einstellen müssen. Womöglich für immer.
Während das Museumsforum ein ganzheitlicher Ansatz war, um Themen der Dachauer Museen zeitgemäßer zu präsentieren, würde der Umzug der Gemäldegalerie vor allem der Schadensbegrenzung dienen: Am alten Standort haben Licht, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen bereits einige Kunstwerke in Mitleidenschaft gezogen. Ein Neubau würde hohe Mietkosten sparen und bessere konservatorische Bedingungen bieten.
Große Skepsis bei der CSU
Die Gesamtkosten für ihre „Ideenfabrik“ schätzt die Stadt auf 38,7 Millionen Euro, ähnlich viel wie für das ursprünglich geplante Museumsforum. „Das ist natürlich ein Batzen Geld“, räumte der Oberbürgermeister ein. Eine solche Summe könne die Stadt niemals stemmen. Allerdings seien die Fördermöglichkeiten diesmal sehr viel besser als beim Museumsforum. Dachau könne mit bis zu 80 Prozent Städtebauförderung rechnen, sodass die Eigenbeteiligung auf etwa 13 Millionen Euro sinken würde.
Nach Vorgesprächen mit der Regierung von Oberbayern zeigte der OB sich zuversichtlich. Deren Vertreter seien von der Idee „sehr angetan“ gewesen, nach seinem Eindruck sogar „begeistert“. Eine jahrelange, millionenschwere Förderung durch den Bezirk für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes halte er daher nicht für unrealistisch. Auch die Vonovia-Tochter Buwog, der die Hallen derzeit noch gehören, stehe dem Konzept positiv gegenüber.
„Das ist ein großer Gewinn für die Stadt und eine Chance für das Quartier“, schwärmte Anke Drexler, SPD. Bei der CSU stießen die Pläne hingegen auf große Skepsis. „Um die Finanzen kommen wir nicht herum“, sagte Stadtrat Florian Schiller. Selbst mit großzügiger Städtebauförderung blieben noch 13 Millionen Euro, die die Stadt aufbringen müsse. „Mir fehlt die Fantasie, wo die herkommen sollen.“
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Tatsächlich sind noch viele Fragen offen, das räumte auch der Oberbürgermeister ein. „Wir stehen heute noch ganz am Anfang.“ Familien, Bau- und Kulturausschuss votierten mit großer Mehrheit dafür, die Pläne weiterzuverfolgen. Ablehnung gab es in den Ausschüssen allein von der Bank der Christsozialen.
Als nächsten Schritt soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Erst wenn eine Entwurfsplanung vorliegt, wird sich zeigen, wie hoch die tatsächliche Förderung seitens der Regierung ausfällt. Ein Scheitern des Projekts kann auch Hartmann nicht ausschließen. „Aber wenn wir es nicht versuchen, werden wir nie erfahren, ob es geklappt hätte.“
Clairton ist eine Stadt, in der man nicht tief einatmet. Die Luft riecht wie nach einem Feuerwerk. Sie kratzt wegen der Rauchschwaden, die die Kokerei alle paar Minuten in den Himmel pustet, hundert Meter hoch, bevor der Wind sie über den Monongahela-Fluss weht.
Es gibt Momente, die erzählen weit mehr über den Lauf der Geschichte als die Reden, die auf sie folgen. Als sie am Donnerstagnachmittag gerade die letzten Sätze sprechen beim Treffen der zyprischen Regierung mit der EU-Kommission im umgebauten Fährterminal im Hafen von Limassol, bebt die Erde. Zu leicht, um offiziell registriert zu werden, aber die Einheimischen nicken: Sie sind an diese Erschütterungen gewöhnt. Kurz darauf erscheint Kommissionschefin Ursula von der Leyen neben Zyperns Präsident Nikos Christodoulides zur Pressekonferenz und kündigt unter anderem eine neue „europäische Sicherheitsstrategie“ an.
An die Grüne Woche in Berlin vor zwei Jahren wird Klaus Josef Lutz keine guten Erinnerungen haben. Denn damals fand dort kurzfristig eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung der Baywa statt, am Ende war Lutz sein Amt als Chef-Aufseher los. „Das Ergebnis der Sitzung war, dass ich 16 Jahre Baywa mit einer sechzigsekündigen Erklärung beendet habe“, erzählte er vor eineinhalb Jahren. Nur ein halbes Jahr später, Mitte 2024, gab der Agrar- und Handelskonzern überraschend bekannt, dass er sich in einer existenziellen Krise befinde. Seitdem wird saniert, umgebaut und es werden die Schuldigen gesucht. Die Baywa kommt nicht aus der Krise.
Seit dem vergangenen Sommer ermittelt die Staatsanwaltschaft München I, in dieser Woche wurden die Privaträume von Beschuldigten durchsucht. Im Fokus unter anderem: Klaus Josef Lutz. Auch bei ihm waren die Staatsanwälte, es gehe mittlerweile um den Verdacht auf Untreue, teilte die Behörde Ende dieser Woche mit. Bislang hieß es, man ermittle wegen Falschdarstellung in der Bilanz 2023 gegen ehemalige Vorstände. Den Abschluss 2023 hatte Lutz aber gar nicht mehr unterschrieben, weil er da nicht mehr bei der Baywa war. Auch von möglicher Untreue war bislang keine Rede. Die Staatsanwälte weiten das Verfahren also deutlich aus.
Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft München im Fall Baywa. Jetzt nimmt die Sache Fahrt auf: Es wurden Privaträume von Beschuldigten durchsucht.
Lutz, 67, war 15 Jahre lang Vorstandsvorsitzender der Baywa, dann wechselte er für kurze Zeit nahtlos an die Spitze des Aufsichtsrats. In seiner Amtszeit als Konzernchef von 2008 bis 2023 expandierte das einst genossenschaftliche Unternehmen massiv, am Ende erreichte der Umsatz die Höhe etwa des Dax-Konzerns Adidas. Lutz wollte aus der Baywa einen Weltkonzern machen, kaufte zum Beispiel eine Obsthandelsfirma in Neuseeland und eine Getreidehandelsfirma in den Niederlanden, er baute das Geschäft mit Solaranlagen und Windrädern auf. Der Umsatz wuchs massiv, die Schulden auch.
Wegen seines Führungsstils hieß er bei manchen „Sonnenkönig“
2023 wurde das 100-jährige Bestehen noch groß gefeiert. Von Mitte 2024 an ging es bergab, zeitweise war sogar eine Insolvenz möglich. Die Schulden waren plötzlich erdrückend hoch, einige Geschäfte liefen nicht mehr. Die beiden Großaktionäre, die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG (BRB) und die Raiffeisen Agrar Invest AG (RAI), mussten frisches Kapital aufbringen, Bereiche sollen verkauft und Jobs gestrichen werden. Lutz, der von 2002 bis 2008 Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags war, der die Süddeutsche Zeitung herausgibt, wies aber immer jede Schuld an dem Desaster bei der Baywa von sich. Am Freitag reagierte er nicht auf eine Anfrage.
Der geborene Münchner ist eng in der CSU und der Politik vernetzt und galt bei manchen wegen seines Führungsstils auch als „Sonnenkönig“. „Ich habe einen emotionalen Führungsstil, und darauf bin ich stolz“, sagte er einmal über sich selbst, er habe sich in seiner Laufbahn eben nicht nur Freunde gemacht. Lutz ist der bayerischen Wirtschaft immer noch eine große Nummer, fungiert er doch seit 2021 als Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) München und Oberbayern. Dort will er sich wegen der Ermittlungen nun vertreten lassen. Dass er das Amt ruhen lässt, ist in den IHK-Statuten nicht vorgesehen. In diesem Jahr stehen Neuwahlen für die IHK-Präsidentschaft an. Ob Lutz wieder antritt, gilt derzeit als offen. Bei der IHK wird betont, dass die Präsidentschaft ein Ehrenamt ohne Bezahlung sei.
Marcus Pöllinger, der Nachfolger von Lutz an der Konzernspitze, musste Anfang vergangenen Jahres gehen. Auch Frank Hiller, der Pöllinger ablöste, ist schon wieder weg. Er hatte seine Vorgänger öffentlich hart kritisiert und auf eine Aufklärung des Desasters gedrängt. Das passte offenbar nicht allen. Jetzt übernimmt das die Justiz. Bei vielen ist die Geduld mit dem Krisenmanagement der Baywa jedenfalls am Ende. „Ich verlange Ruhe bei der Baywa und eine Konzentration auf die Lösung der Probleme“, sagt Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Sicher ist: Auf der gerade laufenden Grünen Woche ist die Baywa erneut ein wichtiges Gesprächsthema.
Beim VfR Warbeyen verändert sich derzeit einiges: Mehrere Abgänge, viele Testspiele, ein Hallenturnier in Dülken und neue Impulse prägen den Start ins Jahr. Wie will Sandro Scuderi all das managen? Der Coach des Fußball-Zweitligisten gibt Antworten.
Das Verfahren gegen Axel Fischer vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG) neigt sich dem Ende zu. Die Beweisaufnahme wird vermutlich am Montag abgeschlossen, dann folgen die Schlussvorträge, für Ende der Woche rechnet ein Gerichtssprecher mit dem Urteil. Je nach Ausgang könnte es rechtshistorisch bedeutsam sein. Ein Schuldspruch für den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten aus Karlsruhe wäre ein Novum: Erstmals würde ein Parlamentarier gemäß dem 2014 neu gefassten Paragrafen zur Bestechlichkeit von Mandatsträgern verurteilt.
Das Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace aus Ottobrunn steht kurz vor dem zweiten Start seiner „Spectrum“-Rakete. Der Flug soll möglichst bereits am Mittwoch, 21. Januar, 21 Uhr, vom firmeneigenen Startgelände auf dem Weltraumbahnhof Andøya Space in Norwegen erfolgen – sofern die Wetterbedingungen passen sowie die Sicherheits- und Startplatzfreigabe erteilt wird. „Dieser Qualifikationsflug ist der nächste Schritt zu einem souveränen Zugang zum Weltraum für Europa“, sagt Geschäftsführer und Firmengründer Daniel Metzler. Ein erster Testflug der von dem Unternehmen im Südosten Münchens entwickelten und gebauten Rakete am 30. März 2025 hatte nur 30 Sekunden gedauert, wurde aber gleichwohl als Erfolg gewertet.
Nur zehn Monate nach dem Beweis, dass Trägerraketen in Europa entwickelt, gebaut und gestartet werden können, will das 2018 gegründete Unternehmen nachlegen. Europa benötige dringend Zugang zum Weltraum, sagt Firmenchef Metzler. „Eine schnelle Weiterentwicklung entsprechender Fähigkeiten ist jetzt entscheidend, um Kapazitäten genau dann bereitzustellen, wenn sie benötigt werden.“ Die aktuelle Mission „Onward and Upward“ startet einer Mitteilung von Isar Aerospace zufolge mit dem Ziel, kritische Systeme der Trägerrakete „Spectrum“ unter operativen Bedingungen zu validieren. Es sei der erste Flug mit Nutzlasten an Bord. Dabei handele es sich um fünf Kleinsatelliten und ein Experiment.
„Die Erkenntnisse, die wir mit dieser Mission gewinnen, werden die Weltrauminfrastruktur Europas stärken. Eine Fähigkeit, die für die Verteidigungsbereitschaft und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit unerlässlich ist“, ergänzt Alexandre Dalloneau, Vizepräsident für Startoperationen bei Isar Aerospace.
Die „Spectrum“-Trägerraketen Nummer drei bis sieben befinden sich laut Isar Aerospace bereits in Produktion. Aktuell errichtet das Unternehmen einen neuen 40 000 Quadratmeter großen Fertigungsstandort in Vaterstetten-Parsdorf im Osten Münchens, dieser soll noch in diesem Jahr eröffnet werden. Dort werde eine vollständig automatisierte und letzten Endes industrialisierte Herstellung der Raketen angepeilt, deren Bauteile fast vollständig aus eigener Hand kämen, heißt es aus dem Unternehmen. Isar Aerospace beschäftigt aktuell mehr als 400 Mitarbeiter aus mehr als 50 Nationen an fünf internationalen Standorten.
Auch die deutsch-französische Ariane-Group mit ihrem Standort in Ottobrunn-Taufkirchen hat sich für 2026 viel vorgenommen. Das Unternehmen kündigte am Freitag an, die Zahl der Starts ihrer Trägerrakete Ariane 6 im laufenden Jahr verdoppeln zu wollen. Insgesamt seien sieben bis acht Flüge geplant, so Firmenchef Pierre Godart.
Die Stimmung am Ende des Jahres war prächtig. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte gerade eine nüchterne Regierungserklärung im Landtag abgegeben, als in den Fraktionen von CSU und Freien Wählern plötzlich munter gekichert wurde. Der Grund? Söder hatte seinen Platz auf der Regierungsbank verlassen, um es sich auf dem Sitz des FW-Fraktionschefs gemütlich zu machen, der gerade am Redepult stand.
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