Fehde auf Distanz
Erst beleidigt der Ajatollah Trump, jetzt spricht sich der US-Präsident für einen Machtwechsel in Iran aus
Irans oberster Führer Ali Khamenei hat Donald Trump als »Verbrecher« beleidigt. Der keilt nun zurück – und in Israel tagt am Vormittag das Sicherheitskabinett.
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Irans Ajatollah Ali Khamenei
Foto: Khamenei.ir / AFP
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US-Präsident Donald Trump hat sich für einen Regierungswechsel in Iran ausgesprochen, nachdem der oberste Führer der Islamischen Republik ihn als »Verbrecher» bezeichnet hatte. »Es ist Zeit, nach einer neuen Führung in Iran zu suchen«, sagte
Trump dem Nachrichtenportal »Politico». Die Machthaber in Teheran stützten ihre Herrschaft auf Unterdrückung und Gewalt. Irans Ajatollah Ali Khamenei hatte Trump zuvor für die landesweiten Massenproteste in seinem Land verantwortlich gemacht.
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Donald Trump
Foto: Brendan Smialowski / AFP
Vor Anhängern in Teheran hatte der Ajatollah gesagt, Trump habe persönlich in die Unruhen eingegriffen und die »Aufständischen» ermutigt, weiterzumachen und keine Angst zu haben. Iran betrachte den Präsidenten der Vereinigten Staaten als »Verbrecher», sowohl »wegen der Opfer als auch wegen der entstandenen Schäden und wegen der Verleumdung, die dem iranischen Volk zugefügt wurde», sagte Khamenei laut der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews. Die USA müssten dafür zur Verantwortung gezogen werden. Ali Khamenei ist seit Juni 1989 und damit seit fast 37 Jahren an der Macht als geistliches und politisches Oberhaupt der Islamischen Republik.
Besuch bei Exil-Iranerin: »Zwei von unserer Familie sind gestorben, das hat mein Bruder gerade gesagt«
Von Fabian Pieper, Birgit Großekathöfer und Luis Georg Müller
Repressive Islamische Republik: Khamenei gibt Trump Schuld für Massenproteste in Iran
Trump hatte die Führung in Teheran davor gewarnt, die Teilnehmer der Massenproteste hinrichten zu lassen und auch ein militärisches Eingreifen nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch hatte eine Sperrung des iranischen Luftraums Spekulationen über einen möglichen US-Luftangriff ausgelöst. Er blieb jedoch aus. Trump verwies bezüglich des Ausbleibens eines US-Angriffs darauf, dass die iranischen Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten.
Trumps Berater hätten ihm gesagt, dass die USA nicht über genügend Streitkräfte in der Region verfügten, um der iranischen Staatsführung einen erheblichen Schlag zu versetzen und Vergeltungsschlägen entgegenzuwirken, zitierte das »Wall Street Journal« US-Beamte. Daraufhin habe Trump beschlossen, abzuwarten, bis mehr Feuerkraft zur Verfügung steht.
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»USS Abraham Lincoln«
Foto: Zachary Pearson / AFP
Der Flugzeugträger »USS Abraham Lincoln« und Begleitschiffe sind US-Medienberichten zufolge auf dem Weg in die Region. Auch würden zusätzliche Kampfjets und Raketenabwehrsysteme dorthin verlegt. Beamte in der Region hielten einen Angriff weiterhin für möglich, schrieb das »Wall Street Journal«.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wird nach Informationen der israelischen Nachrichtenseite »ynet» angesichts des Konflikts und »der Möglichkeit«, dass Trump einen Angriff gegen Irans Führung anordnen könnte, heute um 10:00 Uhr (Ortszeit) das Sicherheitskabinett einberufen.
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