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Categorie: Nieuws

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    Medien: Ein Ende, zermürbt vom Zeitgeist

    Pierre Baigorry ist eher als Musiker Peter Fox bekannt denn als Leserbriefschreiber. Aber im September vergangenen Jahres ärgerte er sich so sehr über eine Kolumne von Harald Martenstein im Zeit-Magazin, dass er seinem Zorn in dieser traditionellen Form öffentlich Luft machte.

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    Der Abdruck ist nicht gut erhalten, außerdem unscheinbar und leicht zu übersehen. An einer Wand in der Liang-Metanduno-Höhle auf Sulawesi haben Menschen vor langer Zeit mit dunkler Farbe einen Vogel gezeichnet und schräg darüber eine Figur, die eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Menschen hat. Dazwischen aber, wenige Zentimeter über dem Vogel, zeichnen sich schwach die Finger einer menschlichen Hand ab. Einer der Finger läuft unnatürlich spitz zu – womöglich wurde der Abdruck nachträglich bearbeitet, vielleicht wurde auch einfach nur die Hand beim Auftragen des Pigments bewegt. Doch unabhängig davon, wie der Abdruck im Einzelnen zustande gekommen ist: Forscherinnen und Forschern zufolge ist er die älteste bekannte Felszeichnung der Welt.

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    Entwicklungspsychologie: Papa, der Clown

    Sind die Bücher gelesen und das Licht gelöscht, stellt der Dreieinhalbjährige eine Frage, die er zum festen Teil des abendlichen Bett-geh-Rituals gemacht hat. „Papa“, sagt er mit langem zweiten A, „was machst du gerade?“ In seiner Stimme steckt kaum hörbares Glucksen, denn jetzt hat der Junge Anlass für eine Schmarrn-Antwort geschaffen – denn was soll Papa schon machen? Natürlich sitzt er neben dem Bett oder liegt auch darin. Doch der Vater sagt: „Ich reite auf einem Krokodil zum Bäcker“, weil Unfug mit Tieren hoch im Kurs steht. „Nein“, sagt der Sohn mit lang gedehntem I, kichert und fragt abermals: „Was machst du?“ Noch ein Versuch: „Ich spiele mit Lego mit einem Känguru.“ Der Kleine lacht und fragt wieder. So geht das ein paar Mal hin und her, das Kinderlachen wird lauter, bis die richtige Antwort das Ritual beendet: „Ich liege hier neben dir. Schlaf gut.“

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    Schüleraustausch: Trotz Trump: Schulen halten USA-Austauschprogramme aufrecht

    Wer in die USA einreisen möchte, muss damit rechnen, dass seine persönlichen Social-Media-Profile durchforstet werden. Künftig könnte es sogar Pflicht werden, Online-Aktivitäten vor der Einreise offenzulegen. Die Vergabe von Visa an Austauschschüler und -studentinnen hat die Trump-Regierung 2025 zwischenzeitlich gestoppt. Und gerade droht sie damit, militärisch gegen Proteste gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis vorzugehen.

    Welchen Einfluss haben diese Entwicklungen auf Austauschprogramme in die USA? Wie in ganz Deutschland bieten auch Schulen in den Landkreisen rund um München solche Reisen an. Dabei fliegen deutsche Schülerinnen und Schüler für einige Wochen in die USA. Im Gegenzug kommen US-amerikanische Schüler von den Partnerschulen nach Deutschland.

    Gefördert werden diese Austauschprogramme über das German American Partnership Program (GAPP) des pädagogischen Austauschdienstes (PAD) der Kultusministerkonferenz. Anlass, das Programm einzuschränken, sieht der PAD bislang nicht. Er könne auch keinen Trend erkennen, dass weniger Besuche deutscher Schülergruppen stattfinden, teilt der Austauschdienst auf Anfrage mit. Bisher sei nicht bekannt, dass Schulen im GAPP wegen der politischen Umstände abgesagt hätten. Es gebe angesichts der Umstände aber „größere Unsicherheiten und Besorgnisse vonseiten der Schulen und vor allem auch Eltern“.

    „Wir sensibilisieren die Schüler“, heißt es von einem Gymnasium

    Susanne Falkenstein vom Korbinian-Aigner-Gymnasium in Erding bestätigt das. Die Schule hat Partnerschulen in Michigan und Boston. „Wir haben uns im Direktorat zusammengesetzt und überlegt, ob wir damit weitermachen“, erzählt Falkenstein. Die Schule hat sich dafür entschieden und macht ihre Schritte abhängig von den Sicherheits- und Reisehinweisen des Auswärtigen Amts: Wenn es eine Gefahr für Schüler und Lehrkräfte gibt, müsse man absagen. Für den Fall der Fälle hat Falkenstein die Flüge so gebucht, dass sie möglichst kurzfristig noch stornierbar sind.

    Auch die Schülerinnen und Schüler wurden vorgewarnt, dass der Austausch je nach Situation abgesagt werden könnte. Sie werden in einem Wahlkurs auf den Amerika-Austausch vorbereitet. Das Interesse ist weiterhin groß: Nicht alle Teilnehmer des Kurses können mitfahren. Bei der Vorbereitung versucht die Schule auch, Risiken bei der Einreise zu verringern: „Wir sensibilisieren die Schüler dafür, im Umgang mit sozialen Netzwerken vorsichtig zu sein – was sie anschauen, was sie liken, was sie teilen“, sagt Falkenstein. Andere Schulen würden Schülern verbieten, das Alltagshandy auf die Reise mitzunehmen, erzählt sie. Beim diesjährigen Austausch werde das Einverständnis der Eltern notwendig sein, Schüler bei verweigerter Einreise allein zurückzuschicken.

    Allgemein geht Falkenstein aber davon aus, dass der Austausch stattfinden wird. Die Größe der USA sei dabei von Vorteil. Ein Stadtzentrum, in dem Proteste stattfinden könnten, gebe es in der Partnerstadt gar nicht. „Wir schicken ja unsere Kinder nicht allein nach Detroit.“ Aber wie auch zuvor rate die Schule den Schülern davon ab, mit den Gastfamilien über Politik, Kirche oder Gehalt zu sprechen.

    Die Schüler selbst beschäftige primär eine Frage: Darf ich mit? „Wir haben ein sehr tolles Austauschprogramm. Das ist eigentlich das Schöne, dass das vom Politischen abgekoppelt ist“, sagt Falkenstein. „Es ist wichtig, dass man sich nicht einschüchtern lässt. Dass man den Schülern die Gelegenheit gibt, vor Ort zu sehen: Die haben die gleichen Interessen wie wir.“

    „Wir dachten an die deutsch-französische Freundschaft“

    Peter Mareis, Schulleiter am Josef-Effner-Gymnasium in Dachau, sieht das ähnlich. Die Organisatoren hätten mögliche Probleme zwar auf dem Schirm. Doch der Aufenthalt in Alaska ist weiterhin geplant. „Wir haben uns gefragt: Unterstützen wir mit einem Austausch ein System, das wir aus persönlicher Überzeugung nicht unterstützen?“ Nein, entschied die Schule. „Wir dachten an die deutsch-französische Freundschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Austausch über die Schulen.“ Außerdem möchte das Gymnasium seine Partner in Alaska und Philadelphia nicht im Stich lassen: „Wir wollen den Austausch ganz bewusst und gezielt weitermachen, weil es unsere Freunde sind.“

    Im vergangenen Oktober habe die Gruppe bei der Einreise keinerlei Einschränkungen erfahren, sei sogar eher bevorzugt behandelt worden. Auch die Eltern scheinen bisher entspannt. Auf der Informationsveranstaltung zur Reise im Oktober habe es zu dem Thema keine Rückfragen gegeben.

    Der erste Reflex sei vielleicht, dass man derzeit eher nicht in die USA fahren will, sagt Mareis. Aber: „Es ist ein Schüleraustausch und kein Urlaub.“ Kulturelle und politische Bildung stehe im Fokus. Deshalb sei auch ein Ausflug in die Hauptstadt Washington D.C. Teil des Programms. Und das Interesse ist auch hier weiterhin groß: Es möchten doppelt so viele Schüler mitfahren, wie es Plätze gibt.

  • Münchner Zoo: „Wir haben uns in die Pandas verliebt“

    Münchner Zoo: „Wir haben uns in die Pandas verliebt“

    Als Markus Söder noch nicht 59 Jahre alt und 1,94 Meter groß war, wollte er mal Tierparkdirektor werden. Das hat bekanntlich nicht geklappt. Söder ist stattdessen bayerischer Ministerpräsident geworden und eine der vielen Dienstreisen, die er in diesem Amt absolviert, hat ihn nach China geführt – und ihn offenbar nachhaltig geprägt. „Wir haben uns in die Pandas verliebt“, erinnert er sich.

  • Kolumne „Schön doof“: Meine Fresse

    Kolumne „Schön doof“: Meine Fresse

    Die Telenovela „Sturm der Liebe“ hat ein Herz für Sportsfreunde. Magdalena Neuner, die Biathlon-Weltmeisterin, spielte mit in der Serie, die von Liebe, Leid und Intrigen im Luxushotel Fürstenhof handelt. Eine Gastrolle hatte auch Patrick Lindner, der Sänger und 1860-Fan, der von seiner Terrasse aus auf das Grünwalder Stadion blicken kann. Zuletzt war Cathy Hummels dabei, einst Spielerfrau, heute Unternehmerin in eigener Sache. Und jetzt: Mario Basler! Prägender Fußballprofi der Neunziger, Meister der direkt verwandelten Eckbälle und weiser Worte wie: „Ich grüße meine Mama, meinen Papa und ganz besonders meine Eltern“ oder „Eigentlich bin ich ein Supertyp. Aber ich kann wohl auch ein richtiger Arsch sein“.

    Basler, 57, tritt in Folge 4542 an, die soll am 20. Februar laufen, in drei Folgen ist er dabei. Das wird spannend, da für gewöhnlich ein eher älteres, weibliches Publikum verfolgt, wie in der Serie die Liebe durch das fiktive Dörfchen Bichlheim stürmt. Ein typischer Dialog an einer der elfenbeinfarbenen Hotelzimmertüren: „Bitte, wirf das nicht alles weg. Ich liebe dich.“ (Koch Kilian mit Tränen in den Augen zu Gärtnerin Fanny) „Ich liebe dich auch. Und deswegen ist es jetzt besser, wenn du gehst.“ (Gärtnerin Fanny mit Tränen in den Augen zu Koch Kilian).

    Der Europameister von 1996, Ex-Bayern-Spieler und glücklose Trainer ist da robuster unterwegs. Nach einer Niederlagenserie befand er: „Vielleicht sollten wir mal einen saufen gehen und uns gegenseitig auf die Fresse hauen.“ Auch für seine Fans hatte der Mittelfeldspieler immer ein liebes Wort übrig: „Wenn ich den Fans den Stinkefinger zeige, weiß ich, dass ich im nächsten Spiel ausgepfiffen werde. Das macht mich richtig geil auf das Spiel.“

    In der Regel ist es ja nun so, dass fachfremde Promis in Gastrollen nur eines spielen: sich selbst. Die Produktionsfirma Bavaria bestätigt genau das auch bei Basler, und dass er in der Serie „als charismatischer Talentscout für den fiktiven Münchner Fußballverein Weiß-Gold“ auftritt. Mehr wird nicht verraten.

    Da fragt man sich: Spielt er wirklich sich selbst? Brennt bald Bichlheim? Vielleicht langweilen sich die Macher nach 20 Jahren auch und möchten den Laden ordentlich aufmischen, damit Neues entstehen kann. Auf Basler könnten sie zählen. Freimütig feuert er in jede verfügbare Kamera. Nach Spielen, als Experte im „Doppelpass“, als Stammgast im Trash-TV („Sommerhaus der Stars“, „Deutschlands dümmster Promi“, „The 50“).

    Vielleicht irren sich aber auch alle, und es bahnt sich die ganz große Liebe an. Vielleicht brennt die Gärtnerin mit Talentscout Basler durch, vielleicht er mit dem Koch. Vielleicht wird er in der Serie auch als sanftmütiger Menschenversteher überraschen. Das würde natürlich stark an seinem Ruf als Raufbold kratzen. Oder ihm die Liebe ganz neuer Fans einbringen. Möglich ist alles. Um es mit Mario Basler selbst zu sagen: „Jede Seite hat zwei Medaillen.“

  • Kampagne „Nebenan knallt’s“: Was tun bei häuslicher Gewalt?

    Kampagne „Nebenan knallt’s“: Was tun bei häuslicher Gewalt?

    Angst, Abhängigkeit und Scham – sind Frauen von häuslicher Gewalt betroffen, sind es oft diese drei Punkte, die sie vor der Suche nach Hilfe zurückschrecken lassen. Auch Freunde oder Nachbarn, die womöglich etwas von der Gewalt mitbekommen, sind häufig verunsichert, ob und wie sie den Betroffenen helfen können.

    Genau da setzt die neue Sensibilisierungskampagne an, die das Wohnungsunternehmen Vonovia in München gemeinsam mit der Frauenhilfe auf den Weg bringt. Unter dem Titel „Nebenan knallt’s! Was kann ich tun?“ sollen Plakate und Postkarten in den Wohneinheiten der Vonovia verteilt werden, auf denen die Kontaktdaten der Beratungsstelle sowie des 24-Stunden-Telefons der Frauenhilfe stehen. Zudem wichtige Verhaltensempfehlungen für Opfer oder Zeugen von häuslicher Gewalt. Die Kampagne gibt es bereits seit 2022. Von Konstanz aus hatte die Vonovia sie seither auf weitere Städte, vorwiegend im Süden Deutschlands, ausgeweitet. Jetzt ist die Kampagne auch in München gestartet.

    „Das eigene Zuhause soll Geborgenheit, Schutz und Sicherheit bieten“, sagt Andrea Günther, Regionalleiterin für München bei der Vonovia. Doch es werde für Opfer von häuslicher Gewalt zu einem Ort der Gefahr. Das Unternehmen wolle dazu beitragen, dass die Kampagne möglichst viele Menschen erreiche, damit niemand die Ohren verschließe, sondern hinhöre und helfe.

    Neben der Sensibilisierung verknüpft Vonovia die Kampagne zudem mit dem Angebot, künftig Wohnraum für Frauen zur Verfügung zu stellen, die nach einem Aufenthalt im Frauenhaus zurück in ein eigenständiges Leben finden wollen. Hierzu sei man bereits im Austausch mit der Frauenhilfe.

    Häusliche Gewalt kann viele Formen haben, körperliche, sexuelle, psychische oder wirtschaftliche. Viele der betroffenen Frauen leben in Abhängigkeitsverhältnissen, erklärt Claudia Heyne von der Frauenhilfe. Sie seien beim Start in ihr neues Leben auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Auf dem normalen Münchner Mietmarkt hätten sie oft wenig Chancen und die Anzahl geförderter Wohnungen in der Stadt sei begrenzt. Eine Kooperation mit der Vonovia könne daher dazu beitragen, den Pool an möglichen Mietobjekten für diese Frauen zu vergrößern. 6000 Mietwohnungen gehören der Vonovia in München. Sie ist damit eine der größten Wohnungsanbieterinnen in der Stadt.

    Claudia Heyne (links) von der Frauenhilfe München und Andrea Günther von der Vonovia haben die neue Sensibilisierungskampagne gegen häusliche Gewalt vorgestellt.
    Claudia Heyne (links) von der Frauenhilfe München und Andrea Günther von der Vonovia haben die neue Sensibilisierungskampagne gegen häusliche Gewalt vorgestellt. (Foto: Johannes Simon)

    Etwa 4100 Fälle häuslicher Gewalt wurden nach Angaben der Frauenhilfe im Jahr 2024 in München gemeldet. Die Dunkelziffer ist groß; Organisationen wie die Opferhilfe Weißer Ring schätzen, dass mehr als 80 Prozent der Fälle nicht gemeldet werden. Die Frauenhilfe München habe in den vergangenen Jahren einen Anstieg bei den Kontakten mit Hilfesuchenden verzeichnet – der auch mit der zunehmenden Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema zusammenhänge, erklärt Heyne.

    Zwei Frauenhäuser betreut die Frauenhilfe in München. Das erste und bayernweit größte bietet Platz für 45 Frauen und 60 Kinder. Es hatte im vergangenen Jahr eine durchgängige Belegung von 97 Prozent. Zudem gibt es seit Dezember ein weiteres Haus mit Platz für 20 Frauen und 30 Kinder, dessen weitere Träger das Sozialpsychiatrische Zentrum München und die Organisation Condrobs sind. Dort sollen primär Frauen untergebracht werden, die durch ihre Erfahrungen derart psychisch belastet sind, dass sie einer besonderen Betreuung bedürfen. Weitere Angebote ergänzen die Anzahl an Frauenhausplätzen auf 98 in ganz München. „Mehr Anschlusslösungen könnten auch mehr Kapazitäten in den Frauenhäusern schaffen“, sagt Claudia Heyne.

  • Digitalisierung des Staates: Bayerisches Portal geht mit nur einer von 300 Förderungen online

    Digitalisierung des Staates: Bayerisches Portal geht mit nur einer von 300 Förderungen online

    Von A wie Aids-Prävention bis W wie Wasserstoffauto – in Bayern gibt es rund 300 Förderprogramme. Jedes Ministerium verfügt über eigene Geldtöpfe, die für Projekte von Kommunen, Unternehmen oder Vereinen ausgeschöpft werden. Weil man da kaum den Überblick behalten kann, ist häufig von einem „Förderdschungel“ die Rede.

    Damit sich Interessenten auf der Suche nach dem passenden Programm nicht im Dickicht verheddern, kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im vergangenen Oktober eine Art digitalen Dschungelführer an: „eine Plattform für alle Programme“. Auf einer zentralen Internetseite sollen demnach alle 300 Förderungen des Freistaats gebündelt werden, und zwar bis „Ende des Jahres“. Beantragung und Bearbeitung sollen künftig ganz einfach online stattfinden.

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    Am 19. Dezember ging die Seite wie versprochen online. Und man muss sagen: Der Urwald hat sich gelichtet – nur nicht ganz so wie erwartet. Stand Mittwoch ist auf der sogenannten Fördermanagementplattform Bayern, kurz FMP, nur ein einziges Programm zu sehen. Unter D wie Digitalisierung können Pflegeeinrichtungen Zuschüsse für Computertechnik beantragen. „Alle Förderprogramme auf einen Blick“ – dieses groß auf der Seite angezeigte Versprechen wird noch nicht eingelöst. Von einer Plattform „fast ohne Inhalte“ berichtet die Immobilienzeitung.

    Auf SZ-Anfrage teilt das zuständige Digitalministerium mit, dass es auf die in der Softwareentwicklung etablierte „minimum viable product“-Logik setze. Man fokussiere sich dabei „auf das Wesentliche“, treibe eine schnelle Markteinführung voran und sammle Nutzerfeedback. Die Plattform sei funktionsfähig und soll über das Jahr weiterentwickelt werden. „Von nun an sind die Ressorts gefordert, ihre jeweiligen Förderprogramme darauf einzuspeisen“, teilt ein Sprecher mit. Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) habe eine Taskforce ins Leben gerufen, die das Projekt mit den anderen bayerischen Ministerien vorantreiben wird, und zwar „mit Nachdruck“. Zu all dem finden Besucher der Homepage allerdings keinen Hinweis.

    D wie Digitalisierung: Bislang ist nur eines von 300 Förderprogrammen auf der neuen Plattform auffindbar.
    D wie Digitalisierung: Bislang ist nur eines von 300 Förderprogrammen auf der neuen Plattform auffindbar. (Foto: SZ/Screenshot)

    Wann die Plattform vollständig sein soll, bleibt offen. Zunächst müsse das bayerische Förderrecht standardisiert werden. „Denn: Die Digitalisierung des Förderwesens kommt einer Reform gleich, die mehr bedeutet, als die bisherigen analogen Prozesse 1:1 ins Internet zu tragen“, heißt es aus dem Digitalministerium. Man sei im Rahmen der Staatsmodernisierung dabei, analoge Bürokratie sowie Insellösungen abzuschaffen und einen Standard-Förderprozess aufzusetzen. Am Ende sollen alle Schritte auf dem Weg zur Förderung vollständig digital ablaufen: von der Suche über die Beantragung bis hin zur Bearbeitung und Auszahlung. Das sei bundesweit einzigartig, betont das Ministerium. Doch bis es so weit ist, gleicht die Plattform weniger einem Dschungel als einem zarten Pflänzchen.

    Dabei arbeitet bereits seit März 2022 die von der Staatsregierung gegründete bayerische Agentur für Digitales (Byte) an der Digitalisierung der Förderlandschaft. Ins Leben gerufen wurde sie noch unter Mehrings Vorgängerin im Digitalministerium, Judith Gerlach (CSU). „Ein Antrag auf eine staatliche Förderung wird damit so einfach wie Onlineshopping“, versprach Gerlach damals, Bayern leiste „Pionierarbeit“. Ihr Nachfolger kündigte im September 2024 an, dass „erste Förderungen schon in 2025 über die neue Plattform abgewickelt werden können“. Man lege ein „Rekordtempo“ hin, sagte Mehring. Am Ende reichte das Tempo für ein einziges Fallbeispiel.

    Interessant ist zudem, dass seit 2023 eine weitere Internetseite aktiv ist, die laut Eigenwerbung „Durchblick im Förderdschungel“ verspricht. Der „Förderfinder“, in Kooperation zwischen Bayern, Sachsen und dem Bund entstanden, bietet eine zentrale Suchfunktion nach sämtlichen Förderungen. Und im Gegensatz zur neuen Plattform findet man dort tatsächlich jede Menge Programme. Eine Doppelstruktur? „Es handelt sich um keine Doppelstruktur“, widerspricht das Ministerium. Der „Förderfinder“ sei nur die erste Säule des Gesamtprojekts und werde später mit dem neuen FMP-Portal verknüpft. Wer nun den Förderwald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, ist wahrscheinlich selber schuld.

  • Unfallflucht in Moosburg: Autofahrer setzt nach Kollision zurück und gibt Gas

    Unfallflucht in Moosburg: Autofahrer setzt nach Kollision zurück und gibt Gas

    Ein Autofahrer hat am Dienstagabend in Moosburg einen Unfall verursacht, bei dem zwei Personen verletzt wurden. Anschließend machte sich der Unbekannte aus dem Staub, die örtliche Polizeiinspektion bittet deshalb um Hinweise.

    Nach Angaben der Polizei fuhr eine 48 Jahre alte Frau aus Moosburg mit ihrem Auto gegen 18.20 Uhr auf der Landshuter Straße stadtauswärts und bog nach rechts auf die Erdinger Straße ab. Dort wollte sie nach links in die Holzlandstraße abbiegen, musste aber verkehrsbedingt anhalten.

    Gleichzeitig fuhr der Unbekannte auf der Holzlandstraße und wollte nach links in die Erdinger Straße einbiegen. Dabei krachte sein Auto in den Wagen der 48-Jährigen, dieser wurde durch den Aufprall an den Fahrbahnrand geschoben. Anstatt anzuhalten, setzte der Unbekannte zurück, beschleunigte und fuhr auf der Erdinger Straße in Richtung Erding davon.

    Die 48-Jährige und ihr mit im Auto sitzender 20-jähriger Sohn wurden leicht verletzt, am Fahrzeug entstand ein geschätzter Schaden von 7000 Euro. Auch der Wagen des Unfallverursachers, vermutlich ein schwarzer BMW, muss laut Polizei einen deutlich sichtbaren Schaden im Frontbereich haben. Am Unfallort zurückgebliebene Fahrzeugteile werden derzeit untersucht und könnten konkrete Hinweise auf das Modell liefern, außerdem ist das Kennzeichen bekannt. Trotzdem sucht die Polizei noch Zeugen des Unfalls, diese werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 08761/3018-0 zu melden.

  • Frau tödlich verletzt Polizei geht inzwischen von Zeugen als Unfallverursacher in Lübeck

    Frau tödlich verletzt Polizei geht inzwischen von Zeugen als Unfallverursacher in Lübeck

    Frau tödlich verletzt

    Polizei geht inzwischen von Zeugen als Unfallverursacher in Lübeck aus

    Eine 23-Jährige wird in Lübeck mutmaßlich von einem Auto angefahren und liegen gelassen. Dann gibt ein Zeuge bei der Polizei an, die Schwerverletzte gefunden zu haben. Jetzt ist er der Hauptverdächtige in dem Fall.

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    Polizeiauto im Einsatz

    Foto: Carsten Rehder / dpa

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    Der Fall sorgte für Entsetzen: Ein Zeuge hatte vergangene Woche eine schwer verletzte Frau auf einer Straße in Lübeck gemeldet. Die Polizei suchte daraufhin nach einem Unbekannten, der die 23-Jährige angefahren und liegen gelassen haben soll. Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus, dass der Zeuge selbst den Unfall verursacht hat.

    Der 31-Jährige hatte sich am frühen Freitagmorgen bei der Polizei gemeldet. Er sei, so schilderte er es, gegen 2.20 Uhr mit dem Auto stadteinwärts unterwegs gewesen und habe in Höhe eines Kleingartengeländes »die verletzte Frau auf der Berliner Allee bemerkt«. Die 23-Jährige kam ins Krankenhaus, starb jedoch zwei Tage später an ihren schweren Verletzungen.Ermittlungen wegen möglicher fahrlässiger TötungDie Polizei suchte zunächst nach dem oder der flüchtigen Täter oder Täterin. Die Ermittlungen richten sich nun jedoch gegen den anrufenden Zeugen: »Nach derzeitigen Erkenntnissen dürfte der Mann mutmaßlich selbst Unfallbeteiligter sein«, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ermittelt wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

    Unklar sei weiter, warum die Frau dort im Bereich der Bundesstraße 207 unterwegs war und wie die Verletzungen entstanden sind. Dazu wurden ein Gutachter und die Rechtsmedizin Lübeck mit weiteren Untersuchungen beauftragt.

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