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Categorie: Nieuws

  • Lüneburg (Niedersachsen) – Hohe Haftstrafen für zwei Männer, die Betonplatten und sogar

    Lüneburg (Niedersachsen) – Hohe Haftstrafen für zwei Männer, die Betonplatten und sogar

    Lüneburg (Niedersachsen) – Hohe Haftstrafen für zwei Männer, die Betonplatten und sogar einen Baumstamm auf Autobahnen in Niedersachsen, Thüringen und Bayern geworfen hatten. Sie kommen wegen versuchten Mordes elf bzw. zwölf Jahre ins Gefängnis – das entschied das Schwurgericht in Lüneburg.

    Das Motiv von Janus A. (23) aus Itzehoe (Schleswig-Holstein) und Markus B. (32) aus Einhausen in Thüringen für ihre Irrsinns-Taten: Sie waren Sanitäter und wollten sich als Retter profilieren. Bei einem der provozierten Unfälle gab sich A. sogar als Notarzt aus.

    Im April letzten Jahre warfen die Täter Betonplatten auf die A1 zwischen den Anschlussstellen Bockel und Stuckenborstel

    Im April 2025 warfen die Täter Betonplatten auf die A1 zwischen den Anschlussstellen Bockel und Stuckenborstel in Niedersachsen

    Das Gericht sah es als erwiesen an, dass bei den Taten das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt sei. Es ging beim Urteil sogar über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus.

    Die Angeklagten wurden in Handschellen ins Gericht gebracht

    Die Angeklagten wurden in Handschellen ins Gericht gebracht

    Viele Autos wurden beschädigt

    Deren Anklage lautete auf versuchten Mord und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr in elf Fällen. Bei den Taten kam es glücklicherweise nicht zu Todesfällen, sondern es blieb bei Sachschäden und kleineren Verletzungen. Insgesamt wurden bei den Attacken 22 Fahrzeuge zum Teil schwer beschädigt.

    Allein bei einem Angriff auf der A1 (Hamburg–Bremen) waren acht Autos in Teile einer Baustellenabsperrung gekracht, die von einer Brücke geworfen worden waren.

    Ein beschädigter Mercedes, dahinter ein VW-Bus – beide Fahrzeuge mussten abtransportiert werden

    Ein beschädigter Mercedes, dahinter ein VW-Bus – beide Fahrzeuge mussten abtransportiert werden

    Janus A. hatte während der Verhandlung Reue signalisiert: „Ich werde mich der Verantwortung stellen, ich schäme mich zutiefst. Wir haben uns aufgeschaukelt“, erklärte der Rettungssanitäter. Für beide sei es darum gegangen, bei Unfällen zu helfen. „Ich habe mich dann wertvoll gefühlt.“

    [–>Markus B. stritt eine Beteiligung zunächst ab. Doch die Dashcam eines Autos hatte allerdings ein Gespräch der beiden Täter über die Lust am Steinewerfen aufgezeichnet.

    Die Verteidiger der Angeklagten kündigten Revision an. Sie forderten geringere Strafen – maximal acht Jahre.

  • Freie-Software-Pionier Richard Stallman: „KI-Sprachmodelle können nur ,Bullshit‘ produzieren“

    Freie-Software-Pionier Richard Stallman: „KI-Sprachmodelle können nur ,Bullshit‘ produzieren“

    Seit mehr als 40 Jahren kämpft Richard Stallman für freie Software und gegen Programme, die ihre Nutzer kontrollieren. Er spricht über Spionage durch Apps, seine Abneigung gegen Cloud-Dienste und darüber, warum er sich nicht als einsamer Rufer in der Wüste sieht.

  • Endloser Rechtsstreit: Hängepartie um die Karwendelbahn

    Endloser Rechtsstreit: Hängepartie um die Karwendelbahn

    Die Taten, die der Staatsanwalt dem Angeklagten vorwirft, liegen fast zehn Jahre zurück, und in der Zwischenzeit ist einiges an Akten zusammengekommen. „Einige Umzugskisten“ lautet die Mengenangabe des Anklagevertreters. Ihm gegenüber auf der sogenannten Anklagebank, die vier einzelne Sitzplätze bieten würde, hat Wolfgang Reich die volle Breite des Tisches mit Ordnern, Mappen, Papieren und einer eigenen, erkennbar oft benutzten Strafprozessordnung gefüllt. Daneben ein Rollkoffer mit weiteren Bänden sowie kiloweise Ordner in drei großen, schwarzen Jutetaschen mit dem Aufdruck „Karwendelbräu Mittenwald“.

    Jene Mini-Brauerei hat Reich 2022 in der 2244 Meter hoch gelegenen Bergstation der Mittenwalder Karwendelbahn eingerichtet, sie soll die höchste Deutschlands sein. Dem Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen gilt sie ebenso als Schwarzbau wie die dortige Schnapsbrennerei. Aber das wäre für Reich als Chef der Karwendelbahn auch juristisch eine andere Baustelle – eine von Dutzenden, seit er 2012 als Teil einer Firmenübernahme auch die Mehrheit an der Karwendelbahn AG erworben hat. Am Mittwoch im Münchner Amtsgericht geht es nun um die Frage, ob Reich sich der Untreue schuldig gemacht hat. Er soll sich von der Karwendelbahn im Jahr 2016 insgesamt 120 000 Euro auszahlen lassen haben, obwohl er gar nicht als Vorstand hätte amtieren dürfen.

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    Inzwischen finden die Hauptversammlungen der Karwendelbahn AG in Berlin statt und dauern zum Unmut der Minderheitsaktionäre oft nur eine Minute. In jenen Jahren gab es noch ausufernde, von unversöhnlichen Streitigkeiten dominierte Aktionärstreffen. Bei mindestens einer Hauptversammlung im Jahr 2016 wussten Reich und seine Getreuen, die in wechselnden Kombinationen in seinem dichten Firmengeflecht tätig waren und sind, ganz offenkundig selbst nicht, wer bei der Karwendelbahn gerade welche Rolle einnahm. Reich jedenfalls hätte von Gesetzes wegen fünf Jahre lang bis Anfang 2019 überhaupt nirgendwo Vorstand sein dürfen, nachdem ihn das Landgericht Stuttgart unter anderem wegen aktienrechtlich falscher Darstellungen und Marktmanipulation zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt hatte.

    Im aktuellen Fall nimmt der Staatsanwalt an, dass Reich zu dieser Zeit „faktisch alleiniger Vorstand der Karwendelbahn“ gewesen sei und alle wesentlichen Entscheidungen getroffen habe. Obwohl er nicht Vorstand sein und daher auch keine Vorstandsbezüge erhalten durfte, habe er 2016 drei Zahlungen von insgesamt 120 000 Euro an sich selbst veranlasst, getarnt als Beratungshonorar. So lautet der Vorwurf in der Anklage. Diese kann der Staatsanwalt erst am zweiten Prozesstag vortragen, nachdem sich der Auftakt vor einer Woche unmittelbar nach der bloßen Nennung von Reichs Namen in Streitigkeiten über Ladungen, Fristen, Protokolle, Akteneinsichten, ordnungsgemäße Zustellungen sowie allerlei Aussetzungs- und Befangenheitsanträge erschöpft hatte.

    In ganz ähnlicher Weise geht es auch am zweiten Prozesstag am Mittwoch weiter. Reich und die drei anwesenden seiner insgesamt vier Verteidiger bezweifeln die örtliche Zuständigkeit des Amtsgerichts München und die fachliche des dortigen Schöffengerichts für Wirtschaftsstrafsachen. Sie decken die Vorsitzende Richterin mit weiteren, teils vorbereiteten, teils spontan zu Papier gebrachten Befangenheitsanträgen ein und sorgen für immer neue Unterbrechungen. In einer etwas unklaren Pause macht der immer wieder aufbrausende Reich Anstalten, den Saal zu verlassen. Deswegen lässt die zeitweise eher unsicher agierende Vorsitzende sogar einige Justizwachtmeister rufen, während der Staatsanwalt laut mit dem Gedanken spielt, den Haftbefehl gegen Reich wieder in Kraft zu setzen.

    Die Justiz hatte nämlich am 29. Dezember vergangenen Jahres die Geduld mit Reich verloren und ihn per Haftbefehl in seinem Wohnort Heidenheim in Baden-Württemberg festnehmen und in München vorführen lassen. Laut Reich selbst geschah das, nachdem er angekündigt habe, in den Urlaub fahren zu wollen, woraus die Münchner Justiz den Haftgrund der Fluchtgefahr konstruiert habe. Jener Haftbefehl war jedenfalls am nächsten Tag außer Kraft und Reich wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

    Reich wollte wohl zwischenzeitlich Bürgermeisterkandidat in Mittelwald werden

    Der inzwischen 46-Jährige, der früher Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Degenfechten war, lässt ohnehin erkennen, dass er auch keinem juristischen Gefecht aus dem Weg gehen will. Zu den Vorwürfen äußert er sich zunächst nicht konkret. Zahlungen an ihn seien damals aus ganz verschiedenen Gründen geleistet worden, jedoch niemals von ihm selbst. Er überweise seit 20 Jahren gar nichts, schon gar nicht per Online-Banking. Ansonsten trägt er ausführlich seine Version seines Engagements bei der Karwendelbahn vor. In dieser Version nehmen der frühere Mittenwalder Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) und der einstige Vertreter der Marktgemeinde im Aufsichtsrat der Karwendelbahn die Rolle der „Kriminellen“ ein.

    Hornsteiner ist in dem Verfahren noch als Zeuge vorgesehen – im Gegensatz zum jetzigen Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD), der seit seinem Amtsantritt im Jahr 2020 versucht hat, die scheinbar end- und deshalb ganz offenbar auch aussichtslosen Zivilprozesse gegen Reich zu beenden. Zwei dieser Verfahren laufen nach dessen Angaben noch.

    Reich selbst hatte zwischenzeitlich öffentlich mitgeteilt, sich bei der Kommunalwahl im März womöglich selbst um das Amt des Mittenwalder Bürgermeisters zu bewerben. Die Frist für eine solche Bewerbung hat er aber inzwischen verstreichen lassen. Mit wie vielen Stimmen er in Mittenwald hätte rechnen dürfen, ist offen. Womit er sonst noch hätte rechnen müssen, wenn er sich im Namen der AfD um das Amt beworben hätte, das könne er aber am Beispiel seines Vaters sehen, der für eben jene AfD im Heidenheimer Gemeinderat sitzt. So sagt es das bekennende FDP-Mitglied Reich selbst in einer Verhandlungspause.

    Von diesen Pausen könnte es noch einige geben. Denn der aktuelle Prozess dürfte noch einige Verhandlungstage in Anspruch nehmen – und es widerspräche aller bisherigen Erfahrung, wenn der dabei verhandelte Fall nach der ersten Instanz erledigt wäre.

  • Stiftungsfachhochschule München: Heilende Kräfte

    Stiftungsfachhochschule München: Heilende Kräfte

    In der Sozialen Arbeit geht es vor allem darum, Menschen zu unterstützen, Wohlbefinden zu verbessern und Teilhabe zu ermöglichen. Wer sich für dieses Studium entscheidet, findet einen Job in der Jugendhilfe, im Gesundheitswesen, bei der Suchtberatung oder Resozialisierungsprojekten. Oft mithilfe von tier- oder naturgestützten Projekten sollen Menschen wieder Integration erfahren. Die katholische Stiftungshochschule München am Campus Benediktbeuern beschreitet dabei neue Wege und bietet einen deutschlandweit einzigartigen Studiengang an. „Green Care“ lässt Soziale Arbeit und Natur im weitesten Sinne zu Partnern werden.

    Dekan Michael Spieker hatte die Idee zu „Green Care“.
    Dekan Michael Spieker hatte die Idee zu „Green Care“. (Foto: KSH München/Jens Bruchhaus)

    Natur in allen ihren Facetten kann eine therapeutische Wirkung haben. Nur diese helfenden Kräfte stellen sich nicht bei jedem Menschen in selber Weise ein. „Es gibt individuelle Unterschiede. Es bedarf einer genauen Analyse und ganz viel Vorbereitung“, erklärt Professor Michael Spieker, Dekan der Fakultät Soziale Arbeit Benediktbeuern und Studiengangsleiter. Wer etwa mit jungen Leuten einen Waldspaziergang unternehmen wolle, müsse verstehen, dass das, was manche als angenehme Atmosphäre zum Runterkommen erfahren, andere als langweilig empfänden.

    Das gelte auch für den Kontakt zu Tieren. Nicht jeder könne mit Hunden, sagt Spieker. Das treffe ebenso auf Pferde, Alpakas oder Hühner zu. „Man darf nicht mit einer Bambi- und Bullerbü-Sicht rangehen“, betont er. Um die gewünschten Effekte zu erzielen, bedürfe es eines pädagogischen Rahmens. Nur so könne Natur tatsächlich wirksam werden.

    Die alpinen Steinschafe vom Zentrum für Umwelt und Kultur im Kloster Benediktbeuern werden auch in das Projekt eingebunden.
    Die alpinen Steinschafe vom Zentrum für Umwelt und Kultur im Kloster Benediktbeuern werden auch in das Projekt eingebunden. (Foto: Harry Wolfsbauer)

    Die angehenden Fachkräfte der Sozialen Arbeit sollen in Theorie und Praxis methodisch dazu ausgebildet werden, mit Pflanzen, Tieren und Landschaften zu interagieren, um das Wohlbefinden, die soziale Kompetenz und Integration von Individuen und Gruppen zu stärken. Der neue Studiengang, der im Wintersemester 2026/2027 startet, soll Mensch und Natur zusammen denken, so das erklärte Ziel.

    Den eigenen Rhythmus finden

    Dass ein Studium nötig sein solle, um auf „richtige Weise“ im Grünen unterwegs zu sein, könne durchaus belächelt werden, ist sich Spieker bewusst. „Ich versuche es, so zu erklären: Wenn man etwa mit Kindern nach draußen geht, muss man bedenken, dass einige Mädchen und Jungen keinerlei Vorerfahrung mit sich bringen. Sie haben Natur nie erlebt.“ Was wiederum bedeute, dass sie zum Beispiel gar nicht relaxen könnten. „Wir Menschen sind üblicherweise gestresst in dieser schnelllebigen Zeit.“ Das sei unabhängig vom Alter der Fall. Soziale Medien würden ihr Übriges tun. „Green Care“ möchte es jedem Individuum ermöglichen, seinen eigenen Rhythmus und seine eigene Zeit mit Pflanzen und Tieren zu finden. „Das ist ein umfassender Kreislauf“, sagt Spieker.

    Das Studium „Soziale Arbeit mit naturgestützter Intervention – Green Care“ spricht viele Zielgruppen und Anwendungsbereiche an: vom Gemeinschaftsgarten bis zur tiergestützten Intervention mit Nutztieren auf einem Bauernhof, von Demenzgärten bis zum Wasserlabor für Kindergartenkinder, von der Forstarbeit im Rahmen einer Resozialisierung für Jugendliche bis zum Land-Art-Projekt in der Arbeit mit psychisch Erkrankten – und mehr.

    Nach sieben Semestern führt es zum Abschluss als staatlich anerkannte Sozialpädagogin/anerkannter Sozialpädagoge. Spieker spricht von einem Studiengang mit viel Praxisbezug. Alle Studierenden – zum Start geht er von 20 Interessenten aus – sollen zudem die Möglichkeiten haben, ihren eigenen Interessen nachgehen zu können. „Wir haben Studierende, die bereits bei Projekten wie therapeutisches Reiten mitwirken. Ich möchte ihnen die Freiheit lassen, sich ein Projekt nach ihrer Neigung zu erarbeiten, das auf zehn Seiten ausformuliert und evaluiert wird.“

    Ferner sollen die künftigen Sozialpädagogen vermittelt bekommen, wo sie Zuschüsse für Projekte beantragen können, welche Förderprogramme und Kostenträger es gibt. Um Natur in ihrer Gänze mit dem Studium im Hörsaal zu verbinden, arbeitet die Hochschule mit Praxispartnern in der Region zusammen. In vielen sozialen Einrichtungen, Bildungsstätten und Bauernhöfen hat die Arbeit mit der Natur und mit Menschen eine lange Tradition.

    „Natürlich ist unser wichtigster Partner das Zentrum für Umwelt und Kultur hier im Kloster Benediktbeuern“, sagt Spieker. Des Weiteren nennt er unter anderem die Brücke Oberland, das Inselhaus und die Herzogsägmühle. „Es gibt eine Nachfrage, die der neue Studiengang bedient“, betont der Dekan. Wer „Green Care“ erfolgreich abschließe, solle sagen können: „Ich gestalte und vermittle, dass und wie es Menschen wieder gut geht.“

  • Montanindustrie: Die Stahlkrise verschärft sich

    Montanindustrie: Die Stahlkrise verschärft sich

    Die Krise der deutschen Stahlindustrie hat sich 2025 verstärkt: Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl haben die Stahlunternehmen noch 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl erzeugt. Das ist der niedrigste Wert seit der Finanzkrise 2009, als 32,7 Millionen Tonnen produziert wurden. Der Rückgang lag im Vergleich zu 2024 bei 8,6 Prozent, wie der Branchenverband in seiner Jahresbilanz berichtete. Sie lag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorab vor. Die Kapazitätsauslastung sei zugleich unter den kritischen Wert von 70 Prozent gefallen.

    Die Produktion sei damit bereits zum vierten Mal in Folge deutlich unter der Marke von 40 Millionen Tonnen geblieben, hieß es. Diese Marke gilt für die Branche als Schwelle für eine auskömmliche Kapazitätsauslastung. „Seit 2018 wurde diese Grenze insgesamt sechsmal unterschritten. Die Branche verharrt damit auf Rezessionsniveau“, so der Verband.

    Auch die Stahlnachfrage auf dem deutschen Markt sei 2025 außergewöhnlich schwach ausgefallen. „Mit auf das Jahr hochgerechneten rund 30 Millionen Tonnen lag auch die Marktversorgung nochmals unter dem schon niedrigen Durchschnitt der vergangenen vier Jahre.“

    Als Hauptgründe für die Einbrüche sieht die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Kerstin Maria Rippel, strukturelle Belastungen: „Für die Branche kommt derzeit vieles zusammen: eine historisch schwache Nachfrage, ein ungebremst wachsender Importdruck und international nicht wettbewerbsfähige Energiepreise.“ So stamme inzwischen rund jede dritte in der EU eingesetzte Tonne Stahl aus dem Nicht-EU-Ausland. Globale Überkapazitäten sowie die immer aggressivere US-Zollpolitik verschärften die Lage weiter.

    Größter deutscher Stahlstandort ist Duisburg

    Bundesregierung und EU-Kommission hätten 2025 zwar damit begonnen, gegenzusteuern, so Rippel weiter. Umgesetzt sei aber „noch lange nichts“. Druck und Tempo müssten hochgehalten werden. „Das Jahr 2026 muss das Jahr der Standortsicherung werden.“ Zentral bleibe neben einem Außenhandelsschutz vor allem die Energiefrage. „Die derzeit nicht wettbewerbsfähigen Strompreise sind eine hohe Belastung und zugleich ein zentraler Hemmschuh für den Umbau der gesamten Stahlindustrie zur Klimaneutralität“, sagte Rippel.

    Deutschland erzeugt in Europa den meisten Stahl. Größter Stahlstandort in Deutschland ist Duisburg, wo die UnternehmenThyssenkrupp Steel und HKM Stahl erzeugen.

  • Malerei: „Es gibt keinen Künstler, der so angefeindet wurde wie ich“

    Malerei: „Es gibt keinen Künstler, der so angefeindet wurde wie ich“

    Foto: Martin Müller Foto: Martin Müller Malerei „Es gibt keinen Künstler, der so angefeindet wurde wie ich“ Georg Baselitz gilt als einer der wichtigsten deutschen Gegenwartsmaler. Ein Gespräch zu seinem 88. Geburtstag – über Hass als Antrieb und die Freiheit nach dem Entschluss, die Welt auf den Kopf zu stellen. Foto: Martin Müller Foto: Martin Müller Malerei „Es gibt keinen Künstler, der so angefeindet wurde wie ich“ Foto: Martin Müller Foto: Martin Müller Georg Baselitz gilt als einer der wichtigsten deutschen Gegenwartsmaler. Ein Gespräch zu seinem 88. Geburtstag – über Hass als Antrieb und die Freiheit nach dem Entschluss, die Welt auf den Kopf zu stellen. Georg Baselitz erinnert mit den knorrigen Gesichtszügen an seine Porträts und Skulpturen, als er im Rollstuhl in sein lichtdurchflutetes, von den Architekten Herzog & de Meuron entworfenes Atelier am Ammersee kommt. An den Wänden stehen teils über vier Meter hohe neue Bilder. Die einen zeigen, auf Goldgrund mit schwarzer Farbe gemalt, seine Frau Elke Kretzschmar, die beiden sind seit 1962 verheiratet. Auf den anderen hat er sich auf schwarzem Untergrund in Gold selbst porträtiert. Teile dieses Zyklus werden demnächst unter dem Titel „Baselitz eroi d’oro“ im Palazzo Cini in Venedig vorgestellt. Auf all diesen Bildern stehen Mann wie Frau auf dem Kopf, das ist das Markenzeichen des vor 87 Jahren im sächsischen Deutschbaselitz (daher sein Künstlername) geborenen und weltweit berühmten Künstlers. Am 23. Januar feiert er seinen 88. Geburtstag. Zeit für ein Gespräch.
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  • Regeländerung: Ecken überprüfen? Der Fußball braucht weniger VAR und nicht mehr

    Regeländerung: Ecken überprüfen? Der Fußball braucht weniger VAR und nicht mehr

    Man stelle sich eine Szene im Fußball-WM-Viertelfinale vor, erste Halbzeit, der Schiedsrichter zieht die gelb-rote Karte, aber in der Wiederholung ist zu sehen, dass der sanktionierte Spieler klar den Ball gespielt hat. Oder: WM-Halbfinale, 85. Minute, abgefälschter Ball, es müsste Abstoß geben, gibt aber Eckball. Flanke, Tor, Finaleinzug durch eine Fehlentscheidung. Das Wehklagen der betroffenen Nation wäre absehbar: Warum guckt der Videoschiedsrichter denn da nicht drauf! Nur, weil er das nicht darf? Warum nicht? Wir haben ihn doch sowieso! Das ist doch verrückt! Und überhaupt, der VAR … und so weiter.

  • Deutsche Handballer: Revanche für das WM-Aus

    Deutsche Handballer: Revanche für das WM-Aus

    Andreas Wolff hat schon vor dem Start dieser Europameisterschaft bewiesen, dass er das offene Wort pflegt. Dem Nachbarn aus der Alpenrepublik hatte er „Anti-Handball“ attestiert, was dort nicht so gut ankam. Die österreichischen Handballer reagierten konziliant, indem sie mit ihrem Sieg gegen die Serben den Deutschen den Weg in die Hauptrunde ebneten. Nun legte Wolf mit einem weiteren Bonmot zur Spielweise des ersten Hauptrundengegners Portugal nach, das genau genommen nicht von ihm stammte. Er erzählte, dass Teamkollege Rune Dahmke das Dienstagabendspiel der Portugiesen beim Sieg gegen den hohen Favoriten Dänemark folgendermaßen zusammengefasst habe: „Hinten schlagen sie auf alles ein, was sich bewegt, und vorn haben sie die Costa-Brüder, die dafür sorgen, dass sie Tore werfen.“

    MeinungHandball

    :Es ist legitim, Gislason zu hinterfragen. Vorerst hat er richtig geantwortet

    SZ PlusKommentar von Ralf Tögel

    Ganz so eindimensional war der Auftritt Portugals nicht, gleichwohl ist die physische Abwehr die große Konstante im Spiel der Iberer. Die beiden Kreisläufer Luís Frade und Victor Iturizza sowie Rückraum-Brocken Salvador Salvador stellen einen zupackenden Innenblock, im Angriff haben die Portugiesen allerdings mehr zu bieten als die in der Tat überragenden Costa-Brüder Francisco, 20, und Martim, 23, von Sporting Lissabon. Bundestrainer Alfred Gislason sieht in ihnen trotz ihres jungen Alters „Weltstars“. Vor allem Francisco wird von vielen als „Jahrhunderttalent“ gefeiert, wie Gislason sagt. „Sie haben auch dann noch Wumms im Arm, wenn sie Körperkontakt haben“, sagt Dahmke, dessen Abwehrstärke wohl wieder vonnöten sein wird, jedenfalls hat er seine muskulären Probleme überstanden.

    Portugal hat mehr als die Superbrüder: Rechtsaußen Areia etwa, der gegen die Dänen die entscheidenden Tore warf

    Aber die Portugiesen haben mehr zu bieten als eine knüppelharte Abwehr und die Superbrüder, die gegen die Dänen jeweils neun Tore erzielten. Rechtsaußen Antonio Areia etwa, der in der Schlussphase nervenstark die entscheidenden Treffer beisteuerte. Frade zählt zu den weltbesten Kreisläufern, seine Dienste hat sich Topklub Barcelona gesichert. Die Erwartungen in der Heimat sind nach dem Dänen-Sieg schlagartig nach oben geschnellt, Trainer Paulo Pereira sieht seine dringlichste Aufgabe darin, „ruhig zu bleiben. Wir müssen uns auf uns fokussieren, auf das, was wir gut gemacht haben, und das, was wir besser machen können.“

    Folglich sind keine Überraschungen zu erwarten, was auch für das deutsche Team gilt: Für die angeschlagenen Dahmke und Lukas Zerbe „sieht es gut aus“, wie Gislason sagte, Rückraumspieler Nils Lichtlein werde ebenfalls rechtzeitig fit. Lichtlein steht stellvertretend für die Breite im Kader, überzeugte gegen Spanien trotz überschaubarer Einsatzzeit mit viel Schwung und guten Ideen. Gute Voraussetzungen, nur das Videostudium des Bundestrainers lief holprig: „Natürlich haben alle die Dänen als Gruppensieger erwartet, das hat mich zwei Stunden gekostet.“ Neben dem Switch in der Spielanalyse wird auch die Anwurfzeit den Rhythmus ändern. Am Donnerstag wird bereits um 15.30 Uhr gespielt, der Ablauf am Spieltag ist somit neu.

    Kein großes Problem, sagt Julian Köster, „darauf können wir uns einstellen, und es trifft die Portugiesen genauso“. Wie dem Gegner denn beizukommen sei, gegen den es bei der WM im Viertelfinale eine Niederlage gesetzt hatte? „Wir müssen körperlich dagegenhalten und unsere Torhüter mit intensiver Abwehrarbeit gut reinbringen. Auch unser Tempospiel wird wichtig sein, dann müssen wir uns nicht im Positionsspiel aufreiben.“ Köster will Revanche: „Das hat schon sehr wehgetan.“

    Auch Gislason glaubt, dass den Torhütern eine Schlüsselrolle zukommen wird, er vertraue auf sein Duo aus Andreas Wolff und David Späth. Aber auch Portugal habe einiges auf dem beziehungsweise im Kasten, sagt Wolff: „Die haben zwei Maschinen.“

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    Kommunalwahl im Landkreis Freising: Die ersten Kandidaten sind raus

    Birgit Mooser-Niefanger und Nicolas-Pano Graßy dürfen zur OB-Wahl antreten, auch für einige andere Wahlvorschläge im Landkreis Freising kamen genug Unterstützerunterschriften zusammen. Zwei bereits nominierte Listen für den Kreistag allerdings werden nicht auf dem Stimmzettel stehen.

  • Prozess in München: Familienvater soll versucht haben, seine Frau zu ermorden

    Prozess in München: Familienvater soll versucht haben, seine Frau zu ermorden

    War Samson K. ein fürsorglicher Familienvater, der innerlich daran zerbrochen ist, dass seine Frau sich von ihm trennen wollte und er die gemeinsamen Kinder kaum mehr sehen konnte? Oder ist der 34-Jährige ein brutaler Tyrann, der seiner Frau drohte, sie schlug und ihr seinen Willen aufzwang – und zuletzt sogar versucht haben soll, sie „heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen“ zu töten? Von Letzterem ist zumindest die Staatsanwaltschaft am Landgericht München I in ihrer Anklage gegen Samson K. überzeugt. Sie hat den 34-jährigen Kundenberater wegen versuchten Mordes an seiner Frau Altea (Name geändert) vor einem Schwurgericht am Landgericht München I angeklagt.