TTS-Player überspringen↵ <!–> ]–>Artikel weiterlesen Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet eine Wurst aus Portugal sichert sich 2026 den Spitzenplatz im internationalen Wurst-Ranking der Plattform „Taste Atlas“. Welche es ist und wie sich deutsche Spezialitäten in der Rangliste schlagen. Die kulinarische Plattform „Taste Atlas“, bekannt für ihre weltweiten Bewertungen traditioneller Speisen und Getränke, hat über 10.000…
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Die deutschen Fußball-Fans stöhnen wegen der steigenden Abo-Kosten im Pay-TV. Inzwischen benötigt man für 1. Bundesliga, Champions League, Europa League und DFB-Pokal vier Abos: Neben Sky/Wow und DAZN sind es noch RTL+ und Prime Video. Bereits diese Anzahl ist Spitze in den fünf europäischen Top-Märkten des Fußballs. In England, Italien und Frankreich sind es je…
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Das Weltwirtschaftsforum ist ein gigantischer Jahrmarkt der Eitelkeiten. Kein Wunder, dass es Donald Trump hier gefällt. In Davos bekommt der selbstverliebte US-Präsident eine Bühne, auf der er seine Show abziehen kann: die Trump-Show. Alle Augen sind auf ihn gerichtet. Ob es den anderen hochrangigen Gästen gefällt oder nicht: Trump ist in diesem Winter der Gast…
Die Bilder gingen vergangenen Donnerstag um die Welt: Vivian Motzfeldt war gerade aus dem Weißen Haus gekommen, jetzt rauchte sie gemeinsam mit ihrem dänischen Kollegen Lars Løkke Rasmussen eine Zigarette. Gefasst und geeint, vielleicht sogar erleichtert? So spekulierten die dänischen Medien.
Da sitzen sie also auf dem Podium, SPD-Fraktionschef Holger Grießhammer und Peer Steinbrück. Die Sozialdemokraten haben den früheren Bundesminister zu ihrer Klausur in Bad Aibling eingeladen. Steinbrück, 79, ist heute Elder Statesman, Steckenpferd Bürokratieabbau. Was gleich auffällt: Er nutzt etwa das dreifache Sprechtempo im Vergleich mit dem bedächtigen Grießhammer. Irgendwie schimmert durch, was Steinbrück in aktiver…
Ein Staplerfahrer aus dem Landkreis Dachau ist wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht München II zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht ordnete zudem die Unterbringung des 41-jährigen alkoholabhängigen Mannes in einer Entziehungsanstalt an. Ende Januar vergangenen Jahres hatte der Staplerfahrer in einer Obdachlosenunterkunft in Dachau einem Mann mit einem Messer in den Rücken…
Die Daunenjacken hängen an der Garderobe vor der Tür. Drinnen im Bürgerhaus sitzen die Haarer an diesem kühlen Januarabend Schulter an Schulter im Warmen. Viele haben Block und Stift in der Hand. Und alle warten gespannt, was der Bürgermeister, die Leute von der Energieagentur und von den Stadtwerken erzählen werden. Es geht um den Wärmeplan,…
Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet eine Wurst aus Portugal sichert sich 2026 den Spitzenplatz im internationalen Wurst-Ranking der Plattform „Taste Atlas“. Welche es ist und wie sich deutsche Spezialitäten in der Rangliste schlagen.
Die kulinarische Plattform „Taste Atlas“, bekannt für ihre weltweiten Bewertungen traditioneller Speisen und Getränke, hat über 10.000 Nutzerbewertungen ausgewertet, um die beliebtesten Würste der Welt zu küren. Das berichtet TRAVELBOOK (gehört wie BILD ebenfalls zu Axel Springer) in der Rubrik Weltspeisen.
Nummer 1 kommt aus Portugal
Den ersten Platz im aktuellen Ranking belegt die portugiesische Alheira de Mirandela. Sie besteht aus klein gehacktem Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch sowie Brot und wird traditionell über Oliven- oder Eichenholz geräuchert. Weitere Zutaten sind Olivenöl, Schmalz, Salz, Knoblauch sowie süße oder scharfe Paprika. In Portugal ist die Wurst sowohl Bestandteil herzhafter Eintöpfe als auch ein beliebtes Hauptgericht – oft kombiniert mit Kartoffeln oder Gemüse.
Zweiter und dritter Platz gehen nach Polen und Spanien
Auf dem zweiten Rang findet sich die polnische Kiełbasa wędzona, eine klassische Räucherwurst, die überwiegend aus gepökeltem Schweinefleisch besteht. „Taste Atlas“ zufolge ist die Wurst eher mild gewürzt, mit Salz, Pfeffer, Knoblauch, manchmal auch Zucker und Majoran. Üblicherweise wird sie gebacken, ist aber auch gegrillt oder in Suppen beliebt.
Bronze geht an die spanische Chistorra, eine kurz gereifte Wurst aus Schweinefleisch, meist aus Bauch oder Backe, gelegentlich mit Rindfleisch. Sie erhält ihre typische rote Farbe durch Paprika, gewürzt wird sie außerdem mit Knoblauch und Salz. Die Chistorra wird in Spanien gern gebraten, gegrillt oder gebacken und ist ein Klassiker unter den Tapas.
Deutsche Würste: Starke Präsenz in den Top 100
Obwohl es für einen Platz ganz oben nicht gereicht hat, sind deutsche Würste im Gesamt-Ranking zahlreich vertreten. Insgesamt 17 deutsche Sorten schaffen es unter die Top 100 – ein deutliches Zeichen für die Beliebtheit der deutschen Wurstkultur.
Am besten schneidet die Nürnberger Bratwurst ab – sie landet auf Platz 6. Die Thüringer Rostbratwurst erreicht Rang 10, gefolgt von einer allgemeinen Nennung der Bratwurst auf Platz 14. Auch regionale Klassiker wie Regensburger Wurst (Platz 24), Weißwurst (Platz 41) oder Frankfurter Würstchen (Platz 63) sind in der Liste vertreten.
Die deutschen Fußball-Fans stöhnen wegen der steigenden Abo-Kosten im Pay-TV. Inzwischen benötigt man für 1. Bundesliga, Champions League, Europa League und DFB-Pokal vier Abos: Neben Sky/Wow und DAZN sind es noch RTL+ und Prime Video. Bereits diese Anzahl ist Spitze in den fünf europäischen Top-Märkten des Fußballs. In England, Italien und Frankreich sind es je drei Abos, in Spanien sogar nur zwei.
Das hat Auswirkungen auf die Gesamtkosten. Hier ist Deutschland der Teuer-Meister im Fußball-Pay-TV. Nimmt man die Regelkosten von den Paketen, die man braucht, sieht es so aus:
► „DAZN Unlimited“ mit Bundesliga und Champions League kostet 34,99 Euro pro Monat im Jahresabo (sogar 44,99 Euro, wenn monatlich kündbar).
► Bei Sky kosten Bundesliga- und Sportpaket (mit DFB-Pokal) über die Sky-Q- oder die Sky-Stream-Box ab 34,99 Euro pro Monat. Sport über die Streaming-Plattform Wow liegt bei 29,99 Euro. Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit verlängert sich das TV-Abo für 57,50 Euro pro Monat, Wow für 44,99.
► Für RTL+ mit Europa und Conference League kommen monatlich 9,99 Euro hinzu.
► Prime Video kostet im Jahresabo 7,49 Euro, 8,99 Euro, wenn man monatlich zahlt.
Das macht zusammen im TV mindestens 87,46 Euro!
Rettung in letzter Sekunde: BVB-Star trifft hier NICHT
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Deutsche Fans zahlen am meisten für Fußball
Bei den Spaniern sind es zwar nur zwei Abos, doch diese sind teuer: Movistar+ für 205 Spiele von LaLiga, den kompletten Europapokal und Pokal-Wettbewerb Copa del Rey kostet ab 64 Euro pro Monat im Rahmen des Fußball-Gesamtpakets. DAZN hat die übrigen 175 Partien von LaLiga im Angebot als Fußball-Paket für 19,99 Euro pro Monat. Hier strahlt DAZN außerdem pro Spieltag eine Partie gratis aus. In Spanien liegen die monatlichen Kosten bei 83,99 Euro.
In England braucht man Sky für Premier League, 2. Liga und Ligapokal (rund 41 Euro pro Monat), TNT Sports für Europapokal inklusive Champions League und den FA Cup (rund 23 Euro) sowie Prime Video für Champions League (ab 6,91 Euro). Abo-Gesamtkosten in England: rund 71 Euro im Monat.
In Frankreich sind es die Abos von Canal+ für den kompletten Europapokal (39,99 Euro monatlich kündbar; 29,99 pro Monat im Jahresabo), BeIN Sports für ein Ligue-1-Spiel und den Pokal (15 Euro) sowie die ligaeigene Ligue-1-Plattform mit acht von neun Partien pro Spieltag (14,99 Euro; 19,99 monatlich kündbar). Das ergibt in Frankreich Gesamtkosten von 59,98 Euro im Monat – 74,98 mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit.
So viel zahlen die Fans in England, Spanien, Frankreich und Italien
In Italien benötigt man Sky/NOW für Europapokal inklusive Champions League und Serie A (19,99 Euro pro Monat) und DAZN für Serie A (34,99), beides kostet monatlich kündbar noch je zehn Euro mehr. Dazu kommt Prime Video für Champions League (4,16 Euro pro Monat im Jahresabo, sonst 4,99). Der Gesamtpreis in Italien beträgt im Jahresabo 59,14 Euro pro Monat, flexibel kündbar sind es 79,97.
[–>In allen fünf Ländern gibt es regelmäßig Angebote: Hier gilt in der Regel, dass diese beim Abschluss eines Abos über zwölf oder 24 Monate greifen. Im Anschluss gilt wieder der reguläre Preis.
In Deutschland bleibt die Rechteverteilung noch in der Saison 2026/27 gleich. Danach kommt mit Paramount+ ein neuer Anbieter ins Spiel. Der US-Konzern erwarb die Champions-League-Rechte für alle Partien am Dienstag sowie den Großteil der Mittwochs-Spiele ab 2027/28. Wie der Abopreis dann aussehen wird, ist offen. Paramount+ kostet in den USA mit Königsklasse und NFL aktuell nur ab 4,28 Euro pro Monat. Ein höherer Preis ist in Deutschland wahrscheinlich. DAZN verliert dann die Champions League und holt die Europa/Conference League hinzu. Hier könnten die Kosten leicht sinken. Sky sollte etwa konstant bleiben. RTL+ hat dann ab 2027/28 keine Top-Liverechte im Europapokal mehr.
Dresden – Flugblätter vom Himmel – die Bundeswehr nutzt dafür Heliumballons. In der Oberlausitz übt das Zentrum Operative Kommunikation ab Sonntag für den Ernstfall. Der Zweck: Bürger informieren, die sonst schwer erreichbar sind. Rund 100 Soldaten aus Mayen in Rheinland-Pfalz werden dafür nach Sachsen verlegt.
Die Übung „Colder Iron 2026“ läuft vom 25. Januar bis 4. Februar. Dabei kommen nur Übungszettel zum Einsatz – darauf: ein Symbol und eine Nachricht an den Finder. Das Landeskommando Sachsen betont: Es handelt sich nur um ein Training zur Festigung der Fähigkeiten.
[–>Auch Polen und Tschechien wissen Bescheid
Eigentlich sollen die Zettel auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz niedergehen. Aber: Wind und Wetter können die Flugbahn verändern. Dann landen sie möglicherweise in umliegenden Ortschaften – oder driften sogar bis nach Polen und Tschechien ab. Deshalb wurden die Nachbarländer vorab informiert.
Finder können den Fund unter der aufgedruckten Adresse melden. Das Papier ist biologisch abbaubar.
Das Weltwirtschaftsforum ist ein gigantischer Jahrmarkt der Eitelkeiten. Kein Wunder, dass es Donald Trump hier gefällt. In Davos bekommt der selbstverliebte US-Präsident eine Bühne, auf der er seine Show abziehen kann: die Trump-Show. Alle Augen sind auf ihn gerichtet. Ob es den anderen hochrangigen Gästen gefällt oder nicht: Trump ist in diesem Winter der Gast in den Schweizer Bergen, um den sich alles dreht.
Die Bilder gingen vergangenen Donnerstag um die Welt: Vivian Motzfeldt war gerade aus dem Weißen Haus gekommen, jetzt rauchte sie gemeinsam mit ihrem dänischen Kollegen Lars Løkke Rasmussen eine Zigarette. Gefasst und geeint, vielleicht sogar erleichtert? So spekulierten die dänischen Medien.
Da sitzen sie also auf dem Podium, SPD-Fraktionschef Holger Grießhammer und Peer Steinbrück. Die Sozialdemokraten haben den früheren Bundesminister zu ihrer Klausur in Bad Aibling eingeladen. Steinbrück, 79, ist heute Elder Statesman, Steckenpferd Bürokratieabbau. Was gleich auffällt: Er nutzt etwa das dreifache Sprechtempo im Vergleich mit dem bedächtigen Grießhammer.
Irgendwie schimmert durch, was Steinbrück in aktiver Zeit auszeichnete: auch mal Schnodderschnauze, Abteilung Attacke. Und war da nicht das mit dem Stinkefinger? Den zeigte er 2013 als SPD-Kanzlerkandidat auf einem Magazin-Cover. Damals republikweit Gesprächsstoff, wochenlang.
Mehr Stinkefinger-Mentalität bei der SPD im Landtag? Diese Frage stellt sich angesichts ihres Überlebenskampfs. Acht Prozent wies kürzlich der „Bayerntrend“ für sie aus. Und da konnten sie fast noch durchschnaufen, andere Umfragen notierten zuletzt nur sechs Prozent; ganz nah dran an der Todeszone. Im Landtag ist die kleinste aller Fraktionen emsig bei vielen Fachthemen. Mediales Echo dafür? Kaum. Kurzum: Die SPD-Fraktion hat ein Wahrnehmungsproblem.
Holger Grießhammer, seit Sommer 2024 Fraktionschef, genießt einen prima Ruf im politischen München. Freundlich, rechtschaffen, das sagen sie in der Partei über ihn – oft sogar bei der Konkurrenz. Als Malermeister mit Betrieb repräsentiert der Oberfranke zudem etwas, das der SPD verloren geht im öffentlichen Image: Handwerk, Bodenständigkeit, Anpacken.
Politik in Bayern
:Wem gehört das Handwerk?
Die Politik umschmeichelt es gerne als „die Wirtschaftsmacht von nebenan“, was angesichts von mehr als 210 000 Betrieben im Freistaat nur gerechtfertigt erscheint. Aktuell streiten die Parteien jedenfalls heftig, wer der einzig wahre Fürsprecher des Handwerks ist. Eine Bestandsaufnahme.
Aber ist das die richtige Strategie: ein freundliches Gesicht im Überlebenskampf? Manchmal denkt man zurück an die Zeit von Grießhammers Vorgänger, Florian von Brunn. Der hat es zwar übertrieben mit den Knalleffekten, gefühlt verging kein Tag, an dem er nicht den Rücktritt eines Ministers gefordert hätte. Von Erfolg war die Strategie auch nicht gekrönt, weder extern (Wahldebakel), noch intern (Putsch). Aber, es wurde viel und oft geredet über die SPD.
In Nürnberg können sie gerade studieren, wie viel Sichtbarkeit Querbürsten erzeugen kann. Der OB-Kandidat der SPD, Nasser Ahmed, hat seine Hautfarbe mit dem N-Wort auf einem Plakat thematisiert. Und gibt plötzlich Interviews in der überregionalen Presse. Vielleicht erhält Grießhammer ja von Steinbrück in Bad Aibling ein paar Tipps, in Sachen Rampensau-Qualitäten.
Ein Staplerfahrer aus dem Landkreis Dachau ist wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht München II zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht ordnete zudem die Unterbringung des 41-jährigen alkoholabhängigen Mannes in einer Entziehungsanstalt an. Ende Januar vergangenen Jahres hatte der Staplerfahrer in einer Obdachlosenunterkunft in Dachau einem Mann mit einem Messer in den Rücken gestochen. Da das Opfer eine dicke Winterjacke anhatte und eine Softshelljacke trug, wurde der Stich abgefedert.
Auslöser für die Tat war nach Überzeugung des Gerichts übersteigerte Eifersucht. Nachdem sich die frühere Partnerin des Angeklagten von diesem getrennt hatte, wollte der Staplerfahrer nicht akzeptieren, dass sich die 40-Jährige mit anderen Männern trifft. Immer dann, wenn er sie in Begleitung eines anderen sah, griff er diesen an. So auch am 26. Januar des vergangenen Jahres. An jenem Tag war der Angeklagte in die Unterkunft gekommen, in der seine frühere Partnerin wohnte. Dort hatte er beobachte, wie sie in das Zimmer eines Mannes gegangen war. Als die beiden das Zimmer gemeinsam verließen, attackierte der Staplerfahrer den Mann mit einem Messer.
Die Staatsanwaltschaft wertete die Tat in ihre Anklage ursprünglich als versuchten Totschlag. Da der Staplerfahrer aber nach Überzeugung des Gerichts keinen Tötungsvorsatz hatte, verurteilte es ihn nur wegen gefährlicher Körperverletzung. Außerdem ging die Kammer davon aus, dass der Alkoholmissbrauch des Angeklagten mit ausschlaggebend war für dessen übersteigerte Eifersucht. Der 41-Jährige kann die vom Gericht angeordnete Maßregel in einer Entziehungsanstalt sofort antreten und kommt nicht in den Vorwegvollzug. Das Urteil ist rechtskräftig.
Die Daunenjacken hängen an der Garderobe vor der Tür. Drinnen im Bürgerhaus sitzen die Haarer an diesem kühlen Januarabend Schulter an Schulter im Warmen. Viele haben Block und Stift in der Hand. Und alle warten gespannt, was der Bürgermeister, die Leute von der Energieagentur und von den Stadtwerken erzählen werden. Es geht um den Wärmeplan, also darum, wie die 25 000 Einwohnerinnen und Einwohner künftig klimaschonend ihre Wohnungen warm bekommen. Und: Was das den Einzelnen kostet.
Als in den Neunzigerjahren die Rathäuser im Münchner Umland begannen, die Versorgung ihrer Bürger in kommunale Hände zu nehmen, war Haar vorn dabei. Zunächst wurden 1998 die inzwischen in Stadtwerke umbenannten Gemeindewerke und eine Gasversorgung GmbH gegründet, 2000 eine Stromversorgung GmbH. In Eglfing entstand ein Nahwärmenetz und das Bayernwerk nahm ein mit Gas betriebenes Blockheizkraftwerk in Betrieb. So lief das lange gut. Man verkaufte Gas und Strom und die Leitungsnetze wuchsen. Doch jetzt hat man ein Problem.
Denn es gilt, dem Klimawandel Einhalt zu gebieten. Der Wärmebereich macht in Haar mit etwa 50 Prozent den größten Anteil am Energieverbrauch aus. Und davon laufen 60 Prozent über Erdgas, während der Anteil erneuerbarer Energiequellen bei 17,8 Prozent liegt. Damit bewegt sich Haar ziemlich genau im bundesweiten Durchschnitt. Was die Stadt erlebt, gilt fürs ganze Land.
Seit Kurzem liegt in Haar der vom Gesetzgeber eingeforderte Wärmeplan auf dem Tisch. Patricia Pöllmann vom Institut für nachhaltige Energieversorgung (Inev) aus Rosenheim hat das 121 Seiten dicke Werk erstellt. Sie bereitet die Haarer an dem Abend mit knappen Worten auf die Größe der Aufgabe vor. „Es ist ein Haufen Arbeit“, sagt sie. Inev hat untersucht, was für alternative Energiequellen in Haar genutzt werden könnten und sich sogar angeschaut, ob das Abwasser ausreichend und warm genug ist, um energetisch genutzt zu werden.
Das ist verworfen worden, stattdessen ist man zu dem Schluss gekommen, dass ein Fernwärmeausbau sinnvoll ist. „Wir sehen, dass wir in Haar eine sehr, sehr dichte Bebauung haben“, sagt Pöllmann. Damit biete sich eine Erweiterung des Leitungsnetzes an. Dafür haben die Stadtwerke mit der Bayernwerk Natur bereits die Wärmeversorgung Haar GmbH gegründet.
Das Blockheizkraftwerk in Eglfing wird mit Gas betrieben. Künftig soll die Wärme aus Geothermie kommen. (Foto: Claus Schunk)
Erschließungsgebiet für Fernwärme ist das Stadtzentrum mit Bahnhofstraße und Leibstraße, öffentliche Gebäude wie das Rathaus und das bis heute mit Gas beheizte Bürgerhaus sollen angebunden werden. Auch ein Anschluss der Schulen ist vorgesehen. Vor allem aber geht es um die Hochhaus-Siedlung im Jagdfeld jenseits der Wasserburger Straße.
Als großen Schritt bezeichnet der Geschäftsführer der Wärmeversorgung Haar, Boris Rührmeier, bei der Veranstaltung im Bürgerhaus, die Wohnungs- und Siedlungsbau Bayern Servicegesellschaft mbH aus München als wichtigen Kunden gewonnen zu haben. Der Versorgungsvertrag umfasse eine jährliche Liefermenge von etwa zehn Gigawattstunden (GWh) umweltfreundlicher Fernwärme für Bestandsgebäude im Jagdfeld. „Und auch weitere Großkunden haben bereits Interesse an einem Anschluss ans Fernwärmenetz bekundet.“
Laut Rührmeier soll im ersten Quartal 2027 mit dem Bau der Fernwärmeleitungen begonnen werden. Noch warte man auf Förderzusagen vom Bund, was ein Jahr dauern könne. Ende 2028 könnte man im Jagdfeld angelangt und die großen Wohnblöcke angeschlossen haben. Es stünden massive Arbeiten an, für die zwei Rohre müssten die Straßen auf 2,5 Meter Breite aufgegraben werden, sagt Rührmeier: „Sie werden es merken, wenn wir zu arbeiten anfangen.“
Die Verlegung von Fernwärmerohren wird nicht ohne Lärm abgehen. (Foto: Alessandra Schellnegger)
Die Anwohner werden den Baulärm erleben. Und sie fragen sich, was sonst noch kommt. Eine 34-jährige Bankangestellte, die ihren Namen nicht nennen mag, stellt an dem Abend ernüchtert fest, dass ihr Haus zwar an einer Fernwärmeleitung Richtung Jagdfeld liegt, aber knapp nicht im Erschließungsgebiet. Die Heizung in ihrem Haus sei gerade kaputt, sagt sie, und frage sich, was sie jetzt machen solle. Kurzfristig werde sie ihre Heizung natürlich reparieren lassen. Aber dann? Werde irgendwann doch ein Fernwärmeanschluss kommen?
„Wir können nicht in kurzer Zeit ganz Haar umbauen“, betont Geschäftsführer Rührmeier. Aber 2028 werde nicht Schluss sein. Man werde dann wohl angrenzende Gebiete angehen. Das Interesse ist groß. Es kommen Fragen aus der Dianastraße. Eugen Reithmann, der im Physikerviertel wohnt, ist interessiert. Ihn schreckt nicht, wenn das noch zehn Jahre dauert. „Ehrlich gesagt, ist das schnell“, sagt er. „Ich habe eine Wärmepumpe, die ist dann kaputt.“
Zuallererst hatte sich die Stadt auf die Suche nach Alternativen zum Gas gemacht. Geothermie war in Haar lange außer Acht gelassen worden. Mittlerweile ist man mit Zorneding und Grasbrunn am Aufbau des Geothermie-Kraftwerks in Vaterstetten beteiligt. Im Jahr 2027 soll gebohrt werden und 2028 könnte den vier Kommunen eine Wärmeleistung von insgesamt gut 20 Megawatt zur Verfügung stehen. Haar will von 2029 oder 2030 an von dort über eine Fernleitung Wärme beziehen. Außerdem setzen die Stadt und ihre Stadtwerke mit ihrem Partner Bayernwerk Natur auf die zwei mit Biogas laufenden Blockheizkraftwerk-Einheiten mit insgesamt vier Megawatt Leistung in Eglfing.
Zusätzlich wird der Bau von zwei mächtigen Grundwasserwärmepumpen vorbereitet. David Philipp von Bayernwerk Natur kündigt im Bürgerhaus an, dass in Kürze Probebohrungen in Eglfing abgeschlossen werden. Der Bau eines Kraftwerks-Gebäudes für die Großpumpen sei neben dem Blockheizkraftwerk vorgesehen.
Auf drei Megawatt Leistung sollen die Grundwasserpumpen ausgelegt sein. Laut Philipp ist mit diesen die notwendige Energie für den Ausbau des Fernwärmenetzes fürs Erste abgesichert. Eine Erweiterung sei möglich, die Grundwasserverhältnisse seien für den Betrieb solcher Pumpen in Haar vorteilhaft. Die reinen Gaskessel am Blockheizkraftwerk, die aktuell die Spitzenlast abdecken, sollen Philipp zufolge zumindest so lange weiter eingesetzt werden, bis die Geothermie zur Verfügung steht. Den Pfad zur CO₂-Reduzierung wolle man weiter beschreiten, auch mit zusätzlichen Anschlüssen.
Fragen nach Preisen und Anschlusskosten werden nur vage beantwortet
Von den potenziellen Kunden interessieren sich viele für die Kosten. Ein Besucher wirft in den Raum, für einen Anschluss könnten 30 000 Euro fällig werden. Eugen Reithmann fragt nach der künftigen Preisstruktur. Hermann Schmidt-Ehrenberg beklagt, dass man einem Fernwärmeanbieter ausgeliefert sei, auch wenn dieser in Schwierigkeiten gerate. Die Preisgestaltung bei der Fernwärme sei oft undurchsichtig. Und überhaupt: „Was kostet uns die CO₂-Bepreisung?“
Viele dieser Fragen bleiben offen, Antworten vage. Rührmeier sagt, der Fernwärmepreis werde identisch sein zum Preis in Eglfing, bei der aktuellen Erzeugerstruktur. Aber was heißt das? Was ist, wenn die Geothermie dazukommt? Das wisse er nicht, sagt der Geschäftsführer der Wärmeversorgung. Noch habe man in Vaterstetten nicht einmal gebohrt.
Den verstärkten Ausbau mit Wärmepumpen, die unter Einsatz von Strom etwa eine dreifache Wärmeleistung erbringen, will Haar mit einer Freiflächen-Photovoltaikanlage unterstützen und auch finanziell erleichtern. Der Bau der Anlage mit 18 Megawatt Leistung könne angegangen werden, verkündet Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU). Für die vier Feldlerchenpaare, die auf dem Areal zwischen Eglfing und Salmdorf brüteten, seien Ausgleichsflächen gefunden.
Wenn all das greift, könnte das Gasnetz in Haar tatsächlich überflüssig werden. „Eine sehr große Frage ist, was passiert mit dem Gasnetz“, sagt Patricia Pöllmann deshalb. Und Boris Rührmeier hat die nächste Baustelle vor Augen. Das Stromnetz, so wie es jetzt ausgestaltet sei, sagt er, „wird dem Ausbau nicht standhalten“.