<!–> –> Das Camp ist fast beendet. Am Samstag fliegt der Tross von Lok Leipzig aus Belek zurück in die Heimat. Zum Abschluss gab es ein solides 2:2 gegen Fortuna Köln. Ein interessantes Duell, weil es doch das Spiel der beiden Tabellenführer war. Lok Leipzig führt die Regionalliga-Staffel im Nordosten an, Fortuna Köln die im…
Der Abend war schon weit fortgeschritten, Vincent Kompany hatte alle Fragen beantwortet, da ergriff er selbst noch mal das Wort: „Wir haben noch nicht über Köln gesprochen“, sagte der belgische Trainer des FC Bayern, den es merklich danach drängte, außer der eigenen Elf auch die Leistung des Gegners zu würdigen. Als „unangenehm von Anfang an…
Er gilt als Ex-Terrorist – nun wird er im Kanzleramt empfangen. Wenn Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa von Montag an Berlin besucht und am Dienstag zuerst auf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und danach auf Kanzler Friedrich Merz (CDU) trifft, soll die Hauptstadt zur Hochsicherheitszone werden. Seit Tagen schon bereiten die Behörden die brisante Visite vor. Eingeladen hatte…
In Iran geht eine furchterregende Woche zu Ende. In den vergangenen Tagen hat das Regime seinem Volk gezeigt, wozu es fähig ist: Es hat einen Massenmord an den eigenen Bürgerinnen und Bürgern befohlen. Wie viele Menschen getötet wurden, oft durch Schüsse in den Kopf, wird die Weltöffentlichkeit vielleicht nie genau erfahren. Mehrere Tausend sind es…
Die Polizeiinspektion Herrsching ermittelt im Fall eines wirklich schweren Diebstahls: Im Verlauf dieser Woche haben Unbekannte aus einem Wald im Ortsteil Lochschwab insgesamt sechs Festmeter Schnittholz geklaut, das entspricht sechs Kubikmetern. Besonders handlich waren die Holzstücke laut Polizeibericht ebenfalls nicht, der Waldbesitzer hatte sich Stämme mit einer Länge von vier Metern am Forstweg in Verlängerung…
Es ist gute Sitte des Deutschen Handballbunds (DHB), kurz vor dem Start in ein großes Turnier einen sogenannten Media Day zu veranstalten. Die Teilnahme ist für alle Nationalspieler verpflichtend bei diesem Termin, der in den Reihen der Sportler nicht nur Begeisterung hervorruft. Also wollte Marko Grgic ein wenig Spaß in die Veranstaltung bringen. Der 22-Jährige…
Fast fühlt man sich an den bekannten Monty-Python-Film „Das Leben des Brian“ erinnert, in dem eine judäische Volksfront gegen die Volksfront von Judäa antritt: In Freising hat sich nach den etablierten Freien Wählern vor 14 Jahren zunächst der erfolgreiche Wählerverein „Freisinger Mitte“ gegründet. Anfang 2025 nun folgte eine Gruppierung namens „Freising für alle“. Und erst…
Der Regierungskoalition und mit ihr auch Jens Spahn steht ein schwieriges Jahr bevor. Der Unionsfraktionschef über Reformdruck, Koalitionskrach, die AfD und die Weltlage – und warum der Griff des US-Präsidenten nach Grönland nicht das Ende der Nato bedeuten muss.
Ein Unfall, der sich am 18. September im Starnberger Ortsteil Söcking ereignete, hat nun ein tragisches Ende genommen. Wie die Starnberger Polizei am Freitag mitteilte, ist das Unfallopfer an seinen schweren Verletzungen gestorben. Der 75-Jährige war in der Riedeselstraße neben seinem Auto gestanden, als eine 73-Jährige mit ihrem Fahrzeug auf die Gegenspur geriet. Dieses erfasste den…
München hat immer wieder Terroranschläge erlebt. Den OEZ-Anschlag 2016. Zwei der zehn NSU-Morde. Das Oktoberfestattentat 1980. Den Brandanschlag auf das jüdische Altersheim 1970. Aber nur gegen die Mörder des rechtsextremen NSU gab es auch einen Prozess. Die Täter der anderen Anschläge wurden entweder nie gefunden, töteten sich selbst oder wurden von der eigenen Bombe zerrissen.
Am Samstag fliegt der Tross von Lok Leipzig aus Belek zurück in die Heimat. Zum Abschluss gab es ein solides 2:2 gegen Fortuna Köln.
Ein interessantes Duell, weil es doch das Spiel der beiden Tabellenführer war. Lok Leipzig führt die Regionalliga-Staffel im Nordosten an, Fortuna Köln die im Westen. Gut möglich also, dass sich beide Klubs nächste Saison in der 3. Liga wiedersehen. „Kleiner“ Unterschied: Während die Kölner als Meister direkt aufsteigen würden, muss der Ost-Meister gegen den Meister aus Bayern wieder durch die Relegation.
Torwart Niclas Müller (in rot) stand mal wieder im Tor des FC Lok Leipzig
Lok startete etwas gehandicapt ins Spiel. Neuzugang Filip Kusic und auch Jonas Arcalean mussten angeschlagen passen. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, erklärt Sportchef Toni Wachsmuth. Nach der Erwärmung winkte auch Stefan Maderer ab. Der Torjäger klagte bereits zuvor über Oberschenkelbeschwerden und Fußprobleme und hatte bereits im letzten Test gegen Oberhausen (3:1) nur mit einer Schmerztablette durchgehalten. Schön dagegen: Torwart Niclas Müller bekam seinen ersten Freiluft-Einsatz nach seiner Verletzung und stand 90 Minuten im Kasten.
Kapitän Djamal Ziane traute sich nach dem Vormittagstraining zumindest bis zur Hüfte ins Wasser
Öztürk und Ziane treffen beim 2:2 gegen Köln
In einem Spiel mit zuweilen etwas übertriebener Härte der Kölner egalisierten Eren Öztürk (78.) und Kapitän Djamal Ziane (84.), der sich am Morgen noch bis zur Hüfte ins Meer gewagt hatte, in der Schussphase das 0:2 durch David Kamm Al-Azzawe (29.) und Enzo Wirtz (47.). Wobei beide Mannschaften nach der Pause kräftig durchwechselten.
[–>Lok verabschiedet sich damit mit einem guten Gefühl aus der Türkei – und feiert Malik McLemore. Der wurde am Freitag 29 Jahre alt und wird sich schon bald selbst das schönste Geschenk machen – die Rückkehr ins Mannschaftstraining. Im Camp rackerte er jedenfalls wie verrückt für sein Comeback.
Der Abend war schon weit fortgeschritten, Vincent Kompany hatte alle Fragen beantwortet, da ergriff er selbst noch mal das Wort: „Wir haben noch nicht über Köln gesprochen“, sagte der belgische Trainer des FC Bayern, den es merklich danach drängte, außer der eigenen Elf auch die Leistung des Gegners zu würdigen. Als „unangenehm von Anfang an bis zum Ende“, lobte er die Elf des 1. FC Köln. Dessen Trainer Lukas Kwasniok nahm das Kompliment befriedigt zur Kenntnis. Die Rückendeckung des renommierten Kollegen kommt ihm gerade recht, da ihm in Köln „eine von außen künstlich erzeugte, negative Stimmungslage“ begegne, wie er am Mittwochabend sagte.
Er gilt als Ex-Terrorist – nun wird er im Kanzleramt empfangen. Wenn Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa von Montag an Berlin besucht und am Dienstag zuerst auf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und danach auf Kanzler Friedrich Merz (CDU) trifft, soll die Hauptstadt zur Hochsicherheitszone werden. Seit Tagen schon bereiten die Behörden die brisante Visite vor. Eingeladen hatte Merz den neuen Mann an der Spitze der syrischen Regierung bereits im Herbst. Die Bundesregierung sei „offen für eine Vertiefung und einen Neustart mit der neuen syrischen Regierung“, sagt ein Regierungssprecher. Ganz oben auf der Agenda der Regierung: die Zukunft Hunderttausender nach Deutschland geflüchteter Syrer – und ihre Rückkehr oder Abschiebung.
In Iran geht eine furchterregende Woche zu Ende. In den vergangenen Tagen hat das Regime seinem Volk gezeigt, wozu es fähig ist: Es hat einen Massenmord an den eigenen Bürgerinnen und Bürgern befohlen. Wie viele Menschen getötet wurden, oft durch Schüsse in den Kopf, wird die Weltöffentlichkeit vielleicht nie genau erfahren. Mehrere Tausend sind es mindestens. Dass man es nicht genau weiß, liegt an etwas anderem, das der Islamischen Republik diese Woche gelungen ist: Während die Führung mit dem Ausland verbunden blieb, ging das Volk offline.
Die Polizeiinspektion Herrsching ermittelt im Fall eines wirklich schweren Diebstahls: Im Verlauf dieser Woche haben Unbekannte aus einem Wald im Ortsteil Lochschwab insgesamt sechs Festmeter Schnittholz geklaut, das entspricht sechs Kubikmetern.
Besonders handlich waren die Holzstücke laut Polizeibericht ebenfalls nicht, der Waldbesitzer hatte sich Stämme mit einer Länge von vier Metern am Forstweg in Verlängerung der Ploetzstraße zum Abtransport bereitgelegt. Dies übernahmen dann aber die unbekannten Holzdiebe irgendwann zwischen dem vergangenen Sonntag und diesem Donnerstag. Wie die Polizei weiter schreibt, weisen Spuren am Tatort darauf hin, dass die Stämme mit einem Lastwagen abgeholt wurden. Wer dies beobachtet hat oder sonstige Hinweise auf die Holzdiebe geben kann, wird gebeten, sich unter Telefon 08152/9302-0 an die Herrschinger Polizei zu wenden.
Es ist gute Sitte des Deutschen Handballbunds (DHB), kurz vor dem Start in ein großes Turnier einen sogenannten Media Day zu veranstalten. Die Teilnahme ist für alle Nationalspieler verpflichtend bei diesem Termin, der in den Reihen der Sportler nicht nur Begeisterung hervorruft. Also wollte Marko Grgic ein wenig Spaß in die Veranstaltung bringen.
Der 22-Jährige schnappte sich ein Mikro und ging den Kollegen „auf die Nerven“, wie er sagte, was in einem kleinen Filmchen auf dem Social-Media-Kanal des DHB zu sehen ist. Grgic nervte Rune Dahmke, brachte David Späth bei einem Interview aus dem Konzept, erklärte Juri Knorr, dass er viel zu leise spreche, und entlockte Kapitän Johannes Golla die Erkenntnis, dass es sein „unzählbarster Medientag“ war. Nur einem wollte Grgic partout nicht begegnen, aus Selbstschutz, wie er anfügte: Torhüter Andreas Wolff. Dem geht man besser nicht auf die Nerven.
Bob Hanning
:„Warum soll man vor Dänemark niederknien?“
„Ich habe alles, was sie brauchen“: Italiens Nationaltrainer Bob Hanning erklärt zum Start der Handball-EM, warum er für die Azzurri ein Glücksfall ist, wie Deutschland um Gold mitspielen kann – und weshalb er sich vom Bundestrainer Alfred Gislason nicht den Mund verbieten lässt.
Man kann sich vorstellen, wie es den österreichischen Werfern bei ihrer 27:30-Niederlage zum Auftakt der EM ergangen sein muss, als sie diesem 1,98 Meter großen Kerl mit seinen muskelbepackten Oberarmen gegenüberstanden. Der 34-jährige Wolff hat nicht nur ein Kreuz vom Ausmaß eines Wandschranks, er verfügt auch über blitzschnelle Reflexe sowie eine enorme Beweglichkeit, die ihn Bälle mit dem Fuß weit über dem Kopf abwehren lässt. Vor allem mit dieser für ihn so typischen Parade, dem Spagat im Stand, verschaffte er sich Respekt bei den Österreichern, die sich häufig zweimal zu überlegen schienen, ob sie den Wurf nehmen. Wolff war der entscheidende Akteur beim deutschen Sieg im ersten Gruppenspiel im dänischen Herning, der insgesamt keine Glanzleistung darstellte, aber immerhin den gelungenen EM-Start gegen einen unangenehmen Gegner.
Trainer Alfred Gislason hatte vor der Partie „Lockerheit“ eingefordert: Die Spieler sollten das Zusammensein genießen, denn der DHB plant erklärtermaßen, dem Turnier möglichst bis zu seinem Ende beizuwohnen. Einem war es dann offenbar zu viel Lockerheit, zumal sich die Spieler nahezu alle untereinander kennen – und zwar teamübergreifend. Sechs Österreicher sind Stammkräfte in der Bundesliga: Elias Kofler vom HSV Hamburg und Lukas Herburger vom Meister Füchse Berlin sind beinharte Abwehrspieler, Jakob Nigg vom TVB Stuttgart war mit sechs Treffern zweitbester Schütze, Torhüter Constantin Möstl und Spielmacher Lukas Hutecek spielen für den Bundesliga-Dritten TBV Lemgo und sind an dessen überraschendem Aufschwung maßgeblich beteiligt. Nikola Bilyk schließlich spielt zusammen mit Wolff für den THW Kiel, und ganz so friedlich-harmonisch wollte es der deutsche Torhüter dann offenbar nicht haben.
Wolff überragt, für Stellvertreter Späth läuft es weniger gut
Jedenfalls attestierte Wolff den Österreichern kurz vor dem Spiel unattraktiven „Anti-Handball, den keiner sehen will“. Das war ein kleiner verbaler Rückfall in alte Zeiten, als Wolff noch von seinem riesigen Ehrgeiz getrieben wurde, als er Spiele am liebsten zu null gewinnen wollte – und diese Haltung mit bissiger Miene untermalte. Er machte sich stets immensen Druck, Misserfolge setzten ihm derart zu, dass er sich Hilfe von einer Sportpsychologin holte. Danach war er spürbar lockerer, mittlerweile ist er Vater, gereift, akzeptiert auch mal schlechte Leistungen – offenbar aber nicht gegen Österreich.
Seine Einlassung aktivierte beim Gegner den letzten Rest an Motivation, wie sein Gegenüber Constantin Möstl, der ebenfalls eine sehr starke Leistung bot, vor dem Spiel festgestellt hatte. Das zeigten die Österreicher – wie auch das, was Wolff mit seiner Kritik gemeint hatte. Nach dem schnellen 1:4-Rückstand nahm Österreichs Trainer Iker Romero, als Aktiver 2005 Weltmeister, seinen Keeper Möstl vom Feld und brachte den siebten Feldspieler. Das ist sein bevorzugtes Mittel, um einen scheinbar überlegenen Gegner aus dem Rhythmus zu bringen. Die Österreicher nahmen fortan Tempo aus der Partie und spielten lange Angriffe, was den Gegner Nerven kostet und Geduld erfordert, doch die deutsche Abwehr war dazu in der Lage.
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Dabei erwies sich Gislasons Maßnahme, in Tom Kiesler und Matthes Langhoff zwei Abwehrspezialisten mit nach Herning zu nehmen, schon zum Turnierdebüt als richtig. Der Isländer hat die jüngsten Turniere genau analysiert und erkannt, dass eine Medaille nur mit einer herausragenden Abwehr erreichbar sein wird. Deshalb vollzog er eine Art Paradigmenwechsel: Bisher hatte Gislason konsequent auf solche Spezialisten verzichtet, nominierte ausschließlich Spieler, die flexibel einzusetzen sind. Gegen Österreich aber waren es Kiesler und Langhoff, die der Defensive zusätzliche Härte verliehen, zudem ermöglichten sie den gesetzten Abwehrkräften Johannes Golla oder Julian Köster Pausen – und damit Ressourcen für den Angriff.
Kapitän Golla war folglich mit sieben Treffern bester Schütze und wurde als „Man Of The Match“ geadelt. Köster, dem drei Tore gelangen, setzte offensiv in kniffligen Situationen wichtige Akzente. Und davon gab es einige. Zwar dominierten die Deutschen das Spiel größtenteils, lagen zur Pause 12:8 und teilweise mit fünf Treffern vorn, aber in der Schlussphase rückte der nie aufgebende Gegner dem DHB-Team noch mal bis auf zwei Tore auf die Pelle. Auch weil Deutschland im Angriff viele Chancen ungenutzt ließ, was Gislason deutlich ansprach: „Da haben wir zu viele Fehler gemacht, teilweise das leere Tor nicht getroffen, da müssen wir uns wirklich steigern.“ In der Tat flog der Ball mehrmals am leeren Kasten der Österreicher vorbei, die taktische Maßnahme des siebten Feldspielers birgt bekanntermaßen das Risiko des verwaisten Tores. Selbst Wolff verfehlte das vermeintlich leichteste Ziel auf dem Spielfeld. So wurde es beim Stand vom 27:25 tatsächlich nochmals eng.
Torwarttrainer Mattias Andersson muss den Bundestrainer beruhigen
Als Sebastian Frimmel schließlich, mit neun Treffern bester Werfer der Partie, zwei Minuten vor dem Ende zum Siebenmeter antrat, blieb es Wolff überlassen, mit einer weiteren Parade in Kopfnähe den Widerstand des renitenten Nachbarn endgültig zu brechen. Womit er auch den Beweis erbrachte, dass ein Erfolg der deutschen Mannschaft nur mit einem funktionierenden Torhüter-Duo gewährleistet ist.
Und dafür muss sich David Späth noch gewaltig steigern. Als König Wolff nämlich einen Ball von Frimmel ans linke Auge bekam und zur Behandlung auf die Bank musste, kam Kronprinz Späth in den Kasten. Doch der 23-Jährige fand überhaupt nicht in die Partie, kassierte in kürzester Zeit fünf Treffer, bei fünf Würfen. Gislason hatte sich das anders vorgestellt, am Spielfeldrand führte er vor Wut einen Veitstanz auf, bis ihn Torwarttrainer Mattias Andersson mühevoll beruhigen konnte. Jedenfalls blieb es bei einem Kurzauftritt, den Späth frustriert zur Kenntnis nahm. Er habe nicht viel falsch gemacht, teilte er mit, und wolle nur nach vorn schauen.
Große Sorgen um den selbstbewussten jungen Torhüter der Rhein-Neckar Löwen muss sich Gislason aber nicht machen, das weiß er: „David hat sich kontinuierlich verbessert. Aus einem Riesentalent ist ein Weltklasse-Torhüter geworden.“ Der Hochgelobte hat dies oft genug bewiesen, etwa beim Gewinn der olympischen Silbermedaille. Die Karriereprognose für Späth lautet, er werde „eines Tages der beste Torhüter der Welt“ sein – sie stammt von keinem Geringeren als dem Teamkollegen Wolff.
Fast fühlt man sich an den bekannten Monty-Python-Film „Das Leben des Brian“ erinnert, in dem eine judäische Volksfront gegen die Volksfront von Judäa antritt: In Freising hat sich nach den etablierten Freien Wählern vor 14 Jahren zunächst der erfolgreiche Wählerverein „Freisinger Mitte“ gegründet. Anfang 2025 nun folgte eine Gruppierung namens „Freising für alle“. Und erst kürzlich gesellte sich der Zusammenschluss „Für Freising“ dazu, der nicht einmal mehr ein Wählerverein sein möchte, sondern nur der Unterstützung einer OB-Kandidatur dient.
Doch weit von Satire entfernt, bestätigt sich in Freising möglicherweise ein Trend zu immer spezifischeren lokalen Identitäten in der Kommunalpolitik. Aus Unzufriedenheit mit etablierten Parteien und dem Wunsch nach einer bürgernäheren Politik entstehen auch andernorts immer neue Wählervereine. Kleinere Parteien spalten sich weiter auf, einzelne Politiker schaffen sich sogar rein personenbezogene Unterstützerstrukturen.
Aber ist das wirklich neu? Schon in den 1950er-Jahren bildeten sich in Bayern kommunale Wählergemeinschaften als Alternative zu den Parteien. Je kleiner eine Kommune, desto geringer schien die Bedeutung von Weltanschauungen, gefragt war pragmatische, parteilose Politik. Erst 1978 organisierten sich diese Gruppierungen in einem Dachverband, 20 Jahre später wurden für die Landtagswahl die Freien Wähler Bayern gegründet, erst 2009 folgte mit der „Freie Wähler Bundesvereinigung“ auch eine Partei.
In Freising hat die Gründung der Freisinger Mitte (FSM) 2011 ein Beben in der kommunalpolitischen Landschaft ausgelöst, das bis heute nachwirkt. Die FSM stellt nicht nur seit 2012 in Tobias Eschenbacher den Oberbürgermeister, der 2026 allerdings nicht zur Wiederwahl antreten wird. Sie ist mit elf Sitzen größte Fraktion in dem mit neun Parteien und Gruppierungen bereits stark fragmentierten 40-köpfigen Stadtrat. Die CSU dagegen hat sich bis heute nicht von der damaligen Abspaltung erholt.
Die Freisinger Mitte entstand mit einem großen Knall
Denn die Gründung der Freisinger Mitte resultierte aus einem konkreten Konflikt mit der „Staatspartei“ CSU, genauer: deren Festhalten am Bau einer dritten Startbahn für den Münchner Flughafen. Deshalb – und aus Unzufriedenheit mit dem OB-Kandidaten Rudolf Schwaiger – traten am 1. September 2011 acht Stadträte aus der CSU-Fraktion aus, darunter Eschenbacher. Mit einem spektakulären Knall war die Freisinger Mitte geboren. Kurz darauf folgte die Vereinsgründung. Heute hat die FSM mehr als 200 Mitglieder – und auch im Freisinger Kreistag sitzt eine siebenköpfige Fraktion.
Vergleichsweise ruhig verlief dagegen 2025 die Geburt des Wählervereins „Freising für alle“ aus der Linken, der kein konkreter Konflikt in der Sache zugrunde lag. Stattdessen ging es um grundlegende Probleme mit „der Bundesebene“ und der fehlenden Authentizität der Politiker auf höheren Ebenen, wie Nicolas-Pano Graßy sagt. Er sei als Linken-Stadtrat „immer für die Bundespolitik in Mithaftung genommen und in eine Schublade gesteckt worden“. Dabei habe er lediglich am Ort Politik machen wollen, sei mit diesem eigenständigen Kurs aber nie durchgedrungen.
Nicolas-Pano Graßy hat die Partei Die Linke verlassen, weil er mit deren Bundespolitik nicht mehr konform gehen konnte. Auf lokaler Ebene aber will er sich weiter politisch engagieren. (Foto: Marco Einfeldt)
Sich stattdessen bei den Freien Wählern zu engagieren, sei nicht infrage gekommen. „Die sind auch schon eine Partei“, sagt Graßy. Und die Freisinger Mitte? Bei deren thematischen Schwerpunkten fehle ihm oft der soziale Aspekt: „Das ist keine Politik, wo ich im Ganzen dahinterstehen kann.“
„Freising für alle“ biete dagegen gezielt einen sozialen Fokus auf die Stadtpolitik. Dafür habe er Unterstützer auch aus den Reihen von SPD, CSU, Grünen und Freien Wählern gefunden – „Leute, die sich für eine Partei niemals als Listen-Kandidaten zur Verfügung gestellt hätten“. Natürlich sei die Fragmentierung des Stadtrats ein Problem, räumt Graßy ein. In anderen Ländern sei das jedoch schon lang gang und gäbe.
OB-Wahl in Freising 2026
:Neun Kandidaten und Kandidatinnen wollen auf den Chefsessel
Nachdem Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte) im März 2026 nicht mehr kandidiert, wird die Wahl in der Domstadt spannend wie schon lange nicht mehr. Sieben Männer und zwei Frauen haben ihren Hut bereits in den Ring geworfen. Die SZ sagt, wer sie sind.
Generell müssten sich die etablierten Parteien dazu fragen, warum sich so viele Menschen von ihrer Politik abwenden, denkt Graßy. „Das liegt vielleicht eher an den Parteien, als an den Menschen.“ Er selbst könne die durch Umfragen belegte Parteien- und Politikverdrossenheit verstehen. Weil er aber Politik machen wolle, setze er auf den unabhängigen Verein, der nun noch 215 Unterstützerunterschriften sammeln müsse.
Und ist der nächste Schritt dann, nicht einmal mehr einen Wählerverein zu haben, sondern nur noch eine Unterstützergruppe für die Wahl einer bestimmten Person? Bürgermeisterin Birgit Mooser-Niefanger, Stadträtin der FSM, die mit „Für Freising“ diesen Weg beschreitet, um ihre Kandidatur als Oberbürgermeisterin zu ermöglichen, sieht das nicht so. Eigentlich sei das eher eine Rückbesinnung auf die Anfänge der Freien Wähler, sagt sie. Auch damals sollte geeigneten Personen jenseits von Parteien die Wahl zum Bürgermeister ermöglicht werden. Und in Freising müsse aktuell die beste Besetzung für die Nachfolge von Eschenbacher gefunden werden.
Bürgermeisterin Birgit Mooser-Niefanger (FSM) möchte sich dem Wettbewerb um das Amt des Freisinger Oberbürgermeisters stellen. (Foto: Marco Einfeldt)
An dieser zentralen Stelle gehe es nicht um einen guten oder schlechten Parteipolitiker, sondern darum, einen Manager oder eine Managerin zu finden, der oder die gut darin sei, Kompromisse im Stadtrat auszuhandeln. Sie traue sich das zu und stelle sich deshalb dem Wettbewerb – sofern ihre Unterstützer die nötigen 215 Unterschriften für die Kandidatur zusammenbringen. Ihre „Partei“ seien damit „gewissermaßen alle Wahlberechtigten“.
Ob die zunehmende Zersplitterung des Stadtrats ein Problem ist? Mooser-Niefanger sieht das differenziert. Eine eigene Liste sei ihr nie in den Sinn gekommen, sagt sie. Und aus ihrer Sicht sei auch eine absolute Mehrheit in einem Gremium wie dem Stadtrat nicht unbedingt erstrebenswert, weil dann viel zu leicht einfach etwas durchgedrückt werde.
Ziel müsse stattdessen sein, dass viele Demokraten gemeinsam um die jeweils beste Lösung ringen. Insofern erlebe man vielleicht sogar eher eine Rückkehr zu den Ursprüngen der Stadtparlamente, als einfach nur honorige, direkt gewählte Vertreter gemeinsam für die Stadt entschieden hätten.
Der Regierungskoalition und mit ihr auch Jens Spahn steht ein schwieriges Jahr bevor. Der Unionsfraktionschef über Reformdruck, Koalitionskrach, die AfD und die Weltlage – und warum der Griff des US-Präsidenten nach Grönland nicht das Ende der Nato bedeuten muss.
Ein Unfall, der sich am 18. September im Starnberger Ortsteil Söcking ereignete, hat nun ein tragisches Ende genommen. Wie die Starnberger Polizei am Freitag mitteilte, ist das Unfallopfer an seinen schweren Verletzungen gestorben.
München hat immer wieder Terroranschläge erlebt. Den OEZ-Anschlag 2016. Zwei der zehn NSU-Morde. Das Oktoberfestattentat 1980. Den Brandanschlag auf das jüdische Altersheim 1970. Aber nur gegen die Mörder des rechtsextremen NSU gab es auch einen Prozess. Die Täter der anderen Anschläge wurden entweder nie gefunden, töteten sich selbst oder wurden von der eigenen Bombe zerrissen.