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    DER SPIEGEL

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    Besuch bei Exil-Iranerin

    »Zwei von unserer Familie sind gestorben, das hat mein Bruder gerade gesagt«

    Sanaz Safaie ist vor acht Jahren aus Teheran geflohen. Von Hamburg aus versucht sie, ihre Familie in der Heimat zu erreichen, doch das Netz ist abgeschaltet. Dann klingelt ihr Telefon.

    Fabian Pieper,

    Birgit Großekathöfer und

    Luis Georg Müller

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    Anrufversuch nach Iran.Sanaz Safaie, Exil-Iranerin:»Ich versuche meinen Vater anzurufen, meine Mutter, meinen Bruder, meine Cousine, meinen Neffen. Seit fünf Tagen konnte ich mit niemanden sprechen.«Sanaz  Safaie ist 2018 aus Teheran nach Hamburg geflohen – der Großteil ihrer Familie und Freunde lebt noch in Iran. Doch seit Tagen hat das Mullah-Regime Internet- und Telefonzugang weitgehend gekappt. Einer ihrer Brüder lebt in London, vielleicht hat er neue Infos? Sie schickt ihm eine Sprachnachricht – in wenigen Minuten wird er sich melden.Was fürchtet Safaie, wenn die Mullahs an der Macht bleiben?Sanaz Safaie, Exil-Iranerin:»Wenn die bleiben nach dieser Revolution, die richten alle Aktivisten hin. Wenn sie es diesmal nicht beenden, dann wäre Iran etwas wie Afghanistan.«Nachrichten aus Iran kommen nur vereinzelt nach draußen – oft über Social-Media-Kanäle, betrieben von iranischen Aktivisten mit illegalen Netzzugängen, für die sie ihr Leben riskieren. Safaie verfolgt die Kanäle rund um die Uhr, sucht nach Hinweisen auf den Verbleib ihrer Verwandten. Es sind schwer zu ertragende Bilder.Sanaz Safaie, Exil-Iranerin:»Die Leute bei diesen Demonstrationen, die waren auf der Straße und die Islamische Republik hat auf sie geschossen. Das ist furchtbar.«Dann kommt ein Anruf.Sanaz Safaie, Exil-Iranerin:»Jetzt ruft gerade mein Bruder an.«Fabian Pieper, SPIEGEL:»Gehen Sie ruhig ran!«Aus Sicherheitsgründen dürfen wir das Gespräch nicht komplett zeigen. Genannte Namen könnten Familienangehörige von Sanaz Safaie in Iran gefährden. Ihr Vater konnte nachts aus Iran anrufen, Telefonate ins Ausland scheinen zeitweise wieder möglich zu sein – es gibt schlechte Nachrichten.Sanaz Safaie, Exil-Iranerin:»Zwei von unserer Familie sind gestorben, das hat mein Bruder gerade gesagt. Und meine Cousine und meine Tante sind verletzt.«Ihre Tante und Cousine wurden angeschossen, aber sie leben noch.Safaie hat selbst schon die Brutalität des Regimes erfahren. Vor ihrer Flucht lebt sie als Schauspielerin und Künstlerin in Teheran, setzt sich damals schon für Frauenrechte ein. Nach einer Auslandsreise wird sie von der Sittenpolizei beschuldigt, eine Spionin zu sein. Sie wird festgenommen, misshandelt und vergewaltigt, so erzählt es Safaie.Sanaz Safaie, Exil-Iranerin:»Wenn jemanden festgenommen wird, egal ob Mann oder Frau, die vergewaltigen die. Die sind Monster. Die sind keine Menschen, die benutzen nur diese Religion für ihre Sache.Ihre Erlebnisse verarbeitet sie in ihrer Kunst.Sanaz Safaie, Exil-Iranerin:»Dieses Bild ist für mich sehr besonders, weil es ein Symbol für Mädchen und Frauen ist, die wie ich vergewaltigt worden sind im Gefängnis. Ich lasse raus meine Wut mit meinem Gemälde. Das ist für mich wie eine Therapie. «Immer wieder versucht die 45-Jährige ihre Angehörigen und Freunde in Iran zu erreichen, befürchtet das schlimmste – und wartet weiter auf Nachrichten aus ihrer Heimat, wo das Regime unterdessen täglich Unschuldige tötet.Sanaz Safai, Exil-Iranerin:»Ich wünsche meinem Volk einfach Frieden, das ist kein Wunsch, das ist ein Traum von mir. Aber leider habe ich dieses Mal keine Hoffnung.«

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  • Spendenaktion für Obdachlose Berlins Bürgermeister erlaubt »Kaffeewette« nun doch Eine Aktion zugunsten

    Spendenaktion für Obdachlose Berlins Bürgermeister erlaubt »Kaffeewette« nun doch Eine Aktion zugunsten

    Spendenaktion für Obdachlose

    Berlins Bürgermeister erlaubt »Kaffeewette« nun doch

    Eine Aktion zugunsten der Berliner Kältehilfe war in den Augen von Kai Wegner problematisch. Berlins Regierender wollte die »Kaffeewette« in diesem Jahr deshalb streichen. Nun hat er es sich anders überlegt.

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    Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin

    Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

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    Sieben Jahre lang gab es die Berliner »Kaffeewette«. Dann entschied der Regierende Bürgermeister der Hauptstadt, Kai Wegner (CDU), damit solle Schluss sein. Nun macht er einen Rückzieher: Die Hilfsaktion zugunsten obdachloser Menschen darf doch stattfinden. Wegner schrieb in einer Mail an die Berliner Bezirke, er wünsche ihnen für die kommenden Tage »viel Erfolg mit Ihrer Kaffeewette«.

    Die Aktion war 2019 in Berlin-Neukölln gestartet worden: Bürger wurden dazu aufgerufen, Kaffeepackungen zur Unterstützung lokaler Kältehilfeeinrichtungen zu spenden. Jeder Bezirk, der es schaffte, mindestens 500 solcher Packungen zu sammeln, erhielt von einem Einzelhändler und mehreren Partnern zusätzlich 2500 Euro als Spende für die Kältehilfe im jeweiligen Bezirk.»Kaffeewette« wohl doch nicht käuflichIn diesem Jahr war die Wette vom 19. Januar bis 5. Februar geplant. Mehrere Bezirke teilten dann aber mit, die Senatskanzlei des Regierenden Bürgermeisters habe das untersagt, weil der Verdacht auf Käuflichkeit oder Bestechlichkeit bestünde. Mehr dazu lesen Sie hier. 

    Zuvor hatte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Berichten zufolge Bedenken zu der Aktion geäußert, es ging um die Form der Wette. Sogar die Stelle für Korruptionsbekämpfung bei der Generalstaatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Ermittelt wurde aber offenbar nicht.

    In seiner Mail an die Bezirke erklärte Wegner nun, die zuständige Senatsverwaltung für Finanzen habe festgestellt, eine Genehmigung sei nicht ausgeschlossen. Die »Kaffeewette« erwecke weder den Eindruck der Befangenheit oder Käuflichkeit, noch gefährde sie das Ansehen des öffentlichen Dienstes.

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    »Wie bei allen öffentlichen Aktionen schauen wir genau hin, wie die Kaffeewette umgesetzt werden kann. Daran arbeiten wir gerade – mit dem klaren Ziel, den positiven Kern der Idee zu bewahren«, hatte Senatssprecherin Christine Richter zuvor mitgeteilt. Wegner finde generell »diesen Ansatz ausdrücklich gut.«

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    Radikale Christen

    Hass im Namen des Herrn

    In Deutschland verbreiten einige Freikirchen und »Christfluencer« einen neuen Fundamentalismus, ähnlich wie in den USA. Absender und Zielgruppe: junge Menschen.

    Ein SPIEGEL-TV-Film von

    Zoë Gerards und

    Mattis Quentin

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    Ein SPIEGEL-TV-Film von Adrian Altmayer

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  • Album der Woche mit Sleaford Mods Wie die Stones in ihrer Disco-Phase

    Album der Woche mit Sleaford Mods Wie die Stones in ihrer Disco-Phase

    Album der Woche mit Sleaford Mods

    Wie die Stones in ihrer Disco-Phase

    Die Sleaford Mods experimentieren auf ihrer neuen Platte mit Gästen und Grooves. Aber tut ihnen das gut? Außerdem: deutsche Indie-Allstars, noch ein oscarreifer Soundtrack von Daniel Blumberg und die neue Playlist.

    Andreas Borcholte

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    Sleaford Mods Williamson, Fearn: Jagger und Richards einer urbanen Blues-Spielart

    Foto: Nick Waplington / Beggars Group

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    Album der Woche:

    Sleaford Mods – »The Demise of Planet X«

    Nicht nur England, der ganze Planet geht den Bach herunter, aber what’s new? Seit 2007, also bald 20 Jahre, arbeitet sich Jason Williamson, Sänger (oder besser: Rohrspatz) der Sleaford Mods in seinem agitierten East-Midlands-Dialekt an allem ab, was in Alltag und Politik nervt, ungerecht, böse oder schlichtweg dumm ist. Für ihre rohe Kompromisslosigkeit, den beständigen Rant auf zumeist sparsam anpeitschenden Beats von Williamsons musikalischem Partner Andrew Fearn, werden die Sleaford Mods gefeiert und von einem über die Jahre immer größer gewordenen Publikum innig geliebt.

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    Auf dem 13. Studioalbum des Duos aus Nottingham lässt die bisher weitgehend stringente Ärger-Energie nun jedoch spürbar nach. Fair enough: Man kann sich nicht dauerhaft so aufregen, auch wenn die Weltlage tagtäglich neue Anlässe bietet; man will ja nicht, dass Williamson, immerhin auch schon 55, einen Herzkasper kriegt.Auf »The Demise of Planet X« wird also eine gewisse Verweichlichung des Ur-Sounds vorangetrieben, die bereits auf dem letzten Sleaford-Mods-Album in fast schon balladenhaften Tracks wie »Smash Each Other Up« begonnen wurde. »UK Grim«, 2023 veröffentlicht, ist nicht nur ihr bisher erfolgreichstes in den britischen Charts, vermutlich bleibt es auf längere Sicht auch ihr bestes, perfekt zwischen Wut und Milde ausbalanciertes Album.

    Andreas Borcholtes Playlist

    Foto: Christian O. Bruch / laif

    Sleaford Mods: Elitest G.O.A.T (feat. Aldous Harding)Robbie Williams: MorrisseyAlice Merton: Ignorance Is BlissMitski: Where’s My Phone?Jo The Man The Music: Rocket ScienceKim Gordon: Not TodayThe Morning Stars: TrapSassy 009: In The SnowKiil: Wasabi EmpireJana Horn: All In BetBonus-Track:Daniel Blumberg & Amanda Seyfried: Clothed By The Sun

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    Williamson scheint durchaus bewusst zu sein, dass sein Geschimpfe eine Pause braucht. Das erste Stück des neuen Albums setzt den Ton für das, was folgt: In »The Good Life« geht es im Prinzip darum, dass der Sänger schlicht nicht anders kann, als andere Bands und alles, was sonst noch so draußen rumläuft, niederzumeckern. Aber in Wahrheit ist ihm klar, dass er ohne all den Brass ein friedlicheres, beschauliches Leben haben könnte. Die aus »Game of Thrones« bekannte Schauspielerin Gwendolyne Christie eröffnet den Track mit irrem Gelächter und fungiert als Stimme des Irrsinns in den Strophen, den überraschend melodischen, sanften Refrain bestreiten Big Special, was nicht ganz ohne Ironie ist, denn das Newcomer-Duo aus den West Midlands gilt als eine Art Goth-Variante der Sleaford Mods. Man könnte diese Kollaboration also eine rückkoppelnde Inspiration nennen.Auch andere Tracks verfügen über diese neue Popsensibilität und einen Groove, den Fearn aus alten Stax-, Motown- und Ska-Platten deriviert hat. Die Specials seien diesmal ein großer Einfluss für die Musik gewesen, sagt Williamson. Wenn man die Sleaford Mods mit ihrem Lamento über die Verhältnisse als urbanen Blues-Act begreift, dann sind die beiden so etwas wie der Mick Jagger und der Keith Richards dieser modernen Spielart. Bleibt man bei der Rolling-Stones-Allegorie, treten die Sleaford Mods jetzt also quasi in ihre Disco-Phase zwischen »Some Girls« (1978) und »Emotional Rescue« (1980) ein. Es gab, damals wie heute, Schlimmeres, aber eben auch Besseres.

    The Demise of Planet X

    Sleaford Mods

    Label: Rough Trade / Beggars Group / Indigo

    Label: Rough Trade / Beggars Group / Indigo

    ca. 14,97 €

    Preisabfragezeitpunkt
    16.01.2026 19.32 Uhr
    Keine Gewähr

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    Einiges auf »The Demise of Planet X« rattert im gewohnten Stakkato-Flow an einem vorbei, anderes, darunter die selbstkritische New-Wave-Ballade »Elitest G.O.A.T.« wird dank lieblicher Refraingesänge von Indie-Songwriterin Aldous Harding zum Popsong. Schön ist auch »No Touch«, ein sozialkritisches Kitchen-Sink-Drama über Drogen und Einsamkeit mit Unterstützung von Sängerin Sue Tompkins. »Bad Santa« und »Flood The Zone« arbeiten sich mit angemessener Säure an toxischer Männlichkeit und Maga-Faschisten ab, »Megaton« zollt der komplexen Diskurslage bei Themen wie Gaza und Israel Tribut und hält die Band auf Äquidistanz zu jeglicher Vereinnahmung: »No War No Death« bleibt die schon früher in sozialen Medien benutzte Polithaltung der Sleaford Mods.Am Ende, im fatalistisch dahingluckernden »The Unwrap«, macht sich fast so etwas wie Resignation breit, wenn Williamson eingesteht, nun aus purer Hilflosigkeit dem Konsumismus verfallen zu sein: »Yeah, I just buy stuff now«, sprechsingt der aus Armut und Arbeiterklasse entkommene Musiker zynisch: Er kaufe sich teure Dinge und sitze dann auf dem Sofa, um sie genüsslich auszupacken. Was soll man sonst machen? Man könne zwar der Straße entfliehen und etwas aus sich machen, aber »no fucker likes ya and no one cares«. Wirklich? Es ist sicher nur eine Phase, Hase. (7.5/10)

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    Kurz Abgehört:Sassy 009 – »Dreamer+«Vom »Pretty Baby«, ihrer Debütsingle von 2017, und dem Bubblegumpop der ersten beiden Alben von Sassy 009 könnte der schwarze Schwan, der sich aus den düsteren und eisigen Sound- und Traumwelten von »Dreamer+« erhebt, nicht weiter entfernt sein. Vier Jahre ließ sich die aus Oslo stammende Elektropop- und EDM-Musikerin, Sängerin und Produzentin Sunniva Lindgård für das Album Zeit, ihre Neuerfindung als eine der zurzeit interessantesten Künstlerinnen des Genres. Konzeptionell funktioniert es in etwa so wie »Eusexua« von FKA twigs, nur dass Sassy 009 nicht in sexuelle Ekstase gerät, sondern in eine eher albtraumhafte Sinnlichkeit. Das erinnert manchmal an eine nicht ganz so mystisch-waldschratige, aber nicht minder gespenstische Version von Fever Ray (»In The Snow«), findet dann in tiefgefrorenen Balladen wie »Dreamer«, »Tell Me« (mit Blood Orange) oder »My Candle« zu einem originellen Darkwave-Industrial Entwurf. (7.2/10)

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    The Morning Stars – »A Hymn Without a Sound«Wer solche Freunde hat, ist gut aufgehoben im Leben. The Morning Stars, eine Art deutsche Indierock-Allstargruppe, entstand einst als Geburtstagsgag für einen gemeinsamen Kumpel. Mit dem Debütalbum dürfen jetzt zum Glück alle an der Wärme und Akribie dieses formidablen Geschenks teilhaben. Die Band aus Sängerin und Musikerin Barbara Morgenstern, Alex Paulick (Kreidler), Sebastian Vogel (Kante, Britta) und Felix Müller-Wrobel (Kante, Sport) sinniert im eröffnenden Dreampop-Postrock von »One of The Doors«, zu welcher Berühmtheit man es vielleicht auch hätte bringen können, wenn man im Leben andere Entscheidungen getroffen hätte. Aber dann gäbe es vielleicht alles andere als soundlose Hymnen wie »Can’t Stand Up« nicht, die an die besseren Zeiten von Arcade Fire erinnern, oder »Trap« mit seinem umwerfenden, aus funky Gitarrenlicks, Bassläufen und Synthie-Gimmicks generierten Road-Movie-Thrillergroove. Ad astra! (7.5/10)

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    Daniel Blumberg – »The Testament of Ann Lee (Original Soundtrack)«»A whole lotta shakin’ goin’ on« ist, pardon, ein blöder Witz, der einem zu diesem Album spontan einfällt, aber auch genauso schnell wieder vergessen werden sollte. Erst mit seinem letzten Soundtrack – zum Architektenhorror »The Brutalist« 

    von Brady Corbet –, gewann der britische Indiemusiker Daniel Blumberg (ehemals Yuck) einen Oscar. Jetzt dürfte er, für seine Musik zum neuen Film von Corbets Ehefrau Mona Fastvold, erneut nominiert werden. Blumberg schrieb Originalmusik und interpretierte uralte religiöse Hymnen für »The Testament of Ann Lee«, ein höchst ungewöhnliches, weil sehr abgründiges, bisweilen arg anstrengendes Kinomusical über die Gründerin der Shaker-Sekte und ihren entbehrungsreichen Auszug vom britischen Manchester in die Neue Welt Amerikas.

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    Die inzwischen so gut wie ausgestorbenen Shaker zeichneten sich durch Fortpflanzungs- und Sexfeindlichkeit aus – und durch ihre polyfonen Schüttelekstasen. Es wird also auch auf Blumbergs Soundtrack voll Gothic-Americana und sinistrer Folkmusik viel und hysterisch herumgeschrien, aber auch sehr schön harmonisch im Chor gesungen. Im Gegensatz zum Film ist Blumbergs Score eine ganz und gar entzückende Angelegenheit. Höhepunkt ist die für den Abspann geschriebene Ballade »Clothed by the Sun«, die Blumberg gemeinsam mit Hauptdarstellerin Amanda Seyfried performt, auf der Leinwand und auch als Sängerin eine sinnliche Urgewalt. (8.0/10)

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    Wertung: Von »0« (absolutes Desaster) bis »10« (absoluter Klassiker)

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  • Hick-Hack um E-Auto-Premie: Regierung verspielt Verbraucher-VertrauenMehr zum Video anzeigen Autobild-Chef fordert Bundesregierung

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    Quelle: BILD

  • Berlin – Irres Gezerre um eine wohltätige Spendenaktion. Erst hatte der Senat

    Berlin – Irres Gezerre um eine wohltätige Spendenaktion. Erst hatte der Senat

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    Berlin – Irres Gezerre um eine wohltätige Spendenaktion. Erst hatte der Senat die seit 7 Jahren in Berlin etablierte Kaffeewette wegen rechtlicher Bedenken gestoppt. Freitagabend plötzlich die Kehrtwende!

    Darum geht es: 2019 rief der Supermarktbetreiber Michael Lind die Kaffeewette mit Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (39, SPD) ins Leben. In diesem Jahr wollten sich 11 Bezirke beteiligen.

    Das Prozedere: Zunächst geben Bürger Kaffeepackungen in Rathäusern und Bibliotheken ab. Parallel dazu wetten inzwischen vier Einzelhändler auf die gespendeten Mengen – und machen dafür Geld locker. Diesmal sollten 500 Packungen mit 2500 Euro belohnt werden. Beides, Geld und Kaffee, kommt der Kältehilfe zugute.

    Supermarkt-Betreiber Michael Lind ist fassungslos

    Supermarkt-Betreiber Michael Lind ist fassungslos

    Ein Bezirk blockte ab, schaltete Juristen und Korruptionsbekämpfer ein: Das grün regierte Friedrichshain-Kreuzberg witterte den Verdacht einer Vorteilsannahme, weil die Unternehmen durch ihre guten Taten Gratiswerbung erhielten.

    Am Ende wurde die Senatskanzlei eingeschaltet. Eine Sachbearbeiterin teilte den Rathauschefs am 14. Januar mit, dass man sich den rechtlichen Bedenken anschließe – der Regierende Bürgermeister stimme der Aktion nicht zu. Für Initiator Lind ein Schlag ins Gesicht.

    Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel (SPD) ist sauerm weil der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU)

    Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel (SPD) ist sauer auf den Regierenden Bürgermeister

    Wegner gibt am Freitag doch noch sein Okay

    Empört zeigte sich auch Neuköllns Bürgermeister Hikel: „Ich kenne Lind seit Jahren. Er ist ein stiller Spender, wollte nie in die Öffentlichkeit. Allein der Vorwurf ist absurd: Er stellt sämtliche engagierten Unternehmer unserer Stadt unter Generalverdacht.“

    Und dann wundert Hikel sich: „Spenden für das Hoffest des Regierenden Bürgermeisters sind möglich – aber nicht für die Obdachlosen in Berlin.“

    [–>Freitagabend zieht der Regierende die Reißleine. In einer E-Mail informierte Kai Wegner die Bezirke darüber, dass nicht nur das Sammeln des Kaffees, sondern auch Wette und Unternehmerspende an sich in Ordnung seien: „Da durch die Kaffeewette weder der Eindruck der Befangenheit oder Käuflichkeit erweckt werden kann, noch das Ansehen des öffentlichen Dienstes gefährdet wird, erteile ich hiermit vorsorglich die Genehmigung.“

    Nach dem Hickhack sammeln die Bezirke nun ab Montag Kaffeepäckchen an ihren Rathaus-Pforten (bis 5.2.).

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    FCK-Star Naatan Skyttä (23) erzählt im exklusiven BILD-Interview, was er vom Vergleich

    FCK-Star Naatan Skyttä (23) erzählt im exklusiven BILD-Interview, was er vom Vergleich mit Lionel Messi hält und bei welchen Temperaturen er so richtig aufblüht.

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    SPIEGEL Shortcut zum Coup von Gelsenkirchen

    »Im Treppenhaus waren die Bewegungsmelder abgeklebt«

    Um den Tresorraum der Sparkasse in Gelsenkirchen zu plündern, folgten die Diebe offenbar einem ausgeklügelten Plan. Der SPIEGEL hat rekonstruiert, wie der Einbruch gelang – und warum er fast aufflog.

    Katharina Zingerle und

    Lukas Eberle

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    SPIEGEL Shortcut

    Wir erklären euch jeden Tag ein wichtiges Thema – kurz und verständlich. Für alle, die informiert mitreden wollen. Dafür sprechen Regina Steffens und Maximilian Sepp mit Kolleginnen und Kollegen vom SPIEGEL.Uns interessiert, wie euch Shortcut gefällt. Hier könnt ihr uns Feedback geben. 

    Alle Folgen als Video

    Alle Folgen als Podcast

    Ilyass Alaoui, Sven Christian, Canan Edemir, Philipp Fackler, Natascha Gmür, Florian Hofmann, Christina Koppenhöfer, Kim Ly Lam, Marius Mestermann, Maximilian Sepp, Regina Steffens, Christian Weber, Katharina Zingerle

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    Sparkasseneinbruch in Gelsenkirchen: Jetzt suchen sie nach »der einen Spur«

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    DER SPIEGEL

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    SPIEGEL Shortcut zum Coup von Gelsenkirchen

    »Im Treppenhaus waren die Bewegungsmelder abgeklebt«

    Um den Tresorraum der Sparkasse in Gelsenkirchen zu plündern, folgten die Diebe offenbar einem ausgeklügelten Plan. Der SPIEGEL hat rekonstruiert, wie der Einbruch gelang – und warum er fast aufflog.

    Katharina Zingerle und

    Lukas Eberle

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    SPIEGEL Shortcut

    Wir erklären euch jeden Tag ein wichtiges Thema – kurz und verständlich. Für alle, die informiert mitreden wollen. Dafür sprechen Regina Steffens und Maximilian Sepp mit Kolleginnen und Kollegen vom SPIEGEL.Uns interessiert, wie euch Shortcut gefällt. Hier könnt ihr uns Feedback geben. 

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    Ilyass Alaoui, Sven Christian, Canan Edemir, Philipp Fackler, Natascha Gmür, Florian Hofmann, Christina Koppenhöfer, Kim Ly Lam, Marius Mestermann, Maximilian Sepp, Regina Steffens, Christian Weber, Katharina Zingerle

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  • Streit um Grönland US-Senatoren besuchen Dänemark – Bundeswehr trifft in Nuuk ein

    Streit um Grönland US-Senatoren besuchen Dänemark – Bundeswehr trifft in Nuuk ein

    Streit um Grönland

    US-Senatoren besuchen Dänemark – Bundeswehr trifft in Nuuk ein

    Mehrere US-Politiker wenden sich mit einem Besuch in Kopenhagen demonstrativ gegen Trumps Griff nach Grönland. Die 15 Soldaten der Bundeswehr sind nach SPIEGEL-Informationen unterdessen auf der Arktisinsel gelandet.

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    Lisa Murkowski, die republikanische Senatorin von Alaska, bei einem Besuch in Kopenhagen

    Foto: Sebastian Elias Uth / Ritzau Scanpix / AP / dpa

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    Solidaritätsbekundung in Kopenhagen: Mehrere US-Senatoren haben die Grönlandpolitik von US-Präsident Donald Trump kritisiert – bei einem Besuch in Dänemark. »Grönland sollte als Verbündeter gesehen werden, nicht als Besitz«, sagte die republikanische US-Senatorin Lisa Murkowski bei einer Pressekonferenz im dänischen Parlamentsgebäude.

    Murkowski sowie weitere Senatoren und Mitglieder des US-Repräsentantenhauses trafen zuvor Parlamentarier aus Dänemark und Grönland. Ein Treffen mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen war ebenfalls geplant.Die Republikanerin Murkowski sitzt für den US-Staat Alaska im Senat und ist bekannt für ihre Kritik an US-Präsident Trump. Sie hatte einen Gesetzentwurf mit auf den Weg gebracht, der den US-Präsidenten bremsen soll: Es wäre der Trump-Regierung dann verboten, das Gebiet eines Nato-Staats ohne Zustimmung des Bündnispartners zu annektieren, zu besetzen oder anderweitig zu kontrollieren.

    Mehr Bundeswehrsoldaten als geplantDas weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks. Mehrere Nato-Verbündete senden nun Soldaten für eine Erkundungsmission auf die Arktisinsel.15 Soldaten der Bundeswehr sind nun nach SPIEGEL-Informationen eingetroffen, ursprünglich war der Einsatz von 13 Soldaten geplant. Sie landeten in Nuuk mit einem von den Dänen gemieteten Charterjet. Auch Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande beteiligen sich an der Mission. Ziel sei es, zu sondieren, wie andere europäische Nationen das Königreich bei der »Gewährleistung der Sicherheit in der Region« unterstützen können, hieß es aus dem Bundesverteidigungsministerium.

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    Der SPIEGEL-Leitartikel von Paul-Anton Krüger

    Ansprüche auf Arktisinsel: US-Präsident droht Gegnern seiner Grönland-Politik mit Strafzöllen

    Trump hatte seinen Griff nach Grönland immer mit strategischen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten begründet. Er sprach von einer Bedrohung durch China und Russland. Chris Coons, demokratischer Senator aus Delaware und ebenfalls in Dänemark zu Gast, sagte nun: »Gibt es Bedrohungen für die Sicherheit Grönlands durch Russland und China? Nein, derzeit nicht.«Der frühere Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg mahnt die Europäer, die Grönland-Drohungen aus dem Weißen Haus ernst zu nehmen. Gegenüber Putin setzt er auf Ausdauer. Lesen Sie hier das Interview Stoltenbergs mit dem SPIEGEL 

    mgb/jml/dpa

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