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Hamburg – Es ist ein Prozess, wie ihn Deutschland noch nie gesehen hat: Seit dem 11. Juli steht Christina Block mit ihrem Lebensgefährten Gerhard Delling vor Gericht. Der Vorwurf: Die Steakhaus-Erbin („Block House“) soll die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder Theo (11) und Klara (14) in Auftrag gegeben haben, die Sportschau-Legende ist wegen Beihilfe angeklagt.
BILD berichtet über jeden Verhandlungstag im Live-Ticker direkt aus dem Gerichtssaal.
Das Verfahren beginnt unter großem Interesse
► Der Prozess begann mit großem Medienrummel und der Verlesung der 148 Seiten langen Anklage. Erstmals wurde die Öffentlichkeit über die unglaublichen Vorwürfe, denen sich Block stellen muss, informiert. Am Ende des Tages fuhren Block und Delling im Cabrio von Anwalt Otmar Kury davon.
Christina Block nimmt auf der Rückbank Platz. Ihr Anwalt Otmar Kury zu den Medienvertretern: „Wir hören das Mozart-Requiem und geben jetzt keine Erklärungen ab.“
► Der zweite Prozesstag endete dagegen schon nach 54 Minuten. Der Grund: Der Anwalt des ebenfalls angeklagten Block-Familienanwalts Dr. Andreas C. forderte das Hinzuziehen weiterer Verfahrensakten. Lesen Sie im Live-Ticker nach, was an den ersten beiden Prozesstagen passiert ist.
Christina Block spricht erstmals
► Der dritte Prozesstag: Christina Block spricht erstmals selbst, sie beginnt ihre lang erwartete Aussage. Was sie erzählt, klingt wie aus einem Action-Film. Sie streitet ab, dass die gewaltsame Entführung von ihr gewollt war. Als sie ihre Kinder nach der Entführung in Süddeutschland abholen wollte, erwarteten sie Männer in Strumpfmasken.
Der Tatort in Dänemark: Hier wurden die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 entführt
► Am vierten Prozesstag fehlte einer: Zwischenzeitlich hatte sich Christina Block von Star-Anwalt Otmar Kury getrennt. Vor Gericht sprach sie über bizarre Entführungspläne und über ihr enges Verhältnis zur israelischen Ex-Soldatin und Entführerin Keren Tenenbaum (genannt Olga). Dieser habe sie am Tag der Entführung noch den Aufenthaltsort der Kinder mitgeteilt.
Keren Tenenbaum soll die rechte Hand des Chefs der Entführer gewesen sein. Unter dem Decknamen „Olga“ baute sie ein enges Verhältnis zu Christina Block auf. Sie befindet sich auf der Flucht
► Nach dem Ende ihrer Aussage musste Christina Block am fünften Prozesstag ins Kreuzverhör. Dabei gab sie weitere Details preis: nicht nur zum Tag nach der Entführung, sondern auch zur Rolle ihres Partners Gerhard Delling. Sie muss die Befragung wegen Erschöpfung schließlich abbrechen.
Ein Entführer packt aus
► Der sechste Prozesstag begann zunächst als eine Schlacht zwischen den Anwälten. Nach langem Streit darüber, welche Fragen an Block gestellt werden dürfen, begann der israelische Ex-Soldat Tal S. (36) seine Aussage. Er beschrieb den angeblichen Wunsch der Familie Block, die Kinder zurückzuholen: „Notwendigerweise auch durch einen Kraftakt, also mit Macht.“
Der Angeklagte Tal S. (36) ist einer der Block-Entführer
► Auch am siebten Prozesstag sprach Tal S. weiter und berichtete, wie er bei der Entführung der Kinder half und dabei brutal auf Block-Ex Stephan Hensel einprügelte. Dieser nahm seine emotionale Entschuldigung an.
► Am achten Prozesstag endete die Aussage des Israeli, danach stellte er sich den Fragen der Anwälte. Am Ende stand die Frage: Wer ist der mysteriöse blonde Riese?
Der Ex-Mann spricht
► Stephan Hensel nahm am neunten Prozesstag auf der Zeugenbank Platz und sprach über die Todesangst, die er während der Entführung hatte. Auch die Mitangeklagten Uta B. (Christina Blocks Cousine) und der ehemalige Zielfahnder Andreas P. machen ihre Aussage.
Nebenkläger Stephan Hensel neben seinem Anwalt Philip von der Meden
► Am zehnten Prozesstag wurde auch Stephan Hensel von den Anwälten befragt. Am Ende von Hensels Aussage zeigte sich der Entführer Tal S. „zutiefst erschüttert“. Hensel erklärte außerdem, er habe die Veröffentlichung eines Buchs von Gerhard Delling verhindert.
► Erstmals ist am elften Prozesstag auch eine Kinderpsychiaterin im Gerichtssaal. Christina Blocks Verteidiger Ingo Bott nimmt Stephan Hensel ins Kreuzverhör. Hensel schildert das Leben seiner Familie nach der Entführung – seine Worte klingen, als lebten die Kinder im Zeugenschutzprogramm.
Das Haus, in dem Stephan Hensel und die Kinder in Dänemark gelebt haben, steht heute zum Verkauf
► Am zwölften Prozesstag endete die Befragung von Hensel – und es wurde schmutzig vor Gericht! Bei der andauernden Befragung Stephan Hensels kamen einige Streitigkeiten zwischen ihm und seiner Ex-Frau ans Licht. Er machte ihr massive Vorwürfe im Umgang mit den Kindern.
Block beantwortet Fragen
► Christina Block brach am dreizehnten Prozesstag mehrfach in Tränen aus, als sie wieder das Wort ergriff. Sie las die Fragen von Hensel-Anwalt Philip von der Meden vor und beantwortete sie direkt. Dabei ging es unter anderem um Wolfgang Kubicki und Ex-BND-Präsident August Hanning.
► Am vierzehnten Prozesstag stellte sich Christina Block erneut den Fragen der Anwälte. Sie sprach über die Zeit mit ihren Kindern in Hamburg nach der Entführung. Ihr Sohn Theo soll geweint und gesagt haben: „Ich will hier nicht weg.“
Christina Block hinter ihrem Lebensgefährten Gerhard Delling auf dem Weg zum Landgericht
Zeugenaussagen beginnen
► Ein dänischer Zeuge erzählte am 15. Prozesstag, wie er die Entführung der Kinder vom Fenster aus beobachtete. Er sah, wie sich eines der Kinder wehrte und in ein Auto gezerrt wurde. Im Gerichtssaal wird anschließend ein Brief vorgelesen, den Christina Blocks Eltern angeblich in der Nachbarschaft von Stephan Hensel in Dänemark verteilt haben.
► Ein Privatdetektiv wurde am 16. Prozesstag als Zeuge vernommen und schilderte detailliert, wie er Stephan Hensel und seine Familie in Dänemark ausspionierte. Dabei geriet er bei den gezielten Nachfragen der Richterin Isabel Hildebrandt ins Schwanken.
Der Privatdetektiv Karsten Sch. wurde von Eugen Block für die Observation engagiert
► Der Hamburger Hafenchef nahm am 17. Prozesstag auf der Zeugenbank Platz und sprach über seine Rolle im Entführungsfall. Im Anschluss las die Richterin geheimnisvolle Stichworte aus dem Notizbuch eines Entführers vor. Immer wieder fiel dabei der Name Eugen Block.
► Am 18. Prozesstag sprach der geheimnisvolle Zeuge Alon Katzir-Shimoni. Mehrfach wurde der Saal aus Gründen der Staatssicherheit geräumt und hinter verschlossenen Türen weiter ausgesagt.
► Am 19. Prozesstag ging es vor Gericht auch um Blocks geheimes Tagebuch. Ihr Verteidiger hatte sich wegen einer angeblich nicht ordnungsgemäßen Beschlagnahmung dafür eingesetzt, dass die Aufzeichnungen und Sprachnachrichten nicht als Beweismittel verwendet werden dürfen. Ohne Erfolg!
Dr. Ingo Bott ist der Verteidiger von Christina Block
Block-Mitarbeiter sagen aus
► Nach einer überraschenden Erklärung von Christina Block zu Beginn des 20. Prozesstages sagten der ehemalige Geschäftsführer und der aktuelle Finanzchef der „Block Gruppe“ aus. Dabei wurde bekannt, dass durch die Entführer Hotelkosten von rund 230.000 Euro entstanden.
► Der 21. Prozesstag endete turbulent. Kurz vor Schluss drohte die Richterin Christina Block mit einem Haftbefehl, diese hatte unerlaubt Zeugen kontaktiert. Der Anwalt Gerhard Dellings stellt im Anschluss im Namen seines Mandanten einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens. Das heißt: Abbruch und Neustart des Prozesses.
Dr. David Rieks ist der Anwalt von Sportschau-Legende Gerhard Delling
► Am 22. Prozesstag sollte eigentlich Klara Hensel, die Tochter von Christina Block, als Zeugin aussagen. Doch die Vernehmung des Entführungsopfers wurde auf Mitte Dezember verschoben. Stattdessen wurde es still im Saal, als minutenlang die Aufnahmen des Notfallknopfs aus der Tatnacht abgespielt wurden.
Der Chef-Entführer kommt nach Hamburg
► Erstmals betrat Astrid H. (39) am 23. Prozesstag den Gerichtssaal im Block-Prozess. Sie schilderte, wie die brutale Entführung die Kinder bis heute psychisch belastet. Zwischendurch wandte sie sich sogar direkt an Christina Block.
► Er war der große Unbekannte: Chef-Entführer David Barkay kam am 24. Prozesstag nach Hamburg und begann seine Aussage. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen kam er zum Gerichtssaal. Er berichtete unter anderem, dass Christina Block ihn angefleht habe, ihre Kinder nach Deutschland zu bringen
► David Barkay setzte seine Aussage am 25. Prozesstag fort. Dabei rückte immer wieder Familienpatriarch Eugen Block in den Fokus, laut Chef-Entführer war dieser „die ganze Zeit involviert“.
David Barkay bei seiner Ankunft im Flughafen Hamburg
Der Prozess geht ins neue Jahr
► Am 26. Prozesstag setzte David Barkay seine Aussage fort und berichtete von der Zeit vor der Entführung und seinem Verhältnis zur Familie Block. Der Kronzeuge soll zu einem künftigen Zeitpunkt erneut aussagen.
► Wenige Tage vor den Weihnachtsfeiertagen wurde am 27. Verhandlungstag nur Formales besprochen, der Prozess wurde nur für dreißig Minuten angesetzt.
► Am 28. Prozesstag, der ersten Verhandlung im Jahr 2026, sagten zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamtes aus. Die Sozialpädagoginnen schilderten, wie sie die Kinder und Christina Block kurz nach der Entführung erlebten.
Es ist Winter: Christina Block und ihr Verteidiger Ingo Bott am 28. Prozesstag
► Der 29. Prozesstag begann mit einem Hammer! Die Vorsitzende Richterin gab gleich zu Beginn bekannt: Die Staatsanwaltschaft hat zwischenzeitlich die flüchtige Mit-Entführerin Keren Tennenbaum vernommen. In der Verhandlung sagten dann zwei ehemalige Mitarbeiter des Block-Hotels Grand-Elysée aus. Einer berichtete von Vorfällen, bei denen er das Gefühl hatte: Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu.
► Der Entführer-Boss David Barkay hat mit seiner Aussage vor dem Hamburger Landgericht die Block-Familie am 30. Verhandlungstag stark belastet. Er behauptet über seinen Auftrag: „Es war ganz klar die Mission, die Kinder aus Dänemark zurückzuholen.“
Der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen, zahlreiche Zeugen und Befragungen stehen weiterhin aus. Ursprünglich waren 37 Verhandlungstage bis zum 23. Dezember 2025 angesetzt, dann wurde der Prozess bis Ende März verlängert. Jetzt ist klar: Der Prozess wird bis mindestens Ende Juni andauern. Es wird inzwischen über eine weitere Verlängerung nachgedacht.









