Der Großteil der Berliner Landesparteien zeigt sich besorgt über den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. »Dass eine gesichert rechtsextreme Partei in einem deutschen Landtag so
deutlich vorn liegt, ist eine Zäsur für unser Land«, sagte der Berliner CDU-Generalsekretär Lukas Krieger.
Das Ergebnis zeige, worum es auch in Berlin gehe, nämlich um das
»freiheitlich-demokratische Fundament« der Stadt. In zwei Wochen findet in Berlin die Abgeordnetenhauswahl statt.
Der SPD-Spitzenkandidat für Berlin, Steffen Krach, sprach angesichts des AfD-Wahlsieges von einer »Katastrophe«. Als Vater von drei Kindern mache er sich große Sorgen, »ob sie in
Deutschland auch in Zukunft in einer Demokratie leben können«. Auch der Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf bezeichnete das Wahlergebnis als schockierend. Die Spitzenkandidatin der Linken für die Abgeordnetenhauswahl, Elif
Eralp, sprach von einem »historischen Bruch«. Sie wisse, dass viele
Menschen auch in Berlin nun Angst hätten.
Die AfD-Landeschefin Kristin Brinker beglückwünschte die AfD in Sachsen-Anhalt. »Ulrich Siegmund und die
sachsen-anhaltische AfD haben einen großartigen Wahlsieg errungen und
ein Ergebnis erzielt, dass der AfD noch vor kurzem niemand zugetraut
hätte«, sagte sie. In aktuellen Umfragen für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin steht die Linkspartei vorn, dahinter CDU, Grüne und AfD.
In Sachsen-Anhalt erreichte die AfD bei der Landtagswahl laut aktuellen Hochrechnungen 44,2 Prozent der Stimmen. Die CDU liegt mit 17,4 Prozent weit dahinter, gefolgt von SPD und den Grünen (beide neun Prozent). Die Linke kann aktuell mit 8,6 Prozent der Stimmen rechnen, das BSW würde mit aktuell 5,1 Prozent knapp in den Landtag einziehen.

