Kurz nach Bekanntgabe der ersten Prognosen zu der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat sich AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund offen für eine Koalitionsregierung gezeigt. Er wolle »allen möglichen Kräften die Hand ausstrecken, wenn sie mit uns
eine grundsätzliche politische Kehrtwende herbeiführen wollen«, sagte Siegmund in der ARD. Vor der Wahl hatte er angekündigt, nur im Fall einer
absoluten Mehrheit für seine Partei Ministerpräsident werden zu wollen.
Die AfD-Co-Bundesparteivorsitzende Alice Weidel erhob im ZDF den Regierungsanspruch ihrer Partei in Sachsen-Anhalt. »Das ist ein historisches Ergebnis und es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag«, sagte Weidel. Wie die Regierung zustande komme – »vielleicht auch durch eine Tolerierung oder durch eine Koalition« – werde sich noch zeigen.
Sven Schulze räumt Niederlage ein
In seiner Rede gratulierte CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Sven Schulze der AfD zum Wahlsieg. »Es ist für uns auch eine Niederlage«, sagte Schulze. Zugleich lobte er die hohe Wahlbeteiligung. »Wir haben eine Wahlbeteiligung, die wahrscheinlich zwischen 75 und 80 Prozent liegt. Das hatten wir für eine Landtagswahl so auch noch nie.« Damit hätten die Menschen ein Zeichen gesetzt.
Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) sprach von einer Zäsur für die CDU. »Das ist ein Ergebnis, das uns trifft, gerade als Christdemokraten, wo wir uns mal gegründet haben, um gerade für Menschlichkeit und miteinander zu stehen«, sagte sie ebenfalls im ZDF. »Und deswegen ist es ein sehr, sehr schwieriges Ergebnis, dass wir einerseits zu akzeptieren haben, dass wir aber sicherlich nicht hinnehmen werden.«
Linken-Spitzenkandidatin spricht von »schwarzem Tag für Sachsen-Anhalt«
Die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern zeigte sich besorgt über die Sicherheit von Minderheiten und queeren Menschen in dem Bundesland. »Mir ging durch den Kopf, dass das wirklich ein schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt ist«, sagte sie auf die Frage nach ihren aktuellen Gefühlen. »Ich kann all den Menschen nur zurufen, dass wir als Linke weiterhin an ihrer Seite stehen, dass wir also weiter an der Seite derer stehen, die für Frauenrechte kämpfen, für starke Gewerkschaften, für Menschen, queere Menschen«, sagte sie. Die Linke stehe aber auch »an der Seite der Wirtschaft, die auf Zuwanderung, auf Einwanderung angewiesen ist.«
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf äußert sich zufrieden über das Ergebnis der Sozialdemokraten. »Unser Ergebnis steht, wir leisten unseren Beitrag, dass wir eine andere Mehrheit bilden können«, sagte Klüssendorf im ZDF. Er erwarte eine »sehr, sehr schwierige Regierungbildung« geben.
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Stand: 18.28 Uhr •Quelle:<!–>
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Mehrheit mit 42 Sitzen<!–>
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