Nach den jüngsten Angriffen auf die Stromversorgung in Nordrhein-Westfalen und Südbrandenburg hat Grünenpolitikerin Irene Mihalic Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) schwere Versäumnisse beim Schutz wichtiger Infrastruktur vorgeworfen. »Unser Land ist auf Angriffe auf kritische Infrastrukturen nur sehr unzureichend vorbereitet, und das muss sich schleunigst ändern«, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünenbundestagsfraktion dem Handelsblatt.
Am Dienstagmorgen hatten Unbekannte in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde einen Angriff auf die Stromversorgung verübt. Dazu lenkten sie nach Angaben der Behörden mithilfe selbstgebauter Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten, leitfähiges Material in Richtung Höchstspannungsleitungen. Wenige Stunden später, am Dienstagabend, kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. Unbekannte hätten Kabel über die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul. In der Nähe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden, die womöglich bereits vor längerer Zeit dort installiert worden waren.
Die Ermittler gehen davon aus, dass beide Vorfälle auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind. Wer hinter den Angriffen steckt, ist bislang unklar, ebenso das Motiv.
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