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Lärz (Mecklenburg-Vorpommern) – Der Bus hält direkt vor der Tür – über diese Floskel kann Flavio Laus (43) aus Berlin nur müde lächeln. Vor seiner Tür landen Flugzeuge. Der gebürtige Italiener wohnt auf dem Flugplatz. In der Lobby eines ehemaligen sowjetischen Kampfjet-Bunkers schraubt er auch den eigenen Doppeldecker zusammen.
Laus‘ Aresse ist der „Müritz Airpark“ in der Mecklenburger Seenplatte. Auf dem 30 Hektar großen ehemaligen Kampfjet-Stützpunkt der Roten Armee entsteht Deutschlands erstes Fliegerdorf nach amerikanischem Vorbild. 80 Grundstücke gibt es, fast alle sind bereits verkauft. Flavio Laus war einer der Flugbegeisterten, die begannen, sich hier häuslich einzurichten.
Start- und Landebahn mit Rollfeldgelände des Flugplatzes Müritz Airpark
Werkstatt gesucht, Wohnung gefunden
Dabei hatte Laus eigentlich nur nach einer Werkhalle gesucht, in der er seinen Flugzeug-Bausatz für 20.000 Euro zusammenbauen kann. „Das wird ein moderner Nachbau eines Doppeldeckers von 1935. Belgisches Fabrikat, 80-PS-Motor und mit 300 Kilogramm deutlich leichter als das Original“, sagte Laus dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Fündig wurde er im Airpark. Dem RND verriet er: „Der Eigentümer hatte mir angeboten, dass ich hier so lange bleiben kann, bis er einen Käufer findet. Danach hätte ich mir wieder was anderes suchen müssen.“
In diesem Shelter wohnt Flavio Laus
Doch statt weiterzuziehen, machte Laus Nägel mit Köpfen, verkaufte seine Berliner Eigentumswohnung. 2018 erwarb er für 130.000 Euro 5000 Quadratmeter Flugplatz samt Shelter. Darin ist Platz für Küche, Bad, Wohnraum – und Werkstatt. Während er über das künftige Cockpit streicht, schwärmt Laus: „Das war schon echt gewagt, aber rückblickend betrachtet eine der besten Entscheidungen meines Lebens.“
[–>Was bislang entstand, kann sich sehen lassen. In die Front des 400-Quadratmeter-Heims hat Laus eine Glasfassade eingebaut. Natürlich mit Schiebetoren, „um den Flieger später problemlos aus der Halle zu kriegen“. Wasser und Solarstrom liegen ebenfalls bereits an. Im hinteren Bereich der 26 Meter langen Halle ist ein zweigeschossiger „privater Rückzugsraum“ entstanden. Im alten Schaltraum der Russen befindet sich jetzt ein Badezimmer.
Im Sommer sind Laus, seine Frau und die beiden Kinder fast durchgängig auf dem Flugplatz zu Hause. Nur im Winter geht’s (noch) nach Berlin. Vermutlich aber nicht mehr lange. „Die Heizung steht ganz oben auf meiner langen To-do-Liste für 2026“, sagt Flavio Laus. Und in zwei bis drei Jahren will der Flugzeugbauer mit seinem Doppeldecker vor seiner Haustür in Richtung Dänemark abheben.

