Netflix geht im Machtkampf um Warner Bros. Discovery in die Offensive. Der Streaming-Riese hat sein Übernahmeangebot nachgebessert und zahlt 27,75 Dollar je Aktie ausschließlich in bar. Zuvor war ein Teil der Offerte in Netflix-Aktien vorgesehen.
Der Schritt ist gezielt und überlegt gemacht. Rivale Paramount Skydance hatte das Netflix-Gebot als unsicher kritisiert, weil es vom Aktienkurs abhängt. Dieses Argument ist jetzt erledigt. Der Verwaltungsrat von Warner unterstützt den Deal weiter einstimmig. Warner möchte eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Nach Netflix-Angaben sollen die Aktionäre bis April über die Transaktion abstimmen.
Netflix will Warner schlucken und damit seine Macht im globalen Streaming-Markt weiter ausbauen
Das bietet Paramount
Paramount bietet zwar rund 30 Dollar je Aktie, also mehr als Netflix. Dafür will der US-Konzern aber den kompletten Warner-Konzern übernehmen – inklusive der angeschlagenen Kabelsender wie „CNN“ und „TNT“. Genau das ist der Knackpunkt. Warner hat das Angebot mehrfach zurückgewiesen und erklärt, dass die Finanzierung nicht überzeugend sei. Paramount geht nun juristisch gegen Warner vor und droht sogar mit einem Aktionärsaufstand, um den Deal doch noch zu erzwingen.
Warner präsentiert Zahlen der Kabelsender
Im Zentrum des Streits stehen die Kabelsender. Warner plant, diese Sender aus dem Konzern herauszulösen und in eine neue Firma namens Discovery Global auszugliedern. Diese Gesellschaft sollen die Aktionäre später separat erhalten. Erstmals legt Warner nun offen, was das Kabelgeschäft wert sein könnte. Die Schätzungen reichen von unter einem Dollar bis knapp sieben Dollar je Aktie. Auch die Verschuldung ist beziffert: Ende 2026 soll Discovery Global rund 16 Milliarden Dollar Schulden haben. Laut internen Planungen sollen die Kabelsender auch 2026 noch rund 17 Milliarden Dollar Umsatz erzielen und deutlich Gewinn abwerfen.
[–>Mit diesen Zahlen wehrt sich Warner gegen den Vorwurf von Paramount, das Kabelgeschäft sei praktisch nichts mehr wert. Warner will zeigen: Die Sender mögen schwächeln, sind aber kein Ballast ohne Substanz.
Der Deal gilt als einer der größten Übernahmekämpfe in Hollywood seit Jahren. Netflix würde sich mit Warner eines der größten Film- und Serienarchive der Welt sichern – mit Marken wie Harry Potter, Batman und Game of Thrones. Gemeinsam kämen beide Konzerne auf rund 450 Millionen Abonnenten weltweit.

