<!–> –> Das war zu befürchten! RB Leipzig muss wochenlang auf Assan Ouédraogo (19) verzichten. Das DFB-Juwel, das im November ein Traumdebüt bei der Nationalmannschaft gefeiert hat, fällt nach einer Sehnenverletzung im linken Knie bis Ende März aus. Immerhin: Ouédraogo kommt um eine Operation und damit um eine noch längere Ausfallzeit herum. Nachdem Klub und…
Nach seinem ersten Die-drei-Fragezeichen-Film „Erbe des Drachen“ stand für ihn fest: „Einen weiteren drehe ich nicht“, sagt Regisseur Tim Dünschede hoch oben in der Blue Spa Bar des Bayerischen Hofs. Was einigermaßen kurios klingt, hat er doch gerade in München seinen dritten Film der Reihe, „Die drei ??? – Toteninsel“ vorgestellt, der am 22. Januar…
Das Datum, an dem alles begann, hat Simone de Beauvoir festgehalten: Donnerstag, 24. Oktober 1963. Um vier Uhr nachmittags erhält die französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin den Anruf, dass ihre Mutter einen Unfall hatte. Hingefallen im Bad, der Schenkelhalsknochen gebrochen, sie befinde sich nun im Krankenhaus. Beauvoir ist in diesem Moment in einem Hotel in…
Am Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, Dienstag, 27. Januar, wird es wieder Gedenkminuten am Todesmarsch-Mahnmal in Fürstenfeldbruck geben. Um 11 Uhr wird Elisabeth Lang vom Historischen Verein Fürstenfeldbruck die Veranstaltung eröffnen. Schülerinnen und Schüler des Graf-Rasso-Gymnasiums sprechen Worte des Gedenkens. Das Polizeiorchester Bayern spielt ein Musikstück. Zum Abschluss können Blumen oder Steine am Mahnmal…
Mit 1,7 Promille Alkohol im Blut ist am Dienstagnachmittag ein Münchner auf der Polizeiwache im Stadtteil Milbertshofen aufgekreuzt – mit dem Auto. Der 66-Jährige kam, um seinen Wohnungsschlüssel abzuholen. Den bekam er auch. Seinen Autoschlüssel freilich musste er im Gegenzug gleich dalassen. Auslöser für die unfreiwillige Selbstanzeige war ein zwei Wochen zurückliegender Vorfall. Eine Nachbarin…
Oberhaupt der Stadt, Anführer der Rathaus-Koalition, Chef der Verwaltung, von den Münchnerinnen und Münchnern direkt und persönlich gewählt. Niemand ist in der Stadtpolitik mächtiger als der Oberbürgermeister. Am 8. März 2026 haben die Bürgerinnen und Bürger die Wahl zwischen bislang 13 Kandidaten und gerade einmal zwei Kandidatinnen. Die genaue Zahl steht erst fest, wenn der…
Die Landschaft, die sich „unter dem ewig regengrauen Himmel Flanderns“ (Jean Améry) auf dem „platten Land, entre les tours de Bruges et Gant“ (Jaques Brel), zwischen unendlich reich verzierten historischen Städten, an langen Kanälen mit vom Wind gebeugten Pappelreihen ausdehnt, ist nicht immer schön. „Zerschnitten von Straßendörfern, zersiedelt, voller banaler Gebäude, gewaltsam von Zäunen zerrissen,…
Lange Zeit sah es so aus, als würde sich die Einigkeit der Europäer daran bemessen, ob sie die Ukraine unterstützen oder nicht. Nun zeigt sich, sie entscheidet sich wohl eher an der Bereitschaft, Donald Trump zu folgen. Egal, was er tut. Zudem, das zeigt vor allem ein Blick nach Polen, bedeutet die Ukraine zu unterstützen…
Die Suche nach einem Kompromiss, sie ist offiziell gescheitert. Das EU-Parlament ist nicht gewillt, eine Abschwächung der Rechte von Fluggästen in Europa mitzutragen – und eskaliert einen seit Monaten schwelenden Streit mit den EU-Verkehrsministern. Die hatten sich im Juni 2025 auf einen mühsamen Kompromiss geeinigt in der Frage, wie viel Wartezeit am Flughafen noch zumutbar…
In der derzeitigen Nachrichtenlage spielen Frauen eine eher untergeordnete Rolle, da wird höchstens das Stirnzrunzeln der zum Reagieren verdammten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mal mit etwas Aufmerksamkeit bedacht. So gesehen ist es bemerkenswert, dass es im aktuellen Social-Media- und Klatschspalten-Erdbeben primär um zwei Frauen geht, obwohl dieses doch von einem Mann ausgelöst wurde: der…
Das war zu befürchten! RB Leipzig muss wochenlang auf Assan Ouédraogo (19) verzichten. Das DFB-Juwel, das im November ein Traumdebüt bei der Nationalmannschaft gefeiert hat, fällt nach einer Sehnenverletzung im linken Knie bis Ende März aus.
Immerhin: Ouédraogo kommt um eine Operation und damit um eine noch längere Ausfallzeit herum. Nachdem Klub und Spieler in den vergangenen Tagen mehrere Meinungen eingeholt hatten, steht fest, dass er konservativ behandelt werden soll.
[–>Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer (41): „Die Verletzung von Assan war tatsächlich ein Schock für uns, nachdem er sich in den letzten Wochen erst wieder ins Team gekämpft hatte. Seine Entwicklung in dieser Saison war bislang so positiv. Daher drücken wir ihm natürlich beide Daumen, dass er schnell und vor allem komplett genesen auf den Platz zurückkehrt. Assan weiß, dass er in dieser schwierigen Phase jeglichen Support von uns erhält!“
Nächste Hiobsbotschaft für Ouédraogo!
Der offensive Mittelfeldspieler hatte erst eine Seuchensaison mit vielen Verletzungs-Rückschlägen (Knie, Oberschenkel) hinter sich, war im Herbst endlich fit und glücklich. Und zudem noch in absoluter Topform.
Assan Ouédraogo (l.) bei seinem DFB-Debüt neben Bundestrainer Julian Nagelsmann
In Leipzig Stammspieler, debütierte er auch in der A-Nationalmannschaft unter Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) gegen die Slowakei und traf beim 6:0 direkt als Joker. Ouédraogo durfte sich sogar Hoffnungen auf eine Teilnahme bei der WM im Sommer in Mexiko, der USA und Kanada machen.
Wohl vergeblich! Nachdem er sich bei einem Zusammenprall gegen Bremen (2:0) eine Sehnenverletzung in der Kniekehle zugezogen hatte, sanken bereits im November die Hoffnungen. In der Winterpause kämpfte sich der Ex-Schalker zwar zurück und feierte im Januar gegen Freiburg (2:0) ein 60-Minuten-Comeback.
Doch nur kurz danach folgte der nächste herbe Rückschlag.
Nach seinem ersten Die-drei-Fragezeichen-Film „Erbe des Drachen“ stand für ihn fest: „Einen weiteren drehe ich nicht“, sagt Regisseur Tim Dünschede hoch oben in der Blue Spa Bar des Bayerischen Hofs. Was einigermaßen kurios klingt, hat er doch gerade in München seinen dritten Film der Reihe, „Die drei ??? – Toteninsel“ vorgestellt, der am 22. Januar deutschlandweit in den Kinos anläuft. Was also ist passiert zwischen Nummer eins und drei?
Das Datum, an dem alles begann, hat Simone de Beauvoir festgehalten: Donnerstag, 24. Oktober 1963. Um vier Uhr nachmittags erhält die französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin den Anruf, dass ihre Mutter einen Unfall hatte. Hingefallen im Bad, der Schenkelhalsknochen gebrochen, sie befinde sich nun im Krankenhaus. Beauvoir ist in diesem Moment in einem Hotel in Rom, sie reist umgehend nach Paris. Was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: Ihre Mutter wird nicht mehr aus dem Krankenhaus in ihre Wohnung zurückkehren. Die Ärzte werden bei ihr unheilbaren Krebs entdecken. Sie stirbt vor Ende des Jahres, umsorgt von ihren beiden Töchtern Simone und Hélène.
1964 veröffentlichte Beauvoir ihr Buch „Une mort très douce“, auf Deutsch lautet der Titel „Ein sanfter Tod“. Darin nimmt sie Abschied von ihrer Mutter, setzt sich mit ihrem Sterben, dem Kampf ihrer letzten Wochen auseinander, aber auch mit ihrer Biografie und ihrem eigenen Verhältnis zueinander. Beauvoir, weltbekannt durch ihr Buch „Das andere Geschlecht“ und den darin enthaltenen Satz „Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht“, hat mit „Ein sanfter Tod“ einen sehr persönlichen Text geschrieben – und zugleich einen, der dem Leser unfassbar nah geht, weil er etwas Trauer- und Angst-Vertrautes behandelt, den Tod der eigenen Mutter.
Es ist ein Thema, bei dem viele die Konfrontation scheuen. Nicht so die Residenztheater-Schauspielerin Lisa Stiegler. „Ich habe das Gefühl, wenn ich es verdränge, erwischt es mich irgendwann volle Breitseite“, sagt sie. Ihre Strategie ist deshalb die der Auseinandersetzung. Und zwar eine sehr intensive: Im Marstall wird „Ein sanfter Tod“ am Freitag, 23. Januar, Premiere haben, Regie führt Lisa Stiegler. Es ist ein Herzensprojekt.
Um „Ein sanfter Tod“ auf der Bühne umsetzen zu können, hat Stiegler einen langen Atem gebraucht. 2023 kam mit „Die Fliegen“ ein Text von Jean-Paul Sartre, dem langjährigen Partner von Beauvoir, im Residenztheater heraus. Stiegler fragte sich damals: „Und wo bleibt Simone de Beauvoir?“ Weibliche Perspektiven seien im Theater immer noch zu wenige zu finden, sagt sie. Also wandte sie sich an Staatsintendant Andreas Beck, ob „Ein sanfter Tod“ nicht Stoff für eine Produktion sein könne. Beck stimmte zu – und so kam der Prozess in Gang.
Die 38-Jährige erzählt von diesen Entwicklungen knapp zwei Wochen vor der Premiere. Es ist ein Gespräch in der „Schönen Aussicht“. Dass sie diesen Weg gegangen ist und dafür die Rolle der Schauspielerin abgelegt und in die Rolle der Regisseurin geschlüpft ist, scheint sie bisweilen noch mit einem Staunen zu betrachten. Dem Staunen, dass etwas wirklich passiert – und jetzt so knapp vor der Vollendung steht.
Seit 2019 ist Schauspielerin Lisa Stiegler im Ensemble des Münchner Residenztheaters. (Foto: Joel Heyd)
Die Schauspielerin ist mit Staatsintendant Beck vom Theater in Basel ans Residenztheater in München gewechselt und kam damit zurück in ihre Heimatstadt. Seit 2019 ist sie wieder hier, seitdem sieht man sie gerne in großen Rollen mit Figuren, die mit dem Schicksal hadern, diesen Kampf aber bei sich lassen. Sie sind durchaus aktiv, keineswegs erstarrt und doch umgeben von einer einsamen Traurigkeit. Stiegler gibt beispielsweise in „Romeo und Julia“ Romeos Freund Benvolio, sie ist wechselweise Maria Stuart oder Elisabeth in „Maria Stuart“ oder Oscar Wilde und Jochanaan in „Salome“.
Dabei fällt durchaus auch auf, dass die Rolle der Frau ein Thema ist, das sie beschäftigt. Mit Kolleginnen hat sie 2022 den Abend „(Nicht-)Mütter“ entwickelt, der von Mutterschaft und gesellschaftliche Erwartungen handelt. Mit dabei war damals schon ihre Schauspiel-Kollegin Barbara Horvath, mit der sie nun auch „Ein sanfter Tod“ konzipiert hat. Horvath wird in dieser Inszenierung auf der Bühne stehen, genauso wie Sibylle Canonica, die Dritte im Bunde.
Doch bevor sie überhaupt bis zu den Proben gelangen konnten, mussten sie erst einmal die Rechte beim Verlag erhalten. Dafür schrieben sie ein Konzept, dann eine Fassung und legten auch eine spannende Idee vor: Sie arbeiten mit dem Geräuschemacher Max Bauer zusammen. Eine Musik, etwa Elegisches mit Geige, Cello oder Klavier, sei für sie unvorstellbar gewesen, erzählt Stiegler. Womit noch einmal deutlich wird, dass es ihnen um eine gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Publikum zu diesem Thema geht und nicht um einen Abend, der ordentlich auf Emotionalisierung setzt. Stiegler selbst sagt das so: Es gehe darum, die Menschen „einzuladen und zu sich zu holen, um einen Umgang damit zu finden“.
„Es geht um die Zurückgebliebenen“
Ihr Ansatz ist nun der, dass Horvath und Canonica die beiden Schwestern sind, die sich um die sterbende Mutter kümmern. Oder vielmehr: Die sich an sie erinnern und die auch versuchen, die letzten Momente noch etwas festzuhalten, um sie zu begreifen. „Es geht um die Zurückgelassenen“, sagt Stiegler. „Wie versucht man, sich in der Welt neu zu positionieren, wenn der Mittelpunkt herausgerissen wurde.“
Um all das realisieren zu können, wechselte Stiegler für dieses Mal in das Regie-Fach und wird nicht spielen. Dazu ermuntert hat sie beispielsweise Hausregisseurin Elsa-Sophie Jach, indem sie ihr sagte: Das kannst du auch, erzählt die 38-Jährige. Vor dieser Aufgabe habe sie „höchsten Respekt“, sagt sie. Und sie findet sie „total toll“. „Ich glaube, ich lerne gerade viel, auch als Schauspielerin.“
Dabei hat sie die besondere Situation, dass sie mit zwei Darstellerinnen arbeitet, die ihr vertraut sind und mit denen sie „extrem im Dialog“ ist. „Ich muss meinen Kolleginnen nicht vorspielen, dass ich Regisseurin bin“, sagt sie. Am Ende wird es aber nun ihre Regie-Arbeit sein, die erste mit einer literarischen Vorlage. Ein Debüt zu einem großen Thema – „ein Wagnis“, wie sie selbst sagt. Sie hat Grund genug, dass sie sie sich das zutraut.
„Ein sanfter Tod“ von Simone de Beauvoir, Premiere: Freitag, 23. Januar, 20 Uhr, Marstall
Am Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, Dienstag, 27. Januar, wird es wieder Gedenkminuten am Todesmarsch-Mahnmal in Fürstenfeldbruck geben. Um 11 Uhr wird Elisabeth Lang vom Historischen Verein Fürstenfeldbruck die Veranstaltung eröffnen. Schülerinnen und Schüler des Graf-Rasso-Gymnasiums sprechen Worte des Gedenkens. Das Polizeiorchester Bayern spielt ein Musikstück.
Zum Abschluss können Blumen oder Steine am Mahnmal niedergelegt werden. Das Mahnmal an der Ecke Dachauer und Augsburger Straße erinnert an den Todesmarsch von KZ-Häftlingen aus den Lagern Landsberg und Kaufering Ende April 1945.
Mit 1,7 Promille Alkohol im Blut ist am Dienstagnachmittag ein Münchner auf der Polizeiwache im Stadtteil Milbertshofen aufgekreuzt – mit dem Auto. Der 66-Jährige kam, um seinen Wohnungsschlüssel abzuholen. Den bekam er auch. Seinen Autoschlüssel freilich musste er im Gegenzug gleich dalassen.
Auslöser für die unfreiwillige Selbstanzeige war ein zwei Wochen zurückliegender Vorfall. Eine Nachbarin hatte wegen einer offen stehenden Wohnungstür in einem Mehrparteienhaus die Polizei geholt. Weil weder der Wohnungsinhaber auffindbar war, noch Hinweise auf eine Straftat vorlagen, die Wohnungstür sich aber nicht mehr schließen ließ, wurde die Feuerwehr geholt. Die baute ein neues Schloss ein und deponierte den Schlüssel auf der Polizeiinspektion 47.
Am Dienstag tauchte dort der Wohnungsinhaber auf, umweht von deutlichem Alkoholgeruch. Polizisten stellten den Führerschein des Mannes sicher. Was der 66-Jährige während der zwei Wochen gemacht hatte, konnte die Polizei nicht sagen.
Oberhaupt der Stadt, Anführer der Rathaus-Koalition, Chef der Verwaltung, von den Münchnerinnen und Münchnern direkt und persönlich gewählt. Niemand ist in der Stadtpolitik mächtiger als der Oberbürgermeister. Am 8. März 2026 haben die Bürgerinnen und Bürger die Wahl zwischen bislang 13 Kandidaten und gerade einmal zwei Kandidatinnen.
Die genaue Zahl steht erst fest, wenn der Wahlausschuss am 20. Januar 2026 geprüft haben wird, ob neu antretende Listen und ihre Kandidaten für das OB-Amt die nötige Zahl an gültigen Unterschriften von Unterstützern gesammelt haben. Realistische Chancen auf den Chefsessel im Rathaus dürften jedoch nur die Kandidaten der drei großen Parteien haben.
Die Wahl des Oberbürgermeisters findet parallel zur Wahl des neuen Stadtrats statt. Für beide dauert eine Amtszeit sechs Jahre. Bisher gehörte der Gewinner stets der Rathaus-Mehrheit an, die ein Regierungsbündnis gebildet hat. Das muss aber nicht sein: In Zeiten einer zunehmenden Zersplitterung der Parteienlandschaft ist es möglich, dass zwei oder mehrere Fraktionen eine Koalition beschließen, der die Partei des gewählten Oberbürgermeisters nicht angehört.
Folgende Kandidatinnen und Kandidaten sind von ihren Parteien oder Wählergruppen nominiert worden:
Dieter Reiter (SPD)
Der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter, 67, tritt zum dritten Mal zur Wahl für das wichtigste politische Amt der Stadt an. Er setzte sich in den vergangenen beiden Kommunalwahlen jeweils im Stichentscheid gegen Josef Schmid (CSU, 2014) und Kristina Frank (CSU, 2020) durch. Reiter wurde in Rain am Lech in Schwaben geboren und wuchs in Sendling auf. Er schloss seine Ausbildung zum Verwaltungswirt mit Diplom ab und arbeitet seit mehr als 40 Jahren für die Stadt München.
Vor der ersten Wahl zum Oberbürgermeister war er als Referent für Wirtschaft und Arbeit tätig und somit Chef des Oktoberfests. Ursprünglich hätte er mit 67 Jahren wegen der Altersbeschränkung für berufsmäßige Bürgermeister in Bayern nicht mehr antreten dürfen. Doch eine Gesetzesänderung des Freistaats Bayern hob diese Regel im Juli 2023 auf und machte die dritte Kandidatur möglich. Als Amtsinhaber gilt Reiter als Topfavorit für die Wahl des Oberbürgermeisters.
Münchens Oberbürgermeister
:“Ich dachte, ich spinne”
Dieter Reiter zürnt, dass manches in München so viel langsamer vorangeht, als es müsste: An Skurrilitäten sei das alles kaum noch zu überbieten.
Clemens Baumgärtner (CSU)
(Foto: Catherina Hess)
Der Jurist Clemens Baumgärtner war 15 Jahre als Rechtsanwalt tätig, bevor der Münchner Stadtrat ihn 2019 zum Referenten für Arbeit und Wirtschaft wählte. Als solcher hatte er in den folgenden Jahren großen Anteil daran, dass die Automesse IAA nach München zog und Tech-Unternehmen wie Apple sich in der Stadt ansiedelten. Auch das Amt des Oktoberfest-Chefs fiel bis Februar 2025 in seinen Aufgabenbereich.
Baumgärtner, Jahrgang 1976, ist in München geboren und aufgewachsen. An der Ludwig-Maximilians-Universität studierte er Rechtswissenschaften. Seit 1996 ist er Mitglied im Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching, von 2012 bis 2020 war er dessen Vorsitzender. Der OB-Kandidat der CSU hat sich ein Jahr Zeit genommen, um sich nur auf den Wahlkampf zu konzentrieren. Er setzt dabei vorwiegend die Themen Wirtschaft und Sicherheit. Baumgärtner ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Kommunalwahl 2026 in München
:OB-Kandidat Clemens Baumgärtner geht in die Offensive
Der CSU-Politiker wettert zum Auftakt seines einjährigen Wahlkampfs gegen SPD und Grüne. Mit welchen Themen der frühere Wirtschaftsreferent Wähler von sich überzeugen will.
Dominik Krause (Grüne)
(Foto: Johannes Simon)
Unter den OB-Kandidaten der drei großen Parteien ist er mit 35 Jahren der jüngste, in der Münchner Politik allerdings schon ein alter Hase. 2014 wurde Dominik Krause, damals noch Student, erstmals in den Stadtrat gewählt. 2022 wurde er Fraktionsvorsitzender, im Oktober 2023 dann Zweiter Bürgermeister – als Nachfolger von Katrin Habenschaden, die sich aus der Politik zurückgezogen hatte und zur Deutschen Bahn gewechselt war.
Krause ist in Moosach aufgewachsen und zur Schule gegangen. An der TU hat er ein Physikstudium abgeschlossen. Die explodierenden Mieten hält er für das größte Problem in München. Als Oberbürgermeister will er sich daneben vorrangig für besseren Klimaschutz sowie den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Radwege in München einsetzen. Neben Physik und Politik bezeichnet er die Berge und das Tanzen als seine Leidenschaften. Mit seinem Mann lebt er in Obergiesing.
Kommunalwahl 2026
:Junger Grüner soll Oberbürgermeister Reiter herausfordern
Der 34 Jahre alte Dominik Krause möchte den Amtsinhaber vom Thron stoßen. Die Grünen wollen mit ihm als Spitzenkandidaten in die Kommunalwahl 2026 gehen – er stehe für „eine neue Generation“.
Jörg Hoffmann (FDP)
(Foto: Florian Peljak)
Er ist Professor für Unternehmenssteuern und Wirtschaftsprüfung an der Hochschule Augsburg, seit mehr als drei Jahrzehnten Mitglied der FDP – und nun nach 2020 erneut ihr OB-Kandidat. Jörg Hoffmann wurde 1971 in München geboren, er hat Betriebswirtschaftslehre studiert. Seit 2002 sitzt er im Bezirksausschuss Altstadt-Lehel, von 2008 bis 2014 war er Mitglied des Stadtrats, 2018 zog er als Nachrücker wieder ein, seit 2020 ist er Fraktionsvorsitzender.
In den Stadtrat wird er wohl auch 2026 wieder einziehen: Seine Partei hat ihn als Spitzenkandidat auf den ersten Listenplatz gewählt.
Stefan Jagel (Linke)
(Foto: Florian Peljak)
Er stamme aus einer Arbeiterfamilie und sei der einzige Stadtrat mit Hauptschulabschluss, sagt Stefan Jagel. 1984 wurde er in Traunstein geboren, machte eine Ausbildung zum Krankenpfleger und wurde Gewerkschaftssekretär bei Verdi. 2020 zog er erstmals in den Stadtrat ein und wurde direkt Fraktionsvorsitzender.
In der vergangenen Amtsperiode etablierte er die Linke als Kümmerer-Partei, hauptsächlich für Mieter. Viele Menschen in München wüssten nicht mehr, wie sie sich die Stadt leisten sollen, sagt Jagel, der im Westend lebt. „Ich will, dass sich daran etwas ändert.“
Tobias Ruff (ÖDP)
(Foto: Robert Haas)
Der Gewässer-Ökologe ist seit vielen Jahren das Gesicht der ÖDP in München, seit seiner Wahl zum Co-Landesvorsitzenden im April 2022 gilt das auch für Bayern. Tobias Ruff, geboren 1976 in München, gehört seit 2010 dem Stadtrat an und ist seit 2020 Vorsitzender der Fraktion. Er zeichnete verantwortlich für erfolgreiche Kampagnen der ÖDP, unter anderem als Sprecher des Bürgerentscheids „Grünflächen erhalten!“
Ruff will geplante neue Stadtviertel in Freiham oder im Norden und Nordosten der Stadt verhindern. Weitere zentrale Themen sind die Energie- und die Verkehrswende.
Markus Walbrunn (AfD)
(Foto: Stephan Rumpf)
Der OB-Kandidat der AfD füllt derzeit eine Doppelrolle aus: Seit 2020 gehört er dem Münchner Stadtrat an, seit der Wahl im Oktober 2023 auch dem Bayerischen Landtag. Markus Walbrunn, Jahrgang 1987, ist gelernter Kaufmann für Bürokommunikation. Nach anschließendem Abitur studierte er Politikwissenschaften. Von 2020 bis 2023 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der AfD im Landtag.
Dort wird er nach der Kommunalwahl 2026 seine politische Karriere fortsetzen. Er steht nicht auf der Liste zur Stadtratswahl, wird also am Ende der Amtszeit definitiv das Rathaus verlassen.
Dirk Höpner (München-Liste)
(Foto: Robert Haas)
Im Sommer 2019 gründete sich mit Blick auf die Kommunalwahl 2020 die München-Liste. Hauptthema der Wählergruppe: die Kritik am Wachstum der Stadt. Dirk Höpner schaffte es damals als Einziger von der Liste in den Stadtrat. Nun wurde er einstimmig als Kandidat für die Wahl zum Oberbürgermeister gewählt.
„Das Wachstum in München kocht über“, sagt er, die Stadt sei überfordert. Höpner plädiert dafür, Aufgaben und Arbeitsplätze regional in Bund und Land zu verteilen. Beruflich ist er als Geschäftsführer bei einem Inklusionsunternehmen der Stiftung Pfennigparade tätig.
Michael Piazolo (Freie Wähler)
(Foto: Peter Kneffel/dpa)
Wer schon mal Minister in Bayern war, der muss auch Oberbürgermeister können. Das sagten sich wohl die Freien Wähler und stellten Michael Piazolo, Jahrgang 1959, als Kandidaten auf. Ein halbes Jahr lang hatte der Professor für Politikwissenschaften bereits ein Mandat im Stadtrat. Dann wurde er im September 2008 in den Landtag gewählt, dem er seither ununterbrochen angehört. Von November 2018 an diente er der Staatsregierung fünf Jahre als Kultusminister. Piazolo wurde politisch auch als einer der Sprecher des Widerstands gegen die dritte Startbahn am Münchner Flughafen bekannt.
Felix Sproll (Volt)
(Foto: Robert Haas)
Seit knapp sechs Jahren vertritt Felix Sproll seine Partei als Einzelkämpfer im Stadtrat, nun führt er sie als OB-Kandidat in den Wahlkampf. Der im Jahr 1992 geborene Finanzberater kann bereits ausgiebige Erfahrung in der Regierungsarbeit vorweisen. Die ersten fünf Jahre hatte er sich der SPD in einer gemeinsamen Fraktion angeschlossen, dann wechselte er im Mai 2025 als dritter Partner zu Grüne/Rosa Liste. Ein starkes Europa ist das Kernanliegen von Volt, daneben will sich Sproll für die Wirtschaft, ein tragfähiges soziales Netz und den Klimaschutz einsetzen.
Richard Progl (Bayernpartei)
(Foto: Florian Peljak)
Die Bayernpartei in München, das ist seit 2010 gleichbedeutend mit Richard Progl. Damals rückte der im Jahr 1979 geborene Geschäftsführer eines Transportunternehmens für einen Parteifreund in den Stadtrat nach, dem er seither angehört. Vom ursprünglichen Ziel seiner Partei, der Abspaltung Bayerns, hört man von ihm nichts, aber Lokalpatriotismus gehört schon zum Programm des OB-Kandidaten. „Vorrang für Münchner statt unkontrolliertes Wachstum“, fordert er. Allerdings beschwört er auch die Liberalitas Bavariae. Dazu passend bildete er in dieser Amtszeit eine Fraktion mit der FDP.
Philipp Drabinski (Die Partei)
Da ein Duo bekanntermaßen aus zwei Personen besteht, aber nur eine offiziell als Kandidat antreten kann, musste sich „Die Partei“ entscheiden. Nominiert hatte sie treu ihrer Rolle als Münchner Ableger der Satirepartei von Martin Sonneborn erst einmal zwei Personen, im Originalton der Partei als „Doppel-Wumms“. Mit der Bekanntgabe des Wahlamts ist nun klar, Philipp Drabinski ist der Kandidat, der auf dem Wahlzettel stehen wird. Das wohl kürzestes Wahlprogramm, das er mit der anderen Wumms-Häfte Liliane Just teilt, fassen die beiden so zusammen: „Mit Haltung, Humor und Hopfen“ wollten sie München regieren.
Christiane Pfau (Bündnis Kultur)
Christiane Pfau (links) vom Bündnis Kultur (Foto: Armin Smailovic)
Das neue Bündnis Kultur tritt zum ersten Mal bei der Münchner Oberbürgermeisterwahl an. Gegründet haben es Christiane Pfau und Kathrin Schäfer, die beide eine Agentur für Kultur-PR betreiben. Anlass dafür waren die Sparrunden im städtischen Haushalt, die auch zu sichtbaren Kürzungen im Kulturetat geführt haben. Um das höchste Amt der Stadt bewerben wird sich Christiane Pfau. Seit 2000 betreibt sie ihr Büro in Haidhausen, seit 2010 unterrichtet sie zudem an der LMU das Fach Kulturwissenschaften im Bereich Theaterwissenschaft. Im Rathaus will sie ihren inhaltlichen Schwerpunkt auf Kunst, Bildung und Soziales setzen.
Das Bündnis Kultur hat es als einzige neue Gruppe geschafft, die nötigen Unterstützer-Unterschriften fristgerecht einzureichen und damit eine Kandidatin zu stellen.
Die Rosa Liste hätte als im Stadtrat vertretene Partei einen Bewerber aufstellen dürfen, verzichtet aber darauf.
Gruppierungen, die bisher nicht im Rathaus vertreten waren, aber gerne antreten wollten, mussten 1000 Unterschriften für die Zulassung zur Kommunalwahl sammeln. Der Artikel wurde aktualisiert, nachdem das Wahlamt am Dienstag, 20. Januar, bekanntgegeben hat, welchen Bündnissen dies gelungen ist.
Die Landschaft, die sich „unter dem ewig regengrauen Himmel Flanderns“ (Jean Améry) auf dem „platten Land, entre les tours de Bruges et Gant“ (Jaques Brel), zwischen unendlich reich verzierten historischen Städten, an langen Kanälen mit vom Wind gebeugten Pappelreihen ausdehnt, ist nicht immer schön. „Zerschnitten von Straßendörfern, zersiedelt, voller banaler Gebäude, gewaltsam von Zäunen zerrissen, hie und da ein verlorenes Stück Wiese, auf der einige tranige dickärschige Bullen standen, einige karge Baumgruppen, die als Wald herhalten mussten“ – so beschreibt sie der belgisch-flämische Autor Stefan Hertmans in seinem neuen Roman „Dius“. Doch unvermittelt kann sich der Blick weiten, Richtung Meer über weiche Polderlandschaften: „Zart prasselnde Schauer ziehen über das Land und erscheinen im Gegenlicht wie gebauschte Vorhänge, dahinter ein geborstener Regenbogen in Wasserfarben.“
Lange Zeit sah es so aus, als würde sich die Einigkeit der Europäer daran bemessen, ob sie die Ukraine unterstützen oder nicht. Nun zeigt sich, sie entscheidet sich wohl eher an der Bereitschaft, Donald Trump zu folgen. Egal, was er tut. Zudem, das zeigt vor allem ein Blick nach Polen, bedeutet die Ukraine zu unterstützen noch lange nicht, die europäischen Werte zu unterstützen. Wenn man zu diesen auch die Bereitschaft zählt, den Nationalstaat zugunsten größerer, gemeinsamer Lösungen zurückzustellen. Für mehr Frieden, mehr Stärke.
Die Suche nach einem Kompromiss, sie ist offiziell gescheitert. Das EU-Parlament ist nicht gewillt, eine Abschwächung der Rechte von Fluggästen in Europa mitzutragen – und eskaliert einen seit Monaten schwelenden Streit mit den EU-Verkehrsministern. Die hatten sich im Juni 2025 auf einen mühsamen Kompromiss geeinigt in der Frage, wie viel Wartezeit am Flughafen noch zumutbar ist, wenn ein Flug verspätet ist, und welche Entschädigung angemessen.
In der derzeitigen Nachrichtenlage spielen Frauen eine eher untergeordnete Rolle, da wird höchstens das Stirnzrunzeln der zum Reagieren verdammten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mal mit etwas Aufmerksamkeit bedacht. So gesehen ist es bemerkenswert, dass es im aktuellen Social-Media- und Klatschspalten-Erdbeben primär um zwei Frauen geht, obwohl dieses doch von einem Mann ausgelöst wurde: der Austritt des ältesten Beckham-Sprosses Brooklyn aus dem Familienverbund via Instagram; ein Vorgang, für den bereits nach wenigen Stunden die Fachbezeichnung „Beckxit“ feststand.
Brooklyn Peltz Beckham, wie der 26-Jährige seit seiner Eheschließung mit der Schauspielerin Nicola Peltz Beckham heißt, sagte sich zu Beginn der Woche in einer sechs Slides umfassenden Instagram-Story von seinen Eltern los; er warf Victoria und David Beckham unter anderem vor, dass bei ihnen nicht die Familie zuerst komme, sondern die „Brand Beckham“. Seither gibt es in den Vorgang begleitenden Posts, Podcasts und Substack-Essays im Grunde nur zwei Arten, mit denen dieser in aller Öffentlichkeit ausgetragene Familienstreit (über den man in Wahrheit natürlich relativ wenig weiß) interpretiert wird: Entweder wird Brooklyn Beckham von seiner Frau Nicola manipuliert und kontrolliert, die einer noch viel reicheren Familiendynastie entstammt als er selbst; oder, die Ansicht ist fast noch weiter verbreitet: Victoria Beckham ist eine Art Lady Macbeth. Ganz schlecht als Mutter, als Schwiegermutter ein Desaster, und Geschmack hat sie auch nicht. Im Zweifelsfall gehen die Deutungen in den Diskussionen und Kommentarspalten hin und her: Nicola ist schuld! Nein, Victoria ist schuld! Es ist ein Fest der frauenfeindlichen Klischees.
Victoria Beckham
:Wann können wir endlich chillen?
Kinder kriegen, Gewichte stemmen, Firma hochziehen: Warum die Netflix-Doku über Victoria Beckham ein unfreiwillig feministisches Werk ist.
Aber wie kann es sein, dass ein Mann eine Schlammschlacht anzettelt, in deren Zentrum sich nur kurz darauf zwei Frauen wiederfinden, die – zumindest in dem Moment – dazu gar nichts gesagt haben? Vielleicht aus demselben Grund, aus dem am Megxit, der Palastrevolte der Windsors, die mit dem Rückzug von Prinz Harry und Meghan aus der königlichen Firma endete, immer nur Meghan schuld ist oder vielleicht höchstens noch Camilla, aber bestimmt nicht Harry. Oder aus dem Grund, aus dem Annalena Baerbocks New-York-Posts seit ihrem Amtsantritt bei den Vereinten Nationen ständig aufs Neue skandalisiert werden, obwohl niemand dazu gezwungen wird, sie anzuschauen. Oder aus dem Grund, weshalb alle Clinton-Hasser ihren Hass auf Hillary Clinton konzentrieren, obwohl die nie Präsidentin war und auch nichts darüber bekannt ist, dass sie etwas mit einem ihrer Praktikanten gehabt hätte.
Seit die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies im Umlauf ist, neigt die Menschheit, ja, auch die weibliche Hälfte dazu, sich auf Frauen einzuschießen, sobald diese die Chuzpe haben, sich zu exponieren. Im Fall des Beckham’schen Familienstreits ist dieses Narrativ schon im ursprünglichen Post angelegt: In der kleinen Klageschrift schreibt Beckham junior zwar immer wieder von seinen Eltern, alle konkreten Vorwürfe allerdings beziehen sich dann auf seine Mutter, das Ex-Spice-Girl Victoria. Sie habe ihn als „bösartig“ bezeichnet (unfair!), sie habe seiner Frau Nicola die Unterstützung bei einem Hunderettungsprogramm während der Brände in Los Angeles im vergangenen Jahr versagt (herzlos!), sie habe bei seiner Hochzeit 2022 den Brauttanz an sich gerissen und ihrem Sohn damit den demütigendsten Augenblick seines Lebens beschert (narzisstisch!). Obendrein habe Victoria Beckham, die inzwischen als Designerin arbeitet, kurz vor der Hochzeit das versprochene Brautkleid-Design verweigert (zickig!).
Über Davids Fußballfeld beschwert sich niemand
Ob das nun stimmt oder nicht (in der Juni-Ausgabe der britischen Vogue aus dem Jahr 2022 ist zumindest etwas anderes zu lesen über besagtes Kleid): Egal, wohin man in dieser Geschichte blickt, nirgends wird David Beckham als Verursacher des ganzen Schlamassels in Betracht gezogen. Ja, er habe seinen Sohn und dessen Frau mal in London im Hotel sitzen lassen, als sie ihn zum Geburtstag besuchen wollten, schreibt Brooklyn. Und ja, er ist Teil der „Brand Beckham“, bei der die Fassade wichtiger als alles andere scheint. Aber auch dahinter wird vor allem Victoria als treibende Kraft vermutet. Überhaupt hat es der Öffentlichkeit noch nie so ganz gepasst, was das ehemalige Spice Girl tut. Dass sie so gut wie nie lächelt, sehr dünn ist und sich ein sehr großes Landhaus in den Cotswolds gekauft hat: ganz schlecht. Nie aber beschwert sich jemand darüber, dass zu dem Riesenanwesen ein Fußballfeld gehört, das bestimmt nicht auf Weisung der Hausherrin angelegt wurde. Und dass David Hühner liebt: einfach nur süüüüß.
Wenn sich in der amerikanischen Rechten das Akronym „awful“ breitmacht, das für „affluent white female urban liberal“ steht, dann deswegen, weil es da längst nicht mehr nur um körperliche Selbstbestimmung geht – sondern auch um finanzielle und politische. Das hat mit dem Beckham-Social-Media-Erdbeben vielleicht auf den ersten Blick nichts zu tun, aber die Verachtung für Victoria Beckham hat eben auch keinen guten Grund. Man kann es nämlich auch so sehen: Von allen Spice Girls hat sie es am weitesten gebracht. Respekt.