Kampf gegen Kurdenverbände
Syriens neue Herrscher melden Geländegewinne rund um Aleppo
Trotz Kritik von religiösen Minderheiten: Friedrich Merz empfängt kommende Woche den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa in Berlin. Seine Truppen rücken derweil rund um Aleppo vor.
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Truppen der neuen syrischen Machthaber beim Vormarsch auf Aleppo
Foto: Ghaith Alsayed / AP / dpa
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Im Konflikt zwischen syrischen Regierungskräften und kurdischen Kämpfern hat die syrische Armee die Einnahme der Stadt Deir Hafer gemeldet. Ihre Truppen hätten »die vollständige militärische Kontrolle« über die Stadt rund 50 Kilometer östlich von Aleppo übernommen und drängten nun weiter in »das westliche Euphratgebiet« vor, erklärte die Armee am Samstagmorgen im staatlichen Fernsehen. Die kurdischen Truppen hatten zuvor zugestimmt, sich aus dem Gebiet zurückzuziehen.
Die Zivilbevölkerung werde aufgefordert, »das Einsatzgebiet nicht zu betreten«», bis die Armee die Gegend gesichert und von Minen geräumt hätte, erklärten die Regierungskräfte weiter. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete derweil, wie Regierungstruppen mit Panzern in das Gebiet vorrückten.Mehr zu den Hintergründen des Konflikts erfahren Sie hier
Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hat den Berlin-Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa derweil gegen Kritik verteidigt. Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Kämpfe in Syrien sei der Dialog mit Sharaa notwendig, sagte Laschet. »Sharaa steht vor einer außerordentlich anspruchsvollen Aufgabe. Er muss die revolutionären Kämpfer unter staatliche Kontrolle bringen und politische Ordnung herstellen«, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag.
Sein Eindruck sei, dass der Übergangspräsident »grundsätzlich gewillt ist, Syrien in eine neue Phase zu führen«. Die Lage in Syrien bleibe »hochgradig fragil«. »Die Vielzahl ungelöster Konflikte und die erneute Gewalt, auch zuletzt in Aleppo, zeigen, wie groß die Herausforderungen sind«, sagte Laschet mit Blick auf die Gefechte zwischen Regierungstruppen und kurdischen Kämpfern in der Großstadt im Norden Syriens. Zuvor war eine geplante Integration kurdischer Strukturen in die neuen Institutionen der islamistischen Regierung in Damaskus gescheitert.
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Der Grund für die Kritik an dem Besuch: Der frühere Dschihadist Sharaa, der nach dem Sturz des syrischen Langzeit-Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 zum Übergangspräsidenten Syriens ernannt worden war, gibt sich gemäßigt und versichert, die Rechte der Minderheiten in dem Land zu achten. Seiner Regierung wird allerdings vorgeworfen, Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen.Vor diesem Hintergrund haben Vertreter mehrerer Minderheiten in einem Schreiben an die Bundesregierung eine Absage des Besuchs gefordert. Der Besuch sei »inakzeptabel«, in Syrien würden Zivilisten »allein aufgrund ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit verfolgt«. Statt eines Empfangs im Kanzleramt müsse es seinen Haftbefehl geben, hieß es in dem gemeinsamen Appell der Kurdischen Gemeinde, der Alevitischen Gemeinde, der Gesellschaft für bedrohte Völker, der Menschenrechtsorganisation Hawar Help e.V. und der Union der syrischen Alawiten in Europa.
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