Video in sozialen Medien
Weidel, Le Pen, Netanyahu und Meloni machen gemeinsam Wahlwerbung für Orbán
Es wäre ein bemerkenswerter Schulterschluss: Ungarns Ministerpräsident Orbán postet ein Video, das eine Zusammenarbeit von internationalen Rechts- und Rechtsaußenpolitikerinnen zu seiner Unterstützung nahelegt. Aber einer fehlt.
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Französische Rechtsaußenpolitikerin Marine Le Pen
Foto: Robert Hegedus / EPA
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Abgespielt wurden die Aufnahmen offenbar erstmals auf dem Parteitag der ungarischen Regierungspartei Fidesz. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet stehen sie seit dem 11. Januar auf X, kurz darauf folgten Facebook und Instagram: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat auf seinen Social-Media-Accounts ein Video veröffentlicht, in dem ihm internationale Vertreterinnen und Vertreter rechter Parteien in Einspielern im Wahlkampf beistehen.
Das Spektrum ist erstaunlich weit: Es kommt etwa eine Regierungspolitikerin wie Giorgia Meloni zu Wort, aber ebenso Alice Weidel von der AfD. Insgesamt machen Politikerinnen und Politiker aus Europa den größten Teil der Unterstützerschaft aus, zu sehen sind neben den genannten der frühere polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, die französische Oppositionspolitikerin Marine Le Pen, Italiens stellvertretender Ministerpräsident Matteo Salvini, der serbische Staatschef Aleksandar Vučić, Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babiš, FPÖ-Chef Herbert Kickl aus Österreich sowie Spaniens Vox-Chef Santiago Abascal.
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Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sowie Argentiniens Präsident Javier Milei senden Grußworte. Das ist auch deswegen interessant, weil es klarmacht: Die Auswahl ist nicht auf europäische Rechtspolitiker beschränkt. Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass kein US-Politiker in dem Video zu sehen ist, weder Präsident Donald Trump noch jemand anderes aus seinem Team. Stattdessen spricht US-Schauspieler Rob Schneider – die einzige Person in dem Video, die keinen klaren Bezug zur Politik hat.
Im Verhältnis zwischen der ungarischen und der US-Regierung war es bereits Ende des vergangenen Jahres zu Verstimmungen gekommen. So hatte Viktor Orbán im November angedeutet, von den USA eine Finanzhilfe von 20 Milliarden Dollar zu erhalten. Trump wollte sich später an eine solche Zusage nicht erinnern können.Ob die in dem Clip aneinander montierten Politikerinnen und Politiker wussten, an wessen Seite sie auftreten würden, darüber gibt das Video keine Auskunft. So ist es einerseits denkbar, dass es sich um eine konzertierte Aktion handelt. Andererseits könnte die Grundlage des Clips auch schlicht eigenmächtiges Vorgehen der Verantwortlichen bei Fidesz sein. Die israelische Tageszeitung »Haaretz
« registrierte beispielsweise verwundert, dass Ministerpräsident Netanyahu zu sehen ist mit AfD- und FPÖ-Vertretern – »Parteien, die Israel aufgrund ihrer antisemitischen Wurzeln und Mitglieder offiziell boykottiert«.
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