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  • Freihandelsabkommen: Polen will gegen Mercosur klagen

    Freihandelsabkommen: Polen will gegen Mercosur klagen

    Die Traktoren mussten draußen bleiben. Mit ihnen durften die Bauern nicht in die polnische Hauptstadt fahren. Dafür hatten sie Megafone und Tröten dabei. Beim Protestzug durch die Innenstadt wehte ein Fahnenmeer in den weiß-roten Landesfarben unter dem Motto „Stop Mercosur“. Das ist das Anliegen vieler europäischer und darunter auch vieler polnischer Landwirte.

  • Ski alpin: Aicher gewinnt Super-G vor Vonn

    Ski alpin: Aicher gewinnt Super-G vor Vonn

    In aller Ruhe beobachtete Emma Aicher vom Zielraum aus, wie sich eine Konkurrentin nach der anderen an ihrer Bestzeit die Zähne ausbiss. Die 22-Jährige nährt weiter die Hoffnungen auf einen deutschen Olympia-Coup. Knapp drei Wochen vor den Winterspielen in Italien gewann Aicher den Super-G von Tarvisio. Auch die Formkurve von Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann, die Achte wurde, zeigt weiter nach oben.

    „Es ist schon noch ein Stück bis dahin“, sagte Aicher dem ZDF. Sie wolle sich einfach auf ihr Skifahren konzentrieren und auch noch ein paar gute Trainingstage sammeln. Der vierte Weltcup-Sieg der Karriere dürfte ihr dabei aber durchaus weiteren Schwung verleihen. Von oben bis unten sei sie in Tarvisio gut gefahren, meinte die Athletin vom SC Mahlstetten. Damit war sie auch wieder mal schneller als Lindsey Vonn.

    Die US-Amerikanerin musste sich mit Platz zwei begnügen, wie schon bei Aichers Triumph in der zweiten Abfahrt von St. Moritz in der Schweiz im Dezember. Aicher gegen Vonn: Zeichnet sich da etwa ein kleines Duell ab? Das starke Weltcup-Comeback der 41-Jährigen, die in diesem Winter bislang in bemerkenswerter Regelmäßigkeit auf das Podest fährt, ist auf jeden Fall auch eine Art von Motivation und Inspiration für die junge Deutsche.

    Frauen-Bundestrainer Andreas Puelacher wagt sogar schon erste Vergleiche. „Die Emma ist auf der gleichen Stufe wie die Lindsey vom Gefühl her“, sagte er unlängst. Vom skifahrerischen Gefühl her versteht sich. Und zwar vor allem in den schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G. Sie ist mittlerweile die größte Olympia-Hoffnung des deutschen Alpin-Teams, aber längst nicht die einzige.

    Beim Sieg der Italienerin Nicol Delago in der Abfahrt von Tarvisio am Samstag war Weidle-Winkelmann als Zweite auf das Podium gefahren. Sieben Podestplätze stehen für die deutschen Frauen in dieser Saison in Summe schon zu Buche: vier durch Aicher, zwei durch Weidle-Winkelmann, einer durch Slalom-Spezialistin Lena Dürr. „Die Form stimmt“, sagte Weidle-Winkelmann. In Cortina d’Ampezzo war die Starnbergerin 2021 völlig überraschend zu WM-Silber in der Abfahrt gerast. An die Leistung von damals hatte sie seitdem selten anknüpfen können. Auch Aicher hat beste Erinnerungen an Cortina, sie trug dort bei der WM vor fünf Jahren ohne jegliche Weltcup-Vorerfahrung zur deutschen Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb bei.

  • Vorwurf der gezielten Tötung von Zivilisten in Gaza: Umstrittener Abend zu Israel-Palästina-Konflikt in den Kammerspielen

    Vorwurf der gezielten Tötung von Zivilisten in Gaza: Umstrittener Abend zu Israel-Palästina-Konflikt in den Kammerspielen

    Die Kammerspiele zeigen Courage und laden zu einer Diskussion über den Gaza-Krieg. Doch wie weit reicht diese Courage? Diese Frage bleibt, als die Diskutanten und Besucher aus dem Saal geschickt werden, energisch und endgültig. Ist es ein verschenkter Abend, weil den großen Elefanten im Raum niemand offen anzusprechen wagte? Oder der Beginn einer Debatte, wenn sich die Courage durchsetzt?

    Es ist ein sensibles Thema, zu dem die städtische Bühne in ihren „Werkraum“ geladen hat, unter der kryptischen Überschrift „A fellow soldier’s testimony“, die Aussage eines Soldaten-Kameraden. Erst der Untertitel lässt die Brisanz ahnen: „Journalismus im Krieg zwischen Recherche, Völkerrecht und Realitäten“.

    In Kooperation mit „Paper Trail Media“, einem Team investigativer Journalisten aus München, wollen die Kammerspiele über einen Bericht ebendieses Teams sprechen, der im vergangenen September erschien, in Spiegel, ZDF und internationalen Medien. Ein aus München stammender israelischer Soldat soll in Gaza als Scharfschütze gezielt unbewaffnete Zivilisten getötet haben.

    Neben der Rechercheurin Maria Retter sitzen auf dem Podium: die Juristin Julia Klaus, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle Völkerstrafrecht der Uni Erlangen, und Alexander Schwarz, Jurist beim European Center for Constitutional and Human Rights, einer in Berlin ansässigen Organisation (ECCHR), die sich gegen Straflosigkeit bei Menschenrechtsverletzungen engagiert. Annabel Wahba, Nahost-Spezialistin bei der Zeit, moderiert ein Gespräch, das mal Werkstattbericht ist, mal Völkerstrafrechtsvorlesung, aber selten kontrovers.

    Retter erzählt, dass sie kurz nach Beginn des Krieges in Gaza, der auf den Hamas-Überfall auf Israel folgte, begonnen hätten, in digitalen Netzwerken zu beobachten, was israelische Soldaten über ihre Einsätze posten. Die israelische Regierung lässt bis heute keine Journalisten nach Gaza.

    Bald seien sie auf ein Video gestoßen, in dem ein Scharfschütze von seinem Tun berichtet und auch über seinen Kameraden gesprochen habe. Beide sollen Zivilisten erschossen haben. Retter beschreibt, wie sie und ihre Recherchekollegen über Monate akribisch diesem möglichen Kriegsverbrechen nachgegangen seien, viele Hinweise gecheckt hätten, nach den strengen Regeln der Verdachtsberichterstattung.

    Was es bislang nicht gibt: einen abschließenden Beweis, gar ein Gerichtsurteil. Die Recherche ist die Darstellung eines Verdachts gegen einen jungen Münchner, der mit Vornamen und abgekürztem Nachnamen benannt wird. „Der Sniper aus München“, lautet der Titel im Spiegel. Retter sagt, erst nach Erscheinen des Berichts habe der junge Mann über einen Anwalt den Vorwurf zurückweisen lassen.

    Das Podium in den Kammerspielen: Moderatorin Annabel Wahba, Juristin Julia Klaus, Journalistin Maria Retter und Alexander Schwarz vom European Center for Constitutional and Human Rights (von links).
    Das Podium in den Kammerspielen: Moderatorin Annabel Wahba, Juristin Julia Klaus, Journalistin Maria Retter und Alexander Schwarz vom European Center for Constitutional and Human Rights (von links). (Foto: Catherina Hess)

    Schwarz und Klaus ordnen den Fall ins Völkerrecht ein, legen dar, was die Justiz in Deutschland tun könnte und müsste, um den Vorwurf aufzuklären. Das ECCHR hat eigene Recherchen dem Generalbundesanwalt geschickt. Schwarz merkt an, dass die deutsche Justiz in anderen Kriegen, etwa in der Ukraine oder in Syrien, früh tätig geworden sei, mit Strukturermittlungen, zu Gaza aber bislang auffallend wenig tue.

    Spätestens jetzt wird der Elefant im Werkraum sehr groß, er wird vom Podium aus aber allenfalls vorsichtig berührt: Hängt das Agieren der deutschen Justiz mit der „Staatsräson“ zusammen? Stellt die Justiz die Solidarität mit Israel über das Völkerrecht? Schwarz deutet dies als Kritik an, Klaus erklärt, dass man im Bereich des Völkerrechts generell einen langen Atem brauche.

    Auf journalistischer Ebene beteuert Retter, dass sie und ihre Kollegen bei Recherchen zu möglichen Kriegsverbrechen die Nationalität von mutmaßlichen Tätern und Opfern auszublenden versuchten. Aber ist das wirklich realistisch bei einem so emotionalen und politisch aufgeladenen Thema wie dem Israel-Palästina-Konflikt? Und überhaupt, wie weit geht journalistische Verantwortung? Was nach der Veröffentlichung geschehe, sagt Retter, liege nicht mehr in ihrer Hand.

    Nahostkonflikt in München

    :Wo Israelis und Palästinenser einander zuhören – auch wenn es weh tut

    Das Kulturzentrum Bellevue di Monaco hat eine Dialoggruppe initiiert, in der beide Seiten über Nahost reden. Dass dies trotz aller Konflikte respektvoll geht, wollten sie auf einer Bühne zeigen – doch nicht alle aus dem Publikum sind dazu bereit.

    Von Bernd Kastner

    Eine Folge der Berichterstattung thematisiert Ludwig Spaenle, der Antisemitismusbeauftragte der Staatsregierung, in einer Pressemitteilung. Er spricht von einer „Hetzjagd ohnegleichen“ gegen die Familie des angeblichen Snipers aus München, ohne konkret zu werden.

    Spaenles Einwurf wird auf dem Podium nicht angesprochen. Und im Publikum? Fragen von Besuchern sind nicht zugelassen, ohne Begründung. Allein, man glaubt, den Elefanten tröten zu hören: Weil die Kammerspiele Sorge haben, eine solche Diskussion könnte aus dem Ruder laufen. Dabei ist genau hier eine Leerstelle: Eine offene Debatte in seriösem Rahmen über den Israel-Palästina-Konflikt und seine Auswirkung auf München.

    Nur einem Zuschauer, der am Ende verärgert dazwischenruft, gibt die Moderatorin das Wort. Er ist proisraelischer Aktivist und zweifelt die Recherche an, weil die Quellen in Gaza nicht transparent seien. Basieren die Vorwürfe gegen israelische Soldaten auf Aussagen von Hamas-Unterstützern? Maria Retter sagt, man lege aus Gründen des Quellenschutzes die Kontakte nicht offen, habe aber alle Behauptungen mehrfach geprüft.

    Zweifler hätten noch viel mehr über seriösen Journalismus lernen können, doch nach 90 Minuten ist Schluss. Man dürfe, heißt es, im kleinen Kreis gerne weiterdiskutieren. Doch nach vielleicht einer halben Stunde werden alle aus dem Saal geschickt. Und vor der Tür, da spielt eine Band.

  • Kommunalwahl in Unterhaching: Podiumsdiskussion mit Public Viewing und Livestream

    Kommunalwahl in Unterhaching: Podiumsdiskussion mit Public Viewing und Livestream

    Am Mittwoch, 21. Januar, treffen die Kandidaten und Kandidatinnen um den Bürgermeisterposten in Unterhaching im Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) aufeinander. Die Plätze sind bereits seit Wochen ausgebucht, damit aber möglichst viele Bürgerinnen und Bürgern live dabei sein können, wenn die Bewerber um die Nachfolge von Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) ihre Argumente austauschen, hat sich die Volkshochschule (VHS)  dazu entschlossen, in einem Nebensaal im Erdgeschoss des Kubiz ein Public Viewing anzubieten.

    Die VHS Unterhaching veranstaltet die Diskussionsrunde zusammen mit der Süddeutschen Zeitung und dem Münchner Merkur. Von 19 Uhr an werden sich Korbinian Rausch (CSU), Daniel Schön (SPD), Johanna Zapf (Grüne), Andreas Büchele (Freie Wähler), Peter Hupfauer (FDP) und Julia Stifter (parteifrei) den Fragen des Moderatorenteams Alexander Thamm (VHS), Iris Hilberth (Süddeutsche Zeitung) und Martin Becker (Münchner Merkur) zu kommunalpolitischen Themen stellen. Es werden auch schriftlich vorab formulierte Fragen aus dem Publikum beantwortet.

    Zudem ist die Veranstaltung online im Livestream über die VHS-Facebook-Seite zu sehen, dafür benötigt man keinen eigenen Facebook-Zugang. Zu erreichen ist die Seite am Mittwochabend über www.vhs-unterhaching.de und dort über die Kachel „Hier geht‘s zur Podiumsdiskussion“, oder über: https://www.facebook.com/100057585642791/live_videos/.

  • Leute: Schnecke, Weihwasser, Salatblatt

    Leute: Schnecke, Weihwasser, Salatblatt

    Cornu aspersum, die gefleckte Weinbergschnecke, hat in Madrid den Segen eines Priesters erhalten. Eine Vertreterin dieser Schneckenart wurde am Wochenende vor der Kirche San Antón mit Weihwasser besprenkelt – behütet in einem Glas mit einem Salatblatt. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, ist die Segnung Teil des Festes zu Ehren des Schutzheiligen der Tiere, San Antón, bei dem jedes Jahr am 17. Januar Tausende Haustiere gesegnet werden. Die Tradition reicht bis ins Mittelalter zurück: Damals baten Bauern um Gottes Schutz für ihre Nutztiere.

    Meghan, Herzogin von Sussex
    Meghan, Herzogin von Sussex (Foto: Evan Agostini/AP/dpa)

    Meghan, 44, Herzogin von Sussex, zeigt sich nostalgisch. Die Herzogin postete auf Instagram ein privates Foto mit Prinz Harry aus dem Jahr 2016. Es zeigt das Paar während einer Reise nach Botswana – leger gekleidet, eng umschlungen, lachend. „Wenn 2026 sich anfühlt wie 2016 … das versteht nur, wer dabei war“, schrieb Meghan dazu. Mit dem Beitrag greift sie einen Social-Media-Trend auf, bei dem Nutzer Bilder aus 2016 aktuellen Aufnahmen aus 2026 gegenüberstellen. Meghan und Harry lernten sich im Sommer 2016 bei einem Blind Date kennen, 2017 folgte die Verlobung, 2018 die Hochzeit.

    Victoria Swarovski
    Victoria Swarovski (Foto: Jakub Porzycki/IMAGO)

    Victoria Swarovski, 32, Moderatorin, und ihr Partner, Mark Mateschitz, 33, Erbe des Red-Bull-Imperiums, haben die Rallye Dakar hinter sich gebracht. „Das mit Abstand Härteste, was ich bisher gemacht habe – aber ich bin unfassbar stolz auf uns alle, dass wir es gemeinsam geschafft haben“, schrieb Swarovski auf Instagram. Die Rallye Dakar endete am Samstag nach 13 Etappen durch Saudi-Arabien. Die Rallye gilt als die bedeutendste Langstrecken- und Wüstenrallye der Welt. Laut Medienberichten starteten Swarovski und Mateschitz unter dem Pseudonym „Vic Flip“ und belegten Platz 98.

    Fürst Albert II. von Monaco
    Fürst Albert II. von Monaco (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

    Albert II. von Monaco, 67, hat sich einem kleineren medizinischen Eingriff unterzogen. Wie der Fürstenpalast mitteilte, handelte es sich um eine routinemäßige dermatologische Untersuchung, bei der eine gutartige Veränderung an Kopfhaut und Gesicht behandelt wurde. Der Eingriff sei geplant und kurzzeitig gewesen und habe einige Stiche erfordert, hieß es weiter. Worum genau es sich handelte, ließ der Palast offen.

  • Konfessionen: Eine Stadt mit drei christlichen Kirchen

    Konfessionen: Eine Stadt mit drei christlichen Kirchen

    Geretsried wird seinem Slogan „Einfach anders“ neuerdings auch in religiöser Hinsicht gerecht. „Die Stadt hat jetzt drei christliche Kirchen“, sagt Petros Mastoridis mit hörbarem Stolz; das könne kaum eine Kommune von sich behaupten. Neben der katholischen und der evangelischen Kirche gibt es seit Kurzem auch eine orthodoxe Kirche – und zwar im Wortsinn, als Gebäude. Die frühere evangelische Versöhnungskirche am Chamalières-Platz dient – nach feierlicher Entweihung und zwischenzeitlichem Leerstand – nun der Griechischen Gemeinde Geretsried als Gotteshaus. „Wir sind total happy und sehr dankbar“, sagt der Kantor der griechisch-orthodoxen Gemeinde. Und für den Bauausschuss der evangelischen Petruskirche, in deren Besitz die Versöhnungskirche nach wie vor ist, sagt Sprecher Harald Michel: „Es ist eine Win-win-Situation. Denn auch für uns ist es eine tolle Lösung.“

    Die Versöhnungskirche ist ein markantes Gebäude in Geretsried. Die wabenförmige Architektur von Franz Lichtblau (1928-2019) wurde vor zwei Jahren vom Landesamt unter Denkmalschutz gestellt. Zuvor hatte die Petruskirche das Haus im Herbst 2023 feierlich entwidmet; eine weitere Nutzung war äußerst fraglich. Die Petruskirche hat wie alle evangelischen Gemeinden kontinuierlich an Gläubigen und an finanzieller Unterstützung durch die Landeskirche verloren. Der Denkmalschutz verhinderte dann einen Abriss des Lichtblau-Baus.

    So kam die Griechische Gemeinde auf die Idee, die Kirche zu erwerben, wie Mastoridis berichtet. Der evangelische Pfarrer Theo Heckel habe hoch erfreut darauf reagiert und erklärt: „Ich habe gebetet, dass Gott mir ein Zeichen gibt.“ Doch die Kaufabsichten zerschlugen sich, es verging weiter Zeit, die Kirche stand leer, wurde nicht mehr beheizt, das Wasser wurde abgeschaltet. Und eben dies brachte die Griechische Gemeinde darauf, noch einmal nachzufragen, diesmal schlicht mit der Erwägung, das Gebäude zu nutzen, ohne es zu erwerben.

    Der Kirchenvorstand der Petruskirche habe sich sehr dafür interessiert, und schließlich sei eine Vereinbarung geschlossen worden, berichtet der Kantor: Die Versöhnungskirche wird griechisch-orthodox, die Gemeinde erhält sie mietfrei zur Nutzung. Lediglich Gas, Wasser und Strom zahlen die Griechen selbst. Und außerdem, so Harald Michel, nehmen die neuen Nutzer der Petruskirche die Verkehrssicherungspflicht rund ums Haus ab.

    Protestanten und griechisch-orthodoxe Christen pflegen ein enges Verhältnis

    Evangelische und griechisch-orthodoxe Kirche pflegen in Geretsried seit Jahrzehnten ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis. Die orthodoxen Christen konnten ihre Gottesdienste in den vergangenen 60 Jahren in der Petruskirche an der Egerlandstraße feiern. Seit die ersten Griechen in den Sechzigerjahren als Gastarbeiter in die Stadt kamen, war dies ihre religiöse Heimstatt. Petros Mastoridis illustriert diese enge Bindung mit eigenen Impressionen: „Meine Eltern sind dort getraut worden, meine Kinder getauft.“

    Allerdings musste die Petruskirche zweimal im Monat umgestaltet werden. Das schlichte, bewusst zurückgenommene und farblich gedämpfte Ambiente verwandelte sich in die überbordend prunkvolle, goldglänzende Ästhetik eines griechischen Gottesdienstes. Und um der Kirche den richtigen Rahmen für die etwa zweistündige opulente byzantinische Liturgie zu geben, musste der Vorsänger Mastoridis immer schon eine halbe Stunde vor der Zeit da sein. Er holte dann die zusammenklappbare prächtige Ikonostase aus dem kleinen Lagerraum, die Leuchter und Kerzen, den Tisch für die Gaben, Decken in Gold und Rot und nicht zuletzt das arabeskenverzierte goldglänzende Kruzifix, das auf der einen Seite den gekreuzigten, auf der anderen den auferstandenen Jesus zeigt.

    Der erste orthodoxe Gottesdienst wird am Sonntag, 25. Januar, gefeiert

    Mit all diesem Inventar stattet die Griechische Gemeinde nun den Wabenbau am Chamalières-Platz aus: „Am Mittwoch kommt der Lastwagen, und dann bringen wir alles hin“, sagt Mastoridis. Den ersten orthodoxen Gottesdienst feiert Priester Matthäos Ladas am 25. Januar; ein Eröffnungsgottesdienst mit nicht-orthodoxem Publikum soll folgen. Darüber hinaus kann die mehr als 400 Personen starke Griechische Gemeinde Geretsried, zu der auch Wolfratshauser Gläubige gehören, den Kirchenraum samt seinen Nebengelassen für andere Zwecke nutzen, etwa zur Katichitikó, dem Religionsunterricht für Kinder und Jugendliche. Auch an ein Café nach den Gottesdiensten könne man denken, sagt Mastoridis. „Es ist jetzt alles für uns viel einfacher“, betont er, „wir haben Freiraum.“

    Eine Gesamtsanierung der Kirche, die durch ihren wabenförmigen Bau auffällt, steht weiterhin im Raum
    Eine Gesamtsanierung der Kirche, die durch ihren wabenförmigen Bau auffällt, steht weiterhin im Raum (Foto: Hartmut Pöstges)

    Das Damoklesschwert, das zunächst über allen Überlegungen schwebte, wonach das Dach der Versöhnungskirche dringend saniert werden müsse, ist anscheinend auch erst einmal abgewendet. Mastoridis sagt, aktuell sei das Dach in Ordnung. Bauausschuss-Sprecher Michel äußert sich etwas vorsichtiger: Eine Sanierung könnte „demnächst“ anstehen. Im Herbst 2023 hatte ein Sprecher der Versöhnungskirche gewarnt: Der bauliche Zustand der Versöhnungskirche sei „nicht besonders gut“. Das Haus, besonders das Dach, brauche immer wieder Pflege. Zuletzt sei eine Reparatur der Heizung nötig gewesen. „Und das war schon ein schwieriger Akt.“ Eine Gesamtsanierung würde „gleich eine ganz große Aktion“, von der Elektrik bis zum Brandschutz. Im Moment aber steht ein solcher Aufwand offenbar nicht zur Debatte.

  • Streit über WLAN an Bord Elon Musk und Ryanair‑Chef bezeichnen sich gegenseitig

    Streit über WLAN an Bord Elon Musk und Ryanair‑Chef bezeichnen sich gegenseitig

    Streit über WLAN an Bord

    Elon Musk und Ryanair‑Chef bezeichnen sich gegenseitig als »Idioten«

    Sollen Ryanair-Flugzeuge mit WLAN an Bord ausgerüstet werden? Darüber liefern sich Elon Musk und Ryanair-CEO O’Leary einen öffentlichen Schlagabtausch – mit unsachlichen Beleidigungen.

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    WLAN an Bord: Lufthansa-Maschinen sollen bis 2029 mit Starlink-Technologie ausgerüstet werden

    Foto: Peter Kneffel / dpa

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    Zwischen SpaceX‑Chef Elon Musk und Ryanair‑Chef Michael O’Leary ist ein offener Streit über den Einbau des Satelliteninternets Starlink in Flugzeugen entbrannt. Wie das US-Portal »Politico« berichtet 

    , bezeichneten sich beide gegenseitig als Idioten – und warfen sich falsche Angaben zu Technik und Kosten vor.

    Auslöser war ein Radio-Interview O’Learys , in welchem er Musks Angebot für WLAN an Bord als unattraktiv abtat. Darin erzählte er, dass Musk ihn zuvor als »falsch informiert« kritisiert habe, weil Ryanair sich weigere, seine Flugzeuge mit Starlink auszurüsten. O’Leary reagierte mit persönlichen Angriffen auf Musk: Er schenke ihm keinerlei Beachtung, und er sei »ein Idiot – ein sehr reicher zwar, aber immer noch ein Idiot«. Dessen Plattform X nannte O’Leary eine »Kloake«.

    Musk konterte auf X, bezeichnete den Ryanair-Chef ebenfalls als »Idioten« und forderte, er solle gefeuert werden. Zudem warf er O’Leary vor, den Einfluss der Antennen auf den Treibstoffverbrauch »um den Faktor zehn« falsch einzuschätzen.

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    Ryanair CEO is an utter idiot. Fire him.— Elon Musk (@elonmusk) January 16, 2026

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    Hinter dem Schlagabtausch steht ein wirtschaftlicher Streit: Ryanair lehnt Starlink‑Antennen auf seinen mehr als 600 Boeing‑737‑Jets ab. Die zusätzliche Außenverkleidung erhöhe den Luftwiderstand und damit den Kerosinverbrauch, argumentiert O’Leary. Er geht von rund zwei Prozent Mehrverbrauch aus – das könne die Airline jährlich Hunderte Millionen Dollar kosten. Auf Kurzstrecken seien Passagiere zudem kaum bereit, für WLAN zu zahlen.

    Musk bestreitet die Annahmen und verweist auf andere Airlines, die bereits Starlink einsetzen. Schnelles Internet an Bord werde für viele Reisende ein entscheidender Faktor bei der Flugbuchung, sagt er.

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    Lufthansa hat bereits Starlink-Deal abgeschlossenEine Airline, die jüngst einen Deal mit Musk abgeschlossen hat, ist die Lufthansa-Gruppe. Vergangene Woche gab das Unternehmen bekannt , dass man ab der zweiten Jahreshälfte 2026 nach und nach alle rund 850 Flugzeuge mit der neuen Technik ausrüsten wolle. Starlink biete die derzeit schnellsten Internetverbindungen während des Fluges an.Durch eine höhere Bandbreite und Geschwindigkeit sollen künftig Streaming, Cloud-basiertes Arbeiten und weitere Highspeed-Anwendungen während des Fluges ermöglicht werden. Im Jahr 2029 sollen alle Flugzeuge über die neue Technik verfügen.

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    Starlink-Satellit im All

    Foto: La Nacion / IMAGO

    Die SPD-Bundestagsfraktion kritisierte die Entscheidung der Lufthansa als »schwer nachvollziehbar«. Mit der Entscheidung für Starlink mache sich die Lufthansa-Gruppe abhängig von der Technologie und dem Geschäftsgebaren von Elon Musk, hieß es. Europa und europäische Schlüsselunternehmen dürften sich »nicht sehenden Auges in problematische Abhängigkeiten begeben«, hieß es von der SPD-Fraktion.

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  • Gäste auf Privatparty fallen durch einstürzenden Fußboden Sie wollten gerade die Torte

    Gäste auf Privatparty fallen durch einstürzenden Fußboden Sie wollten gerade die Torte

    Gäste auf Privatparty fallen durch einstürzenden Fußboden

    Sie wollten gerade die Torte zum 60. Geburtstag anschneiden, als der Wohnzimmerboden einbrach: So schildern Augenzeugen laut einem Medienbericht, was nach Mitternacht auf einer Party in Paris geschah.

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    Großeinsatz in Paris: Während einer Geburtstagsfeier brach der Fußboden einer Wohnung ein

    Foto: Poitout Florian / ABACAPRESS / IMAGO

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    Die Party fand im fünften Stock eines Mehrfamilienhauses statt und endete mit einem Schock: In einem Apartment im elften Pariser Arrondissement ist in der Nacht auf Sonntag der Fußboden des Wohnzimmers eingestürzt. Gäste fielen hindurch bis in die vierte Etage. Der Vorfall ereignete sich in der Rue Amelot, wenige Hundert Meter von dem berühmten Place de la Bastille entfernt.

    Es hätten sich rund 50 Menschen in der Wohnung befunden, als der Fußboden unter ihren Füßen weggebrochen sei und die Gäste ein Stockwerk tiefer gestürzt seien, sagte ein Feuerwehrsprecher. Es habe 19 Leichtverletzte gegeben sowie eine schwer verletzte Person. Ihr Zustand sei »ernst«, berichtet die französische Zeitung »Le Parisien« 

    .Eine Frau habe ihren 60. Geburtstag gefeiert und gegen Mitternacht hätten sich alle Gäste versammelt, berichtete der Sender RTL. »Es war eine Geburtstagsfeier, und dann, als wir gerade die Geburtstagstorte anschneiden wollten, brach der Boden plötzlich ein. Wir haben nichts gespürt und lagen plötzlich auf der darunterliegenden Etage«, sagte einer der Gäste dem Sender.

    Sorge, noch eine Etage tiefer zu stürzenMit seinem Bruder habe er sich am Ende des Wohnzimmers befunden und zuerst gesehen, wie die Gäste in der Mitte des Raumes zu Boden fielen, bevor auch der Rest des Wohnzimmers einstürzte. »Wir fanden uns zwangsläufig mit Menschen unter uns, über uns und neben uns wieder.« Es habe keine Panik gegeben und niemand habe sich bewegt, um nicht noch eine Etage tiefer zu stürzen, sagte der Mann.

    Es wurde laut »Le Parisien« eine Untersuchung eingeleitet, um die Umstände des Unfalls zu klären.Jahresanfang in Frankreichs Hauptstadt: Wer als Deutscher in Paris lebt, muss sich an einen radikal anderen Zeitbegriff gewöhnen. Unser Autor musste lernen: Pünktlichkeit ist unhöflich. Lesen Sie hier eine Kolumne von Leo Klimm 

    , SPIEGEL-Korrespondent mit Sitz in Paris.

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