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    Australian Open Schwarzer Tag für die Deutschen, gleich drei kanadische Profis mit

    Australian Open

    Schwarzer Tag für die Deutschen, gleich drei kanadische Profis mit Krämpfen raus

    Am Ende fließen sogar Tränen: Daniel Altmaier, Tatjana Maria und Ella Seidel scheiden bereits in der ersten Runde der Australian Open aus. Die Kanadier scheinen besonders unter den Bedingungen zu leiden.

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    Marina Stakusic musste den Platz im Rollstuhl verlassen

    Foto: Joel Carrett / AAP / dpa

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    Nach dem verheißungsvollen Auftakt haben die deutschen Tennisprofis bei den Australian Open am zweiten Turniertag ausschließlich Enttäuschungen erlebt. Tatjana Maria, Ella Seidel und Daniel Altmaier schieden in Melbourne allesamt in der ersten Runde aus.

    Vor allem Altmaier erlebte gegen den Kroaten Marin Čilić beim 0:6, 0:6, 6:7 (3:7) ein Debakel. In den ersten beiden Sätzen zeigte der 27-Jährige gegen den US-Champion von 2014 eine desolate Leistung.

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    Daniel Altmaier war in den ersten beiden Sätzen chancenlos

    Foto: Frank Molter / dpa

    Die größte Chance, Alexander Zverev und Yannick Hanfmann in die zweite Runde zu folgen, hatte Ella Seidel. Am Ende verlor die 20 Jahre alte Hamburgerin gegen die Russin Oxana Selechmetewa aber 3:6, 6:3, 0:6 und muss damit weiter auf ihren ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier warten. Zuvor war bereits Tatjana Maria durch ein 3:6, 5:7 gegen die Kroatin Petra Marčinko ausgeschieden.

    Altmaier zwei Sätze lang vorgeführtAltmaier war gegen Cilic zwei Sätze lang von der Rolle. Der Davis-Cup-Profi wurde vom 37 Jahre alten Kroaten vorgeführt und zeigte kaum Gegenwehr. Erst nach 69 Minuten konnte Altmaier zum 1:1 im dritten Satz das erste Aufschlagspiel gewinnen. Danach begegnete er Cilic auf Augenhöhe und hätte fast einen vierten Satz erzwungen. Im Tiebreak leistete sich Altmaier dann aber zu viele Fehler und schied aus.

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    Seidel mit den Nerven am EndeSeidel erwischte gegen Selechmetewa eigentlich einen guten Start und lag schnell ein Break vorne. Danach leistete sich die Norddeutsche aber zu viele vermeidbare Fehler und gab den ersten Satz ab. Nach einem zwischenzeitlichen Hoch im zweiten Satz drehte sich die Partie abermals zugunsten der Russin.

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    Ella Seidel gewann immerhin ihren ersten Satz in Melbourne

    Foto: Frank Molter / dpa

    Bereits kurz vor dem Ende kamen Seidel auf der Bank die Tränen. »Sie wirkt hier wirklich ganz verzweifelt – sie steht neben sich«, analysierte die frühere Bundestrainerin Barbara Rittner den Entscheidungssatz bei Eurosport.

    Marias Traum vom Doppel mit der TochterMaria gab gegen Marčinko im zweiten Satz eine 5:3-Führung noch aus der Hand. Die 38-Jährige hat in Melbourne in ihrer langen Karriere nur viermal die zweite Runde erreicht.

    Dennoch will sie weiter nach Australien kommen – zumindest für zwei weitere Jahre. Denn 2028 wird ihre Tochter Charlotte 14 Jahre alt und darf dann auf der WTA-Tour spielen. »Unser Ziel ist es, einmal ein Doppel zusammenzuspielen. Und ich hoffe, dass es dann in zwei Jahren klappt«, sagte Maria.Kanadische ProblemeImmer wieder leiden Tennisprofis in Melbourne unter den äußeren Bedingungen. In einer kuriosen Häufung erwischte es binnen weniger Stunden gleich drei Kanadier. Während Liam Draxl trotz Krämpfen im zweiten Satz bei seiner Niederlage gegen Damir Džumhur wenigstens noch durchspielen konnte, musste Felix Auger-Aliassime, die Nummer acht der Welt, frühzeitig aufgeben. Auch Marina Stakusic konnte ihr Match wegen Krämpfen nicht zu Ende spielen – und musste im Rollstuhl vom Platz gefahren werden.

    Trio um Lys am Dienstag im EinsatzAm Dienstag haben Eva Lys, Laura Siegemund und Jan-Lennard Struff noch die Chance, die deutsche Bilanz in Melbourne aufzubessern. Lys spielt gegen die Rumänin Sorana Cirstea, Siegemund bekommt es mit der Usbekin Ljudmila Samsonowa zu tun. Struff spielt gegen den Tschechen Vit Kopřiva.Zverev hat seinen zweiten Einsatz am Yarra River erst wieder am Mittwoch gegen den Australier Alexei Popyrin oder den Franzosen Alexandre Müller. Hanfmann trifft dann auf den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz aus Spanien.

    mfu/dpa/sid

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  • Bekannt für Balkan-Berichterstattung Fernsehjournalist Friedhelm Brebeck ist tot Er war Auslandskorrespondent und

    Bekannt für Balkan-Berichterstattung Fernsehjournalist Friedhelm Brebeck ist tot Er war Auslandskorrespondent und

    Bekannt für Balkan-Berichterstattung

    Fernsehjournalist Friedhelm Brebeck ist tot

    Er war Auslandskorrespondent und Chefreporter, arbeitete an mehr als 400 Fernsehbeiträgen zu den Balkankriegen: Nun ist der TV-Journalist Friedhelm Brebeck im Alter von 91 Jahren gestorben.

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    Friedhelm Brebeck (1934 bis 2026)

    Foto: IMAGO

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    Der vor allem durch seine Reportagen aus den Balkankriegen bekannte Fernsehreporter Friedhelm Brebeck ist tot. Brebeck sei am Samstag im Alter von 91 Jahren gestorben, berichtete der Bayerische Rundfunk (BR) am Sonntagabend 

    . Für den Sender arbeitete er lange als Auslandskorrespondent und Chefreporter.

    BR-Informationsdirektor Thomas Hinrichs erklärte, »Friedhelm Brebeck war unbestechlich im Urteil, unerschrocken bei der Abbildung der Welt und immer an der Frontlinie der journalistischen Arbeit.« Als Kriegsreporter auf dem Balkan habe er Außergewöhnliches geleistet. »Er war ein harter Hund im besten Sinne, hochrespektiert von allen, und er ist ein Vorbild für viele von uns.«Brebeck wurde am 16. Juli 1934 im Bergischen Land geboren und wuchs dort auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte er zunächst eine Ausbildung als Gaswärmestellengehilfe. Der Weg in den Journalismus begann mit einem Volontariat bei der »Westdeutschen Rundschau« in Wuppertal.

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    1960 startete Brebeck als Redakteur bei der »Rheinischen Post«. Drei Jahre später wechselte er als Fernsehredakteur zum Südwestfunk nach Baden-Baden. 1973 kam er zum BR. Er berichtete aus Israel, dem Libanon, aus Iran und Irak sowie aus Belgrad und Wien.Ab 1990 war er als ARD-Sonderkorrespondent unter anderem in Israel, Rumänien und Albanien im Einsatz. Die Balkankriege auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens begleitete er ab 1992 mit mehr als 400 Fernsehbeiträgen, wie der Sender mitteilte.

    Für seine Arbeit wurde der Journalist vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grimme-Preis. Laut BR lebte er zuletzt in einem Pflegeheim – 2021 habe er beim Hochwasser im Ahrtal große Teile seines Privateigentums verloren und musste danach umziehen, heißt es beim Bayerischen Rundfunk.

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  • Handball-EM Das muss Deutschland jetzt ändern, um nicht ganz früh rauszufliegen Mit

    Handball-EM Das muss Deutschland jetzt ändern, um nicht ganz früh rauszufliegen Mit

    Handball-EM

    Das muss Deutschland jetzt ändern, um nicht ganz früh rauszufliegen

    Mit einer Auszeit im EM-Vorrundenspiel gegen Serbien nimmt der Handball-Bundestrainer Alfred Gíslason seiner Mannschaft ein Tor und nachher die volle Schuld auf sich. Ein erklärbarer Fehler – im Gegensatz zu einigen anderen.

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    Gíslason traf gegen Serbien mehrere unglückliche Entscheidungen

    Foto: Maximilian Koch / IMAGO

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  • TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesenEin paar Klicks im Netz. Niedliche Bilder. Große Versprechen. Ein

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    Ein paar Klicks im Netz. Niedliche Bilder. Große Versprechen. Ein Welpenkauf fühlt sich an wie der Start in ein neues Leben. Genau hier beginnt die Gefahr. Denn der illegale Welpenhandel lebt davon, dass Gefühle schneller sind als Zweifel. Ein altes Problem mit neuem Gesicht – und großem Leid für Tiere, wie PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet.

    Der illegale Welpenhandel ist kein Einzelfall. Er ist ein europaweites Millionengeschäft. Welpen werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt, krank transportiert, mit gefälschten Papieren versehen. Verkauft werden sie dann als „liebevoll aufgezogen“. Für Käufer wirkt alles seriös. Und genau das macht es so gefährlich.

    So arbeiten illegale Händler

    Die Masche ist oft gleich. Viele Welpen stammen aus osteuropäischen Vermehrerbetrieben. Sie werden oft zu jung von der Mutter getrennt und quer durch Europa gefahren. Alter, Herkunft und Impfstatus werden passend gemacht. Aus acht Wochen werden auf dem Papier zwölf.

    Das EU-Recht schreibt vor, dass Hunde gechippt sein müssen. Die Nummer gehört in den Heimtierausweis. Doch ein Eintrag ist nur etwas wert, wenn der Chip im Hund auch existiert. Und genau zu diesem Punkt schauen viele Käufer nicht genau hin.

    Der Chip spricht die Wahrheit

    Der Mikrochip sitzt unter der Haut des Welpen. Beim Auslesen erscheint eine Nummer, oft beginnend mit einem Ländercode. Dieser Code basiert auf dem ISO-3166-Standard und zeigt, welchem Land der Chip zugeordnet ist.

    Stimmen Chip und Heimtierausweis nicht überein, ist Vorsicht geboten. Doch das können Käufer nur durch einen Chipableser überprüfen. Viele denken, das sei ein Profi-Werkzeug, das nur Tierärzte bedienen können. Doch weit gefehlt!

    Chipableser kann Hundeleben retten

    Ein Chipableser ist ein kleines Gerät, das jeder Welpenkäufer nutzen kann. Und sollte. Denn der Mikrochip ist oft der einzige Beweis, der nicht lügt. Papiere kann man fälschen. Geschichten erfinden. Webseiten schnell bauen. Den Chip im Hund kann man nicht fälschen.

    Ein Chipableser zeigt Haltung. Seriöse Züchter haben damit kein Problem. Unseriöse reagieren nervös oder weichen aus. Auch das ist ein klares Signal.

    Was tun bei Verdacht?

    Fühlt sich etwas falsch an, nehmen Sie das ernst. Kaufen Sie den Welpen nicht aus Mitleid. Das hält das System am Leben. Sammeln Sie Informationen. Namen, Anzeigen, Chatverläufe, Chipnummern.

    Melden Sie den Verdacht beim Veterinäramt, bei der Polizei oder bei Tierschutzorganisationen. Ist der Welpe bereits bei Ihnen und krank, gehen Sie sofort zum Tierarzt. Dokumentation ist entscheidend.

    Verantwortung beginnt vor dem Kauf

    Ein Chipableser kostet wenig und kann ein Leben retten. Er gibt Ihnen Kontrolle in einem Markt, der zu oft auf blindes Vertrauen setzt. Wer einen Welpen kaufen will, übernimmt Verantwortung – nicht erst zu Hause, sondern beim ersten Treffen.

    Illegaler Welpenhandel existiert, weil er funktioniert. Jeder informierte Käufer macht es den Händlern schwerer. Und manchmal rettet genau das ein Hundeleben.t

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    Ein junger Mann, Max, hat sich totgewünscht. Und es war sein ausdrücklicher Wille, einen Text über seinen selbst gewählten Weg in den Tod zu hinterlassen.

    Max wollte, dass Menschen verstehen, wie so ein Kampf ums (Weiter-)Leben aussehen kann. Dass niemand einen anderen zum Gewinnen verdammen soll. Weil der Kämpfende das Verlieren als Gewinn empfinden kann. Und weil er – trotz aller Hilfe von außen – innerlich ganz alleine fightet. Gegen einen Körper, der ihn systematisch verraten hat.

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    In 39 Jahren hat er dem Leben mehr abgetrotzt als die meisten Gesunden je hineinpacken. Und doch hatte Max Angst, dass er und die Menschen, die ihn nicht davon abhielten, verurteilt werden. Ja, es gibt sie, die Außenstehenden, die sagen: „Das Leben ist heilig“ oder „Man darf doch niemandem beim Sterben helfen“. Bei Menschen wie Max ist dieser Satz eine Zumutung. Heilig war für ihn nicht mehr das Leben, nur die Erinnerung.

    Max wollte nicht sterben, weil er „keinen Bock“ mehr hatte. Er wollte sterben, weil er alles gegeben hatte. Weil er wusste: Es wird nicht mehr besser. Nur schmerzhafter, würdeloser.

    Genau hier muss Sterbehilfe ansetzen: bei Menschen, die klar, informiert, wiederholt sagen: „Ich will gehen.“ Einen Menschen selbstbestimmt sterben zu lassen, heißt nicht, Leben geringzuschätzen. Sie bedeutet, Leid ernst zu nehmen.

    Ein Mensch hat fast 40 Jahre lang alles versucht, stark zu bleiben – und sich am Ende das Recht genommen, selbst zu bestimmen, wann es genug ist.

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    Der Tag, den Max „mein Ablaufdatum“ nannte, ist gekommen. Seine Familie und wir, die eingeweihten Freunde, haben auf ihn hingeweint, hingelacht, hindiniert und oft genug drumherumgeredet. Es war zu absurd, zu krass, sich auf einen Zeitpunkt vorzubereiten, ab dem ein Mensch nicht mehr sein wird. Wir haben diesen Tag verteufelt, und doch hat Max ihn so sehr herbeigesehnt.

    Max ist tot. Er wollte es so. Keine Option mehr, sich in eine Verlängerung zu retten, wie man in seinem geliebten Fußball sagen würde. Nun wird er nie wieder einen der klugen Sätze von sich geben können, für die er geliebt wird. Oder, wie wir von nun an sagen müssen – geliebt wurde.

    „Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich gerne sterben würde“

    30. Mai 2025, 9.33 Uhr, auf meinem Handy ploppt eine WhatsApp auf: „Liebe Katharina, nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich gerne sterben würde.“ Die Nachricht ist von Max. Auf seinem Profilbild lächelt er mich aus seinem Rollstuhl heraus an. Dieses typische Max-Grinsen, bei dem die Augen mitlachen mit den ironisch verzogenen Lippen. „Verschmitzt“, würde ich sagen, und Max würde sich amüsieren, dass mir nichts Moderneres einfällt. Nichts in Jugendsprache, wie er sie beherrscht. Ich weiß, Bro, goofy.

    Max im Fußgängertunnel. Auf seinen Füßen gehen konnte er schon lange nicht mehr. Er fühlte sich gefangen, sah keinen Ausweg mehr und wollte das Leben anhalten

    Max im Fußgängertunnel. Auf seinen Füßen gehen konnte er schon lange nicht mehr. Er fühlte sich gefangen, sah keinen Ausweg mehr und wollte das Leben anhalten

    Max ist fast 40, seine Krankheit hat ihn in das Skelett eines kleinen Jungen gezwängt, doch sein Geist ist der eines weisen Mannes. Obendrauf kommen ein Mundwerk und ein Habitus, irgendwo zwischen referierendem Reich-Ranicki und amüsierendem Comedian Ricky Gervais. Letzterer hat mal gesagt: „Denk dran: Wenn du tot bist, weißt du nicht, dass du tot bist. Es ist nur für andere schmerzhaft. Das Gleiche gilt, wenn du dumm bist.“

    „Lieber leben im Überfluss als ein überflüssiges Leben“

    Ich sitze an jenem Maimorgen auf dem Balkon eines Hotels auf der griechischen Insel Zakynthos, die Unterschenkel baumeln von der Balustrade gen Meer. Ich bin hier Gast auf einer Hochzeit, feiere die Liebe und das Leben. 2000 Kilometer entfernt in München liegt Max allein in seinem vergitterten Pflegebett, spürt seine Beine nicht mehr und plant seinen Tod. Sein Profil-Status lautet: „Lieber leben im Überfluss als ein überflüssiges Leben.“

    [–>Mein Magen zieht sich zusammen. Ich wähle Max’ Nummer und drücke doch nicht auf den grünen Hörer. „Das geht nicht, Max!“, schreit mein Bauch. „Nein, sag das nicht, das wäre fürchterlich übergriffig“, mahnt mein Kopf. Ich ahne, wie sehr Max leidet. Wir haben mehrmals über Sterbehilfe gesprochen, er hat es 2022 sogar vor dem Bundestag getan, um sich für eine differenzierte Debatte darüber einzusetzen. Max harrt seit mehr als 30 Jahren in einem reichlich besch… Körper aus, und es geht mich, die ich hier in der Sonne relaxe, nichts an, was er damit macht.

    Später fragt er, ob ich ihn auf seinem Weg zum Tod begleiten würde. Ob ich darüber schreiben könnte. „Wenn du das wirklich möchtest, bin ich für dich da!“, antworte ich.

    Max sammelt Schuhe, auch wenn er darin nie laufen können wird

    Nach meiner Rückkehr treffen wir uns in seinem Zuhause in München. 69 Quadratmeter, vollgestopft mit mehr als 80 Paar Schuhen, Größe 34, deren Sohlen nie eine Straße gesehen haben. In der Küche steht ein Servierwagen voll Whiskey, den Max in diesem Leben nicht mehr schaffen wird zu leeren und den er eigentlich wegen der vielen Medikamente nie hätte anrühren sollen. „Ach, fuck it!“ oder wie ein Arzt mal zu ihm sagte: „Man darf die soziale Komponente dabei nicht unterschätzen. Machen Sie ruhig, wenn es Ihnen guttut!“

    Was sammelt einer, der nicht laufen kann? Klar: Schuhe. Oder wie Max sagt: „Wenn viele Dinge nicht passen, ist es umso essenzieller, dass die Schuhe zum Outfit passen.“

    Was sammelt einer, der nicht laufen kann? Klar: Schuhe. Oder wie Max sagt: „Wenn viele Dinge nicht passen, ist es umso essenzieller, dass die Schuhe zum Outfit passen.“

    Max war im Jahr 2011 für ein paar Wochen Praktikant bei BILD am SONNTAG. Natürlich stach er durch seine Gestalt heraus. Noch viel mehr aber fiel er wegen seines frechen Mundwerks auf. Wegen seines Mutes, sich selbst in den großen Chef-Konferenzen mit klugen Wortmeldungen zu zeigen. Für immer in Kopf und Herz bleibt, wie wir beide eine Konzernregel brachen und Paternoster fuhren. Das ist Nichtangehörigen des Unternehmens aus Sicherheitsgründen untersagt – erst recht, wenn sie eine Gehbehinderung haben. Ich nahm Max auf den Arm, der Rollstuhl fuhr mit Kollegen im Aufzug hoch in den 15. Stock. Wir zuckelten kichernd mit dem Paternoster nach. Max strahlte.

    „Ich habe Angst, dass sie sich nicht an mich erinnern“

    Ich erinnere mich noch heute, wie ich mich wunderte und gleichzeitig freute, dass dieser kleine Ungehorsam eine solche Begeisterung bei ihm auslösen konnte. Später verstand ich, wie sehr er schon damals, noch vor der Querschnittlähmung, gefangen war in einem Leben voller Mauern, die andere leichtfertig überspringen oder nicht einmal wahrnehmen. Es ging nicht um das Verbotene, es ging darum, die Behinderung zu überlisten, ihr kleine Siege abzuluchsen.

    Die Jahre danach verloren Max und ich uns nie ganz aus den Augen. Jetzt sitzen wir also in seiner Wohnung, die er sich mit einer 24-Stunden-Pflege-Assistenz teilen muss, und bilanzieren sein Leben, das er beenden möchte. Er will einen Text hinterlassen, um selbstbestimmtes Sterben zu enttabuisieren, „und die Freunde sollen wissen, was mit mir geschehen ist“. Vor allem aber sollen die Zeilen für seine Familie sein: die drei Schwestern, die Mama, den Vater. Für seinen Bruder, gerade erst 13 Jahre alt. Und für die kleinen Nichten, die er so liebt. Sie sind erst fünf und zwei „Ich habe Angst, dass sie sich sonst nicht an ihren Onkel erinnern“, sagt Max.

    Auch und vor allem für sie soll dieser Text sein: Max und seine vierjährige Nichte Hand in Hand

    Auch und vor allem für sie soll dieser Text sein: Max und seine fünfjährige Nichte Hand in Hand

    Dann zeigt er mir ein Foto, wie die Fünfjährige Hand in Hand mit ihm neben seinem Rollstuhl hertrabt. Es ist Max‘ Lieblingsbild. Die beiden sind von hinten abgebildet in einer Fußgängerunterführung. Ich schaudere ob der Symbolik. Ein Ende des Tunnels erscheint ihm nicht mehr erreichbar. Und auch nicht mehr erstrebenswert. Das fröhliche kleine Mädchen aber wird hinaus hopsen. Es fällt Max schwer, es loszulassen, ohne zu wissen, dass sein Händedruck auch nach seinem Tod noch ein bisschen zu spüren sein wird.

    Müde davon, sich aufzubäumen

    „Ich gebe mir Mühe, festzuhalten, wer du bist“, verspreche ich Max. Eigenhändig an seine Liebsten zu schreiben, was er zweifellos hervorragend könnte: Dafür fehlt ihm mittlerweile die Kraft. Sein Geist ist müde vom Aufbäumen. Seitdem Max sechs Jahre alt ist, lehnt er sich auf gegen einen Körper, der sich selbst zerstört.

    Max mit zwei Jahren. Bis zu den ersten Rheuma-Schüben mit sechs Jahren deutete nichts auf seine schwere Erkrankung hin

    Max mit zwei Jahren. Vor den ersten Rheuma-Schüben mit sechs Jahren klagte der Kleine ab und an über Beinschmerzen und wollte nicht gerne lange laufen. Aber welches Kind macht das nicht?

    Maximilian Nikolaus Schulz wurde geboren am 11. November 1986 als Münchner Kindl. 4210 Gramm, 56 Zentimeter. Ein kerngesunder Bub, so schien es zunächst. „Er wollte viel in den Buggy, hat oft gejammert, dass ihm die Füße wehtun“, sagt Vater Guido (65) über seinen Erstgeborenen. Aber welches Kind macht das nicht! Mit fünf verweist ihn der Fußballtrainer des Feldes, sagt, der Junge halte nix aus. Mit sechs Jahren bekommt der kleine Maximilian Fieberschübe, die Schmerzen in den Beinen werden unerträglich. Die Ärzte diagnostizieren eine „juvenile Polyarthritis“, eine Form von Rheuma, die bei Kindern unter 16 Jahren auftritt und für Schmerzen und Gelenksteifheit sorgen kann. Ihre Ursache ist unklar. „Eine Laune der Natur“, sagen die Mediziner. „Scheißlaune!“, sagt Max.

    Max ist klein wie ein Kind, seine Knochen zerbröseln

    Die Krankheit ist bei ihm besonders ausgeprägt und aggressiv. Er muss schon als Kind ständig ins Krankenhaus, verbringt viel Zeit in Reha-Kliniken. Hohe Dosen Kortison lindern die Entzündungen und machen gleichzeitig seine Knochen porös. Er zerbröselt heute innerlich, seine Schenkel sind mehrfach gebrochen. Max hört auf zu wachsen, als er ein Teenie ist und 129,4 Zentimeter misst. Sein Skelett bleibt klein, deformiert sich unter dem Druck der sich normal entwickelnden Organe. Die linke Seite des Brustkorbs etwa steht nach vorn ab. Dort, wo das große Herz sich Platz gemacht hat.

    Max als Baby mit Mama Heike. Der kleine Maximilian entwickelte sich zunächst ganz normal. Nichts deutete auf seine schwere Krankheit hin

    Max als Baby mit Mama Heike. Er ist der Erstgeborene der Familie. Mit seiner Mutter verbindet ihn eine besondere Beziehung

    Man muss kein medizinisches Genie oder großer Empathiker sein, um sich vorstellen zu können, was das mit einem Menschen macht, der ansonsten ganz natürlichen, auch hormonellen Entwicklungen unterworfen ist. Wäre Max etwas später geboren worden, hätte es ein neues Medikament auf dem Markt gegeben, das ihm ein nahezu normales Leben hätte ermöglichen können. Es wurde 2011 zur Behandlung von Max‘ Erkrankung zugelassen. Da waren die „massiven Destruktionen“, wie es in seinen Arztbriefen heißt, aber nicht mehr rückgängig zu machen. „Spürst du deshalb Bitterkeit?“, frage ich. „Es war schon hart, in der Reha andere zu sehen, die das Medikament von klein auf hatten. Ich hatte trotzdem ein schönes Leben“, sagt Max. Hatte …

    Der Po ist wundgelegen, der Wille zu kämpfen verblasst

    Max ist müde. Er hat aufgehört zu erzählen und lässt sich von seiner Assistentin mittels einer elektrischen Hebevorrichtung ins Bett hieven. Vorsicht, die wundgelegene Stelle am Po! Noch kurz die Haare kämmen und bitte etwas Deo „Old Spice Nightpanther“. Danke!

    Max möchte sich ausruhen und muss seinen wundgesessenen Po entlasten. Seine Assistentin Mika hebt ihn mithilfe einer elektrischen Hebevorrichtung aus dem Rollstuhl ins Bett

    Max möchte sich ausruhen und muss seinen wundgesessenen Po entlasten. Seine Assistentin Mika hebt ihn mithilfe einer elektrischen Hebevorrichtung aus dem Rollstuhl ins Bett

    Max benötigt für alles Hilfe, sein Körper muss regelmäßig gewendet werden. An sehr guten Tagen schafft er es gerade noch, selbst die Zahnbürste zu halten und den Löffel mit dem Morgenmüsli zum Mund zu führen.

    Ich setze mich auf einen Sessel neben das Bett und schaue auf diesen kleinen großartigen Mann, der jetzt die Augen geschlossen hat.

    Du träumtest, aber vieles blieb ein Traum

    Ich denke an Grönemeyers „Der Weg“. An die Textzeilen „Du hast der Fügung deine Stirn geboten“ und „Das Leben ist nicht fair“. Ja, Max, du hast „den Regen gebogen“! Du hast dein Abi gemacht, du hast dein Studium der Sozialen Arbeit abgeschlossen, du träumtest von einem Job als Journalist oder beim Bundesnachrichtendienst.

    Du hast Briefe von Bundespräsidenten und der Regie-Legende Werner Herzog gesammelt, Max Raabe hat dir ein personalisiertes Lied ins Krankenhaus geschickt, du hast wunderbare Freundschaften geknüpft, Berliner Rapper haben dich durch Szene-Clubs getragen, du bist Edel-Fan von Eintracht Frankfurt, und wenn man in deiner Stammkneipe, dem Münchner „Pussers“ anruft, erfährt man, dass eine Tischreservierung nicht nötig ist: „Für unseren Max ist immer was frei.“ Hier hast du gesessen, auf deinen „Painkiller“ geblickt, wie dein rumhaltiger Lieblingsdrink bezeichnenderweise heißt, und warst mit deiner schmerzbefreiten Art immer Zentrum der Aufmerksamkeit.

    Mit Max auf einen letzten „Painkiller“ ins Pusser‘s. Seine Stammkneipe liegt nur zwei Kilometer von seiner Wohnung entfernt. Um dorthinzukommen, braucht Max einen speziellen Krankentransport. 117,40 Euro kostet der. Teilhabe ist nur für die, die es sich leisten können

    Mit Max auf einen letzten „Painkiller“ ins Pussers. Seine Stammkneipe liegt nur zwei Kilometer von seiner Wohnung entfernt. Um dorthin zu kommen, braucht Max einen speziellen Krankentransport. 117,40 Euro kostet der. Teilhabe ist eben nur für die, die es sich leisten können

    Mein Gott, hast du gekämpft! Während man dich wegen deiner kindlichen Statur permanent unterschätzte, konntest du stundenlang über den Nahost-Konflikt referieren. Dein Mundwerk: eine automatische Feuerwaffe. Um zu wissen, wie du tickst und wie du dem Leben immer mehr abgetrotzt hast, als es für dich bereithielt, muss man eigentlich nur eine Anekdote aus deiner Kindheit kennen: Als deine Mutter dir einst verbot, eine Spielzeugpistole zu haben, hast du dir aus Knäckebrot eine geknabbert, dich auf euren Balkon gestellt und mit einem lauten „piu, piu“ auf Passanten „geschossen“. Dabei hast du Wilhelm Busch rezitiert: „Jeder denkt, die sind perdü! Aber nein! – Noch leben sie! Knusper, knasper!“

    Ruh’ dich aus, Max. Ich verstehe dich. Dass du müde bist. Dass es irgendwann reicht. Wie genervt bin ich, wenn mich mal ein Infekt niederstreckt. Wie oft sage ich dann Sätze wie: „Mir ging’s so schlecht, ich dachte, ich müsse sterben.“ Wie dumm sie sind, hast du mir beigebracht. Nach ein paar Tagen Krankheit bin ich stets heilfroh, wieder bei Kräften zu sein. Für dich gab es eine solche Perspektive nie. Es war immer nur ein Kampf um den Status Quo. Und du hast ihn regelmäßig verloren. Egal, wie sehr du dich bemüht hast.

    Max mit seinen Kumpels bei der Abifeier 2005. Seit seinem x Lebensjahr braucht Max den Rollstuhl

    Max mit seinen Kumpels bei der Abifeier 2005. Zu Beginn der Erkrankung konnte er noch zeitweise ohne Hilfe laufen. Ab der 10. Klasse war er ganz auf den Rollstuhl angewiesen

    „Ich kann meinen hässlichen Körper keiner Frau zumuten“

    Max ist wieder wach.

    „Warst du eigentlich mal verliebt?“, frage ich. Er zeigt mir sein mittlerweile deaktiviertes Profil bei einem Dating-Anbieter. Der Spruch in der Selbstbeschreibung: ein typischer Max. Auf Englisch schrieb er: „I can’t do crossfit, but hit me up to run over your toxic ex.“ Auf Deutsch: „Ich kann kein CrossFit, aber meld dich bei mir, wenn ich deinen toxischen Ex überfahren soll.“ Max sagt, er habe das mit der Liebe nie richtig vorangetrieben. Scheinbar emotionslos fährt er fort: „Ich dachte immer, ich kann meinen hässlichen Körper keiner Frau zumuten.“

    Eines der wenigen Vergnügen, die Max mit Mama Heike (xy) bis zuletzt teilen konnte: ein Restaurantbesuch in der Nähe seiner Wohnung

    Eines der wenigen Vergnügen, die Max mit Mama Heike (64) bis zuletzt teilen konnte: ein Restaurantbesuch in der Nähe seiner Wohnung

    Wie geht es Max’ Mama mit seinem Wunsch, zu sterben?

    „Ach Max“, stammle ich und verstehe, was seine Mutter meinte, als sie mir sagte, sie hätte ihm oft gewünscht, „dass er nicht so streng mit sich selbst ist“. Ihr Herz, so sagt sie, drohe zu zerbersten angesichts des ernsthaften Plans ihres Kindes, nun zu sterben. „Ich steuere auf einen dunklen Schlund zu, seit ich von seinem Wunsch weiß“, sagt sie unter Tränen. Und doch verstehe sie Max. „Es ist unmenschlich, was er alles ausgehalten hat.“ Manchmal, so erzählt sie mir, habe sie versucht, sich auszumalen, was ohne die Behinderung aus ihm geworden wäre. „Aber dann habe ich schnell bemerkt, dass er so großartig ist, weil er sie hat. Und dass er genauso richtig ist, wie er ist.“

    Nach der Operation 2016 blieb Max querschnittgelähmt zurück. Er musste zur Stabilisierung der Halswirbelsäule monatelang einen sogenannten Halofixateur tragen, der an den Schädelknochen geschraubt wird

    Nach der Operation 2016. Max musste zur Stabilisierung der Halswirbelsäule monatelang einen sogenannten Halofixateur tragen, der an den Schädelknochen geschraubt wird

    Max’ Wille zu kämpfen ist seit 2016 angeknackst. Seit der einen Operation, die ihn aus dem Leben schnitt, das er sich so mutig und zukunftsgewandt zurechtgelegt hatte. Eigentlich sollte sie „nur“ dafür sorgen, dass die Halswirbel nicht mehr aufs Stammhirn drücken. Doch während der OP erlitt Max einen Rückenmarksinfarkt und wachte ohne Gefühl für seinen Unterkörper auf. Monatelang war er in einen Fixateur gepresst, der durch die Haut an seinen Schädelknochen geschraubt wurde und seine Halswirbelsäule unbeweglich hielt. Diagnose: querschnittgelähmt. Ab da war mehr in Max abgestorben als ein paar Nerven. Er begrub all seine beruflichen Träume und befasste sich mit dem Thema Sterbehilfe.

    Max kurz vor seinem Tod bei einem Spaziergang mit BILD. Sein Lächeln ist schon sehr gequält. Es war schwer, zu beobachten, wie sehr er schon müde vom Leben war. Max wohnt nur wenige Meter von der Isar entfernt. Er stand hier auch früher schon häufiger und  hat überlegt, wie es wäre, einfach loszurollen...

    Max im Spätsommer bei einem Spaziergang mit BILD. Sein Lächeln ist schon sehr gequält. Es war schwer zu beobachten, wie sehr er schon müde vom Leben war. Max wohnt nur wenige Meter von der Isar entfernt. Er stand hier auch früher schon häufiger und hat überlegt, wie es wäre, einfach loszurollen …

    Er listet nun auf, wie sein Ende vonstattengehen soll. Die Playlist für die Beerdigung steht, beim Raustragen aus dem Totenbett soll „A Real Hero“ von College laufen. „Bisschen größenwahnsinnig, oder?“, sagt er. „Nein, passt genau“, antworte ich.

    Wie ist es, als Mensch ein maximales Haltbarkeitsdatum zu haben?

    Max erzählt, dass es eine Marotte von ihm war, nie Lebensmittel auch nur einen Tag nach Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums zu essen. Und wie skurril es sei, dass er nun ein „maximales Haltbarkeitsdatum“ habe. Ende 2025 ist das Limit, das Max sich verpasst hat.

    BILD-Autorin Katharina Render (42) und Max. 2011 begegneten sie sich zum ersten Mal. Max bat sie Wochen vor seinem geplanten Tod, ihn auf seinem Weg dorthin zu begleiten

    BILD-Autorin Katharina Render (42) und Max. 2011 begegneten sie sich zum ersten Mal. Max bat sie Monate vor seinem geplanten Tod, ihn auf seinem Weg dorthin journalistisch zu begleiten

    Und jetzt ist es Dezember 2025, der zweite Weihnachtsfeiertag. Um 11.45 Uhr schreibt mir Max‘ Mama: „Unser wundervoller Sohn, Bruder, Onkel und Freund hat heute seine Fesseln abgestreift und endlich seine Freiheit wiedererlangt.“

    Die Art des Todes, die Max eigentlich wählen wollte, nennt sich „assistierter Suizid“. An Tag X sollte ein Mediziner ihm tödliche Medikamente zur Verfügung stellen. Eine Infusion mit einer hohen Dosis kreislauflähmender Substanzen, die Max allerdings selbst hätte aktivieren müssen. In Deutschland ist dies seit 2020 nicht mehr strafbar, seitdem das Bundesverfassungsgericht entschied, dass ein Verbot gegen das Persönlichkeitsrecht verstoße. Der damalige Präsident Andreas Voßkuhle sagte: „Wir mögen seinen Entschluss bedauern, wir dürfen alles versuchen, ihn umzustimmen, wir müssen seine freie Entscheidung aber in letzter Konsequenz akzeptieren.“

    Max bat seinen Vater um eine Waffe. Oder Zyankali

    Max hatte zuvor schon ein paarmal überlegt, es „einfach selbst“ zu machen. Seinen Vater bat er einmal, einen Revolver zu besorgen. Oder Zyankali. Er nahm Schlaftabletten. Aber zu wenige. „Ich stand stundenlang an der Isar, schaute aufs Wasser und wollte losrollen. Aber was ist, wenn ein Kind mich entdeckt? Was ist, wenn ich nie gefunden werde und meine Familie für immer unter der Ungewissheit leidet, was mit mir geschehen ist?“

    Immer am Quatschmachen: Max mit seinem Cousin und gleichzeitig bestem Freund Adrian. Dieser starb mit 29 an einem Aneurysma im Gehirn. Sein Tod hat Max schwer getroffen. „Ich hoffe, ich sehe ihn dann wieder“, sagt Max

    Immer am Quatschmachen: Max mit seinem Cousin und gleichzeitig besten Freund Adrian. Adrian starb mit 29 an einem Aneurysma im Gehirn. Sein Tod hat Max schwer getroffen. „Ich hoffe, ich sehe ihn dann wieder“, sagt Max

    Max stellte sich den assistierten Suizid als verantwortungsvolle, friedliche und sichere Möglichkeit vor. „Wenn es dann so weit ist, möchte ich den Tod mit offenen Armen in Empfang nehmen, wissend, dem Leben alles abgerungen zu haben, was möglich war“, sagte er.

    „Was glaubst du, was danach kommt?“, fragte ich ihn, damals im Sommer, an seinem Bett. „Nichts vermutlich“, sagte Max. Er ist nie aus der Kirche ausgetreten, als einziger seiner Familie. Als Max beschloss zu sterben, fing er an, wieder Gottesdienste zu besuchen, und chattete regelmäßig mit einem evangelischen Pfarrer. „Das hat mir gut getan. Eventuell ist da ja doch ein Danach. Und vielleicht sehe ich Adrian wieder. Das hoffe ich“, sagte Max. Sein Cousin Adrian, der gleichzeitig sein bester Freund war, starb 2018 mit 29 an einem geplatzten Hirn-Aneurysma.

    Edel-Fan Max bei seinem letzten Stadion-Besuch seiner Eintracht im Spätsommer 2025. Ein bewusstes Abschiednehmen von allem, was ihm im Leben wichtig war

    Edel-Fan Max bei seinem letzten Stadion-Besuch seiner Eintracht im Spätsommer 2025. Ein bewusstes Abschiednehmen von allem, was ihm im Leben wichtig war

    Im Juli wurde Max’ Antrag auf assistierten Suizid bewilligt. Er musste dafür Atteste vorlegen, die unter anderem belegten, dass sein Wunsch zu sterben nicht aus einer Depression heraus entstanden war. Ein Arzt kam zu ihm nach Hause und erklärte ihm das finale Prozedere. Max war überglücklich. Er rief mich an: „Kannst du spontan kommen und dabeisein?“ Kurz danach zog er zurück. „Katharina, ich glaube, ich schaffe es doch nicht, den Schalter umzulegen.“ Aber der Schalter in seinem Kopf, nicht mehr leben zu wollen, blieb irreversibel umgelegt. Es sollte nun nur anders passieren, weniger aktiv und ja, vielleicht auch ein wenig mehr im Einklang mit dem, was der Priester über Freitode sagte.

    Im November aktualisiert er noch einmal seine Patientenverfügung. Sie sei nun „bombenfest“, sagte er. Mitte Dezember bittet mich Max, den Text über ihn bereitzuhalten: „Ich würde mich unendlich glücklich schätzen, wenn meine Angehörigen den in vielleicht nicht gar so entfernter Zukunft lesen könnten.“ Da hatte er schon aufgehört zu essen und zu trinken, wurde schwächer und schwächer. Sein Körper gibt in der Nacht zum 26. Dezember auf, sich gegen den Geist aufzulehnen. Max ist unruhig, schwitzt. Irgendwann schläft er ein, für immer. Neben ihm liegt seine Mama. Gesicht an Gesicht mit ihrem Sohn. So, wie sie ihn ins Leben gebracht hat, so begleitet sie ihn hinaus.

    Max wollte einen Grabstein, der aussieht wie ein geöffnetes Buch. Darauf soll ein Whiskeyglas stehen. „Ich wünsche mir, dass ihr vorbeikommt und noch einmal mit mir anstoßt“, sagte er in einem unserer letzten Gespräche.

    Das machen wir, Max. Und dann blättern wir in Gedanken in einem Meisterwerk, dem das Leben kein Cover schenken konnte, das ihm gerecht wurde.

  • TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesenGold und Silber schießen auf neue Rekordstände – und an

    TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesenGold und Silber schießen auf neue Rekordstände – und an

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    Gold und Silber schießen auf neue Rekordstände – und an den Aktienmärkten wächst die Nervosität. Der Goldpreis sprang zeitweise auf über 4690 Dollar je Unze, Silber kletterte bis auf 94,12 Dollar. Der eskalierende Machtpoker um Grönland und neue Zoll-Drohungen aus den USA treiben Anleger aus Aktien und in sichere Häfen.

    In Frankfurt rutscht der Dax zum Start um 1,35 Prozent ab. Auch an der Wall Street droht ein schwacher Start: Futures auf den S&P 500 liegen rund ein Prozent im Minus, der Nasdaq-100-Future verliert 1,25 Prozent. Händler sprechen von einer klassischen „Risk-off“-Bewegung: Anleger reduzieren Risiko und trennen sich von Aktien. Die US-Börsen selbst bleiben am Montag allerdings geschlossen – wegen des Feiertags zu Ehren von Martin Luther King.

    [–>Der Auslöser kommt aus Washington. Der amerikanische Präsident Donald Trump (79) hat im Streit um Grönland neue Strafzölle angekündigt. Acht europäische Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Dänemark und Großbritannien, sollen wirtschaftlich unter Druck gesetzt werden, wenn sie einen Zugriff der Vereinigten Staaten auf die zu Dänemark gehörende Insel weiter blockieren. Ab dem 1. Februar sollen Zölle von 10 Prozent greifen, ab Juni sogar 25 Prozent.

    Angst vor einem transatlantischen Handelskrieg

    An den Börsen schrillen die Alarmglocken. Investoren fürchten einen neuen transatlantischen Handelskrieg mit Folgen für Exporte, Gewinne und Wachstum. Vor allem international aufgestellte Konzerne stehen im Fokus der Verkäufe. Europa bereitet bereits Gegenmaßnahmen vor. In Brüssel werden Gegenzölle im Umfang von 93 Milliarden Euro auf Waren aus den USA geprüft, unter anderem auf Autos, Flugzeuge und Agrarprodukte. Ein Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ist angekündigt.

    „Liberation Day“ im vergangenen Jahr: Die Ankündigung zahlreicher Zölle löste ein Beben an den Börsen aus

    „Liberation Day“ im vergangenen Jahr: Die Ankündigung zahlreicher Zölle löste ein Beben an den Börsen aus

    Während Aktien unter Druck geraten, erleben Edelmetalle einen Höhenflug. Gold und Silber profitieren von der Angst an den Märkten und werden als Krisenschutz stark nachgefragt. Auch Staatsanleihen legen zu, Euro und Pfund verlieren gegenüber dem Dollar. Für Börsianer gilt das als Warnsignal für weiter fragile Aktienmärkte. Für Anleger bleibt die Lage angespannt. Solange die Zoll-Drohungen im Raum stehen und eine politische Lösung nicht in Sicht ist, dürfte die Börse nervös bleiben. Klar ist: Die nächsten Kursausschläge kommen nicht aus den Bilanzen, sondern aus der Politik.

  • Ein ganzes Land im Handball-Fieber! Am Sonntag schrieb die Nationalmannschaft der Färöer

    Ein ganzes Land im Handball-Fieber! Am Sonntag schrieb die Nationalmannschaft der Färöer

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    Ein ganzes Land im Handball-Fieber! Am Sonntag schrieb die Nationalmannschaft der Färöer Geschichte. Mit dem 37:24-Sieg gegen Montenegro gewann sie erstmals ein Spiel bei einer Europameisterschaft. Mit drei Punkten aus zwei Partien sind die Färinger so gut wie sicher weiter, stehen vor der ersten Hauptrunden-Teilnahme.

    In Norwegens Hauptstadt Oslo feiern rund 6500 Fans ihre Mannschaft in der Halle. Eine unglaubliche Zahl – rund zwölf Prozent der gesamten Färöer-Bevölkerung (rund 55.000 Einwohner) sind vor Ort, um das Team zu unterstützen. Schon vor zwei Jahren reisten während der EM in Deutschland rund 5000 Färinger nach Berlin.

    Handball-EM: Färöer-Fans legen eigenes Land lahm!

    Die Reisefreudigkeit der Färinger hat den Inselstaat quasi lahmgelegt. Lokale Medien berichten, dass Kindertagesstätten und Schulen Öffnungszeiten ändern und Schüler freibekommen. Sogar im färöischen Parlament soll die Arbeit pausieren.

    Auf Färöer entwickelt sich Handball mehr und mehr zum Nationalsport. Die Arbeit trägt Früchte: Aktuell wächst um Kiel-Superstar Elias Ellefsen á Skipagøtu (23) eine goldene Generation heran.

    Elias Ellefsen á Skipagøtu (v./23) erzielte gegen Montenegro neun Tore

    Elias Ellefsen á Skipagøtu (v./23) erzielte gegen Montenegro neun Tore

    Der THW-Profi sagt über die Unterstützung der Fans: „Es ist unglaublich, wir haben die besten Fans der Welt. Sie haben uns unglaublich unterstützt und wir sind sehr froh, dass sie bei uns sind. Vielen Dank an sie, dass sie gekommen sind. Es ist ein bisschen einfacher, gegen alle anzutreten, wenn so viele Menschen einen anfeuern.“

    [–>Für den Spielmacher ist die Nationalmannschaft Familiensache. Er spielt bei der EM mit Bruder Roi (22) und seinen Cousins Pauli (23) und Oli Mittun (20) zusammen. Dazu kommt: Vater Jens (49) ist als Mentaltrainer des Teams dabei, Mutter Gunn ist Präsidentin des färöischen Handballverbandes.

    In Vorrundengruppe D trifft Färöer am Dienstag (20.30 Uhr) im letzten Spiel auf die ebenfalls ungeschlagenen Slowenen. Sollten die Färinger diese Partie gewinnen, würden sie zwei Punkte mit in die Hauptrunde nehmen – und einen großen Schritt Richtung Halbfinale machen …

  • TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesenWashington – Gute Nachrichten für Deutschland: Der Internationale Währungsfonds (IWF)

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    Washington – Gute Nachrichten für Deutschland: Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem stärkeren Wachstum der deutschen Wirtschaft als bislang erwartet. Für 2026 prognostiziert der IWF ein Plus von 1,1 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als in der Schätzung vom Oktober. Das teilte der IWF in Washington mit.

    Treiber für den neuen Optimismus sind vor allem staatliche Milliardenimpulse. Öffentliche Ausgaben sollen kurzfristig für Auftrieb sorgen und die Belastungen durch US-Zölle zumindest teilweise abfedern. Auch für 2027 bleibt der IWF zuversichtlich und rechnet mit einem Wachstum von 1,5 Prozent.

    Auffällig: Der IWF zeigt sich deutlich optimistischer als Bundesbank und Ifo-Institut. Gleichzeitig bleibt er vorsichtiger als die Bundesregierung, die für 2026 ein Plus von 1,3 Prozent erwartet. Die Bundesregierung setzt dabei vor allem auf die Binnennachfrage. Stabile Preise, steigende Löhne und Entlastungen sollen die Einkommen der Haushalte erhöhen und den Konsum ankurbeln.

    Deutschland nicht mehr Schlusslicht

    Laut IWF-Prognose wächst Deutschland 2026 stärker als mehrere andere große Industrienationen. Nachdem die Bundesrepublik im vergangenen Jahr noch das Schlusslicht unter den G7-Staaten war, liegen nun Japan und Italien mit jeweils 0,7 Prozent hinter Deutschland. Auch Frankreich dürfte mit 1,0 Prozent etwas schwächer zulegen.

    [–>Für die Eurozone insgesamt rechnet der IWF 2026 mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Weltweit dürfte die Wirtschaft um 3,3 Prozent zulegen. Damit bleibt die globale Konjunktur trotz politischer Spannungen überraschend stabil. Wachstumstreiber bleiben vor allem die USA, wo hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz für zusätzliche Dynamik sorgen.

    Trotz der besseren Zahlen warnt der IWF jedoch vor neuen Risiken. Handelskonflikte könnten jederzeit wieder aufflammen und die Weltwirtschaft belasten. Auch eine mögliche Überhitzung bei Künstlicher Intelligenz berge Gefahren. Sollten die hohen Erwartungen enttäuscht werden, drohten schmerzhafte Korrekturen an den Finanzmärkten.

  • Eintracht im Ausnahmezustand! Was nach Platz 3 und dem Erreichen der Champions

    Eintracht im Ausnahmezustand! Was nach Platz 3 und dem Erreichen der Champions

    Eintracht im Ausnahmezustand! Was nach Platz 3 und dem Erreichen der Champions League im Sommer noch unvorstellbar schien, ist jetzt Realität. Dino Toppmöller (45) ist nicht mehr Trainer in Frankfurt. Am Sonntag zogen die Bosse um Sport-Vorstand Markus Krösche (45) die Reißleine. Die Suche nach dem Nachfolger läuft längst auf Hochtouren – und könnte schon bald abgeschlossen sein.

    Wer Eintrachts klare Wunsch-Lösung ist, wie der aktuelle Stand der Verhandlungen ist, welche weitere spannende Personal-Entscheidung getroffen wurde, was nach dem Toppi-Aus mit Torwart Kaua Santos passiert und weitere spannende Details lesen Sie mit BILDplus.