Ein junger Mann, Max, hat sich totgewünscht. Und es war sein ausdrücklicher Wille, einen Text über seinen selbst gewählten Weg in den Tod zu hinterlassen.
Max wollte, dass Menschen verstehen, wie so ein Kampf ums (Weiter-)Leben aussehen kann. Dass niemand einen anderen zum Gewinnen verdammen soll. Weil der Kämpfende das Verlieren als Gewinn empfinden kann. Und weil er – trotz aller Hilfe von außen – innerlich ganz alleine fightet. Gegen einen Körper, der ihn systematisch verraten hat.
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In 39 Jahren hat er dem Leben mehr abgetrotzt als die meisten Gesunden je hineinpacken. Und doch hatte Max Angst, dass er und die Menschen, die ihn nicht davon abhielten, verurteilt werden. Ja, es gibt sie, die Außenstehenden, die sagen: „Das Leben ist heilig“ oder „Man darf doch niemandem beim Sterben helfen“. Bei Menschen wie Max ist dieser Satz eine Zumutung. Heilig war für ihn nicht mehr das Leben, nur die Erinnerung.
Max wollte nicht sterben, weil er „keinen Bock“ mehr hatte. Er wollte sterben, weil er alles gegeben hatte. Weil er wusste: Es wird nicht mehr besser. Nur schmerzhafter, würdeloser.
Genau hier muss Sterbehilfe ansetzen: bei Menschen, die klar, informiert, wiederholt sagen: „Ich will gehen.“ Einen Menschen selbstbestimmt sterben zu lassen, heißt nicht, Leben geringzuschätzen. Sie bedeutet, Leid ernst zu nehmen.
Ein Mensch hat fast 40 Jahre lang alles versucht, stark zu bleiben – und sich am Ende das Recht genommen, selbst zu bestimmen, wann es genug ist.

