Was gerade im Landeswahlleiterbüro in Magdeburg offiziell wird, hatte sich in den Wochen zuvor bereits in Umfragen abgezeichnet: Die AfD erreicht laut ersten Hochrechnungen 44 Prozent bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt. Dennoch wird es voraussichtlich ganz knapp nicht für eine absolute Mehrheit reichen.
Für den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) und alle anderen Parteien ist es eine historische Niederlage. Die CDU landet bei nur noch knapp über 18 Prozent, ihrem schlechtesten Ergebnis seit der Wiedervereinigung. Die Wahlbeteiligung war landesweit mit etwa 78 Prozent die höchste in der Geschichte des Bundeslandes. Ein Blick auf Alter, Geschlecht und Wahlmotive der Wählerinnen und Wähler zeigt, wie die AfD ihre Mehrheit längst nicht mehr nur aus dem rechtsextremen Milieu, sondern aus der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft holt.

