Stolperstein-Künstler Gunter Demnig hat den im sächsischen Heidenau beschlossenen Verlegungsstopp als nicht überraschend bezeichnet. »Nach den Wahlerfolgen der AfD war es ja durchaus zu erwarten, dass so etwas passieren wird«, sagte der 78-Jährige. Gleichzeitig kritisierte er die CDU und warf ihr vor, sich von christlichen Werten entfernt zu haben. Die Partei »sollte ihr C vielleicht streichen. Denn das Christliche haben sie ja wohl hinter sich gelassen.«
Demnigs Ehefrau Katja Demnig, Geschäftsführerin der für die Verlegung zuständigen »Stiftung – Spuren – Gunter Demnig«, kritisierte die Entscheidung ebenfalls. Sie bezeichnete es im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) als problematisch, dass das Gedenken an NS-Opfer in Heidenau auf dem Friedhof ausgelagert werden soll. »Menschen und NS-Opfer werden abermals aus dem Stadtbild herausgedrängt«, sagte Demnig.
Der Heidenauer Stadtrat hatte am Donnerstag dafür gestimmt, keine weiteren Stolpersteine mehr zu verlegen. Für Aufsehen hatte der Beschluss vor allem gesorgt, weil der entsprechende Antrag von CDU- und AfD-Stadträten unterstützt wurde. Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, nannte es einen Skandal, dass CDU-Abgeordnete der AfD »zu solchen Schäbigkeiten die Hand reichen« würden.
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