Im koalitionsinternen Ringen um die geplante Rentenreform hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig damit gedroht, den Gesetzentwurf abzulehnen, wenn dieser zu stark vom vereinbarten Kompromiss abweichen sollte. Der CDU-Politiker warnte die Koalition, aus Sorge vor unpopulären Entscheidungen von der Reform abzurücken: »Dass manche jetzt in eine Art kurzsichtigen Sozialpopulismus verfallen und aus Angst wieder keine Reform machen wollen, werden uns die Wähler nicht honorieren.« Reddig sprach sich dafür aus, die Empfehlungen der Rentenkommission »in einem Paket« zu verabschieden.
In den Streit um die geplante Rentenreform der Bundesregierung hat sich auch der Wirtschaftsweise Martin Werding eingemischt. Werding gehört zu der von der Bundesregierung eingesetzten Alterssicherungskommission, die die 33 Empfehlungen für Reformen erarbeitet hatte. Er fordert Gegenvorschläge von den politischen Parteien. »Wer aus dem Paket der Empfehlungen der Kommission jetzt gewichtige Bestandteile herauslösen will, sollte Angebote machen, was stattdessen geschehen kann«, sagte der Wirtschaftsprofessor von der Ruhr-Universität Bochum den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Auslöser der erneuten Debatte um die Rentenreform war der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. Seitdem debattieren Union und SPD über Konsequenzen, die aus dieser Niederlage zu ziehen sind. Prominente SPD-Vertreter wie Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fordern, dass geplante Reformen wie die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren erneut auf den Prüfstand kommen.
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