Eineinhalb Wochen nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat der Landeswahlausschuss das endgültige amtliche Ergebnis festgestellt und die bereits bekannten Zahlen bestätigt. Die AfD gewann die Wahl vom 20. September mit 38,2 Prozent vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 35,5 Prozent, wie die Wahlleitung in Schwerin mitteilte.
In den Landtag schafften es ansonsten nur die Linke mit 6,5 Prozent und die Grünen mit 5,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag knapp unter 80 Prozent und war damit fast zehn Prozentpunkte höher als bei der Landtagswahl 2021.
Die CDU schied mit 4,9 Prozent aus dem Parlament aus. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass die Partei bei einer Landtagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.
Auch die FDP verpasste mit 1,0 Prozent den Wiedereinzug. Das BSW verfehlte den erstmaligen Sprung in den Landtag mit 4,8 Prozent. Die AfD bekommt damit im neuen Landtag 32 Sitze, die SPD erhält 29 Mandate. Jeweils fünf Sitze gehen an die Linke und die Grünen.
Die rechtspopulistische AfD wird damit erstmals stärkste Fraktion im Landtag
von Mecklenburg-Vorpommern. Gegenüber der Wahl von vor fünf Jahren hat sie ihr Ergebnis mehr als verdoppelt. Der Spitzenkandidat
der AfD, Leif-Erik Holm, leitete daraus einen Regierungsauftrag für seine
Partei ab. Amtierende Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und SPD-Landesvorsitzende Manuela Schwesig hatte jedoch angekündigt, ein Dreierbündnis aus SPD, Linke und Grünen anzustreben. Dies wäre die einzige Option, um ohne die AfD eine stabile Mehrheit im Schweriner Landtag zu erreichen. Die SPD führt derzeit erste Gespräche mit der Linken und den Grünen über eine Regierungsbildung.

