Hape Kerkeling hat der SPD die Klausurtagung gerettet. So sehen es hinterher mehrere Sozialdemokraten. Ohne den Entertainer, der einst Königin Beatrix parodierte und den fiktiven Lokalreporter Horst Schlämmer gab, wäre die Stimmung unter den SPD-Bundestagsabgeordneten vermutlich schlechter gewesen. Es hätte wohl mehr kritische Selbstbespiegelung gegeben bei dem zweitägigen Treffen in Berlin. Kerkelings Auftritt sorgte jedoch nicht nur für freundliche mediale Resonanz, sondern setzte auch nach innen einen anderen Ton.
Dabei war es keineswegs so, dass Kerkeling bei den Sozialdemokraten einen Gag nach dem anderen abgefeuert hätte. Im Gegenteil: »Meist war sein Vortrag sehr ernst«, sagt einer, der zugehört hat. Kerkeling selbst entschuldigte sich in seiner Rede, die der ZEIT schriftlich vorliegt, dafür, dass er »nicht nach dem heiteren Komiker, den Sie erwartet haben«, klinge. Aber er könne nicht anders: »Neutral zu bleiben, wo die Würde von Menschen infrage steht, ist keine Position. Es ist eine Bankrotterklärung.«
Automatische Zusammenfassung
Diese Fragen beantwortet der Artikel:
- Warum wurde Hape Kerkelings Auftritt für die SPD-Klausur so wichtig?
- Welche politische Rolle spielen prominente Komiker im aktuellen Wahlkampf?

