Man muss – um die Tragweite des heutigen
Nachmittags deutlich machen zu können – vielleicht einmal daran erinnern, mit
welchem Anspruch Sahra Wagenknecht ihre politische Solokarriere begonnen hat.
Von einem »historischen Tag« sprach Wagenknecht bei der Gründung ihrer Partei
im Januar 2024, die das Potenzial habe, »die bundesdeutsche Parteienlandschaft
grundlegend zu verändern«. Dass der Laden dann »Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit« (BSW) genannt wurde, war da nur konsequent.
Zweieinhalb Jahre später lässt sich
feststellen, dass das Projekt nicht Geschichte gemacht hat, sondern womöglich
selbst bald Geschichte ist. Heute haben zehn von zwölf noch verbliebenen BSW-Abgeordneten in Thüringen die Partei
verlassen. Darunter sind auch alle drei von der Partei gestellten
Landesminister: Vize-Ministerpräsidentin und Finanzministerin Katja Wolf,
Digitalminister Steffen Schütz und Umweltminister Tilo Kummer. Vor zwei Tagen waren
bereits drei weitere Abgeordnete ausgetreten.
Automatische Zusammenfassung
Diese Fragen beantwortet der Artikel:
- Warum haben fast alle BSW-Abgeordneten in Thüringen die Partei verlassen?
- Weshalb gilt das politische Projekt Sahra Wagenknecht inzwischen als gescheitert?

