In Zholia Parsis Zimmer umrahmen hellblaue Vorhänge den Blick nach draußen in einen grünen Hof, steht ein Sammelsurium gespendeter Möbel und liegt eine Farsi-Übersetzung von »Schuld und Sühne« auf einem runden Glastisch. Ins Auge fällt auch der kleine Teppich
in einer Ecke. Auf die Frage, ob sie ihn zum Beten nutze, lacht Parsi leise und
erklärt dann, er diene vielmehr ihren täglichen Übungen.
Mithilfe von
YouTube-Videos trainiert Parsi in diesem Zimmer und auf diesem Teppich ihre
Muskeln. Das helfe ihr, »mit dem Schmerz all dessen fertig zu werden, was ich durchgemacht habe«. Vielleicht ist es die Übersetzungs-App, mit
deren Hilfe Parsi an einem Sommertag Ende August ihre Antworten gibt, die
Parsis Lob für ihre Gastgeber hier in Burg in Sachsen-Anhalt sehr hymnisch klingen
lässt. Vielleicht ist es aber auch einfach die Wahrheit: »An dem Tag, als ich
hierherkam, hat mich niemand nach meiner Religion oder meiner Herkunft gefragt.
Nichts davon spielte eine Rolle. Was ich hier gefunden habe, war
Menschlichkeit.«
Automatische Zusammenfassung
Diese Fragen beantwortet der Artikel:
- Warum lebt die afghanische Aktivistin Zholia Parsi im Kirchenasyl in Burg?
- Weshalb gerät das Kirchenasyl in Deutschland zunehmend unter politischen Druck?

