Läuft der Hund morgens los und die Runde beginnt, haben viele Hundehalter dabei dieselbe Hoffnung: Bewegung, frische Luft – und ein paar Kilos weniger. Schließlich geht man jeden Tag raus. Doch der Blick auf die Waage bleibt oft ernüchternd. Warum das so ist, erklärt auch PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer).
Fest steht: Hundehalter bewegen sich mehr als Menschen ohne Hund. Das zeigen mehrere Studien, unter anderem von Dr. Benedikt Hielscher-Zdzieblik von der Deutschen Sporthochschule. Allein durch die Gassirunden erreichen viele sogar die WHO-Empfehlung von 150 Minuten Bewegung pro Woche.
Mehr Bewegung – aber kaum Training
Das klingt gut. Doch genau hier liegt der Denkfehler. Mehr Bewegung heißt nicht automatisch Training. Die Spaziergänge dauern oft lange, sind aber meist zu gemütlich. Der Körper wird bewegt, aber kaum gefordert.
Beim klassischen Spaziergang bleiben Schrittfrequenz und Herzschlag meist niedrig. Im Schnitt kommen Hundehalter nicht auf die rund 100 Schritte pro Minute, die als Richtwert für Training gelten. Auch das Herz arbeitet selten in einem Bereich, der den Stoffwechsel richtig ankurbelt.
Hundesport hilft nur bedingt
Auch Hundesport wird oft überschätzt. Agility zum Beispiel kann intensiv sein – aber nur für Sekunden. Für den Menschen ist die Belastung meist zu kurz, um nachhaltig Kalorien zu verbrennen.
Für die meisten Hundehalter liegt der Schlüssel woanders. Nicht im Sportverein, sondern bei der normalen Gassirunde. Dr. Benedikt Hielscher-Zdzieblik sagt dazu im Magazin des Futtermittelherstellers Rinti: „Die einfachste Möglichkeit zur Verbesserung der Fitness ist es, beim Hundespaziergang das Tempo etwas zu erhöhen.“
Kleine Übungen, großer Effekt
Das heißt konkret: zügig gehen statt schlendern. Mindestens 20 Minuten am Stück. So, dass man leicht ins Schwitzen kommt. Am besten täglich bei einer Runde. Erst dann entsteht ein echter Trainingseffekt.
Wer mehr will, kann den Spaziergang aufwerten. Mit Kniebeugen, Hampelmännern oder kurzen Sprints zwischendurch. Liegestütze an der Parkbank. Kurze Belastungsspitzen, die den Puls hochziehen. Das dauert nur Minuten, verändert aber die Wirkung enorm.
Trotzdem machen es die wenigsten. Viele wollen beim Spazieren entspannen, nicht trainieren. Der Hund soll schnüffeln, nicht funktionieren. Nach der Arbeit fehlt oft die Energie. Und am Ende braucht es Planung, Disziplin und ein klares Ziel.

