Im Mai schoss er Eintracht mit einem Tor und einer Vorlage beim entscheidenden 3:1 in Freiburg in die Champions League, jetzt war er mitverantwortlich für das Aus nach der Gruppenphase: Rasmus Kristensen (28).
Vor dem Ausgleich beim 2:3 in Baku gegen Qarabag Agdam ließ sich der Verteidiger auf der rechten Seite übertölpeln, verlor Jafarguliyev aus den Augen, der dann ungehindert in die Mitte passte, wo Stürmer Duran einschob. Kristensen geknickt und ehrlich: „Wir machen immer wieder einfache Fehler, heute ich. Das 2:2 nehme ich auf meine Kappe. Das war einfach nicht gut genug nach dem Führungstor.“
Wieder mal riss sich Eintracht leichtfertig ein, was man sich mühsam aufgebaut hatte. Denn der Jubel über das Elfmeter-Tor von Farès Chaïbi (23) war noch gar nicht richtig verklungen, da klingelte es wieder mal im eigenen Kasten.
„Wir müssen an uns und den anderen glauben.“
Es ehrt Kristensen, dass er sich nach der großen Enttäuschung stellte und auch den Mumm hatte, seinen Fehler öffentlich zuzugeben. Die Frage ist, allerdings, wie das in Zukunft besser werden soll. Und da weiß der eisenharte Däne, der in Baku wegen einer gebrochenen Nase mit Maske spielte, erst mal auch keine Antwort. Wie wär’s also mit „Frustsaufen“?
Er sagt mit einem gequälten Lächeln: „Wir werden uns wahrscheinlich mal zusammensetzen, aber kein Bier, sondern Apfelschorle trinken. Wir reden ja schon jetzt über unsere Spiele, unsere Leistungen, unsere Ergebnisse. Wir müssen an uns und den anderen glauben, um da wieder rauszukommen.“
[–>Seit 2024 ist Kristensen bei Eintracht Frankfurt, 64 Pflichtspiele hat er inzwischen gesammelt, die meisten davon waren stark. Doch auch er schwächelt in dieser Saison – und in der aktuellen Phase noch mehr. „Ich habe in meiner Karriere auch schon schlimmere Dinge erlebt. Ich bin mit Leeds abgestiegen, das tut weh. Das ist ein anderer Schmerz. Aber das hier ist gerade auch keine schöne Zeit. Deswegen müssen wir dranbleiben; wir müssen einfach weiterkämpfen. Ich wünschte mir so, dass ich eine andere Antwort hätte, aber ich sehe das jetzt als einzige Lösung.“

