In einer anderen Welt zu einer anderen Zeit hätte das eine wirklich gute Dramaturgie ergeben: Etwa eine Stunde, bevor der FC Bayern zum Spitzenspiel bei RB Leipzig antritt, hat der Rivale aus Dortmund ein spätes Siegtor erzielt und den Druck auf die Münchner massiv erhöht. In der aktuellen Welt und zur aktuellen Zeit bedeutete der späte Treffer des BVB allerdings nur, dass die Bayern selbst im Falle einer Niederlage noch acht Punkte Vorsprung hätten; und würden sie in Leipzig, nur mal als Beispiel, eins zu fünf verlieren, wären sie dem BVB im Torverhältnis immer noch um über 30 Tore überlegen. Glücklicherweise wohnte dem Samstagabendspiel der Fußball–Bundesliga dennoch ein unglaubliches Spannungsmoment inne, und so wurde vor Spielbeginn aufgeregt herum spekuliert: Wer würde beim FC Bayern wohl Rechtsverteidiger spielen? Der Linksfuß Tom Bischof? Der Linksfuß Hiroki Ito? Oder gar der Rechts- und Links- und sowieso Allesfuß Harry Kane?

