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  • Pop: Wenn die Drogen aufhören zu wirken

    Pop: Wenn die Drogen aufhören zu wirken

    Man kann als letztgültige These zur Welt vielleicht mal wieder dies festhalten: Es gibt immer einen größeren Fisch. Ganz egal, wie gigantisch und übermenschlich die Leute sind, irgendwem eifern sie alle nach. Vor mindestens einem (oder einer) zittert jeder. Für den zwischenzeitlich als Gott gepriesenen Gitarristen Eric Clapton, nur zum Beispiel, war es der von irgendwo weit hinterm Mars eingeflogene Jimi Hendrix. Der wiederum soll in Fragen des Songwritings, Textens und ganz allgemein der Wahrhaftigkeit einigermaßen schlotternd auf Bob Dylan geblickt haben. Und so weiter.

    Von Robbie Williams lässt sich recht fundiert behaupten, dass er während der bei ihm weithin übergangslos gedehnten Phase zwischen später Pubertät und früher Midlifecrisis, also etwa von den frühen Neunzigern bis heute, sehr gerne Liam Gallagher gewesen wäre. Der wiederum vor allem in jenen Momenten, in denen er wie ein in LSD-getränkter Spargel krumm und arschcool über die Bühnen der Welt lümmelt, dem Stone-Roses-Frontmann Ian Brown huldigt. Und in allen anderen John Lennon.

    Robbie Williams: „Britpop“.
    Robbie Williams: „Britpop“. (Foto: Columbia)

    Das ist hier nun deshalb interessant, weil Williams sich erstens (angeblich spontan) entschieden hat, die Veröffentlichung seines neuen Albums um drei Wochen vorzuziehen. Und weil er dieses Album (sorgfältig geplant und inhaltlich einigermaßen stimmig) „Britpop“ genannt hat. Was auf diversen Ebenen zunächst mal eine fantastische Nachricht ist.

    Mit etwas Glück bewahrt es die Welt vor allem anderen mal davor, dass Oasis selbst sich mit dem Versuch lächerlich machen müssen, den sogenannten Spirit von einst noch einmal auszugraben. Zum andere bringt es Williams aber auch endlich zurück zu neuer Musik.

    30 Jahre später also das Album, das „ich nach meinem Ausstieg bei „Take That“ im Jahr 1995 machen wollte“

    Der Sänger war in den vergangenen Jahren ja arg als Verwalter und altersgütiger Haupterzähler seiner eigenen Geschichte gebucht. Mit einer bemerkenswert langweiligen Netflix-Serie, in der er in sehr engen Unterhosen auf einem Bett lag und alte Videos von sich selbst kommentierte. Mit einem bemerkenswert kurzweiligen Blockbuster-Film, in dem er von einem computeranimierten Schimpansen verkörpert wurde. Und vorher und nachher mit Tourneen, die Hit-satt waren, bombastisch und gleichzeitig immer wieder pantomimenhaft schön und intim. Aber doch auch latent Gefahr liefen, zum Vorort-gefällig vertonten Wikipedia-Eintrag zu werden. Und jetzt, gleich zu Beginn, ein Song mit Tony Iommi.

    Der Gitarrist Iommi hat seine Greifhand Mitte der 60er-Jahre mal in einer Blechpresse versenkt und darüber die Kuppen von Ring- und Mittelfinger eingebüßt. Um weiterhin spielen zu können, setzte er Plastikprothesen auf, zog sehr dünne Saiten auf sein Instrument, stimmte die tiefer und erfand so, aus Versehen und mit einer Band namens Black Sabbath das Hippie-Verschrecker-Genre Heavy Metal. Auf „Rocket“, dem Opener von „Britpop“, schmiert er denn auch gleich mal ein paar ölig-schwarze Riffs in die Szenerie. Dazu gibt es drüber und drunter und drumherum tolles Up-Tempo-Rock-Gerüpel und einen Text, in dem Williams mit viel Nachdruck feststellt, er wäre für eine nicht exakt benannte Gruppe von Menschen gerne „die Rakete“. Eine Metapher vermutlich. Es muss enorm Spaß gemacht haben, das aufzunehmen.

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    Was auch für einen Schwung der anderen Songs gilt. Für das neongrelle, Papageien-zickige „Bite Your Tongue“, in dem die Sirenen heulen und die Gitarren glaskalt und bissig herumpicken. Für das breitbeinige, von Wuchtklavieren vorwärtsgehämmerte „Cocky“ („You get to talk to Jesus, I get to talk to god“). Für das von sehr unpeinlichen Streichern getragene Lied über das Abklingen der Drogen, über die miese Sonne, die die wohlige Dunkelheit vertreibt, und die verdammten Vögel, die daraufhin wieder ihre Unflätigkeiten zwitschern: „And it’s all good until the birds start chirping / The strangers leave and the drugs stop working“.

    Man hört, fühlt, weiß nahezu, mit welcher Schwerelosigkeit, Freude und Unbekümmertheit Williams diese Lieder eingesungen hat. Erahnt die wiedergewonnene Naivität, mit der er, endlich, das Album geschrieben und veröffentlicht hat, das „ich nach meinem Ausstieg bei Take That im Jahr 1995 machen wollte“ (er über das Werk). Und wem dieses einigermaßen bezaubernde Gefühl genügt, lese an dieser Stelle nicht weiter.

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    Wirklich gute Musik bringt das Ganze nämlich trotzdem kaum hervor. „Britpop“ will hymnisch sein, wuchtig, rotzig und unbekümmert. Und verwechselt das viel zu oft mit Streichersülz, Bombast und pseudofrechen Plattitüden, die leider auch noch hauptsächlich von früher künden („We used to stay up all night, thinking we were all spies“). Außerdem enthält es mit „Human“ und „Morrissey“, einer schwiemeligen, Spandex-blöden Synthie-Nummer über einen „exzentrischen“ Sänger, der von den Traurigen dieser Welt angehimmelt wird, zwei der erbärmlichsten Songs in Williams unbedingt beeindruckend langer Karriere. Zu viel kommt auch sonst nicht über Mimikry hinaus.

    „Britpop“ ist damit wie „Swing When You’re Winning“ – nur mit den Gallaghers anstelle von Frank Sinatra als Krafttiere. Was natürlich erst mal ein guter, wahrscheinlich sogar mutiger Gag ist. Ob dieser Gag allerdings albumlang werden musste, ist eine andere Frage.

  • Serie „Original aus Wien“, Folge 23: Die wilde Wanda

    Serie „Original aus Wien“, Folge 23: Die wilde Wanda

    Sie trug oft einen Pelzmantel oder einen schwarzen Herrenanzug, dazu ein weißes Hemd mit Stehkragen, Cowboymascherl, Stiefel und Schlapphut. Ihr Markenzeichen war eine ausziehbare Stahlrute. Damit schlug sie zu. Und sie schlug heftig zu, denn sie war furchtbar brutal, vor allem, wenn sie betrunken war. Sie zerschnitt das Gesicht ihrer Feinde, es waren Freier, die nicht bezahlten, oder Huren, die nicht gehorchten. Wanda Kuchwalek (vulgo: „Die wilde Wanda“) war Wiens erste und – soweit bekannt – bisher einzige Zuhälterin.

    Wanda Gertrude Kuchwalek wurde am 22. Jänner 1947 in Wien geboren – als uneheliche Tochter einer Schlangentänzerin und eines sowjetischen Besatzungsoffiziers, den sie nie sehen sollte. Sie wuchs zunächst im Zirkuswagen ihrer Mutter auf, später zog sie zur Oma nach Floridsdorf. Mit 14 Jahren wurde sie erstmals verurteilt, wegen Schuleschwänzen, Alkoholkonsum und einer Rauferei. Sie landete in Erziehungsheimen und sagte später, andere Frauen hätten sie dort vergewaltigt. Das alles trug dazu bei, dass sie wurde, wer sie war.

    Ende der 60er-Jahre tauchte Wanda Kuchwalek, die Technische Zeichnerin gelernt hatte, erstmals im Rotlichtmilieu auf. Kuchwalek war lesbisch, angeblich ekelte sie sich vor Männern, weshalb sie keine Prostituierte werden konnte. Sie ließ stattdessen Frauen für sich arbeiten; einige nahm sie als Geliebte. Ihr Revier war der 2. Bezirk rund um den Prater, Respekt verschaffte sie sich mit Gewalt. Die Welt schrieb: „Wanda‚ beschützte‘ mit Stahlrute, Totschläger, Messer und Pistole, sie zerschnitt die Gesichter ihrer Geliebten und Feinde gleichermaßen mit Rasierklingen oder verpasste ihnen ‚Zuckerfahrer ‘– Schnitte mit Würfelzuckerstücken quer über das Gesicht, die nur sehr schwer wieder heilten“. Natürlich wurde sie dafür verurteilt – sie verbrachte mehr als 20 Jahre im Gefängnis.

    Trotzdem waren Menschen fasziniert von ihr: Sie lebte offen homosexuell, als das noch geächtet war; sie war in der Halbwelt unterwegs; sie zeigte sich vor Gericht respektlos und frech – das klang, nun ja, nicht langweilig. Ihre Brutalität blendeten manche offenbar aus. Auch heute wird Wanda Kuchwalek teilweise verklärt. So hat sich die Wiener Indie-Rockband Wanda nach ihr benannt.

    In den 80er- und 90er-Jahren liefen ihre Geschäfte schlechter. Wanda Kuchwalek saß immer öfter mit ihrem Hund im Café „Amigo“ in der Brigittenau, trank und stritt sich. 1991 starb ihr Lebensmensch, die Großmutter. Am Ende lebte Kuchwalek von einer kleinen Sozialrente. Sie starb am 4. September 2004 mit nur 57 Jahren.

  • Seltener Bergbewohner: Wanted: Der weiße Hase

    Seltener Bergbewohner: Wanted: Der weiße Hase

    Jetzt nicht, dass es gleich wieder heißt: die Bayern und ihre ewigen Extratouren! Schließlich können die Bayern in dem Fall wirklich nichts dafür. Da ist der Schneehase schon ganz allein selber schuld, dass er sich ausgerechnet im Hochgebirge ab 1300 Metern aufwärts ansiedelt, also deutschlandweit halt wieder ausschließlich in Bayern. Und der Freistaat kümmert sich ja und nimmt seine naturgegebenen Sonderaufgaben an. Gerade hat das Bayerische Landesamt für Umwelt mitgeteilt, dass es den Alpenschneehasen „im Fokus“ habe.

    Das muss jetzt für das betreffende Tier zwar nicht immer gut ausgehen, wenn es von jemandem in den Fokus genommen wird. Und auch das Landesamt für Umwelt richtet seinen verschärften Blick vorrangig dann auf eine Art, wenn sie entweder bedroht ist oder als Bedrohung erscheint.

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    Aber all die Biologen und Zoologen dort wollen ihren – Achtung Akkusativ! – leporem timidum, den furchtsamen Hasen, ja nicht jagen, sondern nur erforschen. Sie haben ihn deswegen jetzt zur Fahndung ausgeschrieben. Und so extrem selten er auch sein mag: Der Schneehase trägt zu seiner Erforschung bei, was er eben kann. Gerade jetzt im Winter.

    Denn wenn es kälter wird und die Tage kürzer, dann färbt sich sein Fell schneeweiß – und das ganz unabhängig davon, ob um ihn herum tatsächlich Schnee liegt oder nicht. Auf die ganzen Schneilanzen und Schneekanonen in den Skigebieten kann sich der Alpenschneehase in der fortschreitenden Klimakrise aber auch nicht verlassen. Der Skibetrieb ist nämlich insgesamt nicht so seins, Schnee hin oder her.

    Und so täuscht sich der Schneehase mit seiner Tarnung immer öfter selbst. Dass ein weißer Hase im Grünen ganz gut zu sehen ist, das haben jedenfalls der Steinadler, der Uhu, der Fuchs und der Marder auch schon überrissen. Erfahrungsgemäß ignorieren die aber alle Aufrufe des Landesamts und der „Deutschen Wildtier Stiftung“ und melden ihnen weder ihre Schneehasen-Sichtungen noch stellen sie Fotos oder Aufnahmen von Wildtierkameras zur Verfügung.

    Dabei würde so ein Beitrag sehr dabei helfen, in zwei Jahren erstmals verlässliche Daten zu Bestand und Verbreitung des Schneehasen in Bayerns Bergen vorzulegen. Und mal davon abgesehen, dass die Stiftung ihn ja schon zum Tier des Jahres 2025 erklärt und für heuer längst den Rothirsch ausgerufen hat: Für den Schneehasen könnte es auch in anderer Hinsicht bald zu spät sein. Wenn sich sein Fell im Frühjahr wieder graubraun färbt, ist er nämlich leicht mit dem Feldhasen zu verwechseln, der zunehmend Haken in den Fels schlägt und von drunten im Flachland nach oben ins Alpine drängelt.

    Aber dieser Feldhase, der Adler, der Uhu, der Fuchs und der Marder werden schon sehen, was sie davon haben. Denn im Schnee ist der Feldhase dann wirklich gut zu sehen.

  • Industrie: US-Konzern kauft Traditionsfirma von der Ruhr

    Industrie: US-Konzern kauft Traditionsfirma von der Ruhr

    Ein Traditionsunternehmen von Rhein und Ruhr ist wohl bald amerikanisch: Der 1906 gegründete Stahlhändler Klöckner & Co. (Klöco) wird an den Metallverarbeiter Worthington Steel aus Ohio verkauft. Beide Firmen hätten eine Zusammenschlussvereinbarung unterzeichnet, heißt es in einer Mitteilung, die in der Nacht zum Freitag veröffentlicht wurde. Worthington Steel wird den Klöco-Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten und elf Euro je Anteilsschein zahlen. Das ist eine üppige Prämie von 80 Prozent verglichen mit dem Kurs von Anfang Dezember, bevor das S-Dax-Mitglied über Gespräche mit den Amerikanern informiert hat. Die Notierung legte am Freitagmorgen rasant zu.

  • Streit um Grönland Weißes Haus sieht Arbeitsgruppe offenbar als Kaufverhandlung Führen die

    Streit um Grönland Weißes Haus sieht Arbeitsgruppe offenbar als Kaufverhandlung Führen die

    Streit um Grönland

    Weißes Haus sieht Arbeitsgruppe offenbar als Kaufverhandlung

    Führen die USA nun »technische Gespräche« mit Dänemark über den Kauf Grönlands? Laut der US-Regierungssprecherin: Ja. Der dänische Außenminister widerspricht.

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    US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt im Weißen Haus

    Foto: Li Yuanqing Xinhua / eyevine / l / laif

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    Zwischen der US-Regierung und Dänemark gibt es offenbar unterschiedliche Sichtweisen auf die Arbeitsgruppe infolge des inoffiziellen Grönlandgipfels: Man habe sich geeinigt, dass dort »technische Gespräche über den Kauf Grönlands« geführt werden sollen, sagte Trumps Regierungssprecherin Karoline Leavitt im Weißen Haus. Alle zwei bis drei Wochen wolle man sich treffen.

    Anders sieht es der dänische Außenminister: Es werde sich um »eine sehr, sehr kurze Reihe von Treffen« handeln, sollten die USA andere Absichten haben als besprochen. Das sagte er dem dänischen Fernsehsender TV2 

    . Es gehe in der Arbeitsgruppe darum, ob man amerikanischen Sicherheitsinteressen in der Arktis besser gerecht werden könne.US-Präsident Donald Trump hatte unmittelbar vor dem Treffen sein Interesse an Grönland erneut betont – und verwies auf die strategischen Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten. Trump schloss bislang einen Einsatz des US-Militärs nicht aus, um Kontrolle über Grönland zu erlangen.

    Mehrere Nato-Verbündete Dänemarks senden nun Soldaten für eine Erkundungsmission auf die Arktisinsel. Die Bundeswehr schickt 13 Soldaten, auch Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und Niederlande beteiligen sich. Ziel sei es, zu sondieren, wie andere europäische Nationen das Königreich bei der »Gewährleistung der Sicherheit in der Region« unterstützen können, hieß es aus dem Bundesverteidigungsministerium.

    Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks. Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten, Kaja Kallas, sagte: Im Fall eines gewaltsamen Konflikts um Grönland müssten Deutschland und die anderen EU-Staaten auf Antrag Dänemarks wohl Beistand leisten. Es würde die Beistandsklausel in Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags greifen, sagte die Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit sei das jedoch kein Thema. Grundsätzlich gilt eine militärische Konfrontation als sehr unwahrscheinlich.

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    Transatlantisches Verhältnis: Deutschland hat wenig Spielraum. Es kann ihn aber klug nutzen

    Der SPIEGEL-Leitartikel von Paul-Anton Krüger

    Arktisinsel im Fokus der Weltöffentlichkeit: Warum Trump Grönland haben will

    Von Oliver Imhof und Anna-Lena Kornfeld

    Die US-Regierung zeigt sich von der Ankunft von Soldaten aus Nato-Staaten in Grönland unbeeindruckt. US-Regierungssprecherin Leavitt sagte im Weißen Haus: »Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben.«

    Auf Grönland gibt es große Vorkommen von Bodenschätzen. Karten zeigen, warum die riesige Arktisinsel auch militärstrategisch wichtig ist. Hier lesen Sie, warum Trump Grönland haben will 

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  • »Tatort«-Trauerspiel über Influencerin In welchem Sarg würden Sie Ihr Kind beerdigen? »Er

    »Tatort«-Trauerspiel über Influencerin In welchem Sarg würden Sie Ihr Kind beerdigen? »Er

    »Tatort«-Trauerspiel über Influencerin

    In welchem Sarg würden Sie Ihr Kind beerdigen?

    »Er war mein Victor Frankenstein«: Im Stuttgart-»Tatort« geht es um ein trauerndes It-Girl und den Ehemann, der sie berühmt gemacht hat. Beziehungshorror mit kleinem Konstruktionsproblem.

    Christian Buß

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    Pony Hübner (Kim Riedle), Thorsten Lannert (Richy Müller): »Dann hat er mich klein gemacht«

    Foto: Benoît Linder / SWR

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    Die härteste Szene in diesem »Tatort« dauert nur wenige Sekunden und hallt doch lange nach. Eine Frau scrollt sich durch einen Onlinekatalog mit Kindersärgen. Einer der Särge ist gestaltet wie ein Hühnchen, ein anderer wie ein Entlein. Einer ist rosa gestrichen, ein weiterer hellblau mit Schäfchenwolken.

    In welchem Sarg würden Sie ihre kleine Tochter beerdigen, wenn sie bei einem Unfall ums Leben gekommen wäre?Die Frau, die sich durch den Katalog kämpft, ist am Anfang dieses Krimis in einer Regennacht durchnässt und verwirrt auf einer Polizeistation erschienen. Angeblich war ihr Auto geklaut worden, ihr Sohn und ihre Tochter saßen noch drin. Kurz darauf wurde der Wagen aus dem Neckar gezogen. Das Mädchen ist tot, der Junge verschwunden. Jetzt treffen Erpresserbriefe ein, in denen Lösegeld für ihn gefordert wird. Die Mutter muss also einerseits darüber nachdenken, wie sie mit den möglichen Kidnappern des Sohnes umgeht und andererseits die Beerdigung der Tochter organisieren.

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    Darsteller Klare, Müller: »Die Katze auf dem heißen Blechdach« in neureicher schwäbischer Influencerinnen-Kulisse

    Foto: Benoît Linder / SWR

    Das Trauerspiel um die Kinder – das ist ein gewisses Konstruktionsproblem – bildet in diesem »Tatort« aber nur den Rahmen für ein Beziehungsdrama: Pony Hübner (Kim Riedle) war früher mal eine Internet-Berühmtheit, die für nichts anderes prominent war, als prominent zu sein. Ihr Ehemann, der Medienunternehmer Stefan Hübner (Hans Löw), hatte sie mittels seiner Heftchen und Portale zu einem sogenannten It-Girl aufgebaut. Das war noch vor der Hochzeit von Instagram und TikTok.

    Es grüßt die Katze vom BlechdachJetzt leben die beiden in stiller Verachtung in ihrer 400-Quadratmeter-Villa im Neureichen-Dekor nebeneinander her. Oder wie die Frau die Beziehung zu ihrem Mann gegenüber einem der Ermittler definiert: »Er hat mich gemacht. Er war mein Victor Frankenstein. Dann hat er mich klein gemacht.«Die Dialoge und Monologe sind pointiert. Sie stammen aus der Feder von Wolfgang Stauch, der auch das Drehbuch für den Opern-»Tatort« aus Köln vom vergangenen Sonntag geliefert hatte. Große Teile des Krimis sind als Kammerspiel angelegt, bei dem das Paar misstrauisch umeinander herumschleicht und sich gegenseitig herabwürdigt. »Die Katze auf dem heißen Blechdach« in neobarocker schwäbischer Influencerinnen-Kulisse.

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    Kommissar-Karussell: Alle »Tatort«-Teams im Überblick

    Die Kommissare Bootz (Felix Klare) und Lannert (Richy Müller) müssen nur zuhören, da erschließt sich die unheilvolle Symbiose, die auch noch bei abnehmender Berühmtheit intakt scheint: Sie braucht ihn und seine Medien, um darin ihr Spiegelbild zu finden. Selbst wenn dieses Spiegelbild inzwischen wenig schmeichelhaft ist – um im Gespräch zu bleiben, hatte sich das It-Girl auch Schlägereien mit Konkurrentinnen geliefert. Der dabei entstandene Selbsthass wird mit Alkohol heruntergespült. Wege zum Ruhm sind oft auch Wege zum Rum.Ist es Hass oder Liebe?Das Ex-Promi-Drama (Regie: Friederike Jehn, »Tatort: Du allein«) ist auf einen engen Zeitraum verdichtet, hinter dem wohlstandssatten Zynismus tun sich schnell Ambivalenzen auf. Die Abhängigkeiten innerhalb des Ehepaars sind nicht so eindeutig gelagert, wie es am Anfang scheint. Im Beziehungskrieg blitzt plötzlich Liebe auf. Pony und ihr Mann können nicht miteinander. Aber noch viel weniger können sie ohneeinander. Irgendwann tanzen die Zankhälse zärtlich zu der Soulballade »Falling Leaf« von Bud Ross and The Asylum 

    , während im Pool traurig das Herbstlaub treibt.

    Aber genau hier zeigt sich das Problem mit der Erzählstatik: Schwer vorstellbar, dass sich das Paar unter dem frischen Eindruck des schrecklichen, gesicherten Verlustes zumindest eines seiner Kinder eine Nacht lang nur um die Achse ihrer eigenen kaputten Liebe dreht.Was von diesem »Tatort« in Erinnerung bleibt, sind deshalb nicht die ausladenden Fahrten durch die Beziehungs- und Möbellandschaften. Es sind die fünf Sekunden, in denen man den Hühnchen- und den Entensarg sieht.Bewertung: 6 von 10 Punkten»Tatort: Ex-It«, Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste

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    Spendenaktion für Obdachlose untersagt Berlin hat den Kaffee auf Mit der sogenannten

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    Berlin hat den Kaffee auf

    Mit der sogenannten Kaffeewette wollen Berliner Bezirke Geld für die Kältehilfe für Obdachlose sammeln. In diesem Jahr aber wird das nichts. Bürgermeister Kai Wegner hat noch einen Weg gefunden, sich unbeliebt zu machen.

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    Berlin sammelt Kaffee

    Foto: Fleig / Eibner-Pressefoto / picture alliance

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  • Was weiß ich? Das Quiz des Tages vom SPIEGEL Jeden Tag gibt

    Was weiß ich? Das Quiz des Tages vom SPIEGEL Jeden Tag gibt

    Was weiß ich?

    Das Quiz des Tages vom SPIEGEL

    Jeden Tag gibt es sieben Fragen zu den wichtigsten Themengebieten des politisch-gesellschaftlichen Geschehens. Testen Sie hier Ihr Wissen!

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    So funktioniert das Quiz des TagesIm Quiz des Tages geht es darum, Ihr Wissen zu den wichtigsten Themengebieten aus Politik und Gesellschaft zu testen. Das Quiz besteht immer aus sieben Fragen. Jeden Tag um Mitternacht erscheint eine neue Ausgabe.Das sind die SpielregelnKlicken Sie jeweils die Antwort an, die Sie für richtig haltenBei manchen Fragen müssen Sie eine Reihenfolge angeben. Ziehen Sie hierzu einfach die Elemente an die vermeintlich richtige Stelle.Welche Vorteile ein SPIEGEL-Konto hatMelden Sie sich auf SPIEGEL.de an! Haben Sie bereits ein SPIEGEL+-Abo oder einen Account, können Sie sich hier mit Ihren Zugangsdaten einloggen. Falls nicht, können Sie sich hier kostenlos registrieren. So können Sie Ihren Spielstand speichern und die persönliche Spielstatistik einsehen. Dazu zählen die Gesamtstatistik sowie Ihre Ergebnisse der vergangenen 7 bzw. 30 Tage. Mit einem SPIEGEL-Konto können Sie alle Quiz-Ausgaben aus dem Archiv spielen.

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  • Früherer Starstürmer Ruud van Nistelrooy kehrt als Oranje-Assistent zurück Er soll der

    Früherer Starstürmer Ruud van Nistelrooy kehrt als Oranje-Assistent zurück Er soll der

    Früherer Starstürmer Ruud van Nistelrooy kehrt als Oranje-Assistent zurück

    Er soll der niederländischen Fußballnationalmannschaft auf dem Weg zur WM helfen: Der Ex-Stürmerstar Ruud van Nistelrooy wird Co-Trainer bei Oranje. Wieder einmal.

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    Ruud van Nistelrooy

    Foto: Dean Mouhtaropoulos/ Getty Images

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    Der frühere Weltklasse-Stürmer Ruud van Nistelrooy soll helfen, die niederländische Nationalmannschaft in WM-Form zu bringen. Wie der Fußball-Verband KNVB mitteilte, wird der 49-Jährige Bondscoach Ronald Koeman ab dem 1. Februar bei der Vorbereitung auf das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada als Co-Trainer unterstützen.

    »In dieser Rolle zu Oranje zurückzukehren und die Niederlande mit diesem Stab und dieser talentierten Spielergruppe zu vertreten, ist für mich eine große Ehre und eine wunderbare Herausforderung. Dass dies zudem auf der Bühne einer Weltmeisterschaft geschieht, macht es zu etwas ganz Besonderem«, wird van Nistelrooy in einer Mitteilung zitiert.Van Nistelrooy, der einst für Real Madrid, Manchester United und den Hamburger SV auf Torejagd ging, kehrt damit zum dritten Mal als Trainer zu Oranje zurück. Er war bereits während der EM 2021 als Co-Trainer tätig, nachdem er zuvor von 2014 bis 2016 als Assistent fungiert hatte. Als Spieler bestritt er 70 Länderspiele für die niederländische Nationalmannschaft und erzielte dabei 35 Tore. Zuletzt coachte van Nistelrooy den englischen Klub Leicester City. Nach dem Abstieg aus der Premier League im Sommer trennten sich die Wege.

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    Ein Kommentar von Peter Ahrens

    Die Niederländer marschierten ungeschlagen durch ihre Qualifikationsgruppe, die Gegner in Gruppe F bei der Weltmeisterschaft sind Japan und Tunesien. Polen, die Ukraine, Schweden und Albanien haben noch Chancen auf den letzten Gruppenplatz. Bei der WM 2022 in Katar war die Niederlande in einem hitzigen Duell gegen den späteren Weltmeister Argentinien im Viertelfinale ausgeschieden.

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