(SZ) Der Südpol fröstelte bis zum Jahr 1911 friedlich und menschenleer vor sich hin, niemand wollte dort bei 65 Grad minus einen spannenden Outdoor-Urlaub erleben. Dann aber machten sich der Norweger Roald Amundsen und der Brite Robert Falcon Scott daran, den Südpol, wie man in solchen Fällen sagt, zu „erobern“ – selbstverständlich nicht gemeinsam, sondern gegeneinander, denn nur im Wettkampf sind Ruhm und Ehre fürs Vaterland zu gewinnen. Amundsens Expedition erreichte als erste den Pol, und man mag sich gar nicht vorstellen, was in Scott und seinen Männern vorging, als sie nach wochenlangem Marsch durch Eis und Schnee am Ziel die norwegische Flagge vorfanden, die aussah, als würde sie den Briten eine lange Nase drehen. Zweiter Sieger – das ist die schmerzhafteste aller Niederlagen. Doch es kam noch schlimmer. Scott und seine vier Gefährten erfroren auf dem Rückweg. Der Expeditionsleiter hatte einen entscheidenden Fehler gemacht. Er hatte auf Ponys als Lasttiere gesetzt, die aber starben in der antarktischen Kälte. Amundsens Zugtiere hingegen waren flink und widerstandsfähig: Schlittenhunde.
Categorie: Nieuws
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Neue Kfz-Nummernschilder: Mut zum MU-Kennzeichen
Am Montagmorgen ist viel los in der Kfz-Zulassungsstelle in Grasbrunn. Die Sonne scheint durch die Glasfassade und verspricht, dass es ein schöner, blauer Tag werden wird. Immer wieder ertönt ein klingelndes „Wuusch!“, wenn auf der Wartenummernanzeige eine neue Zahl erscheint. Es gibt hier viele Schalter, manche Besucher wandern zunächst eine Zeit lang orientierungslos durch die Gegend. Dutzende warten in Stuhlreihen darauf, dass sie aufgerufen werden. Normalerweise warte man hier etwa zehn Minuten, sagt die Information. Heute dauert es länger.
Ab und zu läuft jemand durchs Foyer, der sie tatsächlich in der Hand hält: zwei Platten aus Aluminium und Kunststoff, darauf eine persönliche Kombination aus Buchstaben und Ziffern. Die Kombination wird ihn vielleicht jahrzehntelang begleiten. Eine große Entscheidung also, zumindest für manche.
Es ist etwa 10.30 Uhr und ein Mann kommt beschwingten Schrittes durch die Glastür hereinspaziert. Hartmut von der Osten aus Unterföhring hat heute frei. Am Morgen hat er zufällig im Radio gehört, dass es ein neues Kennzeichen gibt. Ein regelrechtes Zeichen, dachte er sich: „Da hab’ ich das heute um neun Uhr sofort online reserviert. Und bin gleich hierhergefahren mit dem alten Kennzeichen und den Papieren“, erzählt er.
Eigentlich wollte er schon vor einem Jahr sein Kennzeichen ändern lassen. Doch seine Wunschkombination war nicht mehr frei und ohnehin wurde ihm als Bewohner des Landkreises München das Kürzel MUC verwehrt, das in der Landeshauptstadt seit Dezember 2023 für Autos, Motorräder und Lastwagen angeboten wird, zusätzlich zum M. Jetzt hat auch der Landkreis München eine weitere Kennzeichenoption mit dem Kürzel MU für „Münchner Umland“. Seit dem 19. Januar kann MU neben den bestehenden Optionen M, WOR und AIB (nach den früheren Landkreisen Wolfratshausen und Bad Aibling) offiziell reserviert und zugelassen werden. Damit sind auch viele neue Buchstabenkombinationen verfügbar.

Besucher warten in der Kfz-Zulassungsstelle für den Landkreis München in Grasbrunn. (Foto: Peter Hinz-Rosin) Grund für die neuen Kennzeichen ist ein Kapazitätsmangel: Viele Kennzeichen mit dem Buchstaben M sind schon vergeben, die Kombinationen werden knapp. In Stadt und Landkreis München sind mehr als eine Million Fahrzeuge gemeldet. Eine Pflicht zu wechseln gibt es für Halter von Fahrzeugen mit M-Kennzeichen nicht. Wer will, kann aber seit Montag nicht nur ein neues MU-Kennzeichen registrieren, sondern auch ein bestehendes umstellen lassen. Die Gebühr beträgt 10,20 Euro, bei vorheriger Online-Reservierung 12,80 Euro.
Bis Montagnachmittag gab es laut dem Landratsamt München bereits über tausend Onlinereservierungen für MU-Kennzeichen, mehr als 50 wurden schon vergeben. Für die kommenden Tage erwartet das Landratsamt weitere Reservierungen. Den Leiter der Zulassungsstelle, Mario Eder, überrascht das große Interesse nicht. „Wir haben schon im Vorfeld viele Fragen wegen Kennzeichenreservierung bekommen“, erzählt er. „Es gibt auch viele, die hierherkommen, um ihr aktuelles M-Kennzeichen in ein MU-Kennzeichen umzuändern.“
Doch nicht alle wollen das. Über das MU wurde zuvor bereits kontrovers diskutiert. Mitte Juli vergangenen Jahres, als die Pläne bekannt wurden, zeigten zumindest einige Besucherinnen und Besucher in der Zulassungsstelle Neukeferloh wenig Begeisterung. In den sozialen Medien gab es teils Witzeleien und Unmut zu lesen, insbesondere in Bezug auf die Ähnlichkeit mit gewissen Tierlauten.

Die individuellen MU-Kennzeichen werden direkt in Grasbrunn geprägt. (Foto: Peter Hinz-Rosin) Auch hier in Grasbrunn gehen die Meinungen auseinander. Ein frisch gebackener Kennzeicheninhaber läuft vorbei, er trägt seine neuen Nummernschilder in der Hand, darauf prangt ein eindeutiges M. Warum denn nicht MU? „Katastrophe!“, ruft er über die Schulter und verschwindet Richtung Schalter. Keine Lust auf etwas Neues, sagt ein anderer. „Traditionell M – fertig!“ Und das ultimative Totschlagargument: „Weil ich’s hässlich finde.“ Eine junge Frau, die ein Auto für ihre Firma umgemeldet hat, findet: „Wenn man MUC liest, dann denkt man sofort an München, aber bei MU nicht.“ Auch mit dem M verbinden einige hier das Großstadtgefühl, bei MU denke man dagegen eher an kleine Orte.
Als „identitätsstiftende Option“ bezeichnet das Landratsamt das neue Kennzeichen in einer Pressemitteilung. Einigen Besuchern der Zulassungsstelle gefällt das MU tatsächlich besser. Anderen ist es schlicht egal. Viele derer, die sich heute in der Zulassungsstelle für das MU entscheiden, identifizieren sich aber viel mehr mit den Buchstaben und Zahlen, die darauf folgen. Sie freuen sich, endlich an ihre Wunschkombination zu kommen, die bei M-Kennzeichen nicht verfügbar war. RS für den Autotyp zum Beispiel, oder die einzelne Ziffer 1.
„Für 12,80 Euro dachte ich, ich mach’ das einfach“
So auch Hartmut von der Osten. An seinem Motorrad hängen bald unter dem MU ein I und ein H für den Namen seines Motorradklubs, Iron Horses MC. Auch die Ziffern, für die er sich entschieden hat, spielen eine große Rolle in der Community. „Das ist so ein Kürzel bei uns, von dem viele Mitglieder Ringe und Tattoos haben“, erzählt er. In ganz Deutschland integrieren Mitglieder ihre Zugehörigkeit auf verschiedene Art in ihre Kennzeichen. „Das fällt auf im Klub. Ist halt ein Gag. Für 12,80 Euro dachte ich, ich mach’ das einfach.“
Bis er sein neues Kennzeichen mit auf große Fahrt nehmen darf, muss er sich aber einige Tage gedulden – ihm fehlt noch ein Papier von der Versicherung. Also schlendert er wieder in die Sonne hinaus, auf der Suche nach einem Kaffee.
Bleibt eine Frage: Zelebriert denn auch jemand die vermeintliche Ländlichkeit und wählt ein MU-H oder MU-U? Zumindest an diesem Tag sind beide Kombinationen nicht vergeben worden, wie das Landratsamt München mitteilt. Bei den Reservierungen tun sich dagegen MU-SI und MU-T in ihrer Beliebtheit besonders hervor. Schelme mögen sich fragen, wo denn der Mut zum MU-H bleibt.
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Aktuelles Lexikon: Was ist eine Bazooka?
Die Bazooka gehört zu jenen ehemals neuartigen Waffen, die im Zweiten Weltkrieg neu zum Einsatz kamen. Amerikanische Soldaten feuerten mit dieser Handwaffe raketengetriebene Munition auf gepanzerte Fahrzeuge und Bunker. Sie sieht ähnlich aus und heißt deshalb auch wie das heute fast vergessene Blasinstrument, das der US-Schauspieler Bob Burns Anfang des 20. Jahrhunderts erfand: eine große Tröte, die wie eine Posaune gespielt wird. Heute leiht die nach dieser Tröte benannte Waffe regelmäßig politischen Maßnahmen ihren Namen, wenn man ihnen eine gewisse Wucht attestieren will. Das war so während der Corona-Pandemie im Jahr 2020, als der Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) unbegrenzte staatliche Kredithilfen für Unternehmen als „Bazooka“ bezeichnete. Und es ist diese Woche aktuell, wenn es um Europas Antwort auf Trumps Grönland-Zolldrohungen geht: Stellt die EU ihr Gesetz gegen wirtschaftliche Erpressung – das „Anti-Coercion Instrument“ – scharf, zückt sie also die „Handels-Bazooka“? Sie ermöglicht fast unbegrenzte Reaktionen auf Zwangsmaßnahmen, bis hin zu Importstopps und Investitionsverboten. Ähnlich der Original-Bazooka macht dieses Instrument bisher vor allem Lärm. Und eingesetzt wurde es noch nie.
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US-Senatorin Lisa Murkowski: Diese Republikanerin stellt sich seit 2016 gegen Trump
Wann ist es genug? Wann gebieten die Republikaner im Kongress diesem Präsidenten endlich Einhalt? Das fragt sich die halbe Welt immer wieder. Sie fragt es sich besonders jetzt, da Donald Trump droht, Grönland zu annektieren, womöglich gar mithilfe militärischer Gewalt. Die Mehrheit der republikanischen Abgeordneten und Senatsmitglieder schweigt auch diesmal. Einzelne wagen es aber, ihre Stimme zu erheben. Zu ihnen gehört Lisa Murkowski.
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Essen und Trinken: Comeback im Spöckmeier
Es ist wie ein Déjà-vu. Oder, wie Lorenz Stiftl sagen würde, wie ein Heimkommen. Er sagt das auch an diesem Dienstag. Gleich mehrmals. Dabei ist er genau genommen schon mehr als ein halbes Jahr „heimgekommen“. Und zwar in den Spöckmeier, wie die Einheimischen das Traditionswirtshaus in der Münchner Fußgängerzone nennen, auch wenn es einst mal „Zum Spöckmeier“ hieß und seit einigen Jahren „Der Spöckmeier“. Im Grunde ist das eine Petitesse, vor allem für diejenigen, die das Auf und Ab in dem auch bei Touristen geschätzten Lokal über die Jahre beobachtet haben.
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Fußball: Schalke hofft auf Dzeko-Coup
Der FC Schalke 04 steht laut übereinstimmenden Medienberichten vor einem möglichen Transfer-Coup. Der Tabellenführer der zweiten Liga soll sich mit dem früheren Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko, 39, grundsätzlich auf einen Leihdeal bis Saisonende geeinigt haben. Allerdings stand am Dienstag eine Einigung mit der AC Florenz, dem aktuellen Klub des Bosniers, noch aus. Schalke wollte die Personalie dementsprechend auf Anfrage nicht kommentieren.
Der bald 40 Jahre alte Dzeko, der mit dem VfL Wolfsburg 2009 deutscher Meister geworden war, hat in Florenz noch einen Vertrag bis Saisonende. In der Serie A kam er zuletzt aber nur noch sporadisch zum Einsatz – seine Saisonbilanz: 236 Einsatzminuten, null Tore. Um sich seinen Traum von der WM-Teilnahme mit Bosnien im Sommer zu erfüllen, soll Dzeko deshalb bereit für einen Wechsel sein. Schalke-Cheftrainer Miron Muslic stammt wie Dzeko aus Bosnien, wollte zu den Gerüchten um den Stürmer aber bislang nichts sagen.
Dzeko war nach seiner Zeit in Wolfsburg (bis 2010) bei Manchester City, bei der AS Rom, bei Inter Mailand und Fenerbahce Istanbul aktiv, ehe er im vergangenen Sommer nach Florenz gewechselt war. Fix verkündet haben die Schalker zwei Torwart-Transfers: Ersatzkeeper Justin Heekeren wechselt zum RSC Anderlecht, der Vertrag des 25-Jährigen wäre im Sommer ausgelaufen. Als neue Nummer zwei kommt Routinier Kevin Müller, 36, auf Leihbasis vom 1. FC Heidenheim.
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Streit über hohen Krankenstand »Gesundheitspolitik darf nicht auf Misstrauen gegenüber Beschäftigten bauen«
Streit über hohen Krankenstand
»Gesundheitspolitik darf nicht auf Misstrauen gegenüber Beschäftigten bauen« – SPD und Grüne widersprechen Merz
Feiern die Deutschen zu oft krank? Kanzler Merz kritisiert die telefonische Krankschreibung. SPD und Grüne reagieren scharf und sprechen von einem politischen Placebo.
Christian Teevs
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Hausarztpraxis: Debatte über telefonische Krankschreibung
Foto: Sebastian Kahnert / picture alliance
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Schutz vor Sabotage und Spionage EU-Kommission will chinesische Hersteller Huawei und ZTE
Schutz vor Sabotage und Spionage
EU-Kommission will chinesische Hersteller Huawei und ZTE aus Netzen verbannen
Was kann Europa tun, um sich besser vor Cyber- und Spionageattacken zu schützen? Technik aus China soll künftig nicht mehr in europäischen Mobilfunknetzen eingesetzt werden. Doch das dürfte schwierig werden, auch in Deutschland.
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Mobilfunkmast
Foto: Horst Galuschka / picture alliance / dpa
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Der Einfluss Chinas auf Europa soll begrenzt werden: Deutschland und andere europäische Staaten wollen die chinesischen Hersteller Huawei und ZTE von den heimischen Mobilfunknetzen fernhalten. Die Europäische Kommission will deshalb eine Rechtsgrundlage schaffen, die ihr in letzter Instanz ein Nutzungsverbot von Technik besonders risikobehafteter ausländischer Unternehmen ermöglichen würde, wie die Brüsseler Behörde ankündigte. Befürchtet werden Sabotage und Spionage.
Nachdrückliche Empfehlungen an die EU-Länder, Technik von Huawei und ZTE aus Sicherheitsgründen nicht in ihren Mobilfunknetzen zu verwenden, könnten dadurch verpflichtend werden. Die Europäische Kommission hatte sich in der Vergangenheit unzufrieden über die Kooperation der Mitgliedsländer bei dem Thema gezeigt. Ihrer Ansicht nach sind zu wenig Staaten der Empfehlung gefolgt, Huawei und ZTE beim Betrieb von 5G-Mobilfunknetzen auszuschließen.
Huawei und ZTE in deutschen Mobilfunknetzen viel verbautDas Problem: In Deutschland und anderen europäischen Ländern sind Komponenten der beiden Hersteller seit Jahren elementare Bestandteile von Mobilfunknetzen. Der Einsatz der ausländischen Technik geriet in den vergangenen Jahren jedoch wegen vermuteter Sicherheitsrisiken und potenzieller Einflussnahme durch China immer stärker in die Kritik.
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5G-Mobilfunknetz in Deutschland: Behörden nehmen Huawei-Software ins Visier
Von Marcel Rosenbach und Wolf Wiedmann-Schmidt
Konkret würde der nun von der EU-Kommission vorgeschlagene Mechanismus es den Brüsseler Netzwächtern erlauben, zusammen mit den Mitgliedstaaten eine Risikobewertung für bestimmte Hersteller zu veranlassen. Wird ein Anbieter als zu risikobehaftet gesehen, könnte die EU-Kommission ihn in einem letzten Schritt auf eine entsprechende Liste setzen.
Technik von Herstellern auf dieser Liste dürfte dann nicht mehr in der kritischen Infrastruktur von EU-Ländern verbaut werden, bestehende Komponenten müssten nach dem Vorschlag ersetzt werden. Huawei und ZTE hatte die EU-Kommission im Rahmen von Prüfungen in der Vergangenheit wegen der befürchteten Einflussnahme durch China bereits als Hochrisiko-Anbieter identifiziert.Auch Deutschland hat schon länger vor, chinesische Firmen nicht nur aus dem Mobilfunk zu drängen. Mehr dazu lesen Sie hier.
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Anders Fogh Rasmussen Ex-Nato-Generalsekretär fordert Ende der »Schmeichelei« gegenüber Trump Trumps Drohungen
Anders Fogh Rasmussen
Ex-Nato-Generalsekretär fordert Ende der »Schmeichelei« gegenüber Trump
Trumps Drohungen hätten zu einem »mentalen Bruch« zwischen den USA und den europäischen Verbündeten geführt, sagt der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, ein Däne. Für Europa hat er eindeutige Ratschläge.
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Anders Fogh Rasmussen, früher dänischer Premier und anschließend Nato-Generalsekretär (2013)
Foto: Thierry Charlier / AFP
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Wie kommt man gegen Donald Trump an? Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen empfiehlt den Europäern angesichts des Konflikts um Grönland eine härtere Gangart gegenüber dem US-Präsidenten. »Die Zeit für Schmeicheleien ist vorbei«, sagte Rasmussen der Nachrichtenagentur AFP. Europa müsse stattdessen »Kraft, Stärke und Einheit« demonstrieren. Das sei das Einzige, was Trump respektiere, argumentierte er.
Rasmussen, der früher dänischer Ministerpräsident war, sieht den Grönlandkonflikt nicht nur als »eine Krise für die Nato«, sondern als eine Krise »für die transatlantische Gemeinschaft allgemein«. Er warnte: »Die Zukunft der Nato und die Zukunft der Weltordnung stehen auf dem Spiel.«Ein Angriff Trumps auf Grönland ist für Rasmussen das Ende der NatoRasmussen war von 2009 bis 2014 Nato-Generalsekretär. Er forderte seinen Nachnachfolger Mark Rutte und andere europäische Spitzenpolitiker auf, ihre Strategie gegenüber Trump zu ändern. Nach Rasmussens Ansicht kann die aktuelle Krise noch »behoben« werden und die Allianz könne dadurch gestärkt in der Arktis auftreten. Rasmussen sprach kurz vor dem Auftritt des US-Präsidenten auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mit AFP.
Allerdings habe Trumps Handeln bereits für einen »mentalen Bruch« zwischen Washington und den langjährigen europäischen Verbündeten gesorgt. »Das ist eine neue Situation, die sich von allen anderen Auseinandersetzungen in der Geschichte der Nato unterscheidet«, stellte Rasmussen fest. Sollte Trump tatsächlich Grönland angreifen, würde das »de facto das Ende der Nato bedeuten.«
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Trumps Drohungen: Das sollten Sie über Grönland wissen
Von Charlotte Lüder und Nadine Wolter
In seinen Augen müsse man in einen »konstruktiven Dialog« mit den USA über Grönland treten. So könne die Vereinbarung zwischen Dänemark und den USA aus dem Jahr 1951 über die Stationierung von US-Soldaten auf der Insel überarbeitet und US-Unternehmen die Ausbeutung von Rohstoffen ermöglicht werden.
Der 72-Jährige warnte zudem davor, sich durch die Grönland-Diskussion zu sehr von der »wahren Bedrohung« ablenken zu lassen: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine.Trump will sich Grönland »holen«. Aber was sagen eigentlich seine Wähler dazu? Das lesen Sie hier.
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Sofia spent two hours working on her face this morning. The 17-year-old’s routine: first, distributing a hydrating serum with a dropper, then the Vitamin C serum, two skin creams, and sunscreen.Using a sponge, the high school student works makeup into her skin; concealer goes around the eyes and the sides of the nose; she traces along her hairline and cheekbones with a brownish contour stick, places blush in two shades above her cheeks, and then sets everything with powder.
She brushes her eyebrows into shape with gel and fills them in, draws lines with two eyeliners, applies several coats of mascara, and adds accents with a highlighter. With a red pencil, she accentuates the outline of her lips, and finally spreads on a lip mask.”And finally, the setting spray, that’s important,” says Sofia, closing her eyes, holding her breath, and spraying a mist onto her face. “Done.” 20 products, seven brushes.
Only when she works hard on herself and looks perfect does she feel armed for the day. Before school, she often wakes up at 5:30 a.m. to make this happen. “A full face of makeup like this gives me security,” says Sofia.
DER SPIEGEL 45/2025
The article you are reading originally appeared in German in issue 45/2025 (October 30th, 2025) of DER SPIEGEL.
SPIEGEL International
Sofia, a teenager from a high-rise housing estate near Munich, is not alone; millions of people worldwide feel the same way. Young girls are fashioning their appearance like works of art. On social networks, they guide one another on how to bring out the “best versions” of themselves from within the confines of their childhood bedrooms. This is by no means just a mania affecting young women. While they have long been considered the group that places the most importance on looks—because they are most heavily reduced to them—Sofia represents a development affecting society as a whole.
Appearance plays a massive role in everyday life. People spend four hours a day attending to their looks, according to a study involving around 93,000 participants from 93 countries. This covers measures such as applying makeup, hair styling, personal hygiene, and exercise done for the sake of appearance. On average, women spent approximately 24 minutes more on their visuals than men.It is, therefore, no wonder that the beauty and wellness industry has become as economically significant as the global oil and gas industry or the automotive industry. The difference is that the beauty industry is expected to see more growth in the coming decade than the auto industry. The management consultancy McKinsey values the beauty market (excluding wellness) at $580 billion and forecasts six percent growth by 2027.
Never have Germans spent as much money on cosmetics as they do today. And they are happy to get a little medical help, too. Although aesthetic procedures are more expensive in Germany than in places like Turkey due to medical standards, Germany still ranks among the top in Europe. Breast surgeries, Botox, upper eyelid lifts, and filler treatments are “the Germans’ favorites,” writes the German Society for Aesthetic and Plastic Surgery in its annual statistics. Globally, the number of aesthetic procedures performed by plastic surgeons has risen by over 40 percent in the last four years.At the same time—and this is the flip side of the beauty hype—many people suffer because of their appearance. “I see so many pictures of myself, and I always notice something different that I hate about myself,” says model Stefanie Giesinger. Although the 29-year-old won the ninth season of Germany’s Next Topmodel in 2014—arguably the most striking evidence of her beauty—she struggles with her body and face. Like so many others.
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Model Stefanie Giesinger.
Foto: Claudio Lavenia / Getty Images
While some people undergo surgery or injections as a matter of course, others still stand before it in amazement. But even they cannot have failed to notice: Beauty has never played such a huge role. Where does this exaggerated focus on our exterior come from?The Booming Business of BeautySofia sits at her vanity table, a mirror lit from all sides like in a hair salon. In boxes and drawers, she keeps countless pencils and dispensers, jars and tubes. While getting ready, she has recorded a video for TikTok. More than 400,000 accounts follow @iamsofiastark, the majority of them young women. Sometimes she gets recognized while shopping, Sofia says; almost always, it is girls between 11 and 14 years old.
On TikTok, the 90-second “Get Ready With Me” video was played more than 1.6 million times. In it, Sofia seems like a normal girl getting ready for school with a bit too much makeup, chatting away. Her beauty routine looks casual, as if it were done as quickly as packing her schoolbag. She makes herself beautiful for others, but in the video, it seems as if she is doing it for herself.
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TikTok influencer Sofia.
Foto: Lisa Hörterer / DER SPIEGEL
For Sofia, beauty work is a hobby, but also a lucrative business. “In good months, I earn more than my parents combined,” she says. Cosmetic companies send her creams and eyeshadows unprompted and then book collaborations with her; she receives between 2,000 and 7,000 euros gross per video. “I invest the money back into other things,” says Sofia. By that, she means the gym, clothes, lashes, nails. Her hair alone costs her 500 euros every two months; she travels to a hairdresser in Munich for it, she explains.
What do her parents say? They don’t have TikTok or Instagram on their phones, Sofia says. “They are proud of me because I earn money, but they can’t really understand what I’m doing.”The question is not as banal as it first sounds: What exactly is Sofia doing?The Privilege of BeautyThe manufacturing of beauty—a diligent task—today is called “aesthetic labor.” The term clarifies that beauty is a commodity that must be produced, one that holds value as capital. Even if not everyone makes money directly from it.The psychological phenomenon “Pretty Privilege” describes how beautiful faces lead to a kind of cognitive bias. Better character traits are attributed to these people; they get better jobs, earn more money, score better in oral exams, and are even treated more favorably in court.
That is why we go to the hairdresser, trim our beards, pluck our eyebrows. We need none of this to survive. But to live? Very much so. The catch is: A visit to the barber and a spritz of perfume are no longer sufficient for this beauty work. The visual pressure has long since become immense. Looking young, thin, smooth, and sexy has become a mantra that almost no one can escape. How did this happen?We don’t just want to make ourselves beautiful, we have to, says British philosopher Heather Widdows. Beauty norms are currently more dominant than ever due to the barrage of images. She refers to the globalized world and the countless images we confront daily on social media, TV, and billboards. The fact that certain beauty ideals are taking hold so massively is due to their worldwide homogenization and distribution, Widdows explains in her book Perfect Me. Never before have we seen so many images of beautiful faces.
What is perfidious is that this development is curbing a hard-earned visual diversity. Years of preached self-love, mindfulness, and body positivity seem forgotten when it comes to “self-renovation.”The interesting thing about it: Today’s ideal—the template for the aesthetic surgeon or the beautician—is a global average, a mélange of all ethnic groups, according to Widdows. Voluminous lips, thick hair and full beards, high cheekbones, almond-shaped eyes with a double lid crease and long lashes, large breasts or pectorals—hardly anyone is blessed with all of this. Conversely, this means: No ethnic group is good enough without help; everyone must be altered or supplemented to match this ideal, which does not actually exist in reality.
Focus on the FaceGülcan Demir clutches the small Louis Vuitton bag in her lap. She is sitting in a treatment chair in Düsseldorf to have her nose and lips injected. The 30-year-old is not here for the first time; just four months ago, 0.7 milliliters of hyaluronic acid went into her lips to make them look fuller. “Very beautiful, natural,” says doctor Henrik Heüveldop regarding his handiwork. But Demir, whose real name is different, finds the volume insufficient; she wants more. Heüveldop feigns empathy, adding: “I have 20 milliliters of hyaluronic acid in my own face. Chin, jaw, cheekbones, tear troughs—I’ve built up everything once.”
The doctor wants to know exactly what bothers Demir about her face.Demir: “My nose. When I take a selfie with my right hand, there’s this dent, do you see that?”Heüveldop: “You have a great, straight nose. You are naturally totally pretty. Less is always more there. Even with the lips, I don’t even know if we need to do them.”Demir: “Yes. The upper lip especially.”What Demir presumably doesn’t know: The front cameras of smartphones distort the face, especially the nose. The same applies to webcams. Countless people who look at themselves in camera images are dissatisfied with their reflection. This is another reason for the beauty boom: We look at our own faces via screens today more often than ever before.
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A patient of Bettray’s: 45 minutes of pain.
Foto: Marvin Ruppert / DER SPIEGEL
While one used to be able to spend a day without looking at one’s own face for longer than a few seconds while washing hands in the bathroom, today we look at ourselves for minutes, sometimes hours. Since the coronavirus pandemic, conferences, meetings, and conversations take place via video chat, with one thing always present: your own face. Unflatteringly lit, distorted by cameras. Who hasn’t caught themselves thinking they could do without one wrinkle or another on their forehead? Or perhaps the bump on the bridge of their nose?Heüveldop photographs his patient with his phone and opens the app Facetune, with which he can morph—model—her face. He alters Demir’s nose and chin on the screen as if painting a picture. As if he were an artist.
Heüveldop: “This is what it would look like if we lifted the nasal tip a little. A nuance, but it would make the

