Die Deutschen lieben ihre Kompromisse – das gilt auch für berufstätige Mütter. Ein bisschen Teilzeit, ein bisschen Betreuung, aber bitte nicht zu früh, nicht zu lang, nicht zu fremd. So lässt sich eine neue Studie auf Basis einer repräsentativen Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zusammenfassen. Befragt wurden rund 10 000 Frauen und Männer zwischen 18 und 60 Jahren. Das Ergebnis: Nur jeder Vierte hält eine Vollzeitstelle für Mütter mit Kindern unter drei Jahren für „angemessen“. Die Mehrheit findet: lieber warten, bis das Kind „alt genug“ ist. Im Zweifel, bis es lesen kann.
Categorie: Nieuws
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Gedenkstätten: Wolfram Weimer fordert härteres Vorgehen gegen KI-Bilder vom Holocaust
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat an die Europäische Union (EU) appelliert, der Verbreitung KI-generierter Holocaust-Bilder und -Videos auf sozialen Medien entschiedener Einhalt zu gebieten. „Das große Leid der Opfer des Holocaust darf nicht verfälscht und verzerrt werden“, sagte Weimer der Nachrichtenagentur Reuters. Der parteilose Politiker sieht die Plattformbetreiber auf Grundlage des Digital Services Act (DSA) in der Pflicht, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) hergestellte Bilder eindeutig zu kennzeichnen und „wenn nötig“ zu entfernen. Der DSA ist eine EU-Verordnung, die seit 2024 rechtskräftig ist. Sie soll digitale Grundrechte von Verbrauchern schützen und verpflichtet große Online-Plattformen, angemessen gegen illegale Inhalte vorzugehen.
Weimer unterstützt damit einen Vorstoß von Gedenkstätten, Archiven, Museen und Erinnerungsinitiativen aus ganz Deutschland: Etwa 30 Einrichtungen hatten in der vergangenen Woche vor den Folgen einer massenhaften Geschichtsverzerrung auf sozialen Medien gewarnt. In einem offenen Brief hatten sie die Plattformbetreiber aufgefordert, konsequenter bei KI-generierten Holocaust-Fälschungen einzuschreiten.

Dieses Bild kommt auf Facebook gut an: Angeblich soll es einen US-Soldaten bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald mit zwei jungen Häftlingen zeigen. Dass diese Aufnahme durch eine KI erstellt wurde, wird im Begleittext verschwiegen. Die SZ hat das hier nachträglich mit einem Wasserzeichen gekennzeichnet. (Foto: Quelle: Facebook/Historic Voices) „Mit jedem dieser Postings wird die Arbeit von Gedenkstätten, Archiven, Museen und Forschungseinrichtungen entwertet und ihre Glaubwürdigkeit untergraben“, heißt es in dem Brief. Diese Inhalte würden gezielt eingesetzt, „um historische Fakten zu verwässern, Opfer- und Täterrollen zu verschieben oder revisionistische Narrative zu verbreiten.“ Sie würden zudem die Sehgewohnheiten der Nutzer und Nutzerinnen verändern, „die zunehmend auch authentische historische Dokumente anzweifeln“.
Mit KI erstellte Bilder und Videos, die vorgeben, Szenen aus Konzentrations- und Vernichtungslagern zu zeigen, fluten seit Monaten die Nachrichtenfeeds auf Facebook, Tiktok oder X. In den meisten Fällen fehlt der Hinweis, dass es sich dabei um frei erfundene Inhalte handelt. Experten sehen darin eine „neue Dimension der Fake History“.
Es ist ein makabres Geschäft um Klicks und Aufmerksamkeit auf Kosten historischer Fakten. Die Accounts, die diese KI-Inhalte verbreiten, erreichen damit teilweise Zehntausende Menschen nur mit einem Beitrag. Einige schlagen auch Profit daraus. In einer aufwendigen Recherche hat die BBC viele der KI-generierten Bilder, die auf Facebook im Umlauf sind, zu den Konten eines Netzwerkes aus pakistanischen Content-Erstellern zurückverfolgen können. Demnach nutzen diese die falschen historischen Aufnahmen für ein Monetarisierungsprogramm von Meta, das Nutzer für Beträge mit vielen Aufrufen bezahlt.
„Die Verbreitung manipulierter Bilder führt dazu, dass Geschichte umgeschrieben wird“
Weimer fordert jetzt die EU-Kommission auf, Maßnahmen gegen die Plattformbetreiber zu ergreifen. „Wir müssen verhindern, dass mit solchen KI-generierten Bildern oder Videos in sozialen Medien Geld verdient wird“, so Weimer zu Reuters. Das gebiete der Respekt vor Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Terrorherrschaft getötet und verfolgt wurden. „Die Verbreitung manipulierter Bilder führt dazu, dass Geschichte umgeschrieben und letztlich relativiert wird. Der DSA nimmt die Plattformanbieter in die Pflicht“, betonte der Kulturstaatsminister in Richtung EU-Kommission.
Zuletzt hatte Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, auf SZ-Anfrage nur allgemein auf „Gemeinschaftsstandards“ verwiesen, die festlegen würden, welche Inhalte auf Facebook und Instagram erlaubt seien. Es sei bisher technisch nicht möglich, alle KI-generierten Inhalte zu identifizieren, hieß es. Zusammen mit anderen Unternehmen der Branche arbeite man aktuell an einheitlichen Standards, um KI-Content zu erkennen.
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Syrien: Wie die USA die Kurden im Stich lassen
Die Kurden in Syrien werden immer weiter in die Ecke gedrängt. Nachdem Regierungstruppen die kurdischen Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) nach kurzen Kämpfen zuerst aus der nördlichen Metropole Aleppo und anschließend auch aus den Provinzen Rakka und Deir Ezzor vertrieben hatten, bleibt ihnen nur noch ihre Hochburg Hasaka. Damaskus setzte den SDF-Führern am Dienstagabend allerdings eine Frist von nur vier Tagen, sich der Zentralregierung vollständig unterzuordnen und alle Kämpfer in die Armee zu integrieren. Dem hatten sich die Kurden bisher erfolgreich widersetzt.
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Kommunalfinanzen: Taufkirchen erhöht die Grundsteuer
Immobilieneigentümer in Taufkirchen müssen tiefer in die Tasche greifen als bisher. So hat der Gemeinderat eine Erhöhung der Hebesätze für die Grundsteuer A für agrarische und die Grundsteuer B für bauliche Flächen beschlossen – jeweils von 350 auf 400 Prozent. Die neuen Faktoren zur Berechnung der Steuerschuld gelten seit 1. Januar. Durch die Erhöhung der Hebesätze erhofft sich die finanziell klamme Kommune laut Kämmerer Jan Gradl jährliche Mehreinnahmen von circa 380 000 Euro.
2025 erhielt die Gemeinde aus der Grundsteuer A und B insgesamt fast 2,7 Millionen Euro. Im Bereich der Gewerbesteuer lagen die Einnahmen bei 18 Millionen Euro, womit die Kommune weiterhin einen der hintersten Ränge im Landkreis München belegt. Zum 1. Januar 2024 hatte Taufkirchen den Hebesatz für die Gewerbesteuer drastisch auf 250 Prozent gesenkt, um mehr Unternehmen in den Ort zu locken.
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Bürgermeisterwahl: Vier Männer und zwei Frauen wollen das Unterhachinger Rathaus führen
Nach dem Rückzug des langjährigen Rathauschefs Wolfgang Panzer (SPD) wird in Unterhaching im Mai eine neue Bürgermeisterin oder ein neuer Bürgermeister den Dienst antreten. Panzer kandidiert bei der Landratswahl am 8. März und tritt entsprechend nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters an. Beerben wollen ihn vier Männer und zwei Frauen. Korbinian Rausch geht für die CSU ins Rennen, Daniel Schön für die Sozialdemokraten. Die Grünen haben zweite Bürgermeisterin Johanna Zapf auserkoren, Andreas Büchele tritt für die Freien Wähler an, Peter Hupfauer für die FDP und als parteilose Kandidatin versucht Julia Stifter ihr Glück.

Will für die CSU das Rathaus gewinnen: Korbinian Rausch (Foto: Claus Schunk) Korbinian Rausch, CSU
Mit 95 Prozent der Stimmen hat die örtliche CSU wie erwartet Korbinian Rausch zum Kandidaten im Wettbewerb um das Bürgermeisteramt aufgestellt. Der 32-Jährige soll für die Partei nach 26 Jahren SPD-Dominanz wieder den Chefsessel im Unterhachinger Rathaus erobern. Rausch ist in dem Münchner Vorort aufgewachsen und hat nach eigenen Angaben sein ganzes Leben hier verbracht. Seit vielen Jahren engagiert er sich ehrenamtlich im Ort, sagte er bei der Aufstellungsversammlung und betonte: „Die Gemeinde liegt mir als Heimat unglaublich am Herzen.“

Die SPD schickt in Daniel Schön einen ortsfremden Kandidaten ins Rennen. (Foto: Claus Schunk) Daniel Schön, SPD
Ein Münchner soll für die SPD das Unterhachinger Rathaus verteidigen: In Daniel Schön, 42, bewirbt sich ein Ortsfremder um den Chefsessel in der Gemeinde. Schön ist Rechtsanwalt, seit 1997 Mitglied der SPD und lebt im Stadtteil Bogenhausen. Zusammen mit seiner Familie will er nach Unterhaching umziehen, um nah am Wahlvolk zu sein. Aufgewachsen in Kümmersbruck im Landkreis Amberg-Sulzbach, studierte Schön in Passau und Barcelona, später arbeitete er als Anwalt in Brüssel, New York und Tel Aviv, bevor er in München gemeinsam mit seiner Frau eine eigene Kanzlei eröffnete. Mittlerweile ist er spezialisiert auf Familienrecht und berät die SPD-Landtagsfraktion.

Die zweite Bürgermeisterin will erste werden: Johanna Zapf von den Grünen. (Foto: Claus Schunk) Johanna Zapf, Grüne
Dass die Unterhachinger Grünen mit der 38-jährigen Johanna Zapf ins Rennen um die Nachfolge von Wolfgang Panzer (SPD) gehen werden, hatte sich spätestens abgezeichnet, als Zapf 2022 zusammen mit Stefan König auch den Vorsitz des Ortsverbands übernahm. Da blickte sie bereits auf eine flotte Karriere in der Kommunalpolitik zurück. 2020 kandidierte sie erstmals für den Gemeinderat und wurde sogleich nicht nur in das Gremium, sondern auch zur Stellvertreterin des Bürgermeisters gewählt. Zapf gibt sich selbstbewusst: Sie habe in den vergangenen Jahren viele Projekte angestoßen und begleitet und sich für nachhaltige Mobilität und ein Windrad starkgemacht, bilanziert die Grünen-Politikerin.

Andreas Büchele ist Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler in Unterhaching. (Foto: privat) Andreas Büchele, Freie Wähler
Transparenz, Offenheit und Toleranz in der bürgerlichen Mitte: Dafür steht nach eigenen Worten Andreas Büchele, der für die Freien Wähler das Bürgermeisteramt in Unterhaching erobern soll. Der 45-Jährige ist Geschäftsführer des Unterhachinger Unternehmens Hermann Büchele GmbH & Co. KG, Vater von zwei Söhnen und in verschiedenen Unterhachinger Vereinen aktiv.

Die parteilose Julia Stifter versucht mit einer eigenen Liste ihr Glück als Bürgermeisterkandidatin. (Foto: privat) Julia Stifter, parteilos
Die parteifreie Julia Stifter tritt mit einer eigenen Liste bei der Kommunalwahl in Unterhaching an– und will auch gleich noch Bürgermeisterin werden. 2020 hatte es sich die heute 46-jährige Kauffrau noch nicht zugetraut, als Bürgermeisterkandidatin anzutreten, obwohl sie damals die Liste der Freien Wähler anführte. Diese Gruppierung hat die frühere CSU-Gemeinderätin vor zweieinhalb Jahren verlassen und sich seither keiner Partei und keiner Fraktion mehr angeschlossen. Jetzt hat sie die Liste „Julia Stifter – Gemeinsam für ein starkes und menschliches Unterhaching“ aufgestellt und sowohl für diese wie für ihre Bürgermeisterkandidatur genügen Unterstützerunterschriften erhalten. Gemeinderätin ist Stifter sie seit elf Jahren.

Peter Hupfauer tritt erneut als Bürgermeisterkandidat der FDP an. (Foto: Claus Schunk) Peter Hupfauer, FDP
Zweiter Versuch: FDP-Gemeinderat Peter Hupfauer bewirbt sich wie schon 2020 um das Amt des Bürgermeisters in Unterhaching. Als seine Agenda nennt der 57-jährige Kandidat „die klassischen Themen der Daseinsvorsorge“, darunter etwa „Kinderbetreuung und Schulen, Straßen und Mobilität, die Stärkung der Unternehmen im Ort, die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse“. Ein „gutes Haushalten“ sei ebenfalls erforderlich, „um wieder mehr Handlungsspielraum für die Ortsentwicklung zu gewinnen“.
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Angriff auf syrisches Kurdengebiet: Prokurdische Demonstranten ziehen mit Pyrotechnik durch München
Knapp 2000, nach Angaben der Veranstalter sogar etwa 3000 Menschen, haben am Dienstagabend in der Münchner Innenstadt ihre Solidarität mit einem von islamistischen Milizen und Regierungstruppen angegriffenen syrischen Kurdengebiet demonstriert. Kurdische und linke Gruppierungen hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Laut einer ersten Bilanz der Polizei kam es zu einzelnen Zwischenfällen – größere Ausschreitungen wie in anderen deutschen Städten blieben in München aus.
Hintergrund der Demonstrationen, bei denen am Dienstagabend deutschlandweit Tausende auf die Straßen gingen, sind die Kämpfe im Norden Syriens. Kurdische Milizen haben dort an der Grenze zur Türkei während des syrischen Bürgerkriegs ein Autonomiegebiet etabliert. Nach der Machtübernahme durch die islamistische Terrororganisation „Hayat Tahrir al-Scham“ (HTS) in Damaskus versucht deren Anführer, Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa, das Land zu einen. Obwohl es zuletzt einen Waffenstillstand zwischen Regierung und Kurden gab, gehen die Kämpfe um das „Rojava“ genannte Kurdengebiet offenbar weiter. Die Kurden befürchten das Ende ihrer Autonomie.
In München kamen deutlich mehr Menschen als die angemeldeten 500 zum Protest zusammen, zu dem das Kurdische Gesellschaftszentrum und die linke Gruppe „In Aktion gegen Krieg und Militarisierung“ (AKM) aufgerufen hatten. AKM-Sprecherin Anna Reger erläuterte, warum die Demonstration sich auch gegen die Politik der Bundesregierung richtete: „Rojava wird angegriffen, auch von der Türkei – während Deutschland weiter Waffen liefert. Das ist Komplizenschaft. Wir fordern den vollständigen Abbruch aller politischen und diplomatischen Beziehungen zum HTS-Regime sowie den sofortigen Stopp aller Waffenlieferungen an die Türkei.“
Die Teilnehmer der Münchner Kundgebung versammelten sich zunächst auf dem Marienplatz, um anschließend durch die Altstadt und das Bahnhofsviertel zum Eine-Welt-Haus zu ziehen. Sie schwenkten Fahnen der kurdischen Autonomiegebiete und der Milizen YPG und YPJ. Auf Transparenten waren Parolen zu lesen wie „Deutsche Panzer raus aus Kurdistan“ oder „Die Revolution in Rojava verteidigen! Den deutschen Imperialismus angreifen!“
Immer wieder brannten einzelne Teilnehmer Pyrotechnik ab, die in großer Zahl eingesetzten Polizisten gingen dagegen jedoch nicht vor. Allerdings kam es während des rund dreistündigen Demonstrationszugs immer wieder zu „unmittelbarem Zwang“ durch die Einsatzkräfte, wie es ein Polizeisprecher formuliert. Gemeint ist damit das Zurückdrängen und Schieben von Demonstranten. Mehrmals hätten Polizisten, darunter Beamte des Unterstützungskommandos (USK), auch mit dem Einsatz ihrer Schlagstöcke gedroht.
In einer ersten Polizeibilanz war von zwei Anzeigen die Rede. Ein Teilnehmer sei vermummt gewesen. Ein Flaschenwurf wird als versuchte Körperverletzung verfolgt. Einen detaillierten Einsatzbericht will die Polizei am Mittag vorlegen. Aus der Perspektive deutscher Sicherheitsbehörden gelten sowohl die syrische HTS und mit ihr verbündete islamistische Milizen als auch zahlreiche Gruppierungen aus der prokurdischen Unterstützerszene – darunter das bei der Münchner Kundgebung vertretene Bündnis „Defend Kurdistan“ – als extremistische Organisationen. Ihre Aktivitäten werden vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet.
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Versuchter Staatsstreich Südkoreas Ex-Ministerpräsident Han zu 23 Jahren Haft verurteilt Er soll
Versuchter Staatsstreich
Südkoreas Ex-Ministerpräsident Han zu 23 Jahren Haft verurteilt
Er soll eine Schlüsselrolle beim versuchten Staatsstreich im Dezember 2024 gespielt haben: Jetzt muss Südkoreas Ex-Ministerpräsident Han wohl lange im Gefängnis bleiben.
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Han Duck-soo auf dem Weg ins Gericht
Foto: YONHAP / EPA
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Südkoreas ehemaliger Ministerpräsident Han Duck Soo ist wegen seiner Schlüsselrolle in einem Staatsstreich im Dezember 2024 zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das zentrale Bezirksgericht in Seoul befand, dass Han den damaligen Präsidenten Yoon Suk-yeol beim Verhängen des Kriegsrechts unterstützte.
Han hatte damals das Präsidentenamt als Premierminister des Landes interimsweise zusätzlich übernommen. Kurz darauf stimmte das Parlament dafür, ihn von seinen Funktionen zu entbinden.
Japans Premier und Südkoreas Präsident trommeln Diplomatie mit Drumsticks
Das erstinstanzliche Urteil fiel mit 23 Jahren deutlich höher aus als die von der Staatsanwaltschaft geforderten 15 Jahre Haft. Han werde die Entscheidung »demütig akzeptieren«, sagte der 76-Jährige laut dem südkoreanischen Fernsehsender TV Chosun
Im Dezember 2024 hatte der Ex-Präsident Yoon Suk-yeol im Zuge eines Haushaltsstreits mit der Opposition überraschend das Kriegsrecht ausgerufen. Der konservative Politiker begründete die radikale Maßnahme mit dem Schutz der freiheitlichen Ordnung Südkoreas.
Todesstrafe gegen Ex-Präsidenten gefordertZudem warf er der linken Opposition vor, von Kommunisten mit Verbindungen zu China und Nordkorea unterwandert zu sein. Für seine Anschuldigungen legte Yoon keine Beweise vor.
Die Staatsanwaltschaft fordert wegen des Verdachts des Aufruhrs die Todesstrafe für Yoon. Ein Urteilsspruch dazu ist für Mitte Februar angesetzt. Auch wenn in Südkorea weiterhin die Todesstrafe verhängt wird, wurde diese seit fast 30 Jahren nicht mehr vollstreckt.
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Prozess in Seoul: Darum droht Südkoreas Ex-Präsident die Todesstrafe
Von Cornelius Dieckmann, Taipeh
Wegen Justizbehinderung: Fünf Jahre Haft für Südkoreas Ex-Präsident Yoon
Südkoreas Tätowierer: Künstler im Untergrund
Aus Seoul berichtet Katharina Graça Peters
Seit dem Sommer wird Südkorea von Präsident Lee Jae-myung regiert, einem links-zentristischen Politiker und langjährigen politischen Rivalen Yoons.Warum Südkoreas Ex-Präsident zum Tode verurteilt werden könnte, erfahren Sie hier
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Foto: Malte Clavin
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Mutprobe bei Minusgraden
Luft anhalten. Warten. Der Kampf beginnt
In Finnland lernt unser Autor das Freitauchen unter dickem Eis – eine Grenzerfahrung zwischen uralten Reflexen und der Frage: Wozu ist der menschliche Körper fähig?
Malte Clavin
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Kampf gegen organisierte Kriminalität Historischer Einsatz – Europol zerschlägt großen Drogenhändlerring In
Kampf gegen organisierte Kriminalität
Historischer Einsatz – Europol zerschlägt großen Drogenhändlerring
In einer konzertierten Aktion sind europäische Polizeibehörden gegen den Handel mit synthetischen Drogen vorgegangen. Europol spricht vom »größten Einsatz aller Zeiten«.
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Methamphetamin-Pillen aus dem Labor (Symbolbild): Produktion in »industriellem Maßstab«
Foto: Narong Sangnak / EPA
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Die EU-Strafverfolgungsbehörde Europol hat nach eigenen Angaben ihren bislang »größten Einsatz aller Zeiten« gegen synthetische Drogen geführt und dabei einen der wichtigsten Drogenhändlerringe zerschlagen.Die jahrelang vorbereitete Aktion unter Beteiligung der Polizeibehörden aus Deutschland und fünf weiteren EU-Ländern habe zur Festnahme von 85 Verdächtigen geführt, teilte die Behörde mit. Unter den Festgenommenen seien die beiden mutmaßlichen Anführer des Rings.
Europol zufolge lösten die Behörden insgesamt 24 Drogenlabore von »industriellem Maßstab« auf und beschlagnahmten rund tausend Tonnen an Chemikalien, die zur Herstellung von Drogen wie MDMA, Amphetaminen und Methamphetamin verwendet worden seien. Neben der deutschen Polizei waren an dem Vorgehen Kollegen aus Belgien, Polen, Spanien und Tschechien beteiligt.
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Der Einsatz sei ein »wirklich schwerer Schlag für Gruppen der organisierten Kriminalität, die im Drogenhandel tätig sind, insbesondere im Handel mit synthetischen Drogen«, sagte der Leiter des für besonders schwere Straftaten zuständigen Europol-Zentrums (ESOCC), Andy Kraag.
Bei den mutmaßlichen Anführern des Drogenrings handelt es sich demnach um zwei polnische Staatsbürger, ihnen dürfte ein Gerichtsverfahren in Polen wegen Drogenhandels bevorstehen, das in einer Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren münden könnte. Auch ein Großteil der weiteren Festgenommenen seien Polen, hieß es.
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