Dublin – Aus einem Streit über WLAN im Flugzeug ist ein öffentlicher Machtkampf geworden. Ryanair-Chef Michael O’Leary (64) und Tech-Milliardär Elon Musk (54) liefern sich eine Schlammschlacht, wie sie lauter kaum sein könnte – live auf X, mit Beleidigungen, Spott und Milliarden-Drohungen.
Der Auslöser des Zoffs ist zunächst unspektakulär. Ryanair-Chef Michael O’Leary äußert öffentlich Zweifel am Satelliteninternet Starlink. Zu schwer. Zu viel Luftwiderstand. Passt nicht zum Billigflieger-Modell. Darauf reagiert Elon Musk erstmals selbst. Auf seiner Plattform X erklärt der Tech-Milliardär, O’Leary sei „falsch informiert“. Aus einer technischen Frage wird ein persönlicher Streit.
Elon Musk (54) stichelt gegen Ryanair-Chef O’Leary auf seiner Plattform X
O’Leary kontert und zieht die Auseinandersetzung auf eine neue Ebene. In einem irischen Radiointerview nennt er Musk einen „Idioten“. Gleichzeitig konkretisiert der Ryanair-Chef seine Kritik: Starlink würde den Treibstoffverbrauch erhöhen und bis zu 250 Millionen Dollar Mehrkosten pro Jahr verursachen. Für Kurzstreckenpassagiere sieht er keinen echten Mehrwert.
Musk bringt Übernahme ins Spiel
Musk lässt das nicht stehen. Auf X beschimpft er O’Leary als „Vollidioten“, fordert öffentlich, der Ryanair-Chef solle gefeuert werden. Dann legt er nach: „Wie viel würde es kosten, dich zu kaufen?“, schreibt Musk. Wenig später folgt der nächste Seitenhieb: Er wolle unbedingt „einen Ryan an die Spitze von Ryanair setzen“. Es sei dessen Schicksal.
[–>Aus Provokation wird Machtdemonstration. Musk startet auf X eine Umfrage: Soll er Ryanair kaufen? Die große Mehrheit klickt auf Ja. Die Ryanair-Aktie steigt. Die Botschaft ist klar: Ich könnte es mir leisten. O’Leary kontert erneut, diesmal betont gelassen. Musk stehe lediglich „am Ende einer sehr, sehr langen Schlange von Leuten“, die ihn schon beleidigt hätten, sagt der Ryanair-Chef. Sogar seine vier Teenager-Kinder seien schlimmer. Einschüchtern lasse er sich nicht.
Michael O’Leary (64) während seiner Musk-Pressekonferenz
Pressekonferenz gegen Musk
Am Mittwoch folgt die nächste Eskalationsstufe. O’Leary lädt zur Pressekonferenz. Thema: „Elon Musks Twitter-Wutanfall“. Dort wischt er die Übernahme-Idee beiseite, macht sich erneut über Musk lustig und verwandelt den Streit in Werbung. Ryanair verkauft 100.000 Tickets als „Idioten-Angebot“. O’Leary bedankt sich öffentlich für die kostenlose Aufmerksamkeit. Aus einer Technikfrage ist ein öffentlicher Machtkampf geworden. Schritt für Schritt. Ein Ende ist nicht in Sicht.

