Brandenburg an der Havel – Wütender Streit um das Theater in der Havelstadt! Schauspielerin Anna Loos (55) kritisierte die Bühne scharf – und kassiert nun selbst heftige Gegenattacken. Der Förderverein der Brandenburger Symphoniker weist ihre Vorwürfe zurück und wirft ihr vor, dem Haus und der Stadt massiv geschadet zu haben.
Andrea-Carola Güntsch, Chefin des Fördervereins Brandenburger Symphoniker, attackiert die gebürtige Brandenburgerin in einer Stellungnahme: „Durch die Bekanntheit von Frau Loos denkt nun ganz Deutschland, Brandenburg an der Havel sei eine heruntergewirtschaftete Stadt, die ihr Theater verkommen lässt. Sie hat durch ihre Äußerungen das Theater und die Stadt schwer beschädigt.“
Der Hintergrund: Loos hatte sich Ende 2025 um die Intendanz am Theater beworben. Doch die Intendanz-Stelle bleibt vorerst unbesetzt. Der Aufsichtsrat ernannte stattdessen Dramaturgin Carola Söllner zur Künstlerischen Leiterin – befristet bis 2027. Wie es mit der Intendanz weitergeht, soll ein neues Verfahren klären.
„Die Lichter sind häufiger aus als an“
Loss übte zuvor massive Kritik am Theater: „Die Situation des Theaters hat sich kontinuierlich verschlechtert. Es werden zu wenige Tickets verkauft, es wird zu wenig Programm angeboten, das Theater verliert zunehmend sein Publikum, und die Lichter sind häufiger aus als an.“ Und weiter: „Das Theater ähnelt einem sinkenden Schiff, und ein Kurswechsel ist dringend notwendig.“
[–>Für Güntsch sind diese Äußerungen „ein Schlag ins Gesicht“ für das Theater und die Verantwortlichen in der Stadt. Die Auslastung des Hauses sei höher als im Bundesdurchschnitt. „Das Brandenburger Theater hat sich nach einer schwierigen Nachwendezeit zunehmend konsolidiert und bringt bei guter Auslastung hervorragende Qualität auf die Bühne, ob Konzerte der Brandenburger Symphoniker, Musiktheater oder Schauspiel in Eigenproduktion“, teilt die Vereinsvorsitzende mit.
Zweifel an Loos’ Qualifikation
Loos kündigte an, ihre Bewerbung um die Intendanz aufrechtzuerhalten. Doch Güntsch stellt die Qualifikation der Schauspielerin infrage. Diese könne sich bei einer Ausschreibung „gerne bewerben und sich mit anderen messen“. Aber: „Gefragt sind Kompetenz in Leitungsverantwortung, Budgetverantwortung, Personalführung, künstlerische Planung etc. Mir persönlich erschließt sich aus ihrer Biografie eine solche Qualifikation nicht und ob eine Stadt mit jemandem zusammenarbeiten möchte, der nur Schlechtes zu sagen weiß, wird man dann sehen.“
Der Förderverein berichtet von 15 Bewerbungen – obwohl die Position noch gar nicht offiziell ausgeschrieben wurde. Nach Angaben des Theaters lag die Auslastung im Dezember 2025 bei 91,1 Prozent. Rund 6200 Gäste kamen in dem Monat zu insgesamt 54 Veranstaltungen.

