Schlangen sind vor allem wegen ihres Giftes gefürchtet. Doch es gibt einige Arten, die eine ganz andere Jagdstrategie verfolgen – und auch ohne den Einsatz von Giftzähnen erfolgreich töten. Lautlos und präzise, wie PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet.
Schlangen zählen zu den erfolgreichsten Jägern der Erdgeschichte. Seit mehr als 100 Millionen Jahren haben sie unterschiedliche Methoden entwickelt, um Beute zu überwältigen. Zwei Strategien dominieren bis heute: Gift oder pure Muskelkraft.
Jagen mit Muskelkraft
Während Giftschlangen ein hochwirksames Sekret in ihre Beute injizieren, kommen andere Arten ganz ohne Gift aus. Sie beißen zwar auch zu, ihre Zähne enthalten aber kein Toxin. Stattdessen umschlingen sie ihre Beute mit dem ganzen Körper. Diese Technik nennt sich Würgen. Sie wirkt archaisch, ist aber extrem effektiv.
Lange glaubten Forscher, Würgeschlangen würden ihre Opfer ersticken. Das stimmt nicht. Beim Würgen wird vor allem der Blutfluss gestört. Das Blut kann nicht mehr zum Herzen zurückkehren. Der Kreislauf bricht zusammen, lebenswichtige Organe werden nicht mehr versorgt. Die Beute stirbt durch ein rasches Herz-Kreislauf-Versagen.
Diese Schlangen töten ohne Gift
„Würgeschlange“ ist kein biologischer Fachbegriff, sondern beschreibt nur die Jagdmethode. Zu den bekanntesten Arten gehören Pythons wie der Königspython oder der Grüne Baumpython in Afrika, Asien und Australien. Auch Boas und Anakondas aus Mittel- und Südamerika töten so, darunter der Boa constrictor und die Große Anakonda. Doch auch viele kleinere Nattern nutzen diese Technik – teils sogar heimische Arten.
Evolutionär ist diese Methode sogar älter als das Schlangengift. Die ersten Schlangen hatten kein Gift und waren auf Muskelkraft angewiesen. Für viele Arten ist das bis heute sinnvoll. Würgen funktioniert zuverlässig, kostet weniger Energie als die Giftproduktion und reicht völlig aus, wenn die Beute kleiner oder wehrlos ist.

