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Als alles wackelte und der Druck extrem war, war dieses Team plötzlich da. Handball-Deutschland steht nach dem Sieg gegen Spanien (34:32) mit einem blauen Auge da. Und genau das macht Bundestrainer Alfred Gíslason (66) stolz. Die Mannschaft ist aufgestanden, hat sich verändert und gezeigt, was bleiben MUSS, wenn diese EM lang und erfolgreich weitergehen soll.
Schlüssel waren Mut und Vertrauen. Vertrauen in die Mannschaft, in den Nebenmann, in die eigene Qualität. Vieles davon fehlte zuletzt – und war gegen Spanien plötzlich da. Auch Gíslason hat seinen Anteil, und das nicht nur, weil er in nächtlichen Sitzungen die passenden Worte an die Mannschaft richtete.
Der Isländer ist über seinen Schatten gesprungen. Der Trainer, der gern an einer Stammformation festhält, nutzte in der wichtigsten Phase des Turniers die Breite seines Kaders komplett. Als es um alles ging, auch um seine Zukunft beim DHB. Er zeigte: Diese Mannschaft hat mehr als nur einen Kern. Und genau so muss es weitergehen. Belastung und Verantwortung müssen weiterhin auf alle Schultern verteilt werden. Gemeinsam trägt’s sich leichter.
Das Ergebnis gegen Spanien: Konstanz über 60 Minuten – erstmals im Turnier. Gegen Österreich und Serbien stark begonnen, dann eingebrochen. Gegen Spanien blieb die Leistung stabil. Ein Muss gegen Topteams wie Dänemark oder Frankreich. Auch das Tempo passte. Juri Knorr (25) drückte aufs Gas, Deutschland suchte schneller den Weg nach vorn. Dazu mehr Variabilität. Die Außen wurden eingebunden. Lukas Mertens (29/Magdeburg) explodierte.
[–>Die Rotation griff. Kapitän Johannes Golla (28) wurde entlastet, neue Kräfte kamen rein. Jannik Kohlbacher (30) spielte endlich. Justus Fischer (22, BILD-Note 1) überraschte die Rotation nicht. „Ne, es war vorher so abgesprochen, von daher konnte ich mich da auch gut drauf vorbereiten und bin sehr happy damit.“
Handball-EM: Deutsche Effizienz war entscheidend
Bleibt die Effizienz. Die war zuvor schwach (58,8 Prozent Wurfquote), gegen Spanien war sie besser und entscheidend fürs Weiterkommen. Torwart Andreas Wolff (34): „Dieser Sieg und die Art und Weise, wie er zustande kam, können Euphorie auslösen.“ Kapitän Golla brachte es auf den Punkt: „Wir sind jetzt echt mit einem blauen Auge davongekommen, trotz der Niederlage vor zwei Tagen.“
Handball-Deutschland ist noch im Turnier. Jetzt wieder mit breiter Brust, mit neuem Vertrauen – und einem Plan, der funktioniert.

