–>
Dieses Trainer-Comeback kann sich sehen lassen: Petrik Sander (65) ist am Dienstag 100 Tage im Amt bei Zweitligist 1. FC Magdeburg. Erst als Interimstrainer (ab dem 12. Oktober vorigen Jahres) und wenig später als fester Chefcoach bis zum Saisonende. Sanders Rückkehr in den Profifußball erwies sich für den FCM bisher als Glücksfall und könnte tatsächlich zu einer schönen Erfolgsgeschichte werden.
Sanders eindrucksvolle Bilanz: In elf Spielen holten die Blau-Weißen 20 Punkte, seit fünf Spielen ist der Ost-Klub ungeschlagen in der 2. Liga. Unter dem gebürtigen Quedlinburger, der heute in Berlin wohnt, kletterte Magdeburg vom letzten Platz auf den 12. Platz – Tendenz steigend.
Ost-Trainer bastelt an Kultstatus
Sanders Erfolgsgeheimnis: Er formte aus einer verunsicherten Mannschaft (nur ein Sieg aus acht Spielen) wieder ein homogenes Team. Es wuchs das Selbstvertrauen bei den Profis und die eigenen Stärken kamen zurück. „Wir geben den Jungs Hinweise und zeigen ihnen den Weg. Es geht darum, dass wir nicht alles auf den Kopf stellen, sondern, dass, was die Jungs können, einfach wieder abzurufen“, erklärte bei seinem Amtsantritt immer wieder.
[–>Sanders kongenialer Partner: Mit Pascal Ibold arbeitete Sander bereits in Jena zusammen, beim FCM führten sie als Trainer-Duo die U23 in die Regionalliga. Ibold übernahm auch bei den Profis den taktischen und emotionalen Part. Ibold steht bei Spielen an der Seitenlinie, während Sander ruhig auf der Bank sitzt. Sander: „Ich muss nicht mehr das Rumpelstilzchen machen, das überlasse ich den Jüngeren“, sagt Sander.
Regisseur Atik: „Ruhe und klare Ansagen!“
Was Sander und Ibold auf Anhieb schafften: Das Vertrauen der Profis zu erobern. Spielgestalter Baris Atik lobte schon nach wenigen Spielen: „Mit ihrer Ruhe und ihren klaren Ansagen geben uns das Selbstbewusstsein zurück.“
Sander erinnert an Eduard Geyer
Und: Sander genießt und kennt das Spiel mit den Medien. In seiner erfolgreichen Zeit bei Energie Cottbus (Aufstieg 2007) erlangte er Kult-Status. Mit seiner knorrigen Art erinnerte er oft an Trainer-Legende und Trainer-„Ziehvater“ Eduard Geyer (81) – und war zeitweise auch so gefürchtet wie Geyer.
Petrik Sander genießt das Spiel mit den Medien, hier beim Interview mit Sky
Auch heute hält Sander mit spitzen Bemerkungen nicht zurück, doch die Altersmilde hat ihn ruhiger und souveräner werden lassen. Mit seiner Erfahrung und seinen klaren Analysen überzeugt er nicht nur die eigenen Fans und Spieler in Magdeburg.
Beim FCM könnte er seinen Kult-Status im Fußball-Osten ausbauen und beim Traditionsklub hätte sicher keiner was dagegen, wenn Sander bei einem erfolgreichen Klassenerhalt auch nach Saisonende weitermacht.

