Ein paar Klicks im Netz. Niedliche Bilder. Große Versprechen. Ein Welpenkauf fühlt sich an wie der Start in ein neues Leben. Genau hier beginnt die Gefahr. Denn der illegale Welpenhandel lebt davon, dass Gefühle schneller sind als Zweifel. Ein altes Problem mit neuem Gesicht – und großem Leid für Tiere, wie PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet.
Der illegale Welpenhandel ist kein Einzelfall. Er ist ein europaweites Millionengeschäft. Welpen werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt, krank transportiert, mit gefälschten Papieren versehen. Verkauft werden sie dann als „liebevoll aufgezogen“. Für Käufer wirkt alles seriös. Und genau das macht es so gefährlich.
So arbeiten illegale Händler
Die Masche ist oft gleich. Viele Welpen stammen aus osteuropäischen Vermehrerbetrieben. Sie werden oft zu jung von der Mutter getrennt und quer durch Europa gefahren. Alter, Herkunft und Impfstatus werden passend gemacht. Aus acht Wochen werden auf dem Papier zwölf.
Das EU-Recht schreibt vor, dass Hunde gechippt sein müssen. Die Nummer gehört in den Heimtierausweis. Doch ein Eintrag ist nur etwas wert, wenn der Chip im Hund auch existiert. Und genau zu diesem Punkt schauen viele Käufer nicht genau hin.
Der Chip spricht die Wahrheit
Der Mikrochip sitzt unter der Haut des Welpen. Beim Auslesen erscheint eine Nummer, oft beginnend mit einem Ländercode. Dieser Code basiert auf dem ISO-3166-Standard und zeigt, welchem Land der Chip zugeordnet ist.
Stimmen Chip und Heimtierausweis nicht überein, ist Vorsicht geboten. Doch das können Käufer nur durch einen Chipableser überprüfen. Viele denken, das sei ein Profi-Werkzeug, das nur Tierärzte bedienen können. Doch weit gefehlt!
Chipableser kann Hundeleben retten
Ein Chipableser ist ein kleines Gerät, das jeder Welpenkäufer nutzen kann. Und sollte. Denn der Mikrochip ist oft der einzige Beweis, der nicht lügt. Papiere kann man fälschen. Geschichten erfinden. Webseiten schnell bauen. Den Chip im Hund kann man nicht fälschen.
Ein Chipableser zeigt Haltung. Seriöse Züchter haben damit kein Problem. Unseriöse reagieren nervös oder weichen aus. Auch das ist ein klares Signal.
Was tun bei Verdacht?
Fühlt sich etwas falsch an, nehmen Sie das ernst. Kaufen Sie den Welpen nicht aus Mitleid. Das hält das System am Leben. Sammeln Sie Informationen. Namen, Anzeigen, Chatverläufe, Chipnummern.
Melden Sie den Verdacht beim Veterinäramt, bei der Polizei oder bei Tierschutzorganisationen. Ist der Welpe bereits bei Ihnen und krank, gehen Sie sofort zum Tierarzt. Dokumentation ist entscheidend.
Verantwortung beginnt vor dem Kauf
Ein Chipableser kostet wenig und kann ein Leben retten. Er gibt Ihnen Kontrolle in einem Markt, der zu oft auf blindes Vertrauen setzt. Wer einen Welpen kaufen will, übernimmt Verantwortung – nicht erst zu Hause, sondern beim ersten Treffen.
Illegaler Welpenhandel existiert, weil er funktioniert. Jeder informierte Käufer macht es den Händlern schwerer. Und manchmal rettet genau das ein Hundeleben.t

