Gold und Silber schießen auf neue Rekordstände – und an den Aktienmärkten wächst die Nervosität. Der Goldpreis sprang zeitweise auf über 4690 Dollar je Unze, Silber kletterte bis auf 94,12 Dollar. Der eskalierende Machtpoker um Grönland und neue Zoll-Drohungen aus den USA treiben Anleger aus Aktien und in sichere Häfen.
In Frankfurt rutscht der Dax zum Start um 1,35 Prozent ab. Auch an der Wall Street droht ein schwacher Start: Futures auf den S&P 500 liegen rund ein Prozent im Minus, der Nasdaq-100-Future verliert 1,25 Prozent. Händler sprechen von einer klassischen „Risk-off“-Bewegung: Anleger reduzieren Risiko und trennen sich von Aktien. Die US-Börsen selbst bleiben am Montag allerdings geschlossen – wegen des Feiertags zu Ehren von Martin Luther King.
[–>Der Auslöser kommt aus Washington. Der amerikanische Präsident Donald Trump (79) hat im Streit um Grönland neue Strafzölle angekündigt. Acht europäische Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Dänemark und Großbritannien, sollen wirtschaftlich unter Druck gesetzt werden, wenn sie einen Zugriff der Vereinigten Staaten auf die zu Dänemark gehörende Insel weiter blockieren. Ab dem 1. Februar sollen Zölle von 10 Prozent greifen, ab Juni sogar 25 Prozent.
Angst vor einem transatlantischen Handelskrieg
An den Börsen schrillen die Alarmglocken. Investoren fürchten einen neuen transatlantischen Handelskrieg mit Folgen für Exporte, Gewinne und Wachstum. Vor allem international aufgestellte Konzerne stehen im Fokus der Verkäufe. Europa bereitet bereits Gegenmaßnahmen vor. In Brüssel werden Gegenzölle im Umfang von 93 Milliarden Euro auf Waren aus den USA geprüft, unter anderem auf Autos, Flugzeuge und Agrarprodukte. Ein Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ist angekündigt.
„Liberation Day“ im vergangenen Jahr: Die Ankündigung zahlreicher Zölle löste ein Beben an den Börsen aus
Während Aktien unter Druck geraten, erleben Edelmetalle einen Höhenflug. Gold und Silber profitieren von der Angst an den Märkten und werden als Krisenschutz stark nachgefragt. Auch Staatsanleihen legen zu, Euro und Pfund verlieren gegenüber dem Dollar. Für Börsianer gilt das als Warnsignal für weiter fragile Aktienmärkte. Für Anleger bleibt die Lage angespannt. Solange die Zoll-Drohungen im Raum stehen und eine politische Lösung nicht in Sicht ist, dürfte die Börse nervös bleiben. Klar ist: Die nächsten Kursausschläge kommen nicht aus den Bilanzen, sondern aus der Politik.

