Polen hat nach Angaben von Ministerpräsident Donald Tusk eine Bedrohung
an einem der Grenzübergänge in die Ukraine abgewendet. Das sagte Tusk bei einer
Pressekonferenz auf einem Besuch in Bratislava und warnte davor, dass Russland
Handelswege angreifen könnte, um die Ukraine wirtschaftlich zu schwächen.
In der Nacht zu Donnerstag hätten polnische Sicherheitskräfte mit Hilfe
aus der Ukraine eine Bedrohung an einem Grenzübergang abwenden können, sagte
Tusk. »Wie sie wissen hat Russland bereits provokative Angriffe auf
Grenzübergänge verübt, etwa in Moldawien.« Dort waren am Mittwoch bei einem russischen
Drohnenangriff zwei Menschen getötet worden. Polen rechne mit ähnlichen
Aktionen in anderen Ländern, sagte Tusk.
Tusk hat in der Vergangenheit immer wieder vor russischen
Provokationen an der Ostgrenze der Nato gewarnt. In der Pressekonferenz sagte
er, er habe einen »recht präzisen« Bericht des US-Geheimdienstes
CIA erhalten, in dem es um mögliche russische Ereignisse in den kommenden
Monaten gehe. Man müsse verschiedene Szenarien antizipieren, sagte
Tusk. Polen und die Europa müssten vorbereitet sein.
CIA-Chef besuchte Moskau
Die Aussagen Tusks kommen wenige Wochen nachdem ein Besuch
des CIA-Chefs John Ratcliffe in Moskau Schlagzeilen gemacht hatte. Damals war
spekuliert worden, wieso er sich für Gespräche mit Russland getroffen hatten.
Medienberichten zufolge soll Ratcliffe Russland vor einem Angriff auf ein Nato-Land
gewarnt haben.
Davor hatte es US-Medienberichte gegeben, nach denen US-Geheimdienste
einen russischen Angriff auf die Nato mittlerweile als deutlich
wahrscheinlicher betrachten. Die Chancen dafür würde mit der Zeit steigen, hieß
es damals.
Nach Informationen von CNN ist es am wahrscheinlichsten,
dass ein wie auch immer gearteter Angriff baltische Staaten oder Polen ins
Visier nehmen würde. Litauens Regierung hatte vor Wochen ebenfalls mitgeteilt, dass dem
eigenen Militärgeheimdienst Informationen vorlägen, wonach Russland Angriffe
auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten unter Einsatz
ukrainischer Drohnen erwägen könnte.

