So also sieht sie aus, die historische Zäsur. Der Moment, an
dem eine als rechtsextrem eingestufte Partei nach der Macht in einem Bundesland
greift. Es ist 20.20 Uhr am Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt, als Ulrich Siegmund
auf die Bühne des alten Theaters in Magdeburg joggt. Aus den Boxen dröhnt
Gute-Laune-Mitsumm-Pop, auf der Leinwand steht dick und fett und weiß auf
blau: »Es beginnt hier.«
Es ist der Moment des großen Triumphes von Ulrich Siegmund,
35 Jahre alt, einst Raumduftunternehmer und das kantige, lächelnde Gesicht der
AfD Sachsen-Anhalt. Er könnte jetzt skizzieren, was er mit dem
Regierungsauftrag, den ihm die Wähler unmissverständlich erteilt haben,
anfangen will. Aber das macht Siegmund nicht.
Automatische Zusammenfassung
Diese Fragen beantwortet der Artikel:
- Wie machte Ulrich Siegmund die AfD in Sachsen-Anhalt trotz Skandalen und radikaler Inhalte so erfolgreich?
- Warum wirkte der Wahlabend für den möglichen künftigen Ministerpräsidenten am Ende weniger triumphal als erwartet?

