Der zweimalige Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport im Bundeskanzleramt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gab die Ernennung auf Instagram bekannt. Der 44-Jährige folgt auf Christiane Schenderlein (CDU), die ins Gesundheitsministerium wechselt. Ihr Wechsel war bereits vor der Sommerpause angekündigt worden.
Mit Rauhes Ernennung ist der Umbau der Bundesregierung nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn abgeschlossen. Der Posten des Sport-Staatsministers im Kanzleramt war die einzige noch offene Personalentscheidung in diesem Kontext.
Entgegen früheren Erwartungen entschied sich Merz für einen Mann und nicht erneut für eine Politikerin aus Ostdeutschland, wie es Schenderlein ist. Ihre Ablösung hatte deshalb vor allem bei ostdeutschen CDU-Landesverbänden Kritik ausgelöst.
WM-Gold und Sport-Engagement
Rauhe war einer der erfolgreichsten deutschen Kanuten. Der gebürtige Berliner erreichte seinen ersten Olympiasieg 2004 in Athen im Zweierkajak. 2021 holte er bei den Olympischen Spielen in Tokio mit dem Viererkajak erneut Gold. Seine Spezialstrecken waren die kurzen Distanzen über 200 und 500 Meter. Außerdem gewann er zahlreiche weitere Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften.
Nach dem Ende seiner aktiven Karriere setzte sich Rauhe weiter für den Sport ein. Unter anderem arbeitete er gemeinsam mit dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten an der Weiterentwicklung von Rennkanus. Außerdem engagierte er sich für die Interessen von Sportlerinnen und Sportlern.
Seit 2023 ist Rauhe Mitglied der Athletenkommission des Europäischen Olympischen Komitees. Dort hatte er sich auch für einen eigenen Sportminister oder eine eigene Sportministerin im Bundeskanzleramt eingesetzt. Nun übernimmt er selbst dieses Amt. Noch im vergangenen Januar hatte Rauhe von seiner Vorgängerin Schenderlein das Silberne Lorbeerblatt entgegengenommen, die höchste staatliche Auszeichnung für sportliche Leistungen in Deutschland.

