Drei Tage vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht eine Umfrage für das ZDF die oppositionelle Linkspartei knapp vor der regierenden CDU. Laut der Forschungsgruppe Wahlen kommt die Linke von Spitzenkandidatin Elif Eralp auf 22 Prozent und verliert damit gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt. Auch die Christdemokraten von Spitzenkandidat Stefan Evers büßen einen Punkt ein und erreichen 20 Prozent.
Es folgen die AfD mit 18 Prozent bei einem Plus von einem Punkt, die Grünen mit 15 Prozent bei einem Minus von einem Punkt und die SPD mit zwölf Prozent bei einem Plus von zwei Punkten. Das BSW steigert sich um einen Punkt auf vier Prozent und würde damit weiter den Sprung in das Landesparlament verpassen. Die FDP wird nicht gesondert ausgewiesen und würde erneut nicht einziehen.
Befragt wurden von Montag bis Donnerstag 1.611 Wahlberechtigte in Berlin. Dabei gaben 77 Prozent an, ihre Wahlentscheidung sei bereits sicher. Knapp ein Viertel (23 Prozent) der Wahlberechtigten war sich noch unsicher. Für Eralp als künftige Regierende Bürgermeisterin sprachen sich 25 Prozent aus. Evers wünschten sich 24 Prozent als Berliner Regierungschef.
Dreierkoalitionen möglich
Das Berliner Abgeordnetenhaus wird am Sonntag neu gewählt, zeitgleich findet eine Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern statt. Politisch und rechnerisch denkbar sind den Umfragen zufolge in Berlin Dreierkoalitionen der CDU oder der Linkspartei mit den Grünen und der SPD.
In Berlin regiert derzeit eine Koalition aus CDU und SPD unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Dieser zog sich aber nach Kritik an seiner Krisenkommunikation infolge eines tagelangen großen Stromausfalls als Spitzenkandidat zurück. Auf ihn folgte des bisherige Finanz- und Kultursenator Evers.
Die Wahl von 2023 gewann die CDU mit 28,2 Prozent, gefolgt von der SPD und den Grünen mit jeweils 18,4 Prozent. Die Linke erreichte damals 12,2 Prozent, die AfD 9,1 Prozent. Die FDP schied mit 4,6 Prozent aus dem Landesparlament aus. Das BSW trat noch nicht an.

