Der Schattentanker von Rügen zeichnet sich an einem grauen Sommertag genau dort am Horizont ab, wo man sich eigentlich ein bisschen Himmelblau und etwas Sonnenlicht wünschen würde. Stattdessen ankert da, kilometerweit weg und doch zum Greifen nah, die Eventin: ein Öltanker der Suezmax-Klasse, 274 Meter lang, 48 Meter breit. »Immer, wenn ein Sturm aufzieht«, sagt Carmen Kannengießer, »habe ich Angst.« Dann wendet sie den Blick schnell wieder ab, als habe sie ein Gespenst gesehen.
Kannengießer ist Sprecherin einer Bürgerinitiative, die sich dafür einsetzt, dass die Eventin ihren Ankerplatz vor Rügen schleunigst wieder verlässt. Wie viele Menschen auf der Insel befürchtet sie, das Schiff könne sich losreißen, schlimmstenfalls auf die Strandpromenade des Ostseebads Göhren krachen. Auch Greenpeace glaubt, die Eventin sei gefährlich. Doch niemand darf sich dem Schiff nähern. Zoll und Bundespolizei kreuzen in dem Bereich auf bewaffneten Booten. Die Beamten sagen über Funk: Keep distance.
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Diese Fragen beantwortet der Artikel:
- Warum liegt die Eventin seit ihrer Rettung weiter vor Rügen?
- Wie versucht Deutschland, gegen Russlands Schattenflotte vorzugehen?

