Wäre Hoffnung eine Vase, wäre sie in Sachsen-Anhalt in den
vergangenen Wochen hochgehalten worden wie ein wertvoller Schatz. Mit beiden
Armen, damit nichts an sie herankommt und jeder sie sieht – und in ihr, da
hätte sich alles versteckt, für das keine Zeit war. Die Angst, die Müdigkeit,
die Klarheit darüber, wie viele Menschen hier bereit sind, eine rechtsextreme
Partei zu wählen.
Nach der Landtagswahl am Sonntag liegt diese Vase in
Trümmern. Und alles offen da. Zumindest in dem Teil der Gesellschaft, der offen und vielfältig sein will. Während die Welt sich weiterdreht, steht sie in Sachsen-Anhalt ein Stück weit still. Die Menschen, die eine starke
AfD verhindern wollten, sind noch immer im Schock; Bretter und Balken vor dem
Kopf, während sie irgendwie versuchen, weiter ihren Alltag zu bewältigen. Gerade
die, die in den vergangenen Wochen unermüdlich gekämpft haben; seit Wochen nur
Brot mit Aufstrich aßen, weil keine Zeit war zum Kochen.
Automatische Zusammenfassung
Diese Fragen beantwortet der Artikel:
- Wie reagieren demokratische und vielfältige Gruppen in Sachsen-Anhalt auf das Wahlergebnis?
- Warum bleiben große Proteste aus und was bedeutet das für die kommenden Jahre?

