Die vergangenen Niederlagen für die CDU bei den Landtagswahlen sorgen für Unmut und Kritik innerhalb der Partei. Der Bundesvorstand der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) hat einem Bericht des ZDF zufolge einen Appell zur »Reform einer Volkspartei« beschlossen. Darin schreibt die CDA, dass die CDU ihrem »Anspruch, Volkspartei zu sein, nicht mehr gerecht« werde. Merz habe schon vor Jahren angekündigt, dass die Aufstellung als Volkspartei verbreitert werden müsse, zitierte das ZDF aus dem ihm vorliegenden vierseitigen Grundsatzpapier der
CDA den Bundesvorsitzenden Dennis Radtke. Stattdessen habe er aber nicht ausreichend vermocht, Menschen einzubinden.
Aussagen des Bundeskanzlers, nach denen Menschen zu oft krank seien oder zu wenig Leistungsbereitschaft zeigten, brächten die Wählerinnen und Wähler eher auf, als sie abzuholen. »Das ist doch ganz offenkundig und das kann auch nicht weggediskutiert werden, und diese Dinge muss sich der Parteivorsitzende selbstverständlich zu Herzen nehmen«, sagt Radtke in der ZDF-Sendung Berlin direkt. Einen Wechsel im Kanzleramt und an der CDU-Spitze lehnte er dennoch ab. »Mit solchen Optionen sollte man nicht willkürlich spielen«, sagte Radtke. »Aber für mich ist klar, es müssen sich Dinge verändern.«
»Kein Betriebsunfall«
Die Neuaufstellung der CDU sei notwendig, um »die arbeitende Mitte« zurückzugewinnen, forderte die CDA in ihrem Appell. »Wenn die CDU zum ersten Mal in ihrer Geschichte aus einem Landtag fliegt, ist das kein Betriebsunfall.«
»Zu viele gesellschaftliche Gruppen kommen in der Union kaum noch vor«, schreibt die CDA. Zu
viele Menschen würden sie nicht mehr als politische Heimat erleben. »Eine Volkspartei, die nur noch mit sich selbst spricht, hört auf,
Volkspartei zu sein.« Unterschiedliche Menschen müssten wieder stärker in die Partei eingebunden werden.

